Kampfsport ist mehr als nur ein Wettbewerb; es ist ein urmenschlicher Konflikt, bei dem es um physische Unterwerfung geht. Könige wie Tyson und Hagler regieren, bis einer kommt, um sie mit noch grösserer Gewalt vom Thron zu stossen. Ein realeres «Game of Thrones» gibt es nicht.
Am Wochenende hat die UFC einen neuen Herrscher erhalten. Und was für einen.
Francis Ngannou holte sich in Las Vegas den Schwergewichtsweltmeistertitel der UFC gegen Stipe Miocic durch KO in der zweiten Runde. Irgendwann konnte sich auch der taktisch clevere Miocic nicht mehr genug schützen. Ngannou krönt sich in der zweiten Runde zum UFC-Schwergewichtsweltmeister.
Keiner schlägt härter als der neue König - keiner hat je härter geschlagen. Das behauptet wenigstens das UFC-Performance-Center. Ngannous Schlag soll über dieselbe Power verfügen wie ein kleiner Personenwagen. Ob die Zahlen korrekt sind, ist schwer zu überprüfen. Ngannous Kampfstatistik lassen sie aber glaubwürdig erscheinen.
Bis zu seinem ersten UFC-Titelkampf gegen Miocic (den er 2018 verlor) überstand keiner seiner Gegner die zweite Runde. Auch erfahrene Ex-Weltmeister hielten sich nicht lange auf den Beinen. Cain Velasques schaffte 26 Sekunden, Junior dos Santos eine Minute und elf Sekunden, Andrei Arlovski immerhin 25 Sekunden länger.
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Längst wissen seine Gegner von Ngannous Schlagkraft. Vor seinem Duell mit dem Kameruner stärkte Alistair Overeem 2017 intensiv seine Nackenmuskulatur. Die von Diego Sanchez entwickelte Trainingsmethode sollte ihm dabei helfen, die harten Schläge besser wegzustecken. Genützt hat es nur bedingt. Nach 102 Sekunden krachte ein Ngannou-Haken derart brutal auf Overeems Kinn, dass dessen Kopf zurückklappte wie ein Pez-Spender. Fehlte nur noch, dass er Bonbons auswarf.
Augenzeugen hielten den Atem an. So brachial war schon lange niemand mehr auf die Bretter geschickt worden. Später folgte die Entwarnung. Es gebe keine bleibenden Schäden.
Und wie Tyson kommt auch Ngannou aus äusserst schwierigen Verhältnissen.
Francis Ngannou verbrachte seine ersten Lebensjahre im 10'000-Seelendorf Batié in Kamerun. Seine Eltern trennten sich, als er sechs Jahre alt war. Fortan sorgte sich seine Tante um ihn. Aufgrund seiner Postur warben schon früh verschiedene Strassengangs um seine Dienste. Vergeblich. Ngannous Vater war ein berüchtigter Strassenschläger. Der Sohn wollte nicht denselben Weg einschlagen.
Mit zehn Jahren begann er, in einer Sandmine zu arbeiten. Ihm blieb keine andere Wahl: «Ich musste mich am Abend zum Markt schleichen, um dort Essen zu finden. Manchmal stritt ich mich mit einer Ratte um eine verfaulte Tomate.»
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Später arbeitete Ngannou fünf Jahre lang als Motorrad-Taxichauffeur. Doch das reichte ihm nicht. Sein Traum war, Boxer zu werden. Er verkaufte sein Motorrad und suchte ein Fitnessstudio. Von seinen Freunden und der Familie wurde er indes für verrückt erklärt. Ngannou hatte noch nie in seinem Leben Boxtraining genossen. Und er war bereits 22 Jahre alt.
Eine Boxkarriere in Kamerun zu starten ist ein schwieriges Unterfangen. Deshalb floh er durch die Sahara über Marokko und das Mittelmeer. Er brauchte mehrere Versuche, bis er in Spanien ankam - wo er sofort verhaftet wurde. Nach zwei Monaten kam er wieder frei.
Didier Carmont nahm ihn unter seine Fittiche. Von der UFC und MMA hatte er bis dahin nur am Rande gehört. Trotzdem wurde ihm geraten, diesen Weg einzuschlagen. Noch im selben Jahr bestritt er seinen ersten Kampf. Nach 104 Sekunden gewann er - man darf ein bisschen schmunzeln - mit einem Armhebel.
Einen Monat später stand Ngannou bereits wieder im Ring. Und verlor. Die Punktrichter sahen seinen Gegner vorn.
In der Folge verbesserte sich Ngannou in rasantem Tempo. Nach nur drei Jahren MMA-Training und einem Kampfrekord von 5:1 unterzeichnete er bereits seinen ersten UFC-Vertrag. Der Rest ist Geschichte. Am Wochenende wurde Ngannou, zwölf Jahre nachdem er losgezogen war, um Boxer zu werden, UFC-Schwergewichtsweltmeister.
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Francis Ngannou ist jetzt 34 Jahre alt. Trotz seines Alters hat er sein Potenzial noch nicht komplett ausgeschöpft. An ihm werden sich die schweren Brocken in den nächsten Jahren die Zähne ausbeissen müssen. Und ein Typ wie Ngannou tut dem Schwergewicht gut. Die Musik und die besten Einschaltquoten spielen schon länger in den tieferen Gewichtsklassen, in denen Grossmäuler Charismatiker wie Conor McGregor, Nate Diaz, Jorge Masvidal, Israel Adesanya und Khabib Nurmagomedov das Narrativ diktieren.
Das dominante Auftreten und die Knochenbrecher-Aura von Ngannou verleiht der höchsten Gewichtsklasse wieder neue Attraktivität. Für ihn setzt man sich wieder vor den Fernseher - auch zu später Stunde noch. Ihm gelingt es, diese Urgefühle zu wecken. Ihn will man sehen, wie er seine Gegner vernichtet. Lang lebe der König.
Jon Jones erringt den Schwergewichtstitel
MMA-Fighter Jon Jones hat bei UFC 285 in Las Vegas den Schwergewichts-Weltmeister-Titel auf dominante Weise geholt. Der 35-Jährige zwang seinen französischen Gegner Ciryl Gane trotz dreijähriger Absenz schon nach rund zwei Minuten zur Aufgabe.
Aus einem «Guillotine Choke»-Würgegriff konnte Gane sich nicht mehr befreien und musste die Niederlage früh hinnehmen. Von vielen wird Jones als der «GOAT» - der «Greatest of All Time» - des MMA angesehen.
Vor rund drei Jahren hat Jones seinen Halbschwergewichtstitel abgelegt, um in die Schwergewichts-Division zu wechseln. Sein Debüt in dieser Gewichtsklasse ist nun mehr als gelungen. Nach dem Kampf fordert der kontroverse US-Amerikaner noch im Oktagon Stipe Miocic heraus. In seinem Interview bezeichnet Jones den 40-Jährigen als «grösstes Schwergewicht aller Zeiten».
Volkan Oezdemir: Vom Niemand zum Titelanwärter
Einer, der sich dem Kampf im Oktagon stellt, ist Volkan Oezdemir. Aufgewachsen in Freiburg, hat der Schweizer einen steilen Aufstieg hinter sich: Innerhalb eines Jahres wurde er vom Niemand zum Titelanwärter. In der Nacht auf Sonntag (MEZ) kämpft er in Boston gegen den Amerikaner Daniel Cormier um den Weltmeistertitel im Halbschwergewicht.
Sie sagen von sich, Sie hätten den «will to kill» ... Ich bin mehr als nur ein Athlet, mehr als ein Kämpfer. Ich bin ein Krieger. Einige Kämpfer im Spiel sind Athleten, ich hingegen habe den Kampf in mir.
Ein Kampf kann super schwierig werden. Am Ende kommt es darauf an, wer im Kopf länger dabei ist, wer im Kopf stärker ist. Ich bin bereit, das zu tun, was es braucht, um zu gewinnen. Wenn es sein muss, kann ich gewalttätig sein, um mein Ziel zu erreichen.
Ich bin dauernd am Analysieren, was passiert und was passiert ist. Weshalb habe ich den Punch nicht gelandet? Weshalb wurde ich getroffen? Es geht darum, während des Kampfs smart zu sein, jede Bewegung zu analysieren, jede Aktion - und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen.
Es ist etwas anderes als das, was im Käfig passiert. Gewalt braucht ein Gefälle, hat auch etwas mit Macht zu tun. Leute, die Tiere quälen, Erwachsene, die Kinder nicht korrekt behandeln, Menschen, die nicht respektvoll mit anderen Menschen umgehen. Das ist für mich Gewalt. Im Käfig stehen zwei, die wissen, worauf sie sich einlassen.
Grundsätzlich ist derzeit mein ganzes Leben auf den Kampf ausgelegt.
Khabib Nurmagomedov: Eine Legende des Kampfsports
Khabib Nurmagomedov, ein Name, der in der Welt des Kampfsports eine Legende geworden ist. Der russische Mixed Martial Artist (MMA) hat eine beeindruckende Karriere hinter sich, die von unzähligen Erfolgen und einer unbesiegten Bilanz von 29 Siegen geprägt ist. Der MMA-Kämpfer ist nicht nur für seine Meisterleistungen bekannt, sondern auch für seine physische und mentale Stärke, die ihn zu einem wahren Vorbild macht.
Khabib Abdulmanapovich Nurmagomedov, geboren am 20. September 1988, ist mittlerweile ein ehemaliger professioneller Mixed Matrial Arts Kämpfer. Seine beeindruckende Karriere, die schon im Jahr 2008 begann, führte ihn in die Leichtgewichtsklasse der Ultimate Fighting Championship (UFC), wo er den Titel des Leichtgewichts-Champion von April 2018 bis März 2021 erfolgreich hielt. Dies ist die längste Regentschaft in dieser Gewichtsklasse, die je gehalten wurde. Aufgrund seiner bemerkenswerten Leistungen wird er von vielen als einer der besten Mixed Matrial Arts Kämpfer aller Zeiten angesehen, da er seine Karriere mit einer makellosen Bilanz von 29 Siegen und keiner einzigen Niederlage beendete.
Seine beeindruckende Karriere, die schon im Jahr 2008 begann, führte ihn in die Leichtgewichtsklasse der Ultimate Fighting Championship (UFC), wo er den Titel des Leichtgewichts-Champion von April 2018 bis März 2021 erfolgreich hielt. Dies ist die längste Regentschaft in dieser Gewichtsklasse, die je gehalten wurde. Aufgrund seiner bemerkenswerten Leistungen wird er von vielen als einer der besten Mixed Matrial Arts Kämpfer aller Zeiten angesehen, da er seine Karriere mit einer makellosen Bilanz von 29 Siegen und keiner einzigen Niederlage beendete.
Khabib hat seine Wurzeln in den Kampfsportdisziplinen Sambo, Judo und Wrestling und kann auf 2 Kampf-Sambo-Weltmeistertitel zurückblicken. Ursprünglich aus der russischen Republik Dagestan stammend, ist Nurmagomedov, auch „The Eagle“ genannt, nicht nur für seine sportlichen Erfolge bekannt, sondern auch für seine kulturelle Bedeutung als erster Muslim, der einen UFC-Titel gewonnen hat. Sein Spitzname hat der Sportler von der Symbolik der Republik Dagestan, die einen Adler (Eagle) darstellt. Mit mehr als 34 Millionen Followern auf Instagram ist er der am meisten gefolgte russische Sportler in den sozialen Medien.
Nach dem UFC-Kampf 254 im Oktober 2020 verkündete Khabib offiziell seinen Rückzug aus dem aktiven Kampfsport und widmete sich danach dem MMA-Training und Coaching. Der Kampfstil des Sportlers setzt sich wie erwähnt aus einer Kombination von Sambo, Judo und Wrestling zusammen. Diese Mischung von Sportarten ist für MMA heutzutage aussergewöhnlich, denn der Oktagon wird von Muay Thai, Jiu-Jutsu und Boxen dominiert.
Schlagkraft - die Schlagfähigkeit des Kämpfers wird oft unterschätzt, denn Khabib triumphierte in den meisten Fällen durch seine Vorlagen gegenüber seinen Gegnern. Vorlagen im MMA sind Trainingsmethoden oder Strategien, die von den Kämpfern verwendet werden, wie z. B. Ground and Pound. Er trat gegen die gefährlichsten „Gladiatoren“ in seiner Gewichtsklasse an und schaffte es jedes Mal als Sieger aus dem Oktagon zu treten. Ein bemerkenswertes Beispiel war, als er Conor McGregor mit einem rechten Haken zu Boden warf.
In der ersten Runde eines Kampfes nutzt der Sportler seine Schläge, um den Gegner zu schwächen. Sobald er spürt, dass sein Gegner an Explosivität verliert, verkleinert er die Distanz und beginnt mit dem Grappling. Takedowns - der Erfolg des MMA-Sportlers beruht hauptsächlich auf seinen Takedowns. Im Gegensatz zu anderen Ringkampf-Stilen betont das Sambo, dem Khabib folgte, den Einsatz der Beine und des Käfigs als Angriffsform. Takedown ist eine Technik, bei der der Kämpfer den Gegner zu Boden bringt, um eine bessere Position zu erlagen. Wenn Khabib einen Takedown versucht, legt er seinen Kopf auf die Hüfte seines Gegners.
Beinkontrolle - eine charakteristische Technik von Khabib ist der sogenannte „Beinwickel“. Nachdem er seinen Gegner zu Boden gebracht hat, umschlingt er fest seine Beine. Diese Technik erzeugt einen hohen Druck auf die Knie und macht es ihm praktisch unmöglich, seinen Unterkörper für eine Flucht oder irgendeine Form von Gegenkraft gegen den Boden zu nutzen. Um den Druck effektiv bei dem Kampf aufrecht zu halten, ist ein intensives Beintraining von grosser Bedeutung. Dies kann durch Partnerübungen oder Solotraining erreicht werden, z. B. durch das Zusammenpressen eines am Boden liegenden schweren Sackes. Diese Übung hilft dabei, die notwendige Stärke und Ausdauer in den Beinen aufzubauen und die Technik von Khabib erfolgreich anzuwenden.
„Smesh“ Ground and Pound - während seiner Zeit als Champion im Leichtgewicht erwies sich Khabibs Ground and Pound Technik als unaufhaltsam. Sobald er seine Beine um seinen Gegner geschlungen hat, begann er aktiv nach Möglichkeiten zu suchen, den Kampf zu beenden. Durch geschicktes Nutzen seiner Beinkontrolle hat er die Hände frei, um präzise Schläge auf Gesicht und Körper des Gegners zu setzen und somit dessen Verteidigungsversuch und Befreiungsbewegungen zu verhindern. Seine geübte Kombination aus Beinkontrolle und Schlägen macht ihn zu einem äusserst gefährlichen Gegner auf dem Boden, der viele seiner Konkurrenten vor Herausforderungen stellt.
Khabibs Fitnessplan ist das Ergebnis einer gut durchdachten Trainingsstrategie. Er fokussiert sich durch einen vielseitigen Trainingsplan auf verschiedene Aspekte seines Körpers. Dies ermöglicht ihm eine bemerkenswerte Stärke, Wendigkeit und Schnelligkeit zu erreichen.
- Kampfkunsttraining - er trainiert täglich am Nachmittag, um seine Techniken in den Kampfkünsten zu verfeinern und seine Kampffertigkeit zu optimieren.
- Russische Sauna - einmal pro Woche nutzt er eine russische Sauna, um seinen Körper zu entspannen und Muskelverspannungen zu lösen.
Khabib hat eine Vorliebe für Low-Tech-Training und nimmt keine ausgefallenen Dinge in sein Trainingsprogramm auf. Er präferiert effektive Übungen, die Ergebnisse liefern.
- Calisthenics - Körpergewichtsübungen wie Liegestütze, Klimmzüge und Kniebeugen sind äusserst effektiv, um Muskelkraft aufzubauen.
- Schattenboxen - dies ist eine beliebte Übung im Kampfsport, die Khabib hilft, seine Techniken zu schärfen und seine Reflexe zu verbessern.
Der Sport erfordert von den Athleten eine erhebliche Oberkörperkraft, da er eine intensive Beanspruchung, der Muskel im Rumpf, Schultern, Armen, Rücken und Brustmuskulatur mit sich bringt. MMA-Kämpfer zeichnen sich oft durch ihre ausprägte Oberkörperkraft und gute Kondition aus, Khabib ist in dieser Hinsicht keine Ausnahme.
- Liegestütze mit Schulterklopfen: Beginne in der Liegestützposition mit den Händen auf dem Boden, etwa schulterbreit auseinander.
- Superman: Lege dich auf den Bauch mit ausgestreckten Armen und Beinen. Hebe gleichzeitig deine Arme, Schulter, Brust und Beine vom Boden ab. Dabei formst du eine leichte Bogenposition mit deinem Körper. Halte diese Position für ein paar Sekunden, während du deine Muskeln im unteren Rücken und Gesässmuskeln anspannst.
- Klatschende Liegestütze: Gehe in die Liegestützposition und mache einen Liegestütz. Bei der Ausführung berührst du mit deiner Brust fast den Boden, und dann drückst du dich intensiv mit Schwung nach oben, sodass deine Hände den Bode verlassen. Klatsche in der Luft mit den Händen, bevor du sie wieder auf den Boden setzt.
- Hohe Planke: Diese Übung ist eine spezielle Ausführung der Planke. Beginne in einer Liegestützposition, deine Schultern sollten über den Händen sein und dein Körper in einer geraden Linie von Kopf zu den Füssen. Spanne deine Bauchmuskeln an und halte diese Position, und schon machst du die hohe Planke.
- Fahrrad Crunches: Lege dich auf den Rücken und hebe deine Beine. Deine Schienbeine sollten parallel zu Boden sein. Platziere deine Hände hinter deinem Kopf und bewege deine Beine so, als ob du ein Fahrrad fahren würdest. Das machst du, indem du abwechselnd ein Bein ausstreckst und das andere anziehst.
- Crunches: Lege dich auf den Rücken und beuge deine Knie, sodass deine Füsse flach auf dem Boden stehen. Platziere deine Hände hinter dem Kopf, spanne deine Bauchmuskeln an und hebe deinen Oberkörper vom Boden ab, indem du deine Schultern Richtung Knie bewegst.
Tyson Fury: Zwischen Boxen und UFC
Schwergewicht-Superstar Tyson Fury (35) ist aktuell mit einer Promo-Tour in Saudi-Arabien beschäftigt. Am 28. Oktober tritt er in Saudi-Arabien gegen UFC-Champion Francis Ngannou (37) an. Der Promo-Apparat für diesen Fight um den eigens erfundenen Titel des «Baddest Man On The Planet» läuft aktuell auf Hochtouren.
Der «World Boxing Council» (WBC) schaut Furys Treiben widerwillig zu - könnte nun aber Druck auf den Superstar machen. Wie in dieser Woche durchsickerte, wird hinter den Kulissen an der Ansetzung eines WM-Eliminators gearbeitet.
Im Winter 2024 sollen sich demnach die beiden Fury-Herausforderer Anthony Joshua (33) und Deontay Wilder (37) gegenüberstehen. Der Gewinner dieses prestigeträchtigen Duells tritt dann Ende nächsten Jahres im Showdown um den WBC-Gürtel gegen Titelhalter Fury an. So zumindest die Idee.
Ob Fury dem zustimmt, ist unklar. Doch der WBC sitzt am längeren Hebel. Weigert sich der Brite, einem solchen Entscheidungskampf zuzustimmen, könnte ihm sein aktueller Weltmeistertitel entzogen werden. Wird er also zum Knaller-Fight gegen Joshua oder Wilder gezwungen? Aktuell deutet vieles darauf hin.
Conor McGregor: Provokation und Perfektion
Conor McGregor ist der aktuell grösste Star des Mixed-Martial-Arts-Verbandes «Ultimate Fighting Championship» (UFC). Seit Sonntagnacht und dem UFC-205-Event ist der 28-jährige Ire der erste Kämpfer überhaupt, der Champion in zwei verschiedenen Gewichtsklassen ist. Scheinbar mühelos verprügelt «The Notorious» auch den amtierenden Champion in der Leichtgewichtsklasse, Eddie Alvarez:
In gewohnter McGregor-Manier verhöhnte er vor, während und nach dem Kampf seine Gegner. Vor dem Kampf:McGregor schnappt sich Alvarez' Gurt und meint: «Sorry, I'm late, I just don't give a f***!»
Es sind hauptsächlich zwei Dinge, die angeprangert werden:Keiner hat Respekt vor dem Gegner.Primitives Prügeln ist kein richtiger Sport.
Man darf nicht vergessen, dass der Sport zur Unterhaltungsbranche gehört. Da gehört Show und Provokation dazu. Und «The Notorious» beherrscht sowohl das Sportliche wie auch die Inszenierung drumherum beinahe in Perfektion. Das bedeutet aber keineswegs, dass er ein «Rüpel» ist oder «keinen Respekt vor dem Gegner» hat.
Alle, die sich schon einmal im Kampfsport versucht haben, wissen, welche körperliche Grundfitness erforderlich ist. Das überhaupt diskutieren zu müssen, ist eine Farce. Dazu kommen eine unfassbare Körperbeherrschung, brutale Kraft und eine mentale Stärke, die seinesgleichen sucht. Zudem ist es eine absolute Kunst, die verschiedenen Kampfsportarten zu kombinieren und dabei jede möglichst perfekt zu beherrschen.
Mayweather vs. McGregor: Ein Kampf der Giganten
Der ungeschlagene König des Boxens Mayweather gegen den Superstar der Mixed-Martial-Arts McGregor: Was für ein Spektakel! Doch für die Experten steht der Gewinner bereits fest.
Wer sich als Einzelkämpfer immer wieder dort hinein begibt, wo es wehtun kann, muss ein starkes, unerschütterliches Ego in sich aufbauen. Nur wer das schafft, kann in einem Ring, einem Käfig oder einer anderen Kampfzone bestehen. Andernfalls frisst ihn die Angst auf.
So gesehen ist vieles normal, was der 28-jährige MMA-Profi (Mixed Martial Arts) aus dem Süden von Dublin diesen Sommer alles öffentlich abgesondert hat. Er sieht demnach bloss einen weiteren Kampf vor sich, den er wieder vorzeitig entscheiden wird. Vielleicht in Runde vier, wie er zunächst gesagt hat, um sich irgendwann zu korrigieren. «Er wird es nicht über die zweite Runde hinaus schaffen», hat er in Richtung seines Gegners auch mal prophezeit.
Als müsste er während der PR-Tour durch vier Städte, die ihn und seinen Rivalen quer durch die Vereinigten Staaten und bis nach London geführt hat, die rhetorischen Schrauben immer fester drehen. Galt es doch, überall in der Alten und in der Neuen Welt die Luft brennen zu lassen für einen besonders kostspieligen Pay-per-View-Event.
