Der Song "Albatros" von Karat hält die symbolische Figur des Albatros hoch, die nicht nur ein majestätischer Vogel ist, sondern auch ein Zeichen für Freiheit und Unabhängigkeit repräsentiert.
In den ersten Strophen beschreibt der Text, wie der Albatros um die Erde fliegt, ohne Grenzen und mit Würde. Diese Freiheit des Albatros steht im Kontrast zu den ängstlichen Matrosen, die oft von den Weiten des Meeres eingeschüchtert sind.
Ein zentrales Thema des Liedes ist die Gefangenschaft. Der Albatros, der in Schlingen gefangen wird, spiegelt die Not der Menschen wider, die unterdrückt oder in ihrer Freiheit eingeschränkt sind. „Die Sklaven der Erde“ werden in einem Atemzug mit dem Albatros genannt, was verdeutlicht, dass das Schicksal der einen auch das der anderen beeinflusst.
Der Text malt kräftige Bilder von Kämpfen gegen die Widrigkeiten, von stürmischen Gewässern und dem unermüdlichen Drang, die Fesseln zu sprengen. Der Albatros symbolisiert den unbezwingbaren Geist und den Wunsch nach Freiheit, selbst unter extremen Bedingungen. Diese Metaphern laden die Hörer ein, darüber nachzudenken, wie wichtig es ist, für seine Freiheit zu kämpfen und nicht aufzugeben, egal wie stark die Herausforderungen auch sein mögen.
Entstehung und Kontext des Liedes
Laut Karat-Gitarrist Bernd Römer ging der Text von Norbert Kaiser bei den DDR-Kulturbehörden nur durch, weil er als Anklang an Pablo Nerudas Ode vom „Gemordeten Albatros“ gehört werden konnte; Solidarität mit den Sozialisten in Chile war damals ein großes Thema im DDR-Rock.
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Die Band konnte mit der Zensur ganz gut umgehen, weil sie wusste, worauf die gucken. Außerdem hatten sie einen klugen Texter, der Themen fast fabelmäßig transportierte, wie zum Beispiel beim "Albatros". Da sang die Band vom Drang der Sklaven nach Freiheit.
Hier wird ganz klar die Situation in der DDR geschildert. Aber das Ding wurde zugelassen, weil es in Ursprung und Wortwahl Parallelen gab zu Pablo Neruda, der eine Gallionsfigur des chilenischen Freiheitskampfes war. Dagegen konnte das Lektorat nichts sagen.
Oder es wollte nicht. Römer hatte manchmal das Gefühl, dass es mehr durchlassen wollte, als ihr Auftrag war. Zudem setzten viele Musiker im Osten auf eine Taktik, die Silly-Frontfrau Tamara Danz auf den Namen "Weißer Elefant" taufte: Sie bauten Reizworte in ihre Texte ein, damit das Lektorat etwas zu streichen hatte und den Rest durchwinkte.
Die Bedeutung von Karat und "Albatros" in der DDR-Musikgeschichte
Wenn es Musik gibt, die als Aushängeschild für die DDR hergenommen werden konnte, so war es die Musik von Karat. Von ihrer vielen Musik bliebt mir eins im Sinn. Der „Gewitterregen“ ist eins der ungewöhnlichsten Lieder, die ich jemals im Radio gehört habe.
Und so blieb mir das in Erinnerung. Und Erinnerung ist das richtige Stichwort. Denn genau darum geht es in dem Lied. Die Erinnerung an eine kurze Sommer-Romanze. Er erinnert sich an sie, wie sie ihm vor einem Jahr Ende Sommer gab, was er von ihr wollte.
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Die beiden waren so verliebt und verzaubert, dass sie den Regen gar nicht bemerkten. Der Regenguß schlug hart auf sie nieder. Und Wolken zogen Richtung Süden. Aber wenn ihn jemand fragt, was daraus geworden ist, dann sagt er ohne Scheu, dass er ausgeträumt hat.
Er weiß nicht mal ihren Namen, den er in der Ekstase rief. Er fällt ihm nicht mehr ein. Es ist halt vorbei. Er sieht den Regen und die Wolken. Und es ist so, als ist da noch etwas ganz weit oben. Ja, so schnell kann es gehen. Das war eine wirklich kurze Romanze.
Aber so etwas soll es geben. Die Geschichte ist das Eine, die Musik ist das Andere. Wir bewegen uns hier von 7/8-Takt zu 3/4-Takt und zu 4/4-Takt. Das ist eine ganz feine Musik, die einen schwelgen und tanzen und mit dem Kopf nicken lässt.
Für mich eins der schönsten Lieder, die es in der DDR gab. Dabei soll das Lied von der bulgarischen Folklore beeinflusst sein. Der „Gewitterregen“ befindet sich auf der zweiten Seite der LP „Über sieben Brücken“ aus dem Jahr 1979.
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