Judo Blaugurt Prüfung Anforderungen

Der Deutsche Judo-Bund (DJB) hat unter Leitung von DJB-Ausbildungsleiter Ralf Lippmann und dem ehemaligen DJB-Vorstand Andreas Kleegräfe gemeinsam mit der DJB-Arbeitsgruppe „Graduierung“ das Kyu-Graduierungssystem überarbeitet und neu konzipiert. Das neue Graduierungssystem soll hierbei sowohl Tradition und Moderne, als auch klare Standards und Flexibilität ermöglichen. Das moderne Technikverständnis und die Kompetenzorientierung weisen hierbei den Weg.

Eine Verbindung von Wissen und Können unter Berücksichtigung individueller Entwicklung, Fähigkeiten und Fertigkeiten, gepaart mit individuellen Aufgabenstellungen und selbstständigen Lösungsansätzen werden angestrebt. Dadurch wird ein tieferes Verständnis von Situation und Lösung hergestellt.

Neues Kyu-Graduierungskonzept

Im Mittelpunkt des „modernen Graduierungssystems“ steht neben der „Technik als Lösung einer Situation“ auch der vereinfachte Einstieg in den Judosport. Anders als bisher muss im Rahmen der Graduierung zum 8. Kyu kein erreichtes Fertigkeitsniveau, sondern ausschließlich ein Grundverständnis von und über Judo erlangt werden. Der „neue“ weiß-gelbe Gürtel ist nicht mehr Teil des Graduierungssystems, sondern soll als „Einstiegsgürtel“ das Eintauchen in die Welt des Judosports schneller ermöglichen.

Unter dem Motto „Der weiß-gelbe Gürtel, dein erster Schritt zum schwarzen Gürtel“ haben Vereine die Möglichkeit, in Schnupperkursen, beim „Tag des Judo“ oder im Rahmen anderer Projekte mit einfachen ausgewählten Inhalten elementare Grundlagen spielerisch zu vermitteln und anschließend den weiß-gelben Gürtel auch ohne Vereinszugehörigkeit zu verleihen. So baut der Judoverein direkt eine Bindung auf und motiviert die neuen Judoschüler dazu, die nächsten Schritte im Leben eines Judoka zu gehen. Wer will schließlich nicht einen schwarzen Gürtel besitzen?

Das neue Kyu-Graduierungskonzept wurde zum 1. Juli 2022 veröffentlicht und allen Landesverbänden und Vereinen zugänglich gemacht. Nach einer anderthalbjährigen Übergangsphase soll das neue Graduierungssystem zum 1. Januar 2024 implementiert sein.

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Die im Kyu-Programm beschriebenen „Anforderungen für Kyu-Grade“ sind integraler Bestandteil der Graduierungsordnung des Deutschen Judo-Bundes.

Voraussetzungen und Vorbereitung

Um zur Blaugurt-Prüfung antreten zu können, ist eine gewisse Vorbereitungszeit erforderlich. Theoretisch kann die Prüfung nach 6 Monaten abgelegt werden. Es ist wichtig, die Prüfungsanforderungen sorgfältig durchzulesen, um auch den Kameraden bei der Vorbereitung helfen zu können.

Hier sind einige Tipps zur Vorbereitung auf die Prüfung:

  • Bereite Dich selbständig vor.
  • Lerne alle Judotechniken von Anfang an beidseitig und in verschiedenen Ausgangssituationen.
  • Versuche mehr zu lernen, als Du zum Bestehen der Prüfung brauchst!
  • Fühle Dich für das Bestehen der Prüfung selbst verantwortlich.

Es ist wichtig, dass Judoka mehr eigene Verantwortung für das Vorbereiten und Bestehen einer Prüfung übernehmen. Wenn man alles sicher kann, dann kann man alles auch sicher zeigen! Genau dies sollte die Einstellung sein, die wir unseren Schülern während der Ausbildung vermitteln - in dieser Hinsicht kann ein wenig "Arroganz" (im Sinne eines Selbstbewußtseins wie: "Mir kann sowieso keiner!") überhaupt nicht schaden!

Schwierigkeiten bei der Prüfung

Für die Blaugurtprüfung erscheinen die Würfe nicht der schwierigste Prüfungsteil, sondern eher die Würgetechniken am Boden gut hinzubekommen (d.h. sie müssen wirken und nicht durch "Show" des Partners beim Abklopfen angezeigt werden).

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Grundprinzipien der Wurftechniken

Beim Üben der Wurftechniken ist es wichtig, die Grundform zu beachten, die die für die Technik erforderliche Bewegung beinhaltet. Tori muss Schritte machen beim Wurfansatz, da kann er sie doch gleich so machen, daß Uke halt auch seine Schritte macht (machen muß) und darauf der Wurfansatz abgestimmt wird. Es hat insoweit schon einen gewissen Hintergrund - Grundtechnik oder Anwendungsaufgabe zu schulen.

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