UFC-Kämpfer stirbt: Ursachen und Hintergründe

Die Kampfsportwelt trauert um den Verlust von Anthony Johnson (38), einem begabten MMA-Kämpfer, der sich den Ruf eines "Knock-out-Künstlers" erarbeitet hatte und den Spitznamen Rumble trug.

Anthony "Rumble" Johnson: Ein Leben im Zeichen des Kampfsports

Anthony „Rumble“ Johnson gewann 23 seiner MMA-Kämpfe (17 durch K.o.), trat in drei Gewichtsklassen an und erarbeitete sich das Image als kraftvoller Puncher. Zuletzt war Johnson für die kleinere Liga Bellator aktiv. „Die Bellator-Familie ist erschüttert über sein vorzeitiges Ableben und wir sprechen seiner Familie und seinen Freunden in dieser schweren Zeit unser Beileid aus“, hieß es in einem Statement der Promotion.

Krankheit und Tod von Anthony Johnson

Durch unter anderem The Mirror wurde bekannt, dass Anthony heute nach einer längeren Krankheit verstarb. Er habe sich bereits im September wegen gesundheitlicher Probleme aus dem Sport zurückgezogen und sein Management soll die Fans sogar gebeten haben, für ihn zu beten. Die genaue Todesursache ist aber noch nicht bekannt.

Im September 2021 teilte Johnson auf Instagram mit, dass es ihm gesundheitlich schlecht geht. Johnson selbst äußerte sich in der Öffentlichkeit nie konkret zu seinem Gesundheitszustand, Im September 2021 schrieb er lediglich Instagram: „Ich wünschte wirklich, ich könnte ins Detail gehen, wie krank ich wirklich bin. Ich weiß nur, dass ich so viele Gebete brauche, wie ich bekommen kann und wir sehen uns 2022, so Gott will. Ich hatte noch nie in meinem Leben solche Angst vor etwas, aber ich bin mit der Unterstützung von Freunden und Familie stark geblieben.“

Manager Ali Abdelaziz stimmte die Öffentlichkeit im Oktober in einem ESPN-Interview schon aufs Schlimmste ein: „Rumble hat im Moment einige gesundheitliche Probleme. Es ist sehr traurig. Betet für Anthony. Er ist sehr stark, geistig. Aber betet für ihn.“

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Inzwischen berichtet der langjährige Kampfsport-Szenekenner Kevin Iole für Yahoo Sports, dass Johnson zwei schwere Krankheiten hatte: ein Non-Hodgkin-Lymphom, eine Krebserkrankung des Lymphgewebes und die seltene und gefährliche, eher bei kleinen Kindern auftretende Immunerkrankung HLH (Hämophagozytische Lymphohistiozytose). Johnson sei letztlich an Organversagen gestorben.

Seit rund eineinhalb Jahren hatte der US-Amerikaner keinen Kampf mehr bestreiten können, wie sein Freund und Kämpferkollege Kamaru Usman bei Yahoo berichtete, war er seit einiger Zeit Dialysepatient.

Anthony hat in seiner aktiven Laufbahn mehrere große Siege gegen namhafte Mixed-Martial-Arts-Kämpfer gewonnen, unter anderem auch gegen den Weltmeister im Halbschwergewicht. Dafür bewunderten ihn seine Fans sehr. Nun sendeten viele von ihnen seiner Familie ihre Beileidsbekundungen. "Ich habe ein Poster von ihm neben meinem Schreibtisch, auf dem er stark aussieht.

"Er war immer ein großartiges Kämpfer", meinte UFC-Präsidentin Dana White. "Es war immer spannend, ihm zuzuschauen. Er hatte diese One-Punch-K.o.-Power, die nicht viele Leute haben. Er war ein guter Mensch.

Sein letzter UFC-Kampf war gegen Daniel Cormier beim UFC 210 um die Meisterschaft im Halbschwergewicht. Bei Bellator 258 stand Johnson am 7.

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Ende Oktober 2022 verschlechterte sich sein Zustand. Sein Manager erklärte gegenüber ESPN, dass er "im Moment einige gesundheitliche Probleme durchmacht ...

Josh Samman: Ein tragischer Fall von Verlust und Sucht

Im Alter von nur 28 Jahren starb der Ultimate Fighter Josh Samman. Die Nachricht vom Tod des Ultimate Fighters hat die Mixed-Martial-Arts-Szene geschockt. Nicht nur weil Samman mit seiner sympathischen Art überaus beliebt war, auch weil er ungeheuer viele Talente besaß.

Samman hatte fünfmal für UFC im Oktagon gestanden, zuletzt bezog der 28-Jährige am 13.

Die Umstände seines Todes

Nach einigen Tagen im Koma hat der Mixed-Martial-Arts-Profi Josh Samman den Kampf um sein Leben verloren. Das bestätigte sein Manager Gary Ibarra Fox Sports. Der US-amerikanische Mittelgewichtler war am Donnerstag bewusstlos in seinem Apartment in Florida aufgefunden worden; sein Mitbewohner Troy Kirkingburg, Ringsprecher der Combat Night, war dort bereits tot.

Wie das Krankenhaus in Hollywood (US-Staat Florida) mitteilte, wird bislang von einer Drogen-Überdosis als Todesursache ausgegangen. Eine toxikologische Untersuchung soll das näher klären.

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Craig Mallak, Gerichtsmediziner des Broward County (Florida), zeichnete Sammans Todeskampf nach. Demnach habe der Athlet fünf Tage lang im Koma gelegen, am Montag dieser Woche stellten die Ärzte dann seinen Hirntod fest, am Mittwochmorgen starb er schließlich. Autopsie und toxikologische Untersuchungen stehen zwar noch aus, doch gegenüber „TMZ.com“ gab Mallak an, dass Drogenmissbrauch sehr wahrscheinlich eine Rolle bei der Todesursache gespielt haben dürfte.

Samman war am Donnerstag bewusstlos in seinem Apartment aufgefunden und ins Krankenhaus gebracht worden. Für seinen Mitbewohner Troy Kirkingburg kam jede Hilfe zu spät, er war bereits tot, als der Notarzt eintraf.

Samman hatte 2006 als MMA-Amateur begonnen, ein Jahr später wurde er Profi.

Drogenprobleme und persönliche Tragödien

Samman hatte wiederholt mit Drogenproblemen zu kämpfen und diese auch in seiner Autobiographie "The Housekeeper: Love, Death and Prizefighting" thematisiert. Seine Mutter hatte sich in einem offiziellen Statement gegen Gerüchte gewehrt, ihr Sohn und Kirkingburg seien Opfer einer Überdosis Heroin geworden. Die Droge soll mit einem synthetischen Opiod verunreinigt gewesen sein. "Trotz der Spekulationen: Es wurde kein Heroin in seinem Körper gefunden", beteuerte Sammans Mutter.

Die Polizei untersucht den Fall, noch gilt die Todesursache als ungeklärt.

2013 traf ihn der Tod seiner Freundin Hailey Bevis schwer. Die 22-Jährige starb, weil sie auf regennasser Straße die Kontrolle über ihren Wagen verlor. „Es gibt niemanden, der mich mehr zu dem Menschen machte, der ich heute bin, als Hailey“, schrieb Samman damals in einem bewegenden Abschiedsbrief. „Der Schmerz über ihren Tod wird mich mein Leben lang begleiten.“

In den Jahren darauf geriet auch Sammans Leben aus der Spur, denn er gab sich eine Mitschuld an Bevis’ Tod. Die beiden hatten Textnachrichten ausgetauscht, als der Wagen von der Fahrbahn abkam, wie die Polizei später rekonstruierte.

Zunächst stürzte Samman sich in den Sport, trainierte wie ein Besessener, was schließlich zu einer schweren Muskelverletzung und Absage eines Kampfes führte. Dann starb auch noch sein Stiefvater. Doch er gab nicht auf und schaffte ein Comeback bei der UFC - ausgerechnet am 6. Dezember 2014, dem Geburtstag seiner verstorbenen Freundin.

Er gewann diesen Kampf, den er so sehr herbeigesehnt hatte, auf spektakuläre Weise. Zunächst sah es nicht gut aus für ihn, er verlor die erste Runde gegen Eddie Gordon, kam dann aber zurück und schickte seinen Gegner mit einem Tritt gegen den Kopf in den Ringstaub. Der Kick wurde als einer der besten Knock-outs des Jahres gefeiert.

Doch trotz des Erfolges war in Samman etwas kaputtgegangen. „Der Tod starrt uns allen ins Gesicht“, schrieb er. „Wir müssen mit der Sucht leben, unserer eigenen und der Sucht anderer Menschen.“ Sammans Gedanken verdüsterten sich zusehends, er bekam Drogenprobleme, wie er in seinem Buch bekannte. Drogen waren nun wohl auch für seinen Tod verantwortlich.

Guilherme Vasconcelos

In den USA ist der brasilianische Mixed-Martial-Arts-Sportler Guilherme Vasconcelos tot aufgefunden worden. Der 37-Jährige sei in Los Angeles gestorben, gab sein Onkel Walter Vasconcelos in sozialen Medien bekannt. Der Sportler hatte Auftritte bei der UFC-Serie und bei Bellator-Kämpfen.

"Wir haben deinen Besuch zu Weihnachten erwartet, aber das wird nun nicht mehr passieren. Das Leben ist vergänglich, und wir sind mit dieser niederschmetternden Nachricht aufgewacht", schrieb sein Onkel laut einem Bericht der "Latin Times", ohne nähere Angaben zur Todesursache zu machen.

Vasconcelos hatte noch kurz vor seinem Tod auf Instagram ein Video mit Klimmzügen in seinem Jiu-Jitsu-Studio in Los Angeles gepostet. Der Brasilianer, der wegen seiner kraftvollen Schläge als "Bomba" (Bombe) bekannt wurde, hatte in seinen sieben Jahren als Profikämpfer zehn Siege verbucht und musste sechs Niederlagen einstecken.

Neben seiner sportlichen Karriere erlangte Vasconcelos auch durch seine Beziehung mit der Pop-Sängerin Demi Lovato Aufmerksamkeit. Die beiden wurden 2017 bei mehreren Veranstaltungen zusammen gesehen und machten die Beziehung auf Instagram auch öffentlich. Mitte 2018 trennten sich die Wege des Paares jedoch.