Karateanzug Bezeichnungen: Alles, was Sie wissen müssen

Karate ist eine der bekanntesten Kampfkünste der Welt und hat seinen Ursprung in Okinawa, Japan. Es kombiniert kraftvolle Schläge, Tritte und Blocks mit geistiger Disziplin und Respekt. Das Wort Karate bedeutet übersetzt „leere Hand“ und verdeutlicht, dass Karate ohne Waffen, sondern durch die Kontrolle des eigenen Körpers praktiziert wird. Ein wesentlicher Bestandteil der Kampfkunst ist die Kleidung - der typische weiße Anzug, den viele als „Gi“ bezeichnen.

Um den Karatesport sowohl in Training und Lehrgang als auch im Wettkampf bestmöglich ausführen zu können, benötigt es einen Karateanzug, auch Karate Gi bzw. Dogi genannt. Der Karateanzug hat eine lange Tradition und bildet die Grundausstattung des Kämpfers.

Die korrekte Bezeichnung für den Karateanzug

Viele Karatekas außerhalb Japans bezeichnen ihren Karateanzug schlicht als „Gi“. Doch in Japan führt dies häufig zu Missverständnissen. Warum? Weil das Wort „Gi“ alleine im Japanischen keinen klaren Sinn ergibt. Die Bezeichnung „Gi“ für einen Karateanzug kommt ursprünglich aus dem japanischen Begriff „Keikogi“, welcher der japanische Ausdruck für Trainingsanzug ist. Die japanische Bezeichnung des Trainingsanzuges speziell für Karate ist Dogi.

Dies wurde vor allem in europäischen Länder entsprechend der Kampfkunst dann abgeändert in z. B. Karate-Gi und somit in die Kurzform Gi.

Was bedeutet „Dogi“ oder „Karate-gi“?

Der richtige Begriff für den Karateanzug lautet entweder „Dogi“ oder „Karate-gi“. Dies setzt sich aus zwei wichtigen Bestandteilen zusammen:

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  • Do: bedeutet „Weg“ oder „Pfad“ und bezieht sich auf die geistige und körperliche Reise, die ein Karateka unternimmt.
  • Gi: bedeutet „Kleidung“ oder „Anzug“.

Zusammen bedeutet „Dogi“ also „Kleidung für den Weg“ - der Weg der Kampfkünste. In Kombination mit Karate entsteht der Begriff „Karate-gi“, was so viel wie „Karate-Kleidung“ oder „Karateanzug“ bedeutet.

In der japanischen Sprache kann „Gi“ alleinstehend nicht verwendet werden. Es muss immer durch ein Wort ergänzt werden, das die Kampfkunst beschreibt, wie zum Beispiel:

  • Karate-gi (Karate-Anzug)
  • Judo-gi (Judo-Anzug)
  • Kendo-gi (Kendo-Anzug)
  • Aikido-gi (Aikido-Anzug)

Alternativ wird der allgemeine Begriff „Dogi“ für alle Kampfsportarten verwendet.

Japanische Begriffe sind stark kontextbezogen. Das alleinige Verwenden von „Gi“ mag für uns unkompliziert erscheinen, ist für japanische Ohren jedoch unvollständig. So kann der Respekt für die Sprache und Kultur durch die korrekte Bezeichnung gezeigt werden.

Bestandteile und Materialien eines Karateanzugs

In der Regel besteht dieser dann aus einer Jacke (Uwagi), einer Hose (Zubon) und einem Gürtel (Obi). Die Schnitte und Stoffe variieren je nach Disziplin. In der Regel werden Baumwollstoffe verwendet, jedoch gibt es wegen der leichteren Art auch Anzüge aus Mischgewebe. Das Material wird in Unzen pro Quadratmeter Stoff angegeben. Ein Unzen (OZ) entspricht ca. 33,9 g/m².

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Qualität und Stoffstärke

Einen guten Karateanzug erkennt man auch am Stoff, aus dem er gefertigt wurde. Die Qualität eines Karate-Gi richtet sich nach der Dicke des Baumwollgewebes, sprich: nach der Stoffstärke.

Die Stoffstärke wird in Unzen (1 oz = 33,9 g/m²) angegeben und variiert zwischen ca. 5 oz und 18 oz (170 g/m² und 610 g/m²). Naturgemäß wird der Anzug teurer, je dicker und robuster das Material gewählt ist. Für Karateanzüge werden Baumwollstoffe in verschiedenen Webarten und Haptiken verwendet.

Anfänger mit einem 12 oz starken Karate-Gi liegen im guten Mittelfeld, da der Anzug weder papierdünn, noch zu steif ist. Ein 14 oz starker Anzug ist teurer und wesentlich steifer, kühlt jedoch besser und ist reißfester.

Karateanfängern empfehlen wir einen leichten Karateanzug. Bei einem nicht so schweren Stoff können Fehler besser vom Trainer gesehen und korrigiert werden.

Hier eine Tabelle zur Orientierung:

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Stoffstärke (Unzen) Gewicht (ca.) Eigenschaften Empfehlung
5 oz 170 g/m² Leicht, dünn Anfänger, Sommer
12 oz 407 g/m² Mittelschwer, guter Kompromiss Allround
14 oz 475 g/m² Schwer, steif, robust Fortgeschrittene, Kata
18 oz 610 g/m² Sehr schwer, sehr robust Profis

Schnitt und Varianten

Der Schnitt spielt dabei eine sehr wichtige Rolle. Natürlich solltest du einen Karateanzug kaufen, der möglichst genau deinen Bedürfnissen entspricht. Die Schnitte und Stoffe variieren je nach Disziplin.

Obwohl alle Karate-Gi nach dem gleichen Grundschnitt gefertigt werden, gibt es auch dort Unterschiede, je nach Karate-Stil und die bevorzugte Verwendung (Kata, Kihon, Kumite,...). Beispielsweise hat ein Gi im Kata-Schnitt einen längeren "Rock", sowie kürzere und weitere Ärmel und Hosenbeine als ein Gi im Kumite-Schnitt.

  • Kata-Anzug: Interessierst du dich z. B. für Kata, dann brauchst du einen typischen Kata-Anzug. Manche Karategi wie z.B. den Taisei HI bieten wir auch in einem speziellem Kata-Schnitt mit kürzerer und weiter Hose an.
  • Kumite-Anzug: Für alle Kumite-Kämpfer haben wir hochwertige Kumite-Anzüge im Angebot. Es gibt keine Vorschriften und keine eindeutigen Definitionen für und über einen Kumitekarateanzug. Damit ist gemeint, dass der Karateanzug aus leichtem Material ist. Kumite-Wettkampfanzüge im Umfeld der WKF sind meist aus Polyester oder Polyester-Baumwoll-Mischgeweben und sehr leicht.

Details zu den Schnitten

  • Traditioneller Schnitt: Bei einem Karateanzug mit diesem Schnitt gehen die Ärmel der Jacke bis zu den Handgelenken und die Hosenbeine bis zu den Knöcheln.
  • Kumite-Schnitt: Hier sind die Ärmel der Jacke kürzer geschnitten und reichen meist nur bis zur Mitte des Unterarmes. Die Hosenbeine sind ebenfalls kürzer geschnitten und sollen bis ca. 10 cm oberhalb des Knöchels enden. Diese Anzüge sind meist aus einem Mischgewebe gefertigt mit einem hohen Anteil an Polyester und geringem Anteil an Baumwolle. Dadurch ist der Anzug „leicht“ und man kann sich darin schnell und gut bewegen. Material: 60% Baumwolle und 40% Polyester.

Pflege des Karateanzugs

Ein weiteres wichtiges Kriterium ist die Verarbeitung. Wenn man sich einen Gi kauft, wird des öfteren eine Pflegeanleitung beigelegt, an der man sich richten sollte. Wer keine Anleitung besitzt und keine Erfahrung hat, dem könnten die folgenden Hinweise helfen:

Wichtig ist, den Gi nicht zu heiß zu waschen, da er sonst unerwünscht eingeht. Zu beachten sind dabei die Angaben auf dem Etikett. Grundsätzlich sollte der Gi das erste Mal bei 30°C gewaschen werden, danach ist ein Waschgang bis zu 60°C möglich.

Es sollten auf keinen Fall Bleichmittel, Waschmittel mit Entkalker oder mit Bleichmittelzusatz verwendet werden, da diese den Stoff brüchig machen und das Gewebe zerstören. Das Trocknen des Anzugs in einem Wäschetrockner ist ebenfalls ein tabu.

Doch egal wie sehr man sich sich auch um die richtige Pflege bemüht, der Anzug läuft immer bis zu eine Hand breit ein. Wer sich schwer tut, sollte über ein Gi aus Mischgewebe nachdenken, da dieser leichter zu Pflegen und unempfindlicher ist, als einer aus reiner Baumwolle.

Der Gi muss übrigens nicht nach jeder Trainingseinheit in die Waschmaschine, sollte aber immer gut durchtrocknen.

Tipps: Ist der Karate-Gi noch etwas zu groß, kann er mit erstmaligem heißem Waschen zwischen 60°-95° und (ausnahmsweise) anschließendem Tumblern gekürzt werden.