Judo Regeln Einfach Erklärt

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Judo heißt »Weg des sanften Nachgebens« und stammt aus Japan. Es ist seit vielen Jahren olympische Disziplin.

Hier wird dieser faszinierende Sport gut verständlich erklärt und für jedes Alter zugänglich gemacht.

Asiatische Kampfkünste halten Körper und Geist fit. Sie verbinden Werte und Traditionen mit Schnelligkeit, Kraft und harmonischen Bewegungsabläufen. Sie fördern das Selbstvertrauen, schulen das Konzentrationsvermögen und dienen der Selbstverteidigung.

Da im asiatischen Kampfsport der Weg das Ziel ist, ist niemand zu jung oder zu alt, um damit anzufangen.

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Ziel des Judo ist es, durch Zug oder Druck den Gegner aus dem Gleichgewicht zu bringen und ihn auf die Matte zu werfen. Dort versucht man, ihn durch einen Festhaltegriff zum Aufgeben zu zwingen.

Beim Judo werden Wurf- und Grifftechniken eingesetzt. Schläge, Tritte und Stöße sind im Wettkampf verboten.

Grundlagen des Judo

Judo ist eine japanische Kampfsportart mit dem Prinzip «Siegen durch nachgeben». Konkret bedeutet das: Führst du die Judo-Techniken korrekt aus, besiegst du deinen Gegner mit wenig Kraftaufwand. Ganz schön clever oder?

Judo ist sicher nicht die einfachste Sportart, dafür aber vielseitig und abwechslungsreich. Du solltest also etwas Geduld und Ausdauer mitbringen.

Im Training lernst du die Techniken (am Boden und im Stand) und wendest sie direkt im Randori (Trainings-Wettkampf) an.

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Judo bedeutet übersetzt «der sanfte Weg» und ist kein Vollkontakt-Kampfsport. Nichts desto trotz gehen Judokas im Wettkampf nicht zimperlich miteinander um.

Die Gurtfarbe gibt Auskunft über das Können und den Grad eines Judokas.

Der Judokampf

Der Judokampf wird auf einer speziellen Matte ausgetragen und von einem Kampfrichter geleitet.

Ein Kampf beginnt mit Hajime (Kampfbeginn) und endet, sobald einer der Kämpfer einen Ippon (voller Punkt) erzielt.

Das Ziel ist es, den Gegner auf den Rücken zu werfen, ihn am Boden auf dem Rücken festzuhalten, den Arm am Ellbogengelenk zu hebeln oder ihn abzuwürgen und so einen Ippon zu erreichen.

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Würge- und Hebeltechniken sind ab 15 Jahren erlaubt.

Zwei Waza-ari (halber Punkt) ergeben ebenfalls ein Ippon (Waza-ari awasete Ippon).

Hat nach vier Minuten keiner der Kämpfer einen Ippon erreicht, entscheidet die Anzahl der Waza-ari und bei Gleichstand die Anzahl der Yuko (technischer Vorteil).

Falls alle Wertungspunkte gleich hoch sind, geht der Kampf ins Golden-Score (Verlängerung). Es gewinnt der Kämpfer, der zuerst eine Wertung erreicht.

Wertungen und Strafen

Die Kämpfer dürfen maximal zwei Shido (Strafen) pro Kampf kassieren. Beim dritten Shido verliert der Kämpfer den Kampf mit Hansoku-make.

Toketa: Ende der Bodenfesthaltezeit.

Techniken im Judo

Beim Judo werden Wurf- und Grifftechniken eingesetzt.

Es gibt verschiedene Arten von Techniken:

  1. Armhebel
  2. Würgegriff

Judo Geschichte

Ursprünge

Die Wurzeln des Judo reichen bis in die Nara-Zeit (710-784) zurück. In den beiden damaligen Chroniken Japans, dem Kojiki (712) und dem Nihonshoki (720), gibt es Beschreibungen von Ringkämpfen, die mythischen Ursprungs sind.

Seit 717 fanden am Kaiserhof alljährlich Preisringen statt, an denen Ringer aus allen Provinzen teilnahmen. Dieses Ringen wurde Sechie-Zumo genannt.

Die Bushi griffen dieses Sumo auf und entwickelten daraus das yoroikumiuchi (Ringen in voller Rüstung).

Mit dem Aufstieg der Kriegerklasse Ende des 12. Jahrhunderts erlebten die Kampfkünste einen starken Aufschwung. Das kulturelle Geschehen wurde immer mehr vom Geist der Bushi bestimmt. In dieser Zeit entwickelten sich die Ursprünge des legendären Ehrenkodex‘, der später von Nitobe als Bushido beschrieben wurde.

Im Japan der Ashikaga-Epoche (1136-1568) entwickelten sich unterschiedliche waffenlose Nahkampfsysteme: Eine Variante war Kogusoku (kleine Rüstung). Diese Kampfart war nach den in dieser Zeit neu entwickelten leichteren Rüstungen benannt. In der Literatur und den historischen Dokumenten aus dieser Zeit finden sich weitere Nahkampfsysteme wie Tai-Jutsu (‚Körperkunst‘), Torite (‚Ergreifen der Hände‘), Koshi-no-Mawari (‚Hüfteindrehen‘), Hobaku (‚Ergreifen‘), Torinawajutsu (‚Kunst des Ergreifens und Verbindens‘).

In der Mitte des 16. Jahrhunderts führten die Portugiesen die Schusswaffen in Japan ein und die Kriegskünste - bugei mit Schwert, Pfeil und Bogen - verloren auf dem Schlachtfeld an Bedeutung. Ihre Traditionen wurden aber in der Edo-Zeit fortgeführt und im Sinne des Prinzips Bunbu (literarische Bildung und militärische Praxis) zur Pflicht gemacht.

Für das Prinzip des Nachgebens Ju in der Kampfkunst gibt es verschiedene Einflüsse, Erklärungen, Legenden und Anekdoten: Im Konjaku-Monogatari findet man zum ersten Mal den Begriff yawara (weich) im Zusammenhang mit einer Geschichte über das japanische Ringen.

Stark waren sicherlich auch die chinesischen Einflüsse, denn seit der Ashikaga-Epoche wurde offiziell der Handel mit China aufgenommen und bis zum Ende des 16. Jahrhunderts immer weiter ausgedehnt.

Über die Entstehung des Jiu Jitsu existieren unterschiedliche Berichte, die einen legendenhaften Charakter haben. Ihr historischer Wahrheitsgehalt ist schwer nachzuweisen. Die poetisch schönste ist sicherlich die Legende des Arztes Akiyama Shirobei aus Hizen, der in China Medizin und die Kunst der Selbstverteidigung studierte haben soll.

Wieder in Japan, zog er sich in einen Tempel namens Dazai-Tenjin zurück. Der Überlieferung nach war es Winter, und am 21. Tag im Tempel setzte starker Schneefall ein. Er betrachtete die Bäume; ihm fiel auf, dass viele Äste unter der Last des Schnees brachen, die des Weidenbaums aber wegen ihrer Elastizität nachgaben und den Schnee abgleiten ließen. Auf Grund dieses Vorgangs soll der Arzt Shirobei das Prinzip des „Ju“ - Nachgebens - in der Kampfkunst eingeführt haben.

In der ersten Hälfte der Edo-Epoche (17./18. Jahrhundert) entwickelten sich unzählige Jiu-Jiutsu- oder artverwandte Schulen - jap. Mit dem Ende der Tokugawa-Zeit und der Öffnung Japans kam es auch zu starken Veränderungen in der japanischen Gesellschaft.

Durch die Meiji-Reform kam es zu einer Fülle von staatlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Reformen. Die japanischen Künste wurden stark zurückgedrängt, alles „Westliche“ hatte Vorrang.

Kanō Jigorō (1860-1938) wuchs in diesem Japan der extremen Veränderungen auf. Er lernte Jiu Jitsu an verschiedenen Schulen wie der Tenshinshinyo-Ryu und der Kito-Ryu. 1882 gründete Kanō Jigorō seine eigene Schule, das Kodokan (‚Ort zum Studium des Wegs‘) in der Nähe des Eisho-Tempels im Stadtteil Shitaya in Tokio.

Sein System bestand neben Wurftechniken (Nage Waza) aus Bodentechniken (Ne Waza) sowie Schlag-, Tritt- und Stoßtechniken (Atemi Waza), die er dem System der Kito-Ryu und der Tenshinshinyo-Ryu entnommen hatte. Dies waren traditionelle Jiu-Jitsu-Schulen, bei denen Kanō mittlerweile das Menkyo-Kaiden (die universelle Lehrerlaubnis und Meisterwürde) innehatte. Es war sogar eine kleine Sparte Waffentechnik (z. B. mit Schwert und Stöcken) im Curriculum vorhanden.

Kanō selektierte zwar einige Techniken aus, welche dem von ihm gefundenen obersten Prinzip „möglichst wirksamer Gebrauch von geistiger und körperlicher Energie“ widersprachen.

Im Jahre 1886 konnten Schüler Kanos einen regulären Kampf zwischen der Kodokan-Schule und der traditionellen Jiu Jitsu-Schule Ryoi-Shinto Ryu für sich entscheiden. Es wird behauptet, Kano habe das Judo durchaus als ernstzunehmende Selbstverteidigungskunst inklusive Schlägen und Fußtritten konzipiert, ohne die ein Sieg über Ryoi-Shinto Ryu nicht möglich gewesen wäre.

Aufgrund dieses Erfolgs verbreitete sich Judo in Japan rasch und wurde bald bei der Polizei und der Armee eingeführt.

1906 kamen japanische Kriegsschiffe zu einem Freundschaftsbesuch nach Kiel. Die Gäste führten dem deutschen Kaiser ihre Nahkampfkünste vor. Wilhelm II. war begeistert und ließ seine Kadetten in der neuen Kampfkunst unterrichten. Der damals bedeutendste deutsche Schüler war der Berliner Erich Rahn, der im Jahre 1906 die erste deutsche Jiu-Jiutsu-Schule gründete. Weitere Pioniere im Judo sind Alfred Rhode und Heinrich Frantzen (Köln).

1926 fanden in Köln im Rahmen der 2. Deutschen Kampfspiele die ersten deutschen Judo-(Jiu-Jitsu)-Meisterschaften statt.

1932 wurde im Frankfurter Waldstadion die erste internationale Judo-Sommerschule durchgeführt. Anlässlich der Judo-Sommerschule wurde am 11. August 1932 der Deutsche Judo-Ring gegründet. Erster Vorsitzender wurde Alfred Rhode.

Der Begriff Judo setzte sich, wie schon im restlichen Europa, auch in Deutschland durch.

1933 besuchte Kanō Jigorō mit einigen Schülern auf einer Europareise auch Deutschland und gab Lehrgänge in Berlin und München.

Im August 1933 wurde Judo von den Nationalsozialisten in das Fachamt Schwerathletik des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen (DRL) eingegliedert und verlor damit seine Eigenständigkeit.

Nach der Überführung des Deutschen Reichsbundes in den Nationalsozialistischen Reichsbund für Leibesübungen (NSRL) 1937 wurde Judo als eine Wettkampfdisziplin im Rahmen der originären Sportart Jiu Jitsu behandelt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Judo in Deutschland bis 1948 durch die Alliierten verboten.

Nach Gründung des Deutschen Athleten-Bundes in Westdeutschland und des Deutschen Sportausschusses in der SBZ/DDR wurde Judo 1949 als Sportart der Schwerathletik wieder zugelassen.

1950 fanden in Dresden die ersten DDR-Einzelmeisterschaften und 1951 in Frankfurt die ersten deutschen Meisterschaften in der Bundesrepublik nach dem Zweiten Weltkrieg statt.

1952 wurde das Deutsche Dan-Kollegium (DDK) (Vorsitz: Alfred Rhode) und 1953 der Deutsche Judo-Bund (Vorsitz: Heinrich Frantzen) gegründet. In der DDR existierte seit 1952 die Sektion Judo im Deutschen Sportausschuß (Vorsitz: Lothar Skorning) als Vorläufer des 1958 gegründeten Deutschen Judo-Verbandes der DDR (DJV).