WWE Bad Blood 2024 sorgte für Aufsehen, als Roman Reigns mit voller Kraft auf die Bühne zurückkehrte und damit ein neues Kapitel in der dramatischen Saga um seine Familie, die Bloodline, einläutete. Die Spannungen innerhalb der einst mächtigen Gruppierung haben sich massiv verschärft, wobei insbesondere die Beziehungen zwischen Roman Reigns, Jimmy Uso und Solo Sikoa im Mittelpunkt stehen.
Zu Beginn der Show wurde Jimmy Uso von den Fans frenetisch empfangen, da ein bevorstehender Showdown mit seinem jüngeren Bruder Solo Sikoa erwartet wurde. Doch das Match nahm eine unerwartete Wendung, als der frisch gekrönte „Tribal Chief“ Roman Reigns die Arena betrat. Mit seiner gewohnten Dominanz schritt er in den Ring und erinnerte das Publikum daran, dass es die Aufgabe eines Tribal Chiefs sei, sich zu nehmen, was ihm zusteht. Jimmy Uso ließ diese Worte nicht unkommentiert und stellte Reigns’ Führungsrolle offen infrage.
In einer provokanten Ansprache bezeichnete er Reigns als „Chief ohne Stamm“ und ließ durchblicken, dass der „Tribal Chief“ ihn bei WWE Bad Blood nur zurückgeholt habe, um Solo Sikoa zu besiegen. Trotz der hitzigen Auseinandersetzung wurde an diesem Abend keine endgültige Lösung gefunden. Jimmy Uso verließ die Arena, während das WWE-Universum mit offenen Fragen zurückblieb. Wird die Bloodline in ihrer bisherigen Form bestehen bleiben?
Laut Wrestling-Experte Dave Meltzer hat die WWE große Pläne für diese Storyline. In einem Bericht erklärte Meltzer, dass sich die Handlung in den kommenden Wochen verstärkt um Jimmy Uso drehen wird, der versuchen wird, Roman Reigns davon zu überzeugen, dass sie Unterstützung benötigen, um Solo Sikoa zu besiegen.
WWE Bad Blood 2024: Die Matches und Ergebnisse im Überblick
Am 5. Oktober 2024 fand in der State Farm Arena in Atlanta, Georgia, WWE Bad Blood statt. Hier sind die Ergebnisse der wichtigsten Matches:
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- Hell in a Cell Match: CM Punk besiegte Drew McIntyre
- WWE Women's Championship Match: Nia Jax (c) besiegte Bayley
- Singles Match: Damian Priest besiegte Finn Bálor
- Women's World Championship Match: Rhea Ripley besiegte Liv Morgan (c) durch DQ
- Tag Team Match: Cody Rhodes & Roman Reigns besiegten The Bloodline (Jacob Fatu & Solo Sikoa)
Bemerkenswerte Ereignisse und Comebacks
Beim Großereignis Bad Blood überraschte das Showkampf-Imperium nicht nur mit dem Comeback von Megastar Dwayne „The Rock“ Johnson. Diamond Dallas Page freute sich nach der turbulenten Wrestling-Nacht aufrichtig - und seine Freude war für WWE bares Geld wert.
In Atlanta, einer ehemaligen Hochburg des früheren Konkurrenten WCW, zelebrierte WWE neben der Rückkehr der dort groß gewordenen Legende Bill Goldberg auch andere Altstars des Ex-Rivalen: Arn Anderson, Tully Blanchard und eben Page wurden als Stargäste präsentiert und gewürdigt.
Goldbergs einstiger Rivale DDP bekundete in einem Social-Media-Post, dass er sich von WWE noch nie so gut behandelt gefühlt hätte - und dass er deswegen nun einen ihm wohl schon länger vorliegenden „Legends Contract“ unterschrieben zurückgeschickt hätte.
Die Art und Weise, wie das Hall-of-Fame-Mitglied den Deal öffentlich gemacht hat, gibt einen kleinen Einblick in einen oft verdeckt, aber knallhart geführten Kampf, den WWE hinter den Kulissen führt: den Kampf um die lukrativen Auftritts- und Vermarktungsrechte der Legenden - und die Hoheit über die kommerzielle Verwertung der Branchengeschichte.
Der Kampf um die Legenden: WWE vs. AEW
WWE und Konkurrent AEW stehen nicht nur in Konkurrenz um die Stars der Gegenwart, sondern auch um die der Vergangenheit. Zuletzt verschob sich einiges zu Gunsten des Marktführers.
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Man muss wissen: Anderson und Blanchard - Gründungsmitglieder der berühmten „Four Horsemen“ um Ric Flair - standen in den vergangenen Jahren bei Konkurrent AEW unter Vertrag. Sie füllten dort auch vor der Kamera Manager- bzw. Mentorenrollen aus (Anderson für den vor zwei Jahren selbst zu WWE gewechselten AEW-Mitgründer Cody Rhodes, Blanchard unter anderem für das Top-Duo FTR). Auch DDP bestritt für AEW mehrere Auftritte an der Seite von Rhodes und ein Nostalgie-Comeback im Ring.
Dass WWE neben Goldberg auch dessen frühere Kollegen an dem Ort präsentierte, wo Goldberg einst vor Rekordkulisse Hulk Hogan als WCW-Champ entthront hatte, ist vor diesem Hintergrund auch ein Muskelspiel und eine Botschaft mit klarer Signalwirkung: Seht her, die großen Namen der Vergangenheit sind wieder dort, wo sie hingehören - wenn man so will.
Der hegemoniale Anspruch von WWE wird seit 2019 von dem neuen Rivalen AEW herausgefordert - in beiden Bereichen. Ligaboss Tony Khan, Sohn des Milliardärs und Sportmoguls Shahid Khan (Besitzer der Jacksonville Jaguars und des FC Fulham) ist selbst als Wrestling-Fan aufgewachsen. Er beruft sich mit AEW erklärtermaßen auf das historische Vermächtnis der untergegangenen WWE-Konkurrenten, nicht zuletzt durch die Kooperation mit den ehemaligen WCW-Heimatsendern Ted Turners, heute unter dem Dach des Konglomerats Warner Bros. Discovery.
Als AEW sich formierte, verstand WWE die Bedrohung umgehend und reagierte unter anderem auch damit, dass sie diverse große Namen der Vergangenheit neu an sich band - ob sie noch aktiv waren oder nicht: Goldberg, Kurt Angle oder auch den Undertaker, der sich damals zwischenzeitlich auch andere Geschäftspartner gesucht hatte.
Nicht verhindern konnte WWE, dass AEW ihren früheren Topstar Bret Hart als den Mann gewinnen konnte, der vor der Kamera den damals neu kreierten World Title der Liga enthüllte - inzwischen hat WWE auch den „Hitman“ mit einem angeblich sehr lukrativen Deal wieder in sein Lager geholt.
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Umgekehrt sicherte schloss AEW im September 2021 einen Vermarktungsvertrag mit Martha Hart, der Witwe von Brets Bruder Owen, die mit WWE seit dem fahrlässig herbeigeführten Unfalltod ihres Mannes 1999 über Kreuz liegt - ein Vorgang, den der Marktführer sehr persönlich genommen haben dürfte.
Die Ära von Triple H und die Auswirkungen
Aktuell hat sich im „Legendenkrieg“ einiges zu Gunsten von WWE verschoben, begünstigt vor allem durch zwei große Entwicklungen der vergangenen Jahre: zum einen der Wechsel von Cody Rhodes (bei dem das Vermächtnis von Vater Dusty eine große Rolle bei seinem Weg von WWE zu AEW und zurück gespielt hatte), dessen persönliche Verbindungen einige Legendentransfers der vergangenen Jahre beeinflusst hatte.
Zum anderen ist bei WWE durch die neue programmatische Führung durch „Triple H“ Paul Levesque viel in Bewegung bekommen: Vom Verdacht, auf das Erbe der WWE-Konkurrenten von früher missgünstig herabzuschauen, ist Levesque anders als sein Schwiegervater McMahon völlig frei.
Schon in der Vergangenheit hatte Levesque bei WWE einige Brüche mit früheren Stars gekittet - allen voran den mit dem verstorbenen Bruno Sammartino, Ikone der 60er und 70er, der einen tiefen Groll gegen McMahon hatte und von Levesque bewegt wurde, der lang abgelehnten Einführung in die WWE Hall of Fame doch noch zu Lebzeiten zuzustimmen.
Dass in der Ära Levesque ein neuer, wärmerer Geist herrscht, von dem sich viele mitgenommen fühlen, haben zuletzt viele Stars von heute und früher betont.
WWE Crown Jewel 2024: Ein neues Kapitel
Im Rahmen von WWE Bad Blood 2024 kündigte Paul „Triple H“ Levesque ein neues Konzept für die Shows in Saudi Arabien an. So werden bei „WWE Crown Jewel“ am 02. November in Riad Monat die ersten WWE Crown Jewel Champions gekrönt. Sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern wird der World Champion gegen den WWE Champion antreten und die Sieger dieser Matches werden die WWE Crown Jewel Championship erhalten. Die eigentlichen Titel stehen bei diesen Matches nicht auf dem Spiel. Dieses Szenario soll dann jedes Jahr bei „WWE Crown Jewel“ wiederholt werden.
Die Paarungen für „WWE Crown Jewel 2024“ würden aktuell also WWE Champion Cody Rhodes vs. World Heavyweight Champion Gunther und WWE Women’s Champion Nia Jax vs. Women’s World Champion Liv Morgan lauten. Sollte einer der vier aktuellen Champions seinen Titel in den nächsten Wochen verlieren, würden sich die Paarungen bei „WWE Crown Jewel 2024“ entsprechend ändern.
