UFC kauft WWE: Ein neues Kapitel für Sport und Unterhaltung

Kaum ein Thema wurde in den vergangenen Monaten so heiß diskutiert, wie die Zukunft von WWE. Zwischenzeitlich konnten sogar Wetten darauf abgeschlossen werden, wer das milliardenschwere Unternehmen kaufen könnte, aber jetzt ist es offiziell! Endeavor, der Mutterkonzern der UFC, hat sich demnach mit den Zuständigen der WWE geeinigt und wird fortan die Mehrheitsanteile am Marktführer halten. Kaum ist „WrestleMania 39“ vorbei, stehen wieder nicht-sportliche Aspekte im Vordergrund.

Wie die WWE (RAW, Smackdown und NXT wöchentlich auf ProSieben MAXX und ran.de) selbst bekannt gab, wurde das Unternehmen an Ari Emanuels "Endeavor Group", der Muttergesellschaft der größten MMA-Liga UFC, verkauft. Gleichzeitig gründet das Unternehmen eine neue börsendatierte Sport-Marke, mit einem Marktwert von 21 Milliarden US-Dollar.

Details zum Deal

Der Plan sieht aber vor, dass Endeavor zukünftig 51 % der Anteile halten wird, während die restlichen 49 % bei den bisherigen Aktionären der WWE bleiben. Der Name des zukünftigen Unternehmens ist ebenfalls noch unbekannt, aber das Tickersymbol (Abkürzung als Bezeichnung eines börsennotierten Unternehmens) wird wohl TKO sein. Die oben genannten 21 Milliarden US-Dollar setzen sich aus den geschätzten Gesamtwerten von WWE und UFC zusammen. Während der Marktführer im Sports Entertainment auf 9,3 Mrd. US-Dollar geschätzt wird, liegt der Wert Ultimate Fighting Championship bei 12,1 Mrd. US-Dollar. Insgesamt bringen die beiden Promotions also stolze 21,4 Mrd.

Der Deal sorgt dafür, dass beide Unternehmen zu einem "globalen Live-Sport und Unterhaltungsunternehmen im Wert von über 21 Milliarden Dollar werden", so heißt es auf der Homepage. Wie bereits im Vorfeld berichtet, übernimmt die "Endeavor Group" 51 Prozent der WWE-Anteile. Es wird gemeinsam mit der UFC ein neues börsennotiertes Unternehmen gegründet werden, "das aus zwei ikonischen, sich ergänzenden, globalen Sport- und Unterhaltungsmarken besteht."

Endeavor bringt UFC in die TKO-Gruppe ein und hält einen Mehrheitsanteil von 51 Prozent der Aktien. Die bisherigen WWE-Aktionäre sind wiederum mit 49 Prozent an dem neuen Unternehmen beteiligt. Vince McMahon, der bis zuletzt die Mehrheit der WWE-Aktien kontrollierte, hält rund 16 Prozent am neuen Unternehmen.

Noch sind die Papiere aber nicht unterschrieben. Einige Hürden müssen auf dem Weg der Übernahme noch gemeistert werden. Wenn alle Hürden bewältigt sind, wird der Deal zum Ende des Jahres über die Bühne gehen.

Führungspositionen

Bei den Personalien in der WWE wird es, Stand heute, keine Änderungen geben. Angeblich soll Vince McMahon weiterhin in der Funktion des Executive-Chairman tätig sein, während Nick Khan weiterhin Präsident von WWE bleibt. Ob damit McMahons Einfluss auf die Shows wieder zunehmen wird, bleibt abzuwarten. Zusätzlich wird es aber ein Board geben, welches aus insgesamt elf Personen bestehen wird. Sechs davon kommen von Endeavor und fünf weitere von WWE.

Die Führungsrollen innerhalb der WWE bleiben zunächst unangetastet. Vince McMahon bleibt Vorsitzender des Verwaltungsrats, während Nick Khan als Präsident der WWE fungieren wird. Der Verwaltungsrat besteht aus fünf Mitgliedern der WWE und sechs Mitglieder von Endeavor.

Ari Emanuel wird als Vorstandsvorsitzender beider Ligen fungieren, während WWE-Besitzer Vince McMahon als Executive Chairman seiner Liga auftritt und von Mark Shapiro (Chief Operating Officer) unterstützt wird. Dana White wird seine Rolle als Präsident der UFC beibehalten. Nick Khan wird als Präsident der WWE fungieren.

Der Verwaltungsrat wird aus elf Mitgliedern bestehen, die zu einem späteren Zeitpunkt ernannt werden, von denen sechs von Endeavor und fünf von WWE ernannt werden.

Die Spitze von TKO setzt sich im Prinzip aus der Führungsriege von Endeavour zusammen:

  • Ariel Emanuel, Chief Executive Officer, der auch Chief Executive Officer von Endeavor bleibt
  • Mark Shapiro, President und Chief Operating Officer, der auch President und Chief Operating Officer von Endeavor bleibt
  • Andrew Schleimer, Chief Financial Officer
  • Seth Krauss, Chief Legal Officer, der auch Chief Legal Officer von Endeavor bleibt

Der Plan: UFC und WWE sollen mit dem etablierten Management und deren Expertise in ähnlicher Form unabhängig voneinander weiterlaufen.

Was bedeutet die Übernahme für die WWE-Fans?

In der kommenden Nacht findet „RAW“ in Los Angeles statt. Eröffnet werden soll die Show von WWE-Boss Triple H. Er wird sich zum Verkauf äußern und hoffentlich den Fans erklären, welche Folgen der Deal haben wird.

Noch mehr WWE Action: Ab sofort 3x die Woche auf ProSiebenMAXX. ProSieben MAXX zeigt ab sofort wöchentlich RAW, Smackdown und jetzt neu auch NXT! Die neue Firmenkonstellation bei dem Wrestling-Konzern hat keine Auswirkungen darauf.

Kurzfristig sollte der Mega-Zusammenschluss noch keine direkten Auswirkungen auf das WWE-Produkt haben. Inhaltlich werden die Shows weiterhin vom WWE-Kreativchef Paul Levesque auf den Weg gebracht. Auch Vince McMahon nimmt Einfluss auf die Gestaltung der Shows und wird - wie vor seinem mehrmonatigen Abgang im Sommer 2022 - das letzte Wort in allen Belangen haben.

Mögliche Änderungen und Synergieeffekte

Es würde ein gewaltiger „Big Player“ entstehen, der die Branche fundamental neu ordnen würde: Eine Vereinigung der beiden Unternehmen mit ihren recht ähnlichen Geschäftsmodellen unter einem Dach würde viel Synergie- und Crosspromo-Effekte mit sich bringen, die die Marktmacht beider weiter vergrößern würde.

Die ganz große Welle wird aber Cross-Promotion schlagen. Bedeutet: Die Stars der WWE tauchen bei Veranstaltungen der UFC auf, die UFC-Fighter steigen wiederum mal bei den Show-Kämpfen in den Ring. Das gab es in der Vergangenheit bereits, allerdings mit gemischten Resultaten.

Im „Hollywood Reporter“ heißt es, Endeavour erwarte ein Wachstum bei den nationalen wie internationalen Medienrechten für UFC und WWE, da Streaming-Plattformen zunehmend Interesse an Sportrechten zeigen würden. TKO plane außerdem, mehr Inhalte zu erstellen, die Zahl der Live-Veranstaltungen zu erhöhen, die Einnahmen aus der Premium-Hospitality zu steigern (also hochpreisige Ticket-Angebot mit Zusatzleistungen) und die Lizenzierung von Sponsoren zu verbessern.

Verbesserte Einnahmemöglichkeiten sollen geschaffen werden. Gleichzeitig kommt das Versprechen an Aktionäre, im Verbund die Umsätze und Gewinne zu steigern.

TKO plane außerdem, mehr Inhalte zu erstellen, die Zahl der Live-Veranstaltungen zu erhöhen, die Einnahmen aus der Premium-Hospitality zu steigern (also hochpreisige Ticket-Angebot mit Zusatzleistungen) und die Lizenzierung von Sponsoren zu verbessern.

Die Rolle von Vince McMahon

Laut übereinstimmenden Medienberichten gestaltete sich der Verkauf des Unternehmens für Vince McMahon in den vergangenen Wochen schwieriger als bisher angenommen. Finde es krass, was Vince McMahon hier mal wieder erreicht hat. Der Mann verkauft hier nicht, wie manche Leute in den Sozialen Netzwerken meinen sein Lebenswerk an Endeavour, sondern im Gegenteil er macht sich zur #2 eines mehr als doppelt so großen Unternehmen, das aus den Marktführern im MMA und im Pro-Wrestling bestehen wird und er wird an diesem neuen Unternehmen fast 20% der Aktien halten!

Was wir allerdings definitiv wissen ist, dass Vince McMahon diesen Prozess, der in diesem Merger mündete eingeleitet hat. Also ist jetzt auch nicht so, dass er daran unbeteiligt war und einfach Glück hatte.

Finanzielle Aspekte

Die WWE ist enorm profitabel. Der Wert der Unternehmensaktien ist in diesem Jahr bisher um 33 Prozent gestiegen, sodass sein Marktwert bei 6,79 Milliarden Dollar liegt. Im vergangenen Finanzjahr verzeichnete die Firma einen Umsatz von 1,29 Milliarden Dollar. Endeavor listet die WWE als Teil von "NewCo" mit einem Wert von 9,3 Milliarden Dollar und die UFC mit 12,1 Milliarden Dollar.

So richtig interessant wird die Kooperation aus wirtschaftlicher Sicht aber erst in den nächsten zwei Jahren, wenn die Fernsehdeals der beiden Parteien in den USA ausgelaufen sind. Die Partnerschaft der WWE mit Fox und NBC endet 2024, die UFC und ESPN sind noch bis 2025 aneinander gebunden. Im Anschluss könnte das neue Unternehmen beide Marken lukrativ in Paketen anbieten - und so das Live-Sport- sowie Unterhaltungsprogramm eines Senders aufwerten.

Ausblick

Die Gründung von TKO markiert ein aufregendes neues Kapitel für UFC und WWE als führende Unternehmen in der globalen Sport- und Unterhaltungsbranche", wird Emanuel in einer Pressemitteilung zitiert. Angesichts ihrer kontinuierlichen Anbindung an das Endeavor-Netzwerk sind wir zuversichtlich, dass wir ihr jeweiliges Wachstum beschleunigen und einen langfristigen, nachhaltigen Wert für die Aktionäre schaffen können. Mit UFC und WWE unter einem Dach werden wir mehr als einer Milliarde leidenschaftlicher Fans weltweit ein unvergleichliches Erlebnis bieten.“

Dies ist der Höhepunkt einer jahrzehntelangen Partnerschaft zwischen Endeavor und WWE, die strategische Initiativen wie die Vertretung von Talenten und Medienrechte umfasst. Angesichts unserer kooperativen, vertrauensvollen Beziehung und der unglaublichen Erfolgsbilanz von Endeavor beim Wachstum der UFC glauben wir, dass WWE als Teil von TKO optimal für zukünftiges Wachstum und Erfolg positioniert ist. Unser Fokus liegt weiterhin darauf, unseren Fans auf der ganzen Welt etwas zu bieten, während wir das Geschäft zusammen mit UFC und Endeavor auf die nächste Stufe bringen.“

Wie erfolgreich WWE über die kommenden Jahre sein wird, entscheidet sich vor allem durch die Vergabe der Senderechte für Raw und SmackDown in den USA. Bereits seit einigen Monaten laufen die Verhandlungen, die mit Nick Khan und Ari Emanuel nun von zwei absoluten Schwergewichten der Branche geführt werden können.