In Neu-Anspach, im wunderschönen Hochtaunuskreis, entsteht mit dem KARAT5 ein gehobenes Gebäudeensemble, der keine Wünsche offen lässt.
Stand: 24.08.2024, 14:36 Uhr. Das Gerüst ist weg, der Bauzaun wurde zuletzt ebenfalls entfernt: Auf der Baustelle in der Raiffeisenstraße passiert derzeit nichts.
Baumaterialien liegen herum, Container mit Schutt stehen vor der großen Glasfront, Platten türmen sich am Rande des Geländes, auf dem sich früher einmal die Post befunden hat und wo seit nunmehr fünf Jahren das Projekt Karat 5 entsteht.
Im Innenhof des U-förmigen Wohn- und Geschäftshauses steht zwar noch ein Kran, aber an diesem Vormittag sind Bauarbeiter gerade dabei, die letzten Teile des Gerüstes abzuholen.
Die Baustelle ruht erneut, und wer eine der zwischen 43 und 192 Quadratmeter großen 45 Eigentumswohnungen gekauft hat, kann einem wirklich leid tun.
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Laut Internet-Auftritt sind 33 Wohnungen verkauft, 12 sind noch zu haben - darunter ein 176 Quadratmeter großes Objekt mit zwei Dachterrassen zum Preis von über 1 Million Euro.
Außerdem sollten in dem Bau im Erdgeschoss eine Metzgerei, eine Bäckerei und ein Café mit 50 Sitzplätzen einziehen.
Investor Norbert Schmidt berichtet auf Anfrage, dass er seit geraumer Zeit jemanden sucht, der das 21-Millionen-Euro-Projekt übernimmt.
Er befinde sich derzeit in Verhandlungen mit verschiedenen Investoren. Diese würden in Kürze abgeschlossen, und der Bau werde dann fertiggestellt, versichert der Bank-Betriebswirt.
Er selbst habe die Kraft nicht mehr, das Projekt abzuschließen. Zuletzt sei alles zusammengekommen und ein Investor, der die letzten Wohnungen kaufen wollte, abgesprungen.
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Auch die gestiegenen Zinsen hätten ihm zu schaffen gemacht, sagt Schmidt, der zudem schwer krank ist. „Ich hätte nicht gedacht, dass es so kommt, aber ich kann das nicht mehr leisten.“
Verzögerungen und Probleme beim Bau
Bei dem Projekt steckt bekanntlich von Beginn an der Wurm drin.
Zunächst hatte sich der Spatenstich um ein Jahr verschoben und war erst 2019 erfolgt, dann hatten sich die laufenden Arbeiten verzögert.
Vor einem Jahr hatte Schmidt berichtet, dass die Baugrube umgeplant werden musste, es Probleme mit dem Lärmschutz gegeben habe und er sich vom Rohbauer trennen musste.
Doch nun laufe alles, im Dezember würden die ersten Bewohner einziehen, so Schmidt.
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Unterdessen sind zwar die Fenster eingebaut und die Elektro-Arbeiten abgeschlossen worden, und auch die Tiefgarage ist zur Hälfte fertiggestellt, doch der komplette Innenausbau fehlt noch.
„Das ist der nächste Schritt“, sagt Schmidt. Er versichert, die Käufer der Wohnungen auf dem Laufenden zu halten.
Schmidt wollte mit seiner eigenen Firma, zu der neben der Rhein-Main-Finanz und der Rhein-Main-Projekt auch noch die Ledkon-Gruppe gehört, die Photovoltaikanlagen, LED-Beleuchtungssysteme für Parkhäuser und Flutlichtanlagen - beispielsweise für Sportstätten - plant und montiert, eigentlich auch in das Gebäude einziehen.
Doch die Ledkon-Gruppe hat inzwischen Insolvenz angemeldet, bestätigt er. Hier habe die Bundespolitik für das Aus gesorgt.
Von einem auf den anderen Tag seien alle Subventionen gekappt worden, doch darauf seien die Vereine, die eine Flutlichtanlage bauen wollten, angewiesen. Schmidt spricht hier von vier bis fünf Millionen Euro, die weggebrochen seien.
Bedenken der Gemeinde
Bürgermeister Birger Strutz (CDU) ist ebenfalls besorgt, was die Baustelle angeht.
„Das ist ein Schandfleck“, stellt er fest und hat Angst, dass der Bau zu einer Ruine verkommt. Auch fürchtet er Vandalismus.
Wenn der Erste hier eine Scheibe einschlage, dann könnten weitere folgen, denkt der Rathauschef. Es gehe auch nicht, dass der Bauzaun abgebaut wurde.
„Da muss ein solider Investor gefunden werden“, sagt Strutz. „Und dann muss es fertiggestellt und schön gemacht werden.“ Die Stadt könne hier aber nicht unterstützen.
Über KARAT5
Das KARAT5 bietet 45 moderne, individuell anpassbare Wohneinheiten, die sich auf fünf Häuser verteilen, die rund um einen Innenhof platziert sind.
Die Wohnungen verfügen über zwei bis vier Zimmer und lassen sich an die individuellen Bedürfnisse anpassen.
Jedes Gebäude ist sowohl mit Treppen als auch mit Aufzügen zu erreichen.
Die Gebäude zeichnen sich durch eine dreistufige, luftige Bauweise aus und sind über Aufzüge oder Treppen erreichbar.
Die Taunusbahn soll elektrifiziert und damit erheblich schneller werden. Sie erreichen mit dem Auto die A661 und A5 in wenigen Kilometern.
Insgesamt erstreckt sich der Gebäudeensemble auf einem ca. 4.100m² großen Grundstück.
Rollstuhlfahrer sind hier bestens geeignet. Jedes Gebäude im KARAT5 hat einen eigenen Kellerbereich, in dem sich auch der Waschraum befindet.
Über dieses Kellergeschoss erreichen Sie den Aufzug, der Sie in die zentrale Tiefgarage führt, die mit einem intelligenten Parksystem ausgestattet ist.
Auf Wunsch wird eine Elektro-Ladestation in der Tiefgarage installiert.
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Anzahl der Wohneinheiten | 45 |
| Größe der Wohneinheiten | 43 bis 192 m² |
| Grundstücksgröße | ca. 4.100 m² |
| Status | Bau ruht |
