Der Judo-Sport hat sich im Laufe der Jahre durch zahlreiche Regeländerungen stark verändert. Athleten mussten sich von vielen Techniken verabschieden, was ihre Wettkampfstrategien beeinflusste. In diesem Artikel werden wir uns mit den verbotenen oder verbannten Judo-Wurftechniken befassen.
Verbotene Techniken im Detail
Einige der bekanntesten verbotenen Techniken sind:
- Kani-Basami: Eine Technik, bei der der Gegner mit den Beinen eingeklemmt und zu Fall gebracht wird.
- Kawazu-Gake: Eine verbotene Beintechnik.
- Waki-Gatame vom Stand zum Boden: Eine Armhebeltechnik, die im Stand begonnen und am Boden vollendet wird.
Diese Techniken sind aus dem normalen Judotraining herauszuhalten, da sie ein hohes Verletzungsrisiko bergen.
Gründe für die Verbote
Viele Techniken sind verboten, weil bei überraschender oder gewaltsamer Ausführung Verletzungen des Partners drohen. Verletzungen können jedoch bei jeder Technik auftreten, weshalb es wichtig ist, die Zielgruppe für bestimmte Techniken gut zu selektieren.
Umgang mit verbotenen Techniken im Training
Auch wenn bestimmte Techniken im Wettkampf verboten sind, bedeutet das nicht, dass sie im Training nicht geübt werden dürfen. Es ist jedoch wichtig, folgende Punkte zu beachten:
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- Zielgruppe: Die Techniken sollten nur mit fortgeschrittenen Judoka geübt werden, die die Grundlagen beherrschen und ein gutes Körpergefühl haben.
- Ausführung: Die Techniken sollten nicht zügig und schnell ausgeführt werden, sondern langsam und kontrolliert, um das Verletzungsrisiko zu minimieren.
- Aufklärung: Die Schüler sollten über die Gefahren der Techniken aufgeklärt werden und wissen, dass sie im Wettkampf nicht erlaubt sind.
Einige Trainer integrieren verbotene Techniken in spezielle Trainingseinheiten oder Workshops, um das Repertoire ihrer Schüler zu erweitern und ihnen ein besseres Verständnis für die Prinzipien des Judo zu vermitteln. Dabei werden die Techniken nicht nur geübt, sondern auch diskutiert und analysiert.
Weitere Regelungen und Verbote
Neben den genannten Techniken gibt es noch weitere Regelungen und Verbote im Judo:
- Abtauchtechniken sind verboten.
- Das Landen auf einem oder beiden Knien beim Wurfbeginn ist verboten, insbesondere bei "Drop-Seoi-nage".
- Bestimmte Grifftechniken im Nackenbereich sind eingeschränkt oder verboten.
- Das Greifen ans Bein während des Standkampfes wird bestraft.
Die Wettkampfregeln werden vom Internationalen Judo-Verband (IJF) festgelegt und vom Deutschen Judo-Bund (DJB) übernommen. Sie werden regelmäßig angepasst, daher ist es wichtig, sich über die aktuellen Bestimmungen zu informieren.
Verhalten während des Trainings und Wettkampfs
Es gibt auch Verhaltensregeln, die während des Trainings und Wettkampfs zu beachten sind:
- Ausdiskutieren, streiten, schimpfen oder jemanden beleidigen ist während des Unterrichts verboten.
- Äußerungen oder Bemerkungen während Shiai oder bei einer Unterweisung des Lehrers oder fortgeschrittenen Schülers (Sempai) sind nicht erlaubt.
- Es wird darum gebeten, die Sitte des Schweigens während des Unterrichtes zu beachten.
Kampfablauf und Wertungen
Ein Judo-Kampf beginnt mit dem Kampfrichterkommando „Ha-jime“ und endet mit „Sore-made“. Mit dem Kommando „Mate“ wird der Kampf kurzzeitig unterbrochen. Die höchste Wertung einer Technik wird durch den Kampfrichter-Ausruf „Ippon“ signalisiert. Dies beendet den Kampf vorzeitig.
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Weitere Wertungen und Regeln sind:
- Waza-ari: Für eine nicht ganz perfekte, aber dennoch erfolgreiche Technik.
- Osae-komi: Eine Waza-ari-Wertung gibt es für einen Haltegriff, der mindestens zehn aber weniger als 20 Sekunden gehalten wird.
- Sono-mama: Befürchtet der Kampfrichter in einer unübersichtlichen Bodenkampfsituation ein Risiko für einen der Kämpfer, so kann er den Kampf mit dem Kommando „Sono-mama“ unterbrechen.
- Shido: Eine Strafe für Unregelmäßigkeiten (z.B. wegen Inaktivität, unzulässiger Grifftechnik oder Beingreifen im Standkampf).
- Hansoku-make: Die Disqualifikation im Judo. Drei Shidos führen zu einem Hansoku-make, also wiederum zur vorzeitigen Beendigung des Kampfes.
Zusammenfassung der wichtigsten Punkte
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Punkte bezüglich verbotener Techniken und Regelungen im Judo zusammen:
| Technik/Regelung | Beschreibung | Grund für das Verbot/die Regelung |
|---|---|---|
| Kani-Basami | Einklemmen des Gegners mit den Beinen | Hohes Verletzungsrisiko |
| Kawazu-Gake | Verbotene Beintechnik | Hohes Verletzungsrisiko |
| Drop-Seoi-nage | Direkt auf die Knie gesprungener Wurf | Verletzungsrisiko für die Knie |
| Greifen ans Bein im Stand | Greifen unterhalb des Gürtels | Regeländerung zur Förderung anderer Techniken |
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