Die Geschichte des Judo-Clubs Efringen-Kirchen

Das „Judo in der Reblandgemeinde“ hat Tradition seit 1970.

Damals riefen einige Jugendliche - darunter auch die späteren ersten Dan-Träger und Ehrenmitglieder des Vereins - zur „Rebellion“ auf. „Die Jugend probt den Aufstand“ war auf selbst gemalten Plakaten an Wänden und Zäunen zu lesen.

Die Gruppe forderte mehr und alternative Freizeitmöglichkeiten als die ortsansässigen Vereine es derzeit boten. Bald war von dieser Gruppe ausgehend ein Kontakt zu unserer ersten Trainern Christa Gran und Falko Stiller hergestellt.

Und eine Rechnung aus dem Jahr 1970 belegt den ersten Mattenkauf.

Zunächst ab 1971 als Abteilung des TUS Efringen-Kirchen e.V. und seit 1987 als eigenständiger Verein blicken wir stolz zurück auf über 50 Jahre Judo in Efringen-Kirchen.

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Ca. 1971 ging der seit Jahren sehr erfolgreiche Judoclub Efringen-Kirchen aus dem TuS Efringen-Kirchen hervor.

Im sportlichen Bereich wurden zahlreiche Meistertitel eingefahren, wobei es Jana Scharfenstein als Badische Titelträgerin und Dritte auf süddeutscher Ebene bis auf Rang neun bei der Deutschen Meisterschaft U 18 schaffte.

Gleich neun meist lizenzierte Schwarzgurte stehen als Trainer zur Verfügung, darunter auch Simon Meier, der wenige Tage vor der Versammlung als einer der Lehrgangsbesten die Trainer-C-Lizenz erlangte.

Cheftrainer Dennis Traut und Tina Fredrich führten gleich neun Jugendliche - so viele wie nie zuvor - zum Braungurt.

Die Braungurtriege ist damit deutlich gewachsen und könnte im Jubiläumsjahr 2020, wenn 50 Jahre Judo in der Reblandgemeinde gefeiert werden, vor Ort geschlossen die Prüfung zum Schwarzgurt ablegen - das wäre ein Meilenstein in der Vereinsgeschichte.

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Am Samstag zog sich Jens Jakob relativ zeitig von der Weihnachtsfeier des Judo-Clubs Efringen-Kirchen zurück, denn am Sonntag stand ein wichtiger Termin an: Er legte in Freiburg die Prüfung zum vierten Dan ab und ist damit in der Geschichte des Vereins der erste Judoka, der diesen hohen Meistergrad erlangen konnte.

Jakob und sein Partner Axel Heizmann (RW Lörrach), der die Prüfung zum fünften Dan ablegte, hatten das gesamte Jahr über jede freie Minute auf diesen umfangreiche Leistungs- und Wissenstest hingearbeitet.

Es galt, nicht nur komplexe Katas (zeremonielle Technikabläufe) einzustudieren, auch theoretische Hintergründe, eigene Ausarbeitungen sowie umfassende Kenntnisse sämtlicher Wurf-, Halte-, Hebel- und Würgetechniken waren gefragt.

Mehrere Stunden standen sie der hochkarätigen Prüfungskommission unter dem Vorsitz des Ehrenpräsidenten des Badischen Judoverbandes, Norbert Nolte (8. Dan), Rede und Antwort.

Mit dem Prädikat „sehr gut“ bekam Jens Jakob den vierten Dan überreicht.

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Vorsitzender Dennis Traut gratulierte dem Aktivposten des Vereins und seinem Partner.

Jakob engagiert sich auch als Bundeskampfrichter, Bezirksjugendreferent und Vorsitzender der Badischen Sportjugend.

Zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte richtete der Judo-Club Efringen-Kirchen eine Badische Meisterschaft aus - und dann landete das eigene Team auch noch ganz oben auf dem Treppchen!

Für diesen Coup sorgten die Mädchen der Altersklasse U15, die in eigener Halle nicht zu schlagen waren.

Die Gastgeber hatten sich sogar mit zwei Mädchenteams für diese höchste Wettkampfebene des Landesverbandes qualifiziert.

Seit Wochen fieberten die Kämpferinnen und Betreuer diesem Turnier entgegen.

Als es dann darauf ankam, präsentierten sich die Reblandkämpferinnen selbstbewusst und nervenstark.

Das Team Efringen-Kirchen I, das zwei Wochen zuvor bereits südbadischer Meister geworden war, schaltete zunächst die Judoschule Haltingen mit 4:1 und dann das eigene zweite Team mit 5:0 aus.

Somit war klar, dass es zum entscheidenden Duell gegen die bis dahin sieggewohnten Mädchen von Post Südstadt Karlsruhe kommen würde, gegen die die Reblandkämpferinnen im letzten Jahr im Finale verloren hatten.

Nun nahm das Team, angefeuert vom gesamten Verein sowie von Eltern und Verwandten, erfolgreich Revanche und behielt mit 3:2 die Oberhand.

Danach war der Jubel groß.

Übrigens: Vor drei Jahren hatten die Mädchen aus Efringen-Kirchen bereits in der U12 den Badischen Mannschaftsmeistertitel geholt.

Auch das zweite Team überzeugte: Es hatte PS Karlsruhe am Rand einer Niederlage und verlor nur knapp mit 2:3.

Leider verletzten sich zwei Kämpferinnen aus dem zweiten Team, was die Stimmung doch trübte.

Am Ende sprang der dritte Platz heraus.

Nun nimmt der Verein die süddeutsche Mannschaftsmeisterschaft am 2. Juli in Landshut in den Fokus, wo man sich ebenfalls etwas ausrechnet.

Bei den Jungs konnten die Gastgeber kein Team ins Rennen schicken, hier siegte der JC Marbach vor BC Karlsruhe, JC Grenzach-Wyhlen und JS Haltingen.

Reibungslos klappte auch die Organisation, für die die Verantwortlichen des Verbandes großes Lob parat hatten.

Neben den erwachsenen Judoka und älteren Jugendlichen ließen sich auch die Eltern bereitwillig einspannen.

In der Küche schwangen Beate und Günter Koller das Zepter: ihre Schnitzelbrötchen waren der Renner.

Es kämpften für JC Efringen-Kirchen I: Ellen Gerspacher, Leonie Karkoschka, Annabel Sigmund, Jennifer Piper, Hannah Pfahler, Anka Koller, Lena Riegert und Jana Scharfenstein; für das Team II: Isabella Frank, Fabienne Läufer, Anna Ernst, Julia Ernst, Pina Linser und Ayleen Bissor.