MMA zu Hause lernen – Eine detaillierte Anleitung

Mixed Martial Arts (MMA) ist eine der anspruchsvollsten und vielseitigsten Sportarten überhaupt. Um in diesem Bereich erfolgreich zu sein, bedarf es nicht nur körperlicher Fitness, sondern auch einer ausgeklügelten Technik. Doch worauf kommt es konkret an, wenn man seine Fähigkeiten im MMA Training verbessern möchte? Im Folgenden erfahren Sie, welche Aspekte entscheidend sind und wie Sie Ihr Training optimal gestalten können.

Was macht MMA Training so besonders?

MMA ist eine Kombination aus verschiedenen Kampfsportarten wie Boxen, Ringen, Jiu-Jitsu und Muay Thai. Diese Vielseitigkeit erfordert ein umfassendes Training, das sowohl technische als auch konditionelle Aspekte abdeckt. Die Komplexität von MMA erfordert ein hohes Maß an Disziplin und Hingabe. Ein weiterer wichtiger Aspekt des MMA Trainings ist die mentale Stärke. Kämpfer müssen lernen, unter Druck ruhig und fokussiert zu bleiben, um ihre Strategie effektiv umzusetzen. Neben der körperlichen Kondition spielt die richtige Ernährung eine entscheidende Rolle. Mit dem richtigen MMA Training steigern Sie Ihre Fitness.

Technik vs. Kraft: Die richtige Balance finden

Um im MMA erfolgreich zu sein, ist es entscheidend, die richtige Balance zwischen Technik und Kraft zu finden. Aber wie genau kann man diese beiden Elemente im Training vereinen?

Eine der wichtigsten Grundlagen im MMA ist die korrekte Ausführung von Techniken. Krafttraining sollte immer ergänzend zum Techniktraining durchgeführt werden. Es geht darum, die Muskeln zu stärken, ohne dabei die Flexibilität und Schnelligkeit zu verlieren. Im Training sollten regelmäßig Sparring-Einheiten eingeplant werden, um die erlernten Techniken unter realistischen Bedingungen anzuwenden und zu verfeinern. Es ist wichtig, stets auf den eigenen Körper zu hören und Überlastungen zu vermeiden. Eine gute Regenerationsphase hilft, langfristig fit und verletzungsfrei zu bleiben.

Cardio-Training: Der Schlüssel zur Ausdauer

Cardio-Training ist ein wesentlicher Bestandteil eines erfolgreichen MMA Trainingsplans. Warum ist es so wichtig und wie kann es optimal integriert werden?

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Ausdauer ist entscheidend, um über mehrere Runden hinweg Leistung bringen zu können. Intervalltraining hat sich als besonders effektiv erwiesen. Neben dem klassischen Laufen können auch Schwimmen, Radfahren oder Seilspringen in den Trainingsplan integriert werden, um die Ausdauer weiter zu trainieren und zu steigern.

Ernährung im MMA: Mehr als nur Kalorien zählen

Ernährung spielt eine zentrale Rolle im Trainingserfolg. Wie sieht die optimale Ernährung für einen MMA-Athleten aus?

Eine proteinreiche und ausgewogene Ernährung unterstützt den Muskelaufbau und die Regeneration. Kohlenhydrate sind die Hauptenergiequelle und sollten vor allem vor intensiven Trainingseinheiten in ausreichender Menge konsumiert werden. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist essenziell. Wasser und Elektrolytgetränke helfen, den Wasserhaushalt im Gleichgewicht zu halten und unterstützen die Regeneration.

Trainiere wie ein MMA-Kämpfer

Das Trainingsprogramm eines MMA-Kämpfers muss gut strukturiert sein und du musst bereit sein, Zeit zu investieren. Um das meiste aus deinen Mühen zu holen und Übertraining zu vermeiden, solltest du mit einem qualifizierten Coach oder Trainer sprechen.

Jeder von uns hat einen anderen Rhythmus, aber ein typischer Trainingsplan könnte in etwa so aussehen:

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  • Montag:
    • Morgens: Intervall-Training (Tabata) auf dem Laufband: Fünf Minuten bestehend aus 20 Sekunden Belastung und 10 Sekunden Entlastung im Wechsel. Anschließend 2 Minuten Erholung. Wiederhole dies mindestens 3-mal.
    • Nachmittags: Schlag-Training für ein Stunde, bei dem die Schnelligkeit deiner Schläge im Mittelpunkt steht. Trainiere mit einem Partner oder einem Boxsack.
  • Dienstag:
    • Morgens: Training auf dem Boden für eine Stunde. Trainiere mit einem Partner, wie du die Oberhand im Kampf gewinnst und ihn zu Boden bringst. Anschließend Armlock-Training (2 Minuten Belastung gefolgt von 2 Minuten Entlastung).
  • Mittwoch:
    • Pause und aktive Regeneration.
  • Donnerstag:
    • Morgens: Krafttraining für 45 Minuten, bei dem Gewichte und plyometrische Übungen zum Einsatz kommen (30 - 60 % des 1RMs). Führe jeweils 3 Sätze mit 5 Wiederholungen aus. Lege danach 3 Minuten Pause ein.
    • Nachmittags: Grapple- und Wurfübungen mit einem Partner, bei dem du dich darauf konzentrierst, ihn zu Boden zu bringen. Führe 3 Runden zu je 3 Minuten aus und lege danach 1,5 Minuten Pause ein.
  • Freitag:
    • Zirkeltraining, bei dem Körpergewichtsübungen, Sprinten und Kampfkonditionierung enthalten sind (z.B. Aufsteh-Bewegungen und Boxsack-Training).
  • Samstag:
    • Pause und aktive Regeneration.
  • Sonntag:
    • Morgens: Krafttraining für eine Stunde. Konzentriere dich auf Verbundübungen, bei denen du 80 % oder mehr deines 1 RMs bewegst. Mache hiervon 4 Sätze mit je 4 Wiederholungen
    • Nachmittags: Sparring-Sessions mit verschiedenen Techniken in 5-Minuten-Runden, wobei in jeder Runde ein anderer Schwerpunkt gesetzt wird (z.B. Stand-, Clinch- oder Bodentechniken).

Dein persönlicher Trainingsplan wird an deine Ziele und deinen Fortschritt angepasst, sodass er sich von diesem unterscheiden kann. Aber in jedem Fall solltest du viel Wert auf deine Regeneration legen, denn nur so kannst du das Meiste aus deinem Training herausholen.

Das beste Konditionstraining für MMA

MMA ist ein Sport, bei dem dein ganzer Körper gefragt ist. Aus diesem Grund ist es wichtig, Übungen zu machen, die deinen ganzen Körper konditionieren. Hier sind ein paar Übungen, die du in deinen Plan aufnehmen kannst:

  • Offset Overhead Lunges (etwa 5 % Differenz zwischen den Seiten)
  • Battle Ropes (verschiedene Methoden, um die Ausdauer deiner Schulter zu verbessern)
  • Kettlebell Swings (perfekt für eine bessere Hüftbewegungen und kraftvolle Bewegungen)
  • Sled Drags (bringe ein Seil an einem Schlitten an und ziehe ihn durch den Raum)
  • Torpedo Buoy Twist Slams (nimm das Seil in die Hand und führe Russian Twists aus, während du den Ball auf den Boden wirfst)

Equipment für MMA-Kämpfe

Während eines offiziellen Wettkampfes musst du eine spezifische Ausrüstung tragen, die den Regeln entspricht. Dazu zählen Handschuhe, die deine Knöchel bedecken, aber deine Finger und Daumen frei leisen. Darunter trägst du Handbandagen, die deine Gelenke und Knochen schützen sollen. Manche Vereine verlangen zudem, dass du einen Helm trägst, um deinen Kopf vor harten Schlägen zu schützen.

Darüber hinaus gibt es das ein oder andere, das du dir vielleicht für dein Training zulegen möchtest. Beispiele wären Handschuhe, die deine Hände im Ganzen schützen oder Polster für deine Füße und Schienbeine, um Tritte auf diese Stellen weniger schmerzhaft zu machen. Wenn du öfter alleine trainieren musst, kannst du dir auch einen Boxsack zulegen.

Was deine Kleidung angeht, solltest du während eines Wettkampfs unbedingt etwas tragen, indem du dich gut bewegen kannst und das bequem ist. Gut geeignet wäre etwas aus Lycra oder Baggy Short, aber die Entscheidung liegt bei dir. Als Shirt ist ein enges Top oder auch Sport-BH geeignet.

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Während deines Trainings kannst du tragen, was du willst. Aber denk daran, dass du vermutlich sehr viel schwitzen wirst. Wir empfehlen dir daher ein leichtes Shirt oder etwas, dass Schweiß ableitet wie unser Engage Performace T-Shirt. Unsere Engage Shorts oder unsere Engage Baselayer Leggings halten dich schön kühl und sorgen für eine gute Belüftung. Und für Frauen ist unser Engage Power Sport-BH eine gute Option.

Für mehr MMA-geeignete Kleidung solltest du einen Blick auf unsere Combat-Kollektion werfen.

Krafttraining für Kampfsportler

Krafttraining ist ein integraler Bestandteil des Trainings für Kampfsportler. Egal, ob Boxer, Kickboxer, Thaiboxer, MMA-Kämpfer oder Karateka, eine starke Körperkraft ist wichtig, um im Ring oder auf der Matte bestehen zu können. Das Krafttraining kann dazu beitragen, die körperliche Stärke, Ausdauer und Explosivität zu verbessern.

Regelmäßiges Krafttraining ist daher für Kampfsportler von entscheidender Bedeutung, um die Leistung zu verbessern, das Verletzungsrisiko zu reduzieren und die Ausdauer zu steigern. Es ist jedoch wichtig, dass das Krafttraining speziell auf die Bedürfnisse und Anforderungen des jeweiligen Kampfsports abgestimmt wird, um eine optimale Wirkung zu erzielen. Zum Beispiel können Boxer mehr Wert auf Oberkörperstärke legen, während Judoka sich auf Bein- und Rumpfstärke konzentrieren möchten.

Vorteile des Krafttrainings für Kampfsportler

  • Verbessert die Leistung: Eine starker Körper ist wichtig, um in einem Kampfsport effektiv zu kämpfen. Eine starke Muskulatur ermöglicht es, schneller und kraftvoller zu schlagen und zu treten, was zu einer besseren Leistung führt.
  • Verringert das Verletzungsrisiko: Mit einem gut trainierten Körper, kann das Verletzungsrisiko im Kampfsport reduziert werden. Eine starke Muskulatur hilft, den Körper stabil zu halten und Verletzungen wie Knöchelverstauchungen und Gelenkprobleme zu vermeiden.
  • Steigert die Ausdauer: Ein regelmäßiges Krafttraining kann auch die Ausdauer verbessern. Während eines Kampfes werden hohe Anforderungen an die körperliche Ausdauer gestellt.

Welche Kraftübungen für Kampfsport?

Die Basis des Krafttrainings sollten Grundübungen bilden. Dabei handelt es sich um mehrgelenkige Übungen, die mehrere Muskelgruppen gleichzeitig trainieren. Für Kampfsportler eignen sich Übungen, die die gesamte Körperkraft verbessern, wie z.B.:

  • Kniebeugen: Für Beinstärke und Explosivität
  • Bankdrücken: Für Oberkörperstärke
  • Kreuzheben: Für Rumpf- und Beinstärke
  • Klimmzüge: Für Rücken- und Armstärke
  • Schulterdrücken: Für Schulterstärke

Wie oft sollten Kampfsportler Krafttraining betreiben?

Die Häufigkeit des Krafttrainings für Kampfsportler hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. dem individuellen Trainingsziel, dem aktuellen Leistungsstand und der Art des Kampfsports. Hast du vor in Wettkämpfen anzutreten kann auch die Trainingsphase in der du dich gerade befindest.

Es ist wichtig, dass das Krafttraining nicht zu oft oder zu intensiv durchgeführt wird, da dies zu Übertraining und Verletzungen führen kann. Eine ausreichende Regeneration ist ebenso wichtig wie das Training selbst.

Wie trainieren Kampfsportler im Fitnessstudio?

Kampfsportler können ihr Training im Fitnessstudio auf folgende Weise gestalten:

  • Grundübungen: Eine solides Basisprogramm mit Grundübungen wie Kniebeugen, Kreuzheben, Bankdrücken, Klimmzügen und Schulterdrücken kann helfen, die allgemeine Körperkraft zu verbessern.
  • Schwerpunkte setzen: Kampfsportler sollten ihr Training auf die spezifischen Bedürfnisse ihres Sports ausrichten, indem sie Übungen auswählen, die für ihren Sport relevant sind.
  • Core-Kraft verbessern: Der Rumpf spielt eine zentrale Rolle bei sämtlichen Bewegungen. Kampfsportler sollten daher gezielt Übungen zur Stärkung der Rumpfmuskulatur in ihr Training integrieren.
  • Isolationsübungen: Einige Kampfsportler können auch von Isolationsübungen profitieren, die einzelne Muskelgruppen gezielt trainieren, wie z.B. Bizeps-Curls und Trizeps-Kickbacks.
  • Funktionelle Übungen: Funktionelle Übungen, die den ganzen Körper beanspruchen, können für Kampfsportler von Vorteil sein, da sie eine bessere Übertragbarkeit auf den Sport haben.

Es ist wichtig, ein individuelles Trainingsprogramm zu entwickeln, das auf die Bedürfnisse und Ziele des Einzelnen abgestimmt ist.

Häufig gestellte Fragen zu MMA (F.A.Q.)

Was isst ein MMA-Kämpfer?

Der Ernährungsplan eines MMA-Kämpfers ist von seinen Zielen abhängig. Wenn sie sich auf einen Kampf vorbereiten oder Masse aufbauen wollen, steht die Gewichtszunahme oder der Erhalt im Fokus.

Wenn du an Gewicht verlieren möchtest, solltest du von gewissen Strategien absehen, da du durch diese möglicherweise deine Energie oder Kraft verlierst. Es gibt bessere Methoden, um Gewicht zu verlieren und diese Diät-Lebensmittel helfen dir dabei.

Ist MMA gefährlich?

Wie jeder andere Kampfsport birgt auch MMA-Risiken. Aber mit einem guten Training, das auf Verletzungsprävention ausgelegt ist und dich an deiner Technik arbeiten lässt, sollte dieses Risiko gesenkt werden.

Ist MMA für Anfänger geeignet?

MMA ist ein fordernder und komplizierter Sport, bei dem viele verschiedene Stile und Techniken kombiniert werden. Ein gewisses Vorwissen kann natürlich helfen, jedoch kannst du auch als Anfänger gegen Trainierende auf deinem Level antreten und gewinnen.

Du musst auch nicht zwangsläufig an Wettkämpfen teilnehmen, sondern nur trainieren, um deine Fertigkeiten zu verbessern.

Ist MMA schwierig zu lernen?

Es gibt einige Elemente die MMA durchaus anspruchsvoll machen. Aber mit Disziplin, einer guten Führung und Unterstützung kannst du in relativ kurzer Zeit an Wettkämpfen teilnehmen.

Wie viele Stunden am Tag trainieren MMA-Kämpfer?

Wie viel und wie oft trainiert wird, ist von dem Level des Kämpfers abhängig.

Manche UFC-Kämpfer trainieren in dem Zeitraum vor dem Wettkampf 2 - 4 Stunden am Tag, während es in der Off Season nur 4 - 8 Stunden pro Woche sind. Amateur-Kämpfer hingegen müssen ihr Training oft an ihren Alltag anpassen, sodass sie nur 2 - 6 Stunden in der Woche investieren können.

Kannst du MMA auch alleine trainieren?

Online gibt es durchaus Videos, die dir eine gewisse Anleitung bieten, jedoch kann es gefährlich werden, ohne einen richtigen Coach zu trainieren.

Zirkeltraining für zu Hause

Hier sind einige Übungen für ein Hardcore Zirkeltraining, das du zu Hause durchführen kannst:

  1. 5-6 Frog Ups: Dabei ist der Iliopsoas ausgeschaltet, der sonst immer bei Crunches dabei ist.
  2. 1 Min Squats mit Shoulder Press: Explosiv arbeiten. Damit die Kniebeuge möglichst sauber wird und du weit genug runter gehst kannst du am besten Stepbretter hinter dir platzieren, die dir als taktile Hilfe dienen. Denk daran, dass du Spannung auf die Rumpfmuskulatur gibst, damit du nicht ins Hohlkreuz kippst.
  3. 1 Minute Rotators mit der Langhantel: Achte dabei darauf, dass du schön aus der Hüfte kommst und mit langen Wegen arbeist, also weit runter gehst. Die Arme bleiben lang!
  4. Clean und Push Press mit der Langhantelstange: Die Langhantel wird bei jeder Wiederholung immer komplett abgelegt. Mit einer explosiven Bewegung bringst du die Langhantel zum Hals.
  5. Rotators mit Medizinball: Im Sitzen hockst du die Beine leicht an und hebst die Füße vom Boden ab. Mit beiden Händen hältst du einen Medizinball und lässt ihn um die Körperachse von links nach rechts rotieren - auf jeder Seite wird einmal kurz aufgetippt. Arbeite dabei möglichst explosiv und achte auf gute Körperspannung, damit du wirklich nur um die Körperlängsachse rotierst und nicht „rumeierst“!
  6. Mountainwalks: Du gehst in den Liegestützposition. Die Hände sind direkt unter der Schulter. Ein Bein ziehst du nach vorn. Die Hüfte kann dabei ruhig etwas „reinfallen“. Mit Impuls aus der Rumpfmuskulatur ziehst du die Hüfte nach oben und die Beine wechseln ihre vorne/hinten Position. Achte darauf schnellkräftig zu arbeiten.
  7. Core/Renegade Row für die Rückenmuskulatur: Für diese Übung benötigst du ein paar Langhanteln. Ausgangspunkt ist die Liegestützposition. Der Körper bleibt stabil und du ruderst abwechselnd mit beiden Armen.

Grappling Tipps für Anfänger

Auch wenn die folgenden Tips vor allem für Grappling Einsteiger gedacht ist, enthalten diese Wahrheiten, die uneingeschränkt für alle (Grappling) Sportler auf jedem Niveau gelten und ohne deren Beachtung man sich sehr schwer tun wird. Fortgeschrittene Grappler, denen diese Regeln vielleicht ein bisschen albern vorkommen, sollten sich an die eigene Nase fassen und sich an ihre ersten Wochen, Monate und Jahre auf der Matte zurückerinnern.

Voraussetzung für ein produktives Training ist es, sich auf der Matte sicher und wohl zu fühlen. Wer sich sicher und wohl fühlt hat keinen Grund sich körperlich und mental zu verkrampfen, meiner Meinung nach der größte Anfängerfehler überhaupt. Da die Aufforderung „sich zu entspannen“ selten den gewünschten Erfolg bringt, hier eine kurze Ausführung, was damit konkret gemeint ist:

  • Teile dir deine Kräfte ein! Verpulvere nicht deine ganze Energie in den ersten Minuten. Lerne, dass es alles andere als ein gutes Gefühl ist, wenn dir beim Rollen die Luft ausgeht.
  • Verkrampfe nicht! Alle Muskeln deines Körpers anzuspannen ist nicht funktional, macht dich langsam und frisst deinen ganzen Sauerstoff. Schwer zu glauben, aber nicht alle deine Muskeln müssen die ganze Zeit voll kontrahiert werden.
  • Nicht ausrasten! Nicht in schlechten Positionen, und erst recht nicht, wenn du in einem Aufgabegriff landest. Erstens bist du nur im Training und zweitens sind die Chancen, deine Position zu verbessern bzw. dem Aufgabegriff zu entkommen deutlich größer, wenn Du versuchst, ruhig und technisch zu bleiben, anstatt in Panik zu geraten.
  • Versuche Techniken nicht schneller auszuführen als nötig oder als dein Können es dir erlaubt. Besonders für die großen und starken Jungs: Erzwinge keine Techniken. Nehme das was da ist, nicht nur das, was Du willst. Hört sich einfach an, aber du wirst schnell merken, dass es unter Druck schnell vergessen gerät.
  • Aller Anfang ist schwer. Um auf ein solides Niveau in einer solch komplexen Sportart zu gelangen, bedarf es Zeit. Du wirst nicht alle Trainingspartner nach wenigen Wochen Training tappen. Wenn du echte Fortschritte machen möchtest, ist konsistentes Training der Schlüssel! Einfach im Training aufzutauchen ist nicht genug. Niemand außer dir selbst macht dich zu einem besseren Grappler. Gute Trainer können dich führen, aber an dir arbeiten musst du selbst. Schaue genau hin und höre gut zu - nur so nimmst du maximal viel aus einer Stunde mit.
  • Du hast Fragen? Wenn Du etwas nicht verstehst, frage! Frage erfahrenere Trainingspartner oder den Trainer. Wenn du immer wieder mit den gleichen Techniken erwischt wirst, frage unbedingt was du falsch machst. Finde den richtigen Zeitpunkt zu fragen.
  • Wenn du erwischt wirst, schlage ab! Getapped werden gehört selbstverständlich dazu. Das ist das Spiel. Letztlich lernen es die meisten auf die harte Tour. So ziemlich jeder Grappler mit etwas Erfahrung kann sich an die eine oder andere Situation erinnern, in der er (oder sie) besser weniger falschen Ehrgeiz gezeigt und lieber rechtzeitig getapped hätte. Dies bezieht sich auf alle Trainingssituationen (Drillen, Rollen, …) im Allgemeinen, als auch auf das Beenden einer Aufgabetechnik im Speziellen.
  • Nehme Rücksicht auf weniger erfahrene und körperlich schwächere Trainingspartner. Gebe ihnen Möglichkeiten zu arbeiten. Wenn du den Kampf steuern willst, erreich das mit Technik und nicht mit körperlicher Überlegenheit. Gelingt dir ein Aufgabegriff, beende diesen kontrolliert mit langsam und gleichmäßig ansteigendem Druck. Sollten die höheren Gurte mitkriegen, dass du kleinere und weniger erfahrene Partner “quältst”, kommt das Ganze irgendwann auf dich zurück. Wenn du mit einem Aufgabegriff Erfolg hast, ist es der Job deines Partners zu tappen, aber es ist dein Job, den Tap unmittelbar zu bemerken. Vergesse nicht vor lauter Freude über deinen Erfolg deinen Partner, der vielleicht keine Hand zum tappen frei hat. In den ersten Wochen werden die Leute dich immer wieder ordentlich verknoten und du wirst jede Menge tappen müssen. Auch das gehört dazu und muss so sein, denn es wird dir am eigenen Leib demonstriert, wie effektiv die Techniken tatsächlich sind. Sei dir sicher, dass selbst die allerbesten das Gleiche durchgemacht haben. Auch noch mit einiger Erfahrung wirst du immer noch erwischt werden und an manchen Tagen verlierst du gegen Partner, die du normalerweise dominierst.
  • Man kann unglaublich viel beim Beobachten anderer Grappling Sportler lernen. Zu beobachten wie erfahrenere Garppler sich bewegen, sich positionieren und welche Techniken tatsächlich funktionieren, sollte Teil deines Trainings sein. Sei dir bewusst, dass jeder Grappler seine eigene Interpretation des Sports hat und nicht alle Techniken gleichgut für jeden Körpertyp / bei jedem Partner funktionieren. Es wird ein Punkt kommen, ab dem dein Wissensdurst schier unermesslich wird und du am liebsten jede Stunde 100 Sachen fragen und ausprobieren möchtest. Es ist aber sehr, sehr wichtig, dass du dein Game langsam und organisch entwickelst. Arbeite in jedem Training an einer (maximal 2) neuen Techniken. Du bist im Training um zu lernen, nicht um zu kämpfen. Es geht nicht ums Gewinnen, sondern darum besser zu werden. Wie schon angedeutet machen das Halten von guten und das Befreien aus schlechten Positionen einen guten Grappler aus. Befreiungstechniken, Guard Passing, Haltegriffe und Sweeps sind, besonders am Anfang, die wichtigsten Aspekte deines Games. Submissions machen Spass und sind auch einfach eine coole Sache. Halte dich an die Basics. Wir alle haben Bereiche von denen wir genau wissen, dass diese Verbesserung bedürfen, aber allzu gerne drücken wir uns darum.
  • “Set daily, weekly, monthly and yearly goals. Write them down and share them with someone close to you.” Du solltest dir permanent realistische Ziele stecken, die du dir im Training erarbeiten kannst. Z.B. “Diese Woche sweepe ich jeden meiner Trainingspartner mit meinem Lieblings Half‐Guard Sweep”. Gelingt es dir, diese Techniken anzuwenden, auf die du gezielt hingearbeitet hast, belohnst du dich selbst und hast deutlich mehr Spass im Training. Wer hart trainiert, muss sich auch entsprechende Ruhephasen gönnen. Nimm Verletzungen Ernst! Ein weiterer Klassiker, den die meisten von uns auf die harte Tour lernen und der bei manchen nie anzukommen scheint. Ernähre dich ausgewogen und gesund. Eigentlich selbstredend, aber für alle Fälle: Halte deine Ausrüstung stets sauber und wohlriechend. Halte dich selbst immer sauber und wohlriechend. Respektiere jeden Menschen auf der Matte.