Benny "The Jet" Urquidez ist eine der populärsten, aber auch kontroversesten Figuren im Kampfsport und Kickboxen.
Frühe Jahre und Familie
Benny Urquidez wurde am 20. Juni 1952 in Tarzana, Kalifornien, nahe Los Angeles geboren. Sein Vater war Berufsboxer und seine Mutter Lupe war in den 40er Jahren eine professionelle Wrestlerin. Benny war eines von neun Kindern, und alle trainierten zu einem bestimmten Zeitpunkt Kampfsport. Mit fünf Jahren trat er bereits im legendären Olympic Auditorium in LA im "Pee Wee Boxing" an.
Über seine Familie sagte Benny einmal: "There are nine Black Belts in my family. The Martial Arts have kept us together. We trained together. We walked and talked the Martial Arts together. We have a lot of love for the art which kept us together and helped us get as good as we could get."
Mit sechs Jahren begann Benny mit dem Wrestling und mit seinem siebten mit Judo. Im Jahr 1959 begann Benny Urquidez dann auch unter seinem älteren Bruder Arnold Urquidez zu trainieren, den er später als seinen wichtigsten Trainer in seiner Karriere bezeichnete.
Mit 14 Jahren bekam er seinen ersten schwarzen Gürtel, acht weitere sollten noch folgen.
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Aufstieg zum Champion
Bereits als Jugendlicher musste Benny Urquidez in großen Turnieren gegen erwachsene Kämpfer antreten. Seinen Durchbruch hatte er 1973, als er mit Ed Parker auf eine von Elvis Presley gesponserte Europatournee ging, die "Los Angeles Stars" genannt wurde. Im selben Jahr erhielt Urquidez eine Einladung zu einer Show auf Hawaii, einem Event namens "The World Series of Martial Arts", einem Turnier ohne Gewichtsbeschränkungen und ohne Regeln.
An zwei Tagen besiegte Urquidez sieben Kämpfer und wurde der erste Grand World Champion. Im Finale besiegte er Dana Goodsen, der 245 Pfund wog, indem er seinen Mundschutz ausspuckte und ihn in die Brust biss, was verdeutlicht, dass es wirklich keine Regeln gab. Urquidez sagte hierzu: "I dropped him on the ground, and he elbowed and we both started getting tired. He started to move and I spit my mouthpiece out and I bit him on the chest. I mean that is the type of fighting it was."
Karriere im Kickboxen
Mitte der 70er Jahre begann Benny Urquidez auch bei der PKA (Professional Karate Association) und somit im Full Contact Karate. Es dauerte kein Jahr, bis Urquidez PKA World Lightweight Champion wurde. Mitte der 70er Jahre gewann Urquidez auch den NKL (National Karate League) World Lightweight Title. Chuck Norris und Howard Hansen gründeten dann die W.K.A. 1976, und auch wurde Urquidez innerhalb kürzester Zeit WKA Lightweight Champion. Zu dieser Zeit gab es einen Boom im Full Contact Karate (American Kickboxing). Promotions schossen wie Pilze aus dem Boden, überall wurden Trainingscenter eröffnet, die Hallen waren bei den Shows ausverkauft, und auch im Fernsehen liefen pro Woche einige Shows.
Ein Grund für den Boom war mit Sicherheit Benny Urquidez, er war ein charismatischer und vor allem erfolgreicher Fighter. Sein außergewöhnlicher Fighting Style hob sich schon früh von anderen Fightern ab. Einer seiner Trademark Moves war der Jump Spinning Back Kick, danach bekam Benny Urquidez den Nickname "The Jet", weil er so schnelle und genaue Kicks zeigen konnte. Oft kickte Urquidez den Mundschutz seiner Gegner aus dem Ring, bevor der Gegner selbst sich auf dem Boden wiederfand. Ein weiteres Markenzeichen von Urquidez war es, dass er nach seinen Siegen den (Victory) BackFlip zeigte, etwas was heute unter anderem Georges St-Pierre im MMA macht.
Erfolge in Japan
1977 ging Benny Urquidez zum ersten Mal nach Japan, wo er in den kommenden 20 Jahren zu einem Nationalhelden werden sollte. Die Japaner nannten Benny immer "Halb Japaner", und es gab sogar ein Comic Buch in Japan mit dem Namen "Benny - The Jet". Seinen ersten Fight in Japan bestritt Urquidez im August 1977. Der Fight gegen Katsuyuki Suzuki wurde unter WKA Regeln abgehalten, was bedeutet, dass Leg Kicks erlaubt waren. Urquidez besiegte den Japaner durch Knockout in der sechsten Runde.
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Im November 1977 gab es den Fight gegen Kunimatsu Okao, und Urquidez gewann durch KO in der vierten Runde. Es war der wohl größte und legendärste Fight von Benny Urquidez in seiner Karriere. Okao knockte Urquidez in der zweiten Runde zu Boden, das erstemal überhaupt, dass Urquidez auf dem Boden war. Doch in der dritten Runde kam Urquidez zurück und konnte den Japaner noch besiegen.
Urquidez meinte später, dass der Fight gegen Okao der härteste Fight seiner Karriere war: "Okao was a very strong fight for me. I always remember him in my mind because that guy was strong right from when the bell rang. He clocked me and I felt every bit of his power. Powerful legs, powerful hands, good boxing skills and a good kicker. He sticks out in my mind."
Kontroversen
Benny Urquidez war einer der kontroversesten Fighter. Sein "Undefeated" Record von 63-0-0 stimmt genauso wenig wie der 400-0-0 Record von Rickson Gracie. Am 2. August 1978 verlor Benny Urquidez gegen den Muay Thai Fighter Prayout Sittiboonlert in Tokyo, Japan. Der Thailänder zerstörte an dem Tag Benny Urquidez im Ring mit seinen Leg Kicks und Kneestrikes. Am Ende der zweiten Runde warf die Ecke von Urquidez das Handtuch und Sittiboonlert wurde zum Sieger erklärt. Doch in den USA zurück erkannte die WKA den Fight nicht an, und erklärte ihn zum No Contest. Die WKA und auch Benny Urquidez Erklärung lauteten, dass es ein "Exhibition Match" gewesen wäre, und somit kein Fight.
Kampfkunst im Film
Seit den 80er Jahren stand Benny Urquidez mit Stars wie Jackie Chan und Sylvester Stallone vor der Kamera, und ist bis heute als Fight Coordinator in Hollywood ein gefragter Mann.
Vermächtnis
Benny Urquidez hat 63 World Titleverteidigungen bestritten, darunter hielt er 6 World Title in 5 verschiedenen Gewichtsklassen! Er blieb 24 Jahrelang World Champion, und ist damit der längste World Champion im Sport allgemein, nicht nur im Kampfsport! Er hält Black Belts in 9 verschiedenen Kampfsportarten.
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"The Martial Arts taught me to be a good team player. It taught me discipline. It taught me good sportsmanship. It gave me peace of mind. It grounded me in my way of life from when I woke up until I went to sleep. It taught me good rules. It taught me to walk with pride and a lot of excitement and that there is a lot of beauty in the world."
