WWE Ring mit Figuren Test: Ein umfassender Überblick

Das Wrestling-Universum ist voller ewiger Helden wie Hulk Hogan, Bret „Hitman“ Hart und dem zähen Undertaker. Mit den passenden WWE-Ring-Sets und Figuren können Fans diese epischen Kämpfe zu Hause nachstellen. In diesem Artikel werfen wir einen detaillierten Blick auf verschiedene WWE-Ring-Sets mit Figuren, ihre Vor- und Nachteile sowie die Aspekte, die sie für Wrestling-Enthusiasten interessant machen.

Altbackenes Gameplay und fehlende Innovation

Ein Kritikpunkt, der oft geäußert wird, ist die fehlende Innovation im Gameplay. Seit Jahren verwenden Entwickler wie Yuke's ähnliche Spielmechanismen, was dazu führt, dass das Gameplay altbacken wirkt. Die Wrestler bewegen sich manchmal hüftsteif durch den Ring, und grafische Elemente können unschön ineinander ragen. Trotzdem gibt es Neuerungen bei den Spielmodi, wie zum Beispiel der "30 Years Of Wrestlemania"-Modus, der es den Spielern ermöglicht, die Höhepunkte aus drei Jahrzehnten Wrestling-Geschichte nachzuspielen.

Wiedersehen bei Wrestlemania

Wrestlemania ist für Fans der Schaukämpfe das, was für den Fußballer das Champions-League-Finale ist. Seit mehr als 30 Jahren gibt es die jährliche Veranstaltung. Dort fanden die denkwürdigsten Begegnungen der Wrestling-Geschichte statt. „WWE 2K14“ übt sich in Nostalgie und lässt Spieler die Höhepunkte aus drei Jahrzehnten nachspielen.

Als Spieler übernimmt man in jedem dieser nach und nach freischaltbaren Kämpfe die Rolle des einstigen Siegers und versucht dessen Triumph zu wiederholen. Wer Arenen und Kämpfer freischalten möchte, muss Schlüsselmomente der historischen Begegnung reproduzieren - selbst wenn das bedeutet, dass man ordentlich eins auf die Mütze bekommt.

Auch die Kommentare während des Kampfes sind zum Teil den echten Aufnahmen entnommen. Schade ist nur, dass „30 Years Of Wrestlemania“ jeden sonstigen Karriere-Modus verdrängt hat. Wer den eigenen Kämpfer trotzdem in coolen Matches antreten lassen möchte, muss sich selbst ganze Events basteln, inklusive Zwischensequenzen, Weltmeister-Gürtel und Backstage-Raufereien.

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Die Bloodline-Story

Die Bloodline-Story rund um die traditionsreiche Wrestling-Familie Anoa’i und ihre Verwandtschaft wird niemandem entgangen sein, der in den vergangenen Jahren das Programm der WWE verfolgt hat. Im vergangenen Jahr legte WWE 2K24 mit dem Showcase-Modus zu 40 Jahren Wrestlemania die Messlatte sehr hoch. Die Kombination aus Matches und Aufmachung sorgte für einige Gänsehaut-Momente.

Spielmodi und Langzeitmotivation

In Sachen Spielmodi und Langzeitmotivation gibt sich die Arcade-Klopperei grundsolide. Im ’Path of Champions’ stellt Ihr Euch in drei Kampagnen entweder dem Undertaker, D-Generation X oder Randy Orton entgegen. Im ’Fantasy Warfare’-Modus spielt Ihr nacheinander eine Vielzahl vorgefertigter Matches, die ikonische Charaktere von damals und heute gegenüberstellt.

WWE All Stars: Eine Arcade-Klopperei

Für WWE All Stars zeichnet das Entwickler-Studio THQ San Diego statt Yuke’s verantwortlich und die Programmierer pfeifen auf aktuelle Kader, Physikspielereien und realistische Optik. Stattdessen kommen die rund 30 aktuellen Superstars und legendären Helden aus der Vergangenheit mit einer Extraportion Steroide daher, mit ihrem betonartigen Haar und den glänzenden Muskeln erinnern sie an die Spielzeugfiguren aus den 1990ern.

So aufgepumpt und übertrieben sich die Sportler präsentieren, so abgehoben ist auch das Geschehen im Ring. Entweder befördert Ihr Euren Gegner mit einfachen Schlagkombinationen im Stil eines Tekken in die Luft oder Ihr werft ihn mit Wucht auf die Bretter. So füllt sich Eure Energieleiste, die mit der Zeit mächtige Signature- und Finishing-Moves erlaubt.

Der Fluch der jährlichen Updates

Die Action innerhalb und außerhalb des Rings wurde im Vergleich zum letzten Jahr nur geringfügig modifiziert. Auch andere Sportspielserien leiden immer wieder darunter. Und vielleicht sollten alle involvierten Parteien überlegen, ob sie den Wrestlern vielleicht mal eine Pause gönnen.

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Denn abseits der über 130 Superstars, Divas und Legenden, die für die Kämpfe zur Verfügung stehen und die einen Rekord innerhalb der Serie markieren, scheint bei den Kreativköpfen Ratlosigkeit vorzuherrschen, in welche Richtung man sich entwickeln möchte.

Karriere-Modus und Promo-Texte

Man lernt ja jeden Tag dazu. Ich hätte es nie gedacht, aber seit ich WWE 17 spielte, habe ich einen neugefundenen Respekt für die Schreiber einer guten Wrestling-Trashtalk-Runde. Ihr wisst schon, wenn sich zwei überzüchtete Muskelberge die wildesten verbalen Dinge an den Kopf schmeißen, bevor sie anfangen, sich wild Dinge an den Kopf zu schmeißen.

Die Texte, die euch WWE 17 vorsetzt, lösen ungefähr das aus, was unsere Eltern empfunden haben müssen, als sie dann und wann des Familienfriedens halber gezwungen waren, mal eine Runde Wrestling mitzugucken. Einfach nur schlimm. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass es alles nur Text-Boxen sind.

Universe-Modus als Highlight

Jede Energie, die in die Entwicklung des Karriere-Modus geflossen ist, hätte man noch zusätzlich in den umwerfenden Universe-Modus investieren sollen, der sich am einfachsten als eine Art Manager-Modus zum Mitspielen beschreiben lässt. Hier dürft ihr euch mehr oder weniger eure eigene Wrestling-Welt bauen. Ihr wählt die Stars, die Arenen, mixt die Setups und Details der Kämpfer und Schauplätze und lasst Wrestling so sein, wie ihr es haben wollt.

Universe lässt wunderbare Nostalgie zu. Ihr könnt sogar einen VHS-Videofilter dazuschalten. Jeder Kampf bekommt sein eigenes TV-Intro, das ihr mal auf Retro-90-Wrestling trimmen könnt oder doch lieber zeitgemäß oder alles zusammen.

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Technische Umsetzung und Gameplay

Die Bewegungen, solange die Kämpfer auf den Beinen sind, sind tadellos. Die alte Engine wurde ein wenig poliert - wer auf eine neue hoffte, muss weiterhoffen - und Gewicht und Größe der einzelnen Kämpfer werden gut und spürbar in den Stickbewegungen umgesetzt.

Sehr gut gelang die überarbeitete Rausroll-Mechanik, die euch gerade in Matches mit vier oder mehr Kämpfern wichtige Sekunden zum Durchatmen geben kann. Der Einsatz von "Waffen" ist eine Freude und davon gibt es nie zu wenige außerhalb des Rings, den ihr auch schon mal für ein paar Schläge etwas weiter verlasst, wenn ihr das Manager-Büro zerlegt oder euch in der Zuschauermasse gegenseitig auseinandernehmt.

Submissions waren schon in den Vorjahren ein echtes Problem, indem das Minispiel, das dafür nötig war, viel zu undurchsichtig zu handhaben war, während die KI damit - oh Wunder - nie Probleme zu haben schien. Es gab Feintuning, das ist unübersehbar und es funktioniert besser als zuletzt, aber gut ist was Anderes.

WWE All Stars: Nostalgie und überzogene Action

Bei WWE All-Stars fühlt man sich als Ü-30-Wrestlingfan unwillkürlich an seine Jugend erinnert: Damals saß man in den Schulferien noch spät abends vor dem Fernseher, um sich die Großereignisse der World Wrestling Federation anzusehen. Hulk Hogan, der Ultimate Warrior, Sgt. Slaughter, Undertaker oder Bret Hart waren in der jugendlichen Wahrnehmung übermenschliche Figuren, die im Ring unglaubliche Aktionen zeigten.

WWE 2K23: Ein Schritt nach vorn?

Nach dem bitter nötigen Reboot der WWE 2K-Reihe im letzten Jahr, will WWE 2K23 nun auf dem neuen Fundament aufbauen und einen weiteren Schritt nach vorn gehen. Eine Revolution wie im Vorjahr sollte man zwar nicht erwarten und augenscheinlich wurde nur an der Oberfläche geschraubt.

Die Grafik des Spiels unterscheidet sich nahezu gar nicht vom Vorgänger. Ich hatte gehofft, dass ich auf meiner Series X nun zunehmend auch optische Errungenschaften der neuen Generation genießen kann. Doch davon keine Spur. Die Hauttexturen und Mimik fallen eher so aus, wie ich es aus dem letzten Teil gewohnt war.

MyFactions und Showcase-Modus

MyFactions ist, wie auch in WWE 2K22 irgendwie irrelevant. Der Modus ist klar an Ultimate Team angelehnt, konnte mich aber in keinster Weise abholen, da die Progression hier zäh und unbefriedigend ausfällt, zumal ich mir diese aber an anderer Stelle im Spiel mit Leichtigkeit holen kann.

Viel interessanter dagegen ist erneut der Showcase-Modus. Das Aushängeschild der WWE begleitet ihr dabei in nostalgische Ausflüge in die Vergangenheit. Aus rechtlichen (und sicherlich anderen) Gründen sind die Partien gegen CM Punk und Big Show allerdings nicht enthalten.

Universum-Modus und Individualisierung

Ein Aushängeschild der Reihe ist der Universum-Modus. In dieser Sandbox kann man sich eine eigene WWE bauen, nach eigenen Vorstellungen. Rivalitäten, Teams, Roster, Shows. Alles könnt ihr nach euren Wünschen definieren. Doch man geht dieses Jahr noch ein paar Schritte weiter.

Da der Editor noch viel umfangreicher ist und eine schier unendliche Variation an erstellten Superstars, Arenen und eigener Shows bereits herunterladbar ist, könnt ihr auch noch mehr individuelle Inhalte für diesem Modus verwenden. Es ist die mit Abstand vollständigste Version dieses Modus aller Zeiten.

General Manager-Modus

Hier kann ich in WWE 2K23 einen vorhandenen General Manager wählen, aber auch einen eigenen erstellen. Dann wähle ich eine Brand und muss diese zum Erfolg bringen. Hier ist zwar die WCW vorhanden, leider aber nicht ECW. In einem ersten Draft bekommt jede Brand ein gewisses Budget bereitgestellt und muss nach und nach einen Superstar engagieren, entweder permanent oder temporär.

Schnell war ich voll im Gameplay-Loop drin. Der GM-Modus spielt sich schon eher wie ein Strategie-/ Simulationsspiel. Ich plane meine Shows von A-Z, schaue was funktioniert und was nicht, optimiere wieder und muss auf die Wünsche der Stars und auch von Triple H eingehen, um Boni einzusacken.

WarGames und MyRise

„Wargames“ stellt zwei Teams gegenüber, denen zwei Ringe zur Verfügung stehen. Klingt abgefahren? Zu guter Letzt spielte ich noch MyRise. Der Story-Modus lässt mich in WWE 2K23 entweder eine eigene Geschichte einer männlichen Figur oder einer weiblichen spielen. Besonders cool ist, dass ich sogar heruntergeladene Charaktere hierfür verwenden kann.

Gameplay und Pin-System

Mit dem Vorgänger leitete man eine neue Ära ein. Das Gameplay wurde einmal rundum erneuert und ebenso einfach wie anspruchsvoll gestaltet. Auch wenn das Gameplay 1:1 auf dem des letzten Jahres basiert, spielt es sich nochmal deutlich flüssiger und abgestimmter.

Besonders gut gefällt mir das neue Pin-System. Aus dem kann ich mich nun auf zwei Arten befreien. Entweder prügle ich auf die A-Taste ein oder ich bewege im richtigen Moment den rechten Stick nach oben. Man kann sich im Vorfeld auf eines der beiden Systeme festlegen, je nachdem womit man besser umgehen kann.

WWE All Stars: Leichter Zugang und ungezwungener Spaß

Dementsprechend kann man einfach nur das Pad in die Hand nehmen und sich ohne große Eingewöhnung schnell an spektakulären Moves und Angriffs-Kombinationen erfreuen. Dennoch hätte ein Tutorial nicht geschadet: Denn auch wenn mit dem leichten und schweren Schlag, dem leichten und schweren Griff sowie Block und Konterauf dem Papier nur vergleichsweise wenig steht, ist erstaunlich viel möglich.

Erwähnenswert ist auch die gelungene Kontermechanik: Es gibt kaum einen Angriff, den man nicht mit gutem Timing blocken oder kontern kann, wobei selbst Konter abermals gekontert werden können und es auf diese Weise schnell zu dynamischen Gefechten kommt.

Kämpferklassen und Umfang

Abwechslung wird u.a. dadurch erreicht, dass die insgesamt 30 Kämpfer (15 Legenden, 15 Gegenwarts-Athleten) in vier Klassen mit besonderen Eigenschaften eingeteilt sind, die ihnen bestimmte Vor-, aber auch Nachteile bringen. „Grappler“ wie Bret Hart oder Triple H z.B. haben mehr Griffmöglichkeiten zur Auswahl, während die „Brawler“ wie Undertaker oder Randy Orton verheerende Schlagkombos vom Stapel lassen können.

Fazit

WWE-Ring-Sets mit Figuren bieten eine großartige Möglichkeit, die Faszination des Wrestlings zu Hause zu erleben. Obwohl es einige Kritikpunkte hinsichtlich des Gameplays und der Innovation gibt, überwiegen die positiven Aspekte, insbesondere die Vielfalt an Modi und die Möglichkeit zur individuellen Gestaltung. Ob für Nostalgiker oder neue Fans, es gibt für jeden das passende Set.

Spiel Modi Anzahl der Kämpfer Besondere Merkmale
WWE 2K23 Showcase, Universum, GM-Modus, MyRise, WarGames Über 130 Umfangreicher Editor, individuelle Gestaltung
WWE All Stars Path of Champions, Fantasy Warfare 30 Arcade-Gameplay, überzogene Action