Ein Blumenkohlohr, auch bekannt als Ringerohr oder Boxerohr, ist eine dauerhafte Verformung der Ohrmuschel. Es entsteht durch einen unbehandelten Bluterguss, der durch einen kräftigen Schlag auf das Ohr verursacht wird. Verletztes Gewebe wuchert und bildet neuen Knorpel, welcher der Ohrmuschel ein blumenkohlartiges Aussehen verleiht.
Was ist ein Blumenkohlohr?
Ein Blumenkohlohr ist eine bleibende Verformung der Ohrmuschel. Sie tritt auf, wenn die Ohrmuschel beispielsweise durch einen Schlag verletzt wird und sich ein Bluterguss (Hämatom) bildet. Bleibt dieser Bluterguss unbehandelt, wird der Knorpel nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt - er kann sich verformen oder sogar teilweise absterben. Außerdem wird der Bluterguss zunächst durch weiches Bindegewebe, später durch Knorpelgewebe ersetzt.
Ein Blumenkohlohr ist in der Regel ein kosmetisches Problem. Manche Menschen empfinden die Verformung der Ohrmuschel als störend. Nur selten bilden sich Narben. Auch Komplikationen wie Infektionen oder Risse der Ohrmuschel sind selten.
Ursachen und Entstehung
Ein Blumenkohlohr entwickelt sich meist als Folge eines kräftigen Schlags auf das Ohr. Dazu kommt es häufig beim Kontakt- und Kampfsport, insbesondere beim Rugby, Wrestling, Ringen oder Boxen. Dabei wird die Haut um den Knorpel verletzt. In der Folge sammelt sich Blut zwischen Knorpelhaut und Knorpel - ein Bluterguss entsteht.
Das führt dazu, dass der Knorpel nicht mehr ausreichend mit frischem Blut versorgt wird und stellenweise absterben kann. Bleibt ein solcher Bluterguss unbehandelt, wird er nach und nach durch Bindegewebe und später neugebildetes Knorpelgewebe ersetzt. Auch unsachgemäßes Stechen eines Piercings im Bereich des Knorpels, kann zu einem Othämatom führen.
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Als Ursache eines Othämatoms (Bluterguß am Ohr) sind scherende Gewalteinwirkungen und scharfes Abknicken der Ohrmuschel anzusehen. Dazu zählen auch stumpfe Schläge auf das Ohr, wie sie bei manchen Kontaktsportarten, wie Ringen, Boxen, Judo, Rugby, Wrestling, MMA, Wasserball oder auch bei Sackträgern, möglich sind. Durch das Platzen von Blutgefäßen, kann ein Bluterguss entstehen. Bleibt die Verletzung geschlossen, kann sich Blut oder seröse Flüssigkeit zwischen Knorpelhaut und Knorpel ansammeln.
Der Bluterguss wiederum kann zu einer Unterbrechung der Ernährung des Knorpels durch die Knorpelhaut führen. Dadurch kann es zum Absterben des Knorpels kommen. Typisch für den elastischen Knorpel der Ohrmuschel ist es, dass er sich nicht regenerieren kann. Das heißt, wenn es wiederholt zu einem Othämatom durch Schläge oder Gewalteinwirkungen kommt, so wird der Bluterguss bindegewebig umgebaut und eine bleibende Entstellung der Ohrmuschel ist die Folge.
Weitere Ursachen
- Heftige Schläge auf das Ohr
- Mannschaftssportarten wie Fußball oder Handball
- Stumpfe Verletzungen der Ohrmuschel
- Falsch gesetzte Piercings
Symptome und Diagnose
Das Blumenkohlohr ist durch eine sichtbare, aber oftmals schmerzlose Schwellung gekennzeichnet, die Betroffene oft als kosmetisches Problem empfinden. In schwerwiegenden Fällen, wenn der durch den Bluterguss hervorgerufene Druck auf das Mittel- und Innenohr zu stark ist, kann sich eine Symptomatik in Form von Schwerhörigkeit und Tinnitus bis zum vollständigen Hörverlust zeigen.
Auch wenn das Trauma typischerweise schmerzhaft ist, so ist das Othämatom in der Regel schmerzfrei (Bluterguß am Ohr) und stellt sich lediglich als rötliche Schwellung dar. Die Diagnose erfolgt am klinischen Bild (Bluterguß am Ohr). Es imponiert eine enorme Schwellung an der Vorderseite der Ohrmuschel, welche als Vorwölbung gut tastbar und in schweren Fällen auch sichtbar ist. In diesem Fall kommt es vor, dass die natürliche Faltung im Bereich der Ohrmuschel nicht mehr zu sehen ist.
Kommen Menschen mit Verdacht auf ein Blumenkohlohr in die Praxis, befragen Ärztinnen und Ärzte sie zunächst in einem Gespräch (Anamnese), ob es kürzlich einen Unfall oder einen Schlag auf das Ohr gab.
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Diagnostische Maßnahmen
- Anamnese: Gespräch über Unfall oder Schlag auf das Ohr
- Hörprüfung: Mit Stimmgabel oder Audiogramm
- Computertomogramm: Bei Verdacht auf Felsenbeinfraktur
Behandlung
Bei einem Bluterguss, auch wenn er noch so klein ist, sollte umgehend der Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufgesucht werden, um langfristig ein Blumenkohlohr zu vermeiden. Zunächst wird der Facharzt die Stelle des Blutergusses punktieren, damit das Blut abfließen kann. Im Anschluss daran wird ein Druckverband angelegt, damit der Knorpel sich nicht verformt. Bei einer besonders schweren Verletzung muss das Othämatom mit Hilfe einer Operation gerichtet werden.
Damit sich der Bluterguss nicht ausbreitet, ist es wichtig, ihn sofort zu kühlen und etwa mithilfe eines Kompressionsverbands zusammenzudrücken. Schmerzmittel können die akuten Beschwerden lindern. Aus kleineren Blutergüssen saugen Ärztinnen und Ärzte mit einer Nadel überschüssiges Blut ab. Dies geschieht unter lokaler Betäubung.
Ist der Bluterguss größer oder besteht er bereits seit mehr als zwei Tagen, ist häufig ein operativer Eingriff nötig. Dabei entfernt die Ärztin oder der Arzt unter lokaler Betäubung flüssiges und geronnenes Blut. Dadurch kann sich die Knorpelhaut wieder an den Knorpel anlegen und ihn über die Blutgefäße mit frischem Blut versorgen. Unterstützend legt man einen Kompressionsverband an.
Behandlungsmethoden
- Punktion: Absaugen des Blutes mit einer Nadel (bei kleineren Blutergüssen)
- Operativer Eingriff: Entfernung von flüssigem und geronnenem Blut (bei größeren Blutergüssen)
- Knorpelfensterung: Chirurgisches Öffnen der Ohrmuschel zur Blutentfernung (bei noch nicht abgestorbenem Knorpel)
- Rekonstruktion: Wiederherstellung der Ohrform (bei bereits abgestorbenem Knorpel)
Bei wiederkehrenden Othämatomen, welche auch nach operativer Versorgung auftreten können, gibt es die Möglichkeit ein Knorpelstück von der Hinterseite der Ohrmuschel zu entnehmen. Die Wunde wird durch eine Naht verschlossen und kann erneute Verklebungen der Knorpelhaut und damit eine erneute Ansammlung von Flüssigkeit verhindern.
Bei der Therapie ist eine prophylaktische Antibiotikumgabe oft angeraten, um eine Komplikation dieser Erkrankung zu verhindern: die Knorpelhautentzündung (Perichondritis). Denn durch eine spätere Einwanderung von Keimen und Bakterien (z.B. Staphylococcus aureus) in die Wunde oder Punktionsstelle, kann eine schwere Entzündung entstehen. Deshalb sollte der behandelnde Arzt auch immer auf ein steriles Arbeitsumfeld achten, um eine Infektion nicht zu provozieren.
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Nach der Operation
- Druckverband für die ersten Tage
- Stirnband für zwei Wochen ganztags und weitere vier Wochen nachts
- Sportverzicht für vier bis sechs Wochen
Prävention
Blumenkohlohren kannst Du vorbeugen, indem Du bei Sportarten wie Boxen, Wrestling, Rugby, Ringen und asiatischen Kampfsportarten auf einen geeigneten Schutz Deiner Ohren achtest. Ein einfacher Ohrschutz und Helme mit integriertem Ohrschutz sind nicht unsportlich, sondern beugen Verletzungen und Hörschäden vor.
Bei allen Kampfsportarten, auch im Hobbybereich, sollte darauf geachtet werden stets einen Ohrschutz oder einen Helm mit integriertem Ohrschutz zu tragen.
