Verstorbene Wrestling-Legenden: Ein Rückblick auf die Stars der 90er

Hulk Hogans legendäre Kämpfe gegen den Macho Man, den Undertaker oder den Ultimate Warrior prägten eine Generation. Mit dem Tod von Hulk Hogan (1953-2025) verliert die Popkultur eine echte Ikone. Für viele, die in den 90er-Jahren aufwuchsen, war der Wrestler weit mehr als nur ein US-Sportler - er war ein Held einer ganzen Generation.

Damals hielt das Wrestling durch das aufstrebende Privatfernsehen Einzug in deutsche Wohnzimmer: schrill, laut, überdreht - und völlig anders als alles, was man bis dahin im TV gesehen hatte. Hogan war in diesem Spektakel der größte Held, der gegen Bösewichte wie den Undertaker antrat - und das Gute verteidigte. Jetzt ist Hulk Hogan mit 71 Jahren verstorben.

Der frühere Profi-Wrestler Hulk Hogan ist in der vergangenen Woche an einem Herzinfarkt gestorben. Das geht aus einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht der Gerichtsmedizin im US-Bundesstaat Florida hervor. Demzufolge litt Hogan, der mit bürgerlichem Namen Terry Bollea hieß, zuvor an Leukämie sowie an Vorhofflimmern, einer Form der Herzrhythmusstörung. Der 71-Jährige wurde am Morgen des 24. Juli in ein Krankenhaus in Clearwater, Florida gebracht, nachdem Rettungskräfte wegen eines Herz-Kreislauf-Stillstands zu seinem Wohnhaus gerufen worden waren.

Hogan war am 11. August 1953 als Terrence Gene Bollea im US-Bundesstaat Georgia geboren worden. Zunächst spielte er unter anderem Baseball und als Bassist in einigen Bands, bis er schließlich in den 1970er Jahren zum professionellen Wrestling fand. Jahrzehntelang lieferte er sich Matches auf der ganzen Welt und gewann unzählige Trophäen. Zahlreiche Reality-Shows verschafften Hogan zusätzliche Bekanntheit auf der ganzen Welt.

Seine Markenzeichen: der markante Schnauzer, Bandana auf dem Kopf und Sonnenbrille vor den Augen. So wurde er zur Kultfigur - auch beim TV-Publikum in der Bundesrepublik. Zuletzt machte er Schlagzeilen, weil er US-Präsident Donald Trump im Wahlkampf unterstützte. Trump war in den 1980er Jahren Gastgeber der Großveranstaltung WrestleMania, bei der Hogan mehrere Jahre als Headliner auftrat.

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Was wurde aus seinen damaligen Rivalen und Kollegen in den 90er-Jahren?

Ein Blick auf die Karrieren von Million Dollar Man, Ric Flair, den Ultimate Warrior oder auch Bret "Hitman" Hart.

"Macho Man" Randy Savage

Seine Stimme, seine Sonnenbrillen, seine Outfits - "Macho Man" Randy Savage (1952-2011) war absoluter Kult - und neben Hulk Hogan wahrscheinlich die schillerndste Persönlichkeit im Wrestling-Business der 90er-Jahre. Bereits 2011, etwas mehr als fünf Jahre nach seinem Rücktritt, erlitt er am Steuer seines Autos einen Herzinfarkt und starb im Alter von nur 58 Jahren.

Der Tod von Randall Mario Poffo, so sein echter Name, löste große Trauer bei Fans, Wrestlern und Offiziellen weltweit aus. In die WWE-Ruhmeshalle wurde er vier Jahre nach seinem Tod aufgenommen. Bis heute gilt er als einer der größten Fanlieblinge der Wrestling-Geschichte.

Ultimate Warrior

2014 tauchte der Warrior nach Jahren der Funkstille bei der Aufnahme in die WWE Hall of Fame erstmals wieder auf und James Brian Hellwig (1959-2014), so der Mensch hinter der Kunstfigur, hielt dabei eine emotionale Rede. Nur drei Tage später starb der anfangs noch Ultimate Warrior genannte Sportler mit nur 54 - plötzlich und unerwartet - an Herzversagen.

Hellwig zog sich nach Dopingvorwürfen anders als die meisten seiner Kollegen bereits früh, im Jahr 1998, aus der Wrestling-Szene zurück und kehrte nur 2008 für ein kurzes Comeback noch einmal zurück. Nach seiner aktiven Zeit kehrte der frühere Bodybuilder der Öffentlichkeit den Rücken - und fiel nur ab und an mit fragwürdigen Äußerungen auf, in denen er unter anderem Homosexuelle heftig anging.

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Yokozuna

Er trat als stark übergewichtiger Sumo-Wrestler auf, war aber in Wahrheit ein ruhiger Familienmensch - und übrigens auch kein Japaner, sondern ein Brite mit samoanischen Wurzeln. Schon 1998, nach nur sechs Jahren in der WWE, war für ihn die große, steile Karriere wieder vorbei. Anschließend tingelte er meist in seiner Heimat England durch kleinere Veranstaltungen.

Yokozuna, eigentlich Rodney Agatupu Anoaʻi (1966-2000), soll zuletzt über 300 Kilogramm gewogen haben - und starb bereits im Alter von nur 34 Jahren an Kreislaufversagen infolge eines Lungenödems in Liverpool. Er bildete zu seiner aktiven Zeit den Gegenpool zu den gestählten Körpern seiner Gegner.

Paul Bearer

Berühmt wurde an seiner Seite auch sein ominöser Manager Paul Bearer (1954-2013, bürgerlich William A. Moody), der in jungen Jahren wirklich als Bestatter arbeitete. Bearer starb bereits vor mehr als zehn Jahren an einem Herzinfarkt.

Weitere Stars im Überblick

Doch was wurde eigentlich aus seinen damaligen Rivalen und Kollegen in den 90er-Jahren?

  • The Undertaker: The Undertaker (60), mit bürgerlichem Namen Mark Calaway, beendete erst 2020 nach über 30 Jahren und zahlreichen Comebacks offiziell seine Karriere. Aktuell ist The Undertaker als Trainer weiterhin bei der WWE aktiv, wo er sein eigenes Team hat.
  • "Stone Cold" Steve Austin: Heute lebt Steve Austin (60) mehr oder weniger zurückgezogen auf seiner Ranch in Nevada, fährt Rennen mit Geländewagen und hat seine eigene Biermarke. Nach einigen Gastauftritten und kleineren Comebacks trat er bislang 2022 ein letztes Mal in den Ring.
  • "Heartbreak Kid" Shawn Michaels: Heute trainiert Shawn Michaels (60) vor allem junge Wrestler hinter den Kulissen bei der WWE. Nach einem wilden Leben wurde er streng gläubig und lebt nun ruhig und zurückgezogen in Texas - ganz ohne seine berühmte Glitzerjacke.
  • Bret "Hitman" Hart: Seine Karriere endete 2000 abrupt nach einer Kopfverletzung. Bis heute taucht Hart noch gelegentlich im Rahmen von großen Wrestling-Veranstaltungen auf, eigentlich betreibt er aber seit 2023 in Calgary/Kanada, seinem Heimatland, eine eigene Sportsbar.
  • Ric Flair: Heute steht Richard Morgan Fliehr, so sein bürgerlicher Name, gelegentlich für die Konkurrenzliga AEW immer noch vor der Kamera (allerdings nicht mehr als aktiver Wrestler) und wirbt dort unter anderem für seinen eigenen Energy-Drink.

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