Der Aufstieg von OKTAGON MMA in Deutschland erinnert an den Box-Boom der 90er-Jahre. MMA-Events von „OKTAGON“ füllen in Deutschland mittlerweile die größten Arenen. Es ist der vorläufige Höhepunkt eines Aufstiegs, der viele Parallelen zum Box-Hype in den 90er-Jahren aufweist.
Die Helden der Szene
Damals waren Maske, Schulz und Rocchigiani die Helden der Szene. Heute heißen sie Christian Eckerlin, Stephan Pütz oder Max Coga. Damals waren die Protagonisten beliebte Gäste in Funk und Fernsehen. Heute kreieren die Stars ihre eigene Sendezeit - nicht im TV, sondern auf YouTube oder Instagram, 24/7!
Der Aufstieg von OKTAGON MMA
Auch beim Vergleich der Veranstalter tauchen Ähnlichkeiten auf. Wilfried Sauerland begann Ende der 70er als Promoter in Afrika. Ondrey Novotny und sein Partner Pavol Neruda gründeten „OKTAGON MMA“ in Tschechien. Erst danach wurde der deutsche Markt Stück für Stück erobert. Mit dem Unterschied, dass der MMA-Hype unfassbar rasant entstand.
„OKTAGON MMA“ kam erst vor 16 Monaten nach Deutschland. Die kannte hier niemand so richtig. Aber ihr Erfolg war planbar. Die Sehnsucht der Deutschen nach legendären Fight-Events ist immer noch da. Kämpfer, die Interesse wecken - wie Christian Eckerlin und Stephan Pütz - ebenfalls. Jetzt musste sie nur noch jeder kennenlernen.
Der Durchbruch: Storytelling. Zu Deutsch nichts anderes als: Geschichten erzählen. Eckerlin und Pütz schenkten potenziellen Fans mit coolen Videos, veröffentlicht auf ihren eigenen YouTube-Kanälen, tiefe Einblicke in ihr Leben. Die OKTAGON-MMA-Macher garnierten das mit zusätzlichem Behind-the-Scence-Content. Mehr brauchte es gar nicht, um einen neuen Kampfsport-Hype in Deutschland zu initiieren.
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Übrigens: So wie bei den großen Box-Abenden der 90er, saß auch am Samstag beim MMA in Köln alles in den ersten Reihen, was Rang und Namen hat. Fußball-Stars wie Nico Schlotterbeck oder Marius Wolf kamen, genauso Rap-Größen wie Gzuz. Und: Andere YouTube-Stars wollten natürlich auch dabei sein.
Der Vorteil an diesen Gästen: Sie alle können so einen Spektakel-Abend in Sekunden millionenfach an neue, potenzielle MMA-Fans multiplizieren - über ihre eigenen Kanäle. Einen TV-Sender braucht es dafür längst nicht mehr.
OKTAGON im "Deutsche Bank Park"
Das Aufeinandertreffen der Giganten steht bevor, und dieses Mal wird die Bühne größer sein als je zuvor. OKTAGON MMA trifft auf eines der legendärsten Fußballstadien Europas. OKTAGON MMA veranstaltete am 12. Oktober 2024 im „Deutsche Bank Park“ das bisher mit Abstand größte MMA-Event in Deutschland.
Expansion und Rekorde
Die vergangenen zwölf Monate werden für immer in die Geschichte von OKTAGON eingehen. Was einst unmöglich schien, ist für OKTAGON inzwischen zur Realität geworden. In den letzten 12 Monaten verkaufte OKTAGON zweimal das größte Fußballstadion Tschechiens aus - die Prager Fortuna Arena in Eden - und stellte in Frankfurt mit fast 60.000 Zuschauern einen Weltrekord für die höchste Zuschauerzahl bei einem MMA-Event auf.
Innerhalb von zwölf Monaten hatte OKTAGON somit drei Großarenen bis auf den letzten Platz gefüllt - ein Novum in der internationalen Kampfsportwelt.
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OKTAGON-Events:
| Event | Datum | Ort | Zuschauerzahl |
|---|---|---|---|
| OKTAGON 58: Vémola vs. Végh II | 8. Juni 2024 | Prager Fortuna Arena | 27.392 |
| OKTAGON 62: Eckerlin vs. Jungwirth | 12. Oktober 2024 | Deutsche Bank Park, Frankfurt | ca. 60.000 |
| OKTAGON 72: Vémola vs. Végh III | 14. Juni 2025 | Prager Fortuna Arena | 25.417 |
Die Organisation sorgt nicht nur im Käfig für Aufsehen, sondern verwandelt ihre Events in echte Großereignisse. Die Events der Organisation verbinden Mixed Martial Arts mit Showelementen, die man bislang eher aus dem US-amerikanischen Profisport kennt. Inspiriert vom amerikanischen Super Bowl setzen die Veranstalter auf ein Rundum-Erlebnis: Halbzeitshows, Live-Musik, Choreografien, Nationalhymnen, Helikopterflüge und Armeeshows.
Ein zentrales Element des Erfolgs war die Trilogie zwischen Karlos Vémola und Attila Végh. Für viele Fans war der Kampf das Finale einer epischen Erzählung - voller Wendungen, Comebacks und persönlicher Geschichten.
OKTAGON will künftig noch größere Schritte wagen - auch international. Mit Events in Tschechien, der Slowakei, Deutschland und dem Vereinigten Königreich ist OKTAGON bereits in mehreren Märkten aktiv. Prominente Kämpfer wie Christian Eckerlin, Kerim Engizek, Max Holzer oder Makhmud Muradov sorgen für Aufmerksamkeit und Reichweite.
Der Weg zum Erfolg
Mit einer Reality-TV-Show und geschicktem Storytelling wollen zwei Tschechen Mixed Martial Arts revolutionieren. Jeder der beiden nahm einen Kredit über 25.000 Euro auf und kündigte seinen Job. "Wir waren so entschlossen, unser Ziel zu erreichen, dass wir nicht wirklich über die Konsequenzen nachgedacht haben", sagt Neruda, der bis dato im PR-Bereich tätig war. Novotny war jahrelang Kommentator bei Eurosport, zunächst für Tennis, seit 1999 aber bereits für K-1 und Kickboxen.
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In Deutschland hatte man mit Christian Eckerlin und Stephan Pütz vom MMA Spirit in Frankfurt auf die richtigen Zugpferde für den deutschen Markt gesetzt. Das Konzept, mit Local Heroes und geschicktem Storytelling, Fans für den Sport zu begeistern, ging auf. Köln, Stuttgart, München - in den folgenden zwei Jahren verkaufte Oktagon die größten deutschen Hallen aus, nun gipfelt das Unterfangen im Deutsche Bank Park in Frankfurt.
OKTAGON 62 in Frankfurt
Mit Eckerlin und Christian Jungwirth treffen die populärsten MMA-Athleten aufeinander. Gepaart mit weiteren Titelkämpfen von Vertretern aus Deutschland wie Katharina Dalisda oder Kerim Engizek und kombiniert mit einer Halbzeitshow wie in der NFL soll dann ein Rekord geknackt werden: das größte MMA-Event Europas. Noch hält die polnische Organisation KSW den Rekord mit 57.776 Zuschauern.
Finanziell dürfte das der Organisation noch einmal mehr Schub geben. Alleine das Frankfurt-Event sprengt wahrscheinlich diese Sphären für 2024. Neben den Tausenden und vielleicht sogar Millionen Zuschauern hoffen die Tschechen auf eine weltweite PR-Welle, die vor allem die Position in Europa festigen wird. Deutschland spielt in den Oktagon-Plänen auch in Zukunft eine wichtige Rolle.
Fast 60.000 Zuschauer sind am Samstagabend in Frankfurt Zeuge eines historischen Ereignisses geworden - und zwei deutsche Kampfsportler spielten die Hauptrolle. Vor über 59.000 Fans im Stadion der Eintracht gewann MMA-Kämpfer Christian Eckerlin den lang erwarteten Kampf gegen Landsmann Christian Jungwirth und holte sich die inoffizielle Krone als „King of GErMMAny“.
Mit dem Mega-Event verewigte sich die tschechische Liga Oktagon dabei in den Annalen ihrer Sportart: Es war nicht nur der meistbesuchte MMA-Event in Deutschland, sondern auch in der gesamten westlichen Welt (nur einige Events in Japan um die Jahrtausendwende waren besser besucht). Mehr Fans als Oktagon 62 hat auch der Marktführer UFC nie angelockt, auch nicht, wenn Superstar Conor McGregor in den Käfig gestiegen war.
Die Atmosphäre in Frankfurt war entsprechend heiß: Obwohl der Kampf im „Wohnzimmer“ des Frankfurters Eckerlin stattfand, konnten beide Kämpfer auf ihre große Anhängerschaft zählen, die ihre Vorbilder lautstark unterstützten.
Aus Jungwirths Sicht ist die Geschichte mit Eckerlin auch womöglich nicht zu Ende geschrieben: „Warum keinen Rückkampf? Vielleicht ja in Stuttgart.“
