Mundschutz Kampfsport: Test und Vergleich

Ein guter Mundschutz ist unverzichtbar, um Zähne und Kiefer beim Kampfsport zu schützen. Vergiss Kompromisse und Risiken!

Die Bedeutung des Mundschutzes im Kampfsport

Der Zahnschutz sollte zur Grundausstattung eines jeden Kampfsportlers gehören. Und trotzdem ist er nicht in allen Vereinen als absolutes Muss vorgeschrieben. Dabei liegen die offensichtlichen Gefahren förmlich auf der Hand. Die Zähne wachsen nicht ständig nach und der Mund- und Kieferbereich ist besonders empfindlich. Ein gezielter Schlag genügt und du bist um einen Zahn ärmer oder trägst nur schwer heilbare Verletzungen an den Knochen davon. Die optischen Folgen sind hierbei meist nebensächlich.

Dabei ist der Zahnschutz meist günstig zu bekommen und übernimmt so viele Funktionen zur Sicherheit bei Training und Wettkampf. Vielleicht hast du selbst beim Sparring ohne Mundschutz einen Schlag abbekommen und weißt genau, wie sich das Gefühl an Kiefer und Zähnen anfühlt. Und ist das eine Mal kein bleibender Schaden entstanden, folgt mit Sicherheit irgendwann ein weiterer Schlag. Viele Profis würden nicht mehr ohne Zahnschutz in den Ring steigen und finden diese Handlung mehr als leichtsinnig.

Grundlagen des Zahnschutzes

In erster Linie handelt es sich beim Zahnschutz um eine Schiene, die über den oberen Zahnbereich gelegt wird. Einige Neulinge kaufen sich sogar einen doppelten Mundschutz für die angeblich doppelte Schutzwirkung. Derartige Modelle erschweren aber die Atmung und zwingen den Sportler meist dazu, den Mund öfter zu öffnen.

Der Zahnschutz wird also eingelegt, um die Spannung im Mundraum zu erhöhen. Die Muskeln spannen sich bis in den Bereich der Halswirbelsäule an und schützen dich daher vielseitig. Dabei ist genau dieses Prinzip schon länger bekannt. Während die Boxer früher auf ein Stückchen Holz bissen, gibt es heute speziell angepasste Schienen. Sie sorgen für eine angespannte Kiefermuskulatur und dämpfen zusätzlich die Schläge durch ihren mehrlagigen Aufbau.

Lesen Sie auch: Zahnschutz für MMA: Test und Vergleich verschiedener Modelle

Verschiedene Arten von Mundschutz

Auf dem Markt gibt es viele verschiedene Modelle, die auch beim Boxtraining eingesetzt werden. Neben dem einfachen Oberkiefermundschutz gibt es die doppelten Modelle, die bis über den Unterkiefer reichen. Die Schienen unterscheiden sich dabei in ihrem Einsatzbereich, dem Material und der Handhabung. Aber auch im Preis und in der Art der Anpassung machen sich diese Feinheiten bemerkbar.

Mundschutz mit Gel-Einlage

Dieser Mundschutz besteht aus einer harten Außenschale und einem recht weichen und vor allem anpassungsfähigen Gel im Inneren. Viele Kampfsportler greifen auf ein solches Modell zurück. Die Schiene wird vor dem ersten Tragen in kochendem Wasser erhitzt und dann in den Mund eingesetzt. So nimmst sie die Form des Kiefers und der Zahnreihe besser an.

Konfektioneller Zahnschutz

Diese Schienen bestehen vorrangig aus Kunststoff und sind relativ günstig zu bekommen. Daher entscheiden sich Anfänger gern für den konfektionellen Zahnschutz. Er ist in verschiedenen Größen zu bekommen, passt sich aber nicht individuell an deinen Kiefer oder deine Zahnform ab. Der Schutzfunktion wird eher als schlecht bis teilweise unzureichend beschrieben, weil die Anpassung fehlt.

Einfacher Zahnschutz

Der einfache Zahnschutz besteht ebenso aus einem Kunststoff und ist in vielen bunten Farben erhältlich. Auch er wird im Wasser erwärmt und ist dann im weichen Zustand an die Zähne anzupassen. Der einzige Unterschied zum ersten Modell: es fehlt die harte Außenschale. Das ganze Material zeigt sich deutlich weicher und geht bei einem Schlag schonender mit den Lippen um. Allerdings verformen sich die Modelle relativ schnell und müssen nach einer Weile ersetzt werden.

Mundschutz für Zahnspangenträger

Wer noch eine Zahnspange besitzt, sollte sich eher für die Boil and Bite Variante entscheiden. Hierbei handelt es sich um eine besondere Ausführung, die auch die Drähte der Zahnspange mit einschließt. Damit verhinderst du das Einschneiden in die Schleimhaut. Die meisten dieser Varianten bestehen aus Thermoplast. Dabei handelt es sich um verschiedene Materialien, die sich nach dem Erhitzen noch leicht verformen lassen.

Lesen Sie auch: Schutz und Komfort beim Kampfsport

Professionell angepasster Mundschutz vom Zahnarzt

Ferne ist ein gießbarer Mundschutz erhältlich, der direkt vom Zahnarzt angepasst werden musst. Dieses Vorgehen ist deutlich kostenintensiv und nimmt einige Wartezeit in Anspruch. Dafür kannst du dich später auf die exakte Form verlassen, die genau zu deinen Zähnen und deinen Kiefer passt. Wichtig: ein professionell angepasster Mundschutz eignet sich meist erst, wenn der Kiefer komplett ausgewachsen ist.

Doppelter Mundschutz

Bisher haben wir viel vom einfachen Mundschutz gesprochen, der lediglich über den Oberkiefer gelegt wird. Dieser funktioniert natürlich nur, wenn die Zähne fest aufeinander beißen. Daneben gibt es noch einen doppelten Mundschutz. Er eignet sich eher für Sportler, die keinen so festen Biss haben und sich lieber auf den doppelten Schutz verlassen. Der bedeutet jedoch auch: Kiefer und Zähne müssen beim Kampf komplett geschlossen bleiben. Das wiederum erschwert die Atmung. Viele Modelle haben deshalb Atemschlitze im vorderen Bereich, sodass du weiterhin durch den Mund Luft bekommst. Genau dieser Umstand ist sehr gewöhnungsbedürftig und muss erst geübt werden.

Ein Doppelmundschutz sitzt deutlich besser, fällt nicht so leicht heraus und gibt einen festen Halt. Die Modelle sind aber etwas teurer als die einfachen Varianten und müssen stark trainiert werden. Manche Profiboxer, wie Mike Tyson, trugen ihren Mundschutz zunächst auch im Alltag oder beim Fernsehen. Damit fällt es deutlich leichter, sich an die erschwerte Atmung zu gewöhnen.

Anpassung des Mundschutzes: So geht's

Zu den häufigsten Fragen in diesem Bereich gehört: Wie passe ich meinen Mundschutz an? Das Prinzip ist grundlegend einfach und bequem zu Hause durchzuführen.

  1. Fülle einen Topf mit Wasser und bringt das Ganze zum Kochen.
  2. Nun gibst du den Mundschutz in das Wasser für 20 - 30 Sekunden.
  3. Nimm den Zahnschutz samt Sieb wieder aus dem Wasser und legen ihn ganz vorsichtig in deinen Mund.
  4. Sitzt alles perfekt und fühl sich gut an?

Der Kunststoff erstarrt in dem kalten Wasser und behält nun seine individuell angepasste Form. Tipp: Sitzt der Zahnschutz nach der kompletten Prozedur nicht richtig, wiederholst du den Vorgang einfach. Bei einem doppelten Mundschutz funktioniert das Prinzip ähnlich.

Lesen Sie auch: Bester Mundschutz im Vergleich

Preisspanne

Der Preis des Zahnschutzes richtet sich nach der jeweiligen Variante, dem Material und natürlich auch dem Hersteller. Einfache Schienen aus Kunststoff kosten etwa 3 bis 15 Euro. Für manche Kampfsportarten, wie MMA oder Krav Maga, benötigst du jedoch einen hohen Härtegrad. Hier beginnen die Preise erst ab 15 Euro, wenn du eine wirklich gute Qualität haben willst. Die professionell angepassten Zahnschienen vom Zahnarzt werden mit über 100 Euro berechnet.

Worauf du beim Kauf achten solltest

Es gibt also verschiedene Aspekte, die bei der Wahl des richtigen Zahnschutzes eine wichtige Rolle spielen. Achte auf dein Gefühl und auf deine Bedürfnisse. Außerdem brauchst du stets ein angenehmes Tragegefühl und die besten Schutzeigenschaften. Von allen führenden Marken im Sportzubehör ist auch ein Mundschutz zum Boxen zu bekommen. Dabei stehen meist verschiedene Modelle zur Auswahl. Entscheide selbst, ob es sich um einen einfachen oder doppelten Mundschutz handeln muss und welcher Hersteller am besten zu deinen Ansprüchen passt. Den Zahnschutz kaufst du entweder beim Zahnarzt, im Sportfachhandel oder Online. Du solltest dich am besten für ein anpassbares Modell entscheiden, um deinen Zähnen und deinem Kiefer gerecht zu werden.

Dieser Mundschutz lässt sich einfach an deine Zähne anpassen. Ist das Material erhitzt, drückst du die formbare Innenschicht an deinen Kiefer. Nach dem Auskühlen zeiht sich das Material noch etwas zusammen, sodass du den Zahnschutz auch mit offenem Mund nicht verlierst. Die stabile Außenschicht hält kräftige Schläge noch besser ab. Außerdem gibt es ein vergrößertes Luftloch und eine aerodynamische Form. So bekommst du beim Training noch mehr Luft und erhöht damit deine Ausdauer. Kunden beschreiben ein sehr angenehmes Tragegefühl. Der Zahnschutz wirkt nicht zu dick und drückt auch nicht unangenehm auf das Zahnfleisch. Dafür sorgt die möglichst schlanke Form. Zur hygienischen Aufbewahrung bekommst du ein Case bei diesem Modell gleich mitgeliefert.

Empfehlenswerte Modelle im Überblick

Hier sind einige empfohlene Mundschutz-Modelle für verschiedene Kampfsportarten:

Modell Besondere Eigenschaften
Shock Doctor 6100 Gel Max Langlebiges Silikon, dreilagig, integrierte Atmungskanäle, ausführliche Anleitung zur Anpassung.
Beast Gear Mundschutz Harte Außenhülle, weicher Kern, gute Stoßdämpfung, latexfrei, Aufbewahrungsbox inklusive.
Venum Challenger Verringert Zahnverletzungen, schont Lippen, Kiefer und Gelenke, verbesserter Sitz und Atmungskanal, günstiger Preis.

Pflege und Austausch des Mundschutzes

Den Mundschutz legst du immer direkt vor dem Training ein. Anschließend sollte er in einem speziellen Case oder Etui aufbewahrt werden. Die Reinigung erfolgt am besten unter fließendem und handwarmem Wasser. Zur gründlichen Reinigung darf gern eine Zahnbürste und etwas Seife verwendet werden. Eine Empfehlung vieler Kunden ist der Griff zu dunkleren Farben. Helle Materialien verfärben sich sehr schnell und sehen dann eher unappetitlich aus. Klar, beim Training hast du den Mund geschlossen. Aber hinterher muss der Zahnschutz auch wieder entfernt werden.

Der Zahnschutz muss immer dann ersetzt werden, wenn er beschädigt ist, bricht oder nicht mehr passt. Das merkst du beispielsweise, wenn er beim Training ständig herausfällt. Der Zahnschutz muss fest am oberen Kiefer oder auch am Unterkiefer sitzen. Er darf nicht zu lockern sein und sich nicht bewegen. Außerdem solltest du den Mund noch gut schließen können und kräftig zubeißen.

Wichtige Tipps für die Anwendung

  • Der Zahnschutz sollte schon beim ersten Training getragen werden. Nur so gewöhnst du dich auch in der Kampfsituation langsam an die Schiene im Mund. Gleichzeitig sinkt die Verletzungsgefahr beim Sparring oder beim Partnertraining.
  • Die meisten Experten empfehlen einen formbaren und individuell anpassbaren Zahnschutz. Die gängigen Größen und die starren Modelle sind nicht für ein regelmäßiges Training geeignet. Außerdem solltest du den Zahnschutz nie vergessen.
  • Der Zahnschutz entfaltet seine optimale Wirkung am Oberkiefer. So können beide Kiefer aufeinander beißen und eine Spannung aufbauen. Die Fixierung am Unterkiefer alleine genügt nicht und ist wegen der Zunge sehr schwierig. Nur in seltenen Fällen ist der doppelte Mundschutz wirklich notwendig.

Fazit

Ob beim harten Sparring, im intensiven Muay Thai Training oder im nächsten MMA-Fight - ein hochwertiger Mundschutz, auch als Zahnschutz bekannt, schützt mehr als nur deine Zähne. Er bewahrt dich vor Platzwunden, Kieferverletzungen und sogar Gehirnerschütterungen. Wichtig zu wissen: Mundschutz und Zahnschutz bezeichnen dasselbe Produkt - ein spezieller Schutz für Zähne und Kiefer, den du beim Kampfsport trägst. In der Umgangssprache ist „Mundschutz“ gängig, während „Zahnschutz“ häufiger in medizinischen oder offiziellen Beschreibungen auftaucht.

Im Kampfsport geht es zur Sache. Gerade im Standkampf - also beim Boxen, Muay Thai oder Kickboxen - wirken bei Treffern enorme Kräfte auf deinen Kiefer. Ein individuell angepasster Mundschutz/Zahnschutz dämpft diese Schläge ab und verteilt den Druck gleichmäßig. Das schützt nicht nur deine Zähne, sondern auch den Kiefer, die Lippen und sogar die Schädelbasis.