Schwingen: Der Durchmesser des Rings und andere wichtige Fakten

Für Schwingunkundige bietet dieser Artikel ein kleines "Wörterbuch" mit den wichtigsten Begriffen zum Schwingfest.

Die Arena und der Sägemehlring

Eine Arena ist das Gelände, auf dem ein Schwingfest stattfindet. Die Wettkämpfe werden in den dort angeordneten Sägemehlringen ausgetragen.

Diese Sägemehlringe haben einen Durchmesser von 8 Metern (am Buebeschwinget) bis 14 Metern (am «Eidgenössischen»). Die Sägemehlhöhe muss mindestens 15 Zentimeter betragen.

Die Bösen und ganz Bösen

Im Schwingerjargon werden die erfolgreichsten Schwinger als "Böse" bezeichnet. Die "ganz Bösen" sind jene 60 Schwinger, die zum Kilchberger Schwinget antreten.

Der Gang und seine Entscheidung

Ein Gang ist der Kampf im Sägemehl. Er ist dann entschieden, wenn ein Schwinger mit dem kompletten oder mit Teilen des Rückens im Sägemehl liegt.

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Zudem muss eine Hand des Werfenden an Hose oder Gurt des Gegners sein.

Nach fünf Gängen treten die beiden Schwinger mit der höchsten Punktzahl zum Schlussgang an.

Da aber auch die übrigen Schwinger den sechsten Gang absolvieren, kommt es vor, dass bei einem gestellten Schlussgang ein dritter Schwinger zum Festsieger gekürt wird.

Die Schwinghose

Schwinghosen sind aus Zwillich und werden über den Kleidern getragen. Seit einiger Zeit sind nebst den naturfarbenen auch braun eingefärbte Hosen gestattet.

Im Oktober 2009 entschied der Eidgenössische Schwingerverband, dass die Sportler neben den naturfarbenen auch braun eingefärbte Schwinghosen benützen dürfen. Eine Dienstleistung am Fernsehzuschauer, da die Kontrahenten durch die verschiedenfarbigen Hosen besserer voneinander unterschieden werden können.

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Hauptschwünge

Hauptschwünge und etwa hundert andere Schwünge sind im Schwingerlehrbuch festgehalten. Hauptschwünge gibt es fünf: den Brienzer, den Bur, den Hüfter, den Kurz und den Übersprung. Das Ziel ist immer, den Gegner aufs Kreuz zu legen.

Der Schwingerkönig und das «Eidgenössische»

Ein «Eidgenosse» ist kein Schweizer, sondern ein Kranzschwinger am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest (Esaf). Dieses ist der wichtigste Schwingwettkampf. Bedeutende Wettkämpfe sind daneben das Unspunnenfest und der Kilchberg-Schwinget. Dessen Gewinner darf sich Schwingerkönig nennen und den Muni mit nach Hause nehmen.

Das Esaf findet alle drei Jahre statt.

Kilchberg-Schwinget

Ein Schwingfest, das nur alle sechs Jahre in Kilchberg ZH stattfindet. Hier treten nur die 60 besten Schwinger der Schweiz an. Teilnehmen darf nur, wer eingeladen ist. Das gilt für die Schwinger ebenso wie für die Besucher.

Lebende Preise

Lebende Preise gibt es an jedem Schwingfest. Hauptpreis ist in der Regel ein Stier (Muni).

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Munitaufe

Die Munitaufe findet vor dem Schwingfest am Wettkampfort statt.

Notenvergabe

Die Kampfrichter vergeben pro Gang Noten an Sieger und Verlierer. Die Skala reicht von 8,25 bis 10. Für einen gewonnenen Gang gibt es die Noten 9,50 bis 10, für ein Unentschieden 8,50 bis 9 und für einen verlorenen 8,25 bis 8,75.

Das Reklameverbot

Bei sämtlichen Schwingveranstaltungen herrscht ein Reklameverbot.

Vorschriften

Vorschriften und Regeln gibt es im Schwingsport unzählige. So muss etwa auch die Bekleidung korrekt sein. Zugelassen sind für Sennenschwinger ein strapazierfähiges, farbiges, jedoch nicht grelles Hemd und dunkle lange Hosen. Die Turnerschwinger müssen ein kurzärmliges weisses Leibchen sowie lange weisse Hosen tragen. Aufschriften sind verboten.