OKTAGON MMA Übertragungssender: Der Aufstieg von MMA in Deutschland

MMA, Mixed Martial Arts, zieht in Deutschland immer mehr jüngere Leute vor die Fernseher und in die Arenen. Beim OKTAGON 72 konnte die MMA-Kämpferin Alina Dalaslan beweisen, dass sie auch für die grosse Bühne gemacht ist.

Alina Dalaslan: Ein Shooting-Star mit prominenter Unterstützung

Alina Dalaslan ist der Shooting-Star der deutschen Mixed-Martial-Arts-Szene. Für ihren zweiten Kampf hat sie sich mit Regina Halmich eine prominente Mentorin ins Team geholt. Dalaslan könnte der erste weibliche MMA-Star aus Deutschland werden.

Bei ihrem zweiten Kampf unterstützt sie dabei Regina Halmich, der vor etwa 30 Jahren im Boxen ähnliches gelang. Dalaslan ist nach wie vor unbesiegt, im Amateurbereich darf sie sich bereits Weltmeisterin nennen. Die Illertissenerin hat das Zeug dazu, die erste grosse MMA-Kämpferin aus Deutschland zu werden.

Regina Halmich über den Wandel im Kampfsport

Regina Halmich äussert sich zum Wandel im Kampfsport: Im Moment ist das so, das kann man gar nicht leugnen. In den 90ern und 2000ern war Boxen die absolute Nummer eins in Deutschland, auch weil wir grosse Namen hatten.

RTL, die ARD, das ZDF, alle haben Kämpfe übertragen, man konnte sich fast jedes Wochenende einen im Fernsehen angucken. Mit dem Weggang der TV-Sender ist das Boxen in Deutschland leider wieder in der Versenkung verschwunden. Man sieht es ja: Auch RTL+ hat sich für MMA entschieden, nicht für das Boxen.

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Halmich fügt hinzu: Ein bisschen Wehmut ist schon mit dabei. Auf der anderen Seite muss es vielleicht einfach mal so sein. Ich glaube trotzdem, dass sich das Boxen in Deutschland irgendwann wieder etablieren wird.

Die Faszination von MMA

Dalaslan äussert sich zur Faszination von MMA: Ich glaube, dass das stark mit OKTAGON MMA (MMA-Organisation in Europa, Anm. d. Red.) zusammenhängt, die den Sport hierzulande auf die Karte gesetzt hat. Die können ihre Athleten einfach richtig gut vermarkten.

Und wenn man sich mehr mit dem Sport befasst, sieht man, dass es nicht einfach nur rohe Gewalt ist, sondern ein sehr technischer und auch taktischer Sport dahintersteht. Ich kannte MMA auch lange nicht - als ich mit dem Kickboxen begonnen habe, war mir das noch kein Begriff, obwohl ich aktiv Kampfsport ausgeübt habe.

Die Aufmerksamkeit in Deutschland und allgemein in Europa hat damals noch ein bisschen gefehlt. Aber der Sport ist krass gewachsen und wird es noch mehr. Um 2000 herum war MMA auch noch verpönt als rohe Gewalt. Mein Vater hat sich als Rettungssanitäter mal einen MMA-Kampf angeguckt und war schockiert.

Ich kann auch ein Stück weit nachvollziehen, dass der Sport nichts für jeden ist. Aber er hat trotzdem eine Daseinsberechtigung. Und aus der Sicht einer Kampfsportlerin sehe ich, was die Kämpfer alles leisten: MMA-Kämpfer sind die perfekten Athleten, die den Bodenkampf, das Kicken und Boxen beherrschen müssen - und einen guten "Fight-IQ" brauchen, um das alles zu verbinden.

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Aber für einen Laien mag das mitunter auch brutal aussehen, weil der Kampf eben auch am Boden weitergeht. Ich sage auch ganz klar: Das ist eine Sportart für Erwachsene und nichts für Kinder.

Der Zufall und der Wechsel zum MMA

Dalaslan über ihren Wechsel zum MMA: Bei mir war es ähnlich wie bei Regina, dass wir gemerkt haben: Im Kickboxen ist nicht wirklich Geld zu verdienen. Ich habe Kampfsport sowieso eher als Hobby ausgeübt und hatte nie das Ziel, Profi zu werden. Der Wechsel zum MMA war eher Zufall.

Beim Boxen hatte ich eine Phase, in der es sich so angefühlt hat, als würde ich trotz intensiven Trainings nicht mehr richtig vorankommen. Nicht, weil ich an meine Grenzen gestossen bin, sondern weil mein Kopf einfach mal eine Pause brauchte, um wieder aufnahmefähig zu sein.

Mein Trainer meinte, ich solle mir eine kurze Auszeit gönnen, um wieder "frisch" zu sein. Er hat mir geraten mal in eine andere Disziplin reinzuschnuppern. Und weil die Ringer gerade neben uns auf der Matte trainierten, dachte ich mir: Warum nicht? Durch meine Erfahrungen im Kunstturnen als Kind lag mir das Ringen auch direkt sehr gut und ich hatte Spass daran.

Erfolg und harte Arbeit

Dalaslan über ihren Erfolg: Einerseits ist es wie ein Fiebertraum, andererseits auch einfach das Ergebnis aus jahrelanger harter Arbeit. MMA betreibe ich zwar seit zwei Jahren, aber das Kickboxen schon ein bisschen länger.

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Für viele wirkt es vielleicht, als hätte ich ganz plötzlich viel Erfolg. Aber davor war ich einfach nur nicht in der Öffentlichkeit - ich habe trotzdem jeden Tag hart gearbeitet. Die Leute sehen eben nicht, was dahintersteckt, sie sehen nur die Ergebnisse.

Für mich ist es so: Ich kann nach jahrelangem Training jetzt die Lorbeeren ernten, aber trotzdem muss die harte Arbeit weiter gehen. Das ganze Drumherum ist schön, aber mein Fokus bleibt weiter, die Kämpfe zu gewinnen. Ich glaube auch, dass ich mich nochmal verbessert habe und in meinem zweiten Profikampf noch ein bisschen mehr zeigen und ihn hoffentlich vorzeitig beenden kann. Ich meine, ich mache erst seit zwei Jahren MMA - da kann man noch sehr viel lernen.

Halmich ergänzt: Es macht vor allen Dingen mehr Spass, wenn du weisst: Du hast jetzt endlich auch die Aufmerksamkeit, die Arbeit zahlt sich aus. Das motiviert dich nochmal zusätzlich. Insofern kann man wirklich sagen: Du lebst jetzt deinen Traum.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Halmich über die Gemeinsamkeiten: Absolut, Alina ist im MMA in Deutschland eine der Pionierinnen, das muss man sagen. Ich kenne in Deutschland sonst nicht viele Frauen, die Mixed Martial Arts machen.

Dalaslan: Es gibt mit Katharina Dalisda aus Frankfurt noch eine Kämpferin, die ich persönlich kenne, aber ansonsten ist das echt rar in Deutschland - gerade im Profibereich. Immerhin starten einzelne Amateure jetzt langsam durch, weil der Sport mehr und mehr Aufmerksamkeit bekommt.

Ich sehe es auch bei uns im Gym - mein Coach Peter hat mir gesagt, dass sich die Frauenkurse bei uns immer mehr füllen, seit ich da bin. Die müssen jetzt auch erst einmal trainieren, bis sie dann wirklich Wettkämpfe machen können und den Schritt zum Profi machen können. Aber ich denke, das wird in Zukunft auf jeden Fall mehr werden.

Halmich: Im Prinzip kann man sagen: Dass was sie erlebt, ist eins zu eins das Gleiche, was ich im Boxen erlebt habe - nur eben im MMA.

Halmich: Total! Bei mir war es genau das gleiche, als ich angefangen habe. Auf einmal kamen mehr Boxerinnen ins Gym und haben angefangen zu trainieren. Man braucht eben immer Vorbilder. Mit Sicherheit gab es auch schon vor ein paar Jahren wahrscheinlich MMA-Kämpferinnen, aber die standen eben noch nicht so im Fokus wie sie jetzt.

Und durch den Fernsehvertrag zwischen OKTAGON MMA und RTL+ gibt es noch eine ganz andere Reichweite in den Medien. Das würden sich die Boxer wünschen, aber jetzt hat das MMA diese Chance und nutzt sie sehr gut. Wie Alina auch gesagt hat, durch die Vermarktung, die heute so wichtig ist. Es nützt nichts mehr, wenn du eine gute Kämpferin bist. Du musst auch ein Charakter sein.

Dalaslan: Die Leute interessieren sich für deine Persönlichkeit, nicht nur für den Kämpfer. Das ganze Drumherum spielt eine grosse Rolle. Es ist heute wichtiger, dass man präsent ist und mit den Fans interagierst, dass sie dich auch fernab der Kämpfe sehen. Ich meine, wie oft kämpft man pro Jahr? Vielleicht drei oder vier Mal. Es gibt aber noch viele andere Wochen und Monate, in denen du dich zeigen musst.

Was Dalaslan von Halmich mitnehmen kann

Halmich: Was heisst lernen? Ich glaube, was uns verbindet, ist die Disziplin, die man im Kampfsport über Wochen, Monate, sogar Jahre mitbringen muss. Ich würde deshalb gar nicht von etwas lernen sprechen. Natürlich bin ich älter, habe 56 Profikämpfe absolviert. Da kann ich ihr natürlich noch das eine oder andere erzählen. Aber letzten Endes ist es ein Austausch verschiedener Sportarten, die zwar ähnlich sind, aber trotzdem unterschiedlich.

Dalaslan: Ich kann da nur zustimmen. Ich komme wie gesagt vom Kickboxen, habe auch ein bisschen Boxen gemacht. Deswegen ist vieles sehr ähnlich, worüber wir uns schon ausgetauscht haben. Und natürlich sie hat viel mehr Erfahrung als ich, ich mache gerade erst meinen zweiten Profikampf. Aber jeder macht auch ein bisschen seine eigenen Erfahrungen. Trotzdem ist es immer hilfreich, Tipps und Erfahrungswerte von anderen erfolgreichen Kämpfern zu bekommen.

Ich sehe Regina auch als meine Mentorin, als ein Mitglied des Teams. Und da ist natürlich jeder Tipp Gold wert und wird mich in jedem Fall weiterbringen. So habe ich das auch gemacht im Laufe meiner Karriere: Ich habe mir von jedem gerne Tipps geholt und mir dann das Beste davon herausgepickt.

Und heute gebe ich aktiven Sportlerinnen Ratschläge, gerade wenn es um Verhandlungen oder Sponsoren- und Kampfverträge geht, wo ich schon fast alles erlebt habe. Das mache ich auch gerne. Es ist wichtig, dass bei den wenigen Frauen in unserem Sport ein gewisser Zusammenhalt herrscht.

Bei uns war es damals ganz schlimm: Jede Kämpferin hat ihr eigenes Süppchen gekocht, es war viel mehr Konkurrenz, obwohl man nicht einmal in derselben Gewichtsklasse war. Ich hätte mir damals gewünscht, mir auch mal Rat von einer Frau holen zu können. Aber da war niemand, es gab nur Männer.

Die Zukunft des MMA und die Rolle der Frauen

Dalaslan: Ich finde es unglaublich schade. Klar funktioniert das Training auch mit den Männern und macht Spass. Es gibt ja auch Männer in meiner Gewichtsklasse. Aber beispielsweise im Bodenkampf gibt es trotzdem nochmal einen Kraftunterschied. Deswegen finde ich es toll, dass jetzt generell mehr Frauen im Kampfsport sind.

Ich spüre auch heute noch die Konkurrenz untereinander, dass jeder ein bisschen für sich selbst ist. Gefühlt ist das immer noch so. Mit ein paar Mädels verstehe ich mich, mit denen treffe ich mich auch regelmässig zum Sparring. Aber es gibt glaube ich viel mehr, die gegen dich sind. Es ist eben ein typischer Einzelsport.

Halmich: Ja, wir sind wirklich Einzelkämpfer, das ist einfach so. Meine Freunde im Sport waren auch alles Männer.

MMA Übertragungssender

Die Übertragung von MMA-Events erfolgt in Deutschland hauptsächlich über Streaming-Dienste wie DAZN und RTL+. Diese Sender haben sich als wichtige Plattformen für die Verbreitung von MMA etabliert und tragen massgeblich zur wachsenden Popularität des Sports bei.

DAZN ist die Heimat des Kampfsports, u.a. mit den größten MMA-Ligen der Welt inklusive der UFC, PFL, Bellator und OKTAGON MMA. Außerdem ist DAZN die ultimative Destination für die größten Boxkämpfe mit den absoluten Topstars wie Anthony Joshua, Tyson Fury, Oleksandr Usyk, Agit Kabayel uvm.

Durch den Fernsehvertrag zwischen OKTAGON MMA und RTL+ gibt es noch eine ganz andere Reichweite in den Medien. Das würden sich die Boxer wünschen, aber jetzt hat das MMA diese Chance und nutzt sie sehr gut. Wie Alina auch gesagt hat, durch die Vermarktung, die heute so wichtig ist.

MMA in der Schweiz

MMA wird immer beliebter - auch in der Schweiz. Der MMA-Kämpfer Daniel Konrad aka «Swiss Army Knife» trainiert hart für den wohl wichtigsten Moment seiner Karriere.

Auch «DAZN», ein Streaming-Dienst, unterstreicht den Trend und berichtet von einer steigenden Nachfrage in der D-A-CH-Region.

Tabelle: MMA-Ligen und Übertragungssender

MMA-LigaÜbertragungssender
UFCDAZN
PFLDAZN
BellatorDAZN
OKTAGON MMADAZN, RTL+