Angela Merkels Judo-Hintergrund und ihr politischer Stil

Angela Merkel, die ehemalige Bundeskanzlerin Deutschlands, hat in ihrer politischen Karriere oft einen Stil gezeigt, der an Judo erinnert. Ihre Fähigkeit, die Energie ihrer Gegner umzuleiten und für ihre eigenen Zwecke zu nutzen, hat ihr sowohl Bewunderung als auch Kritik eingebracht. Dieser Artikel beleuchtet einige Aspekte ihres politischen Handelns und die Reaktionen darauf.

Der Blick und der Machtwille

Im Februar 2002 traf Angela Merkel Wladimir Putin in Moskau. Putin starrte Merkel an, aber sie hielt dem Blick stand. Verunsichern, einschüchtern? Nicht mit ihr.

Doch ist der unbedingte Wille zur Macht nicht etwas ganz Normales in der Politik? Und ist er vielleicht deswegen so besonders, weil es eine Frau ist, die ihre männlichen Widersacher an den Rand der Verzweiflung gebracht hat?

Kritik und Akzeptanz

Schon 2004, als er die damalige CDU-Vorsitzende bei einer Wahlkampfveranstaltung erlebte: "Frau Merkel kam als Nobody und hatte auch viel aus der deutschen Historie ausgeblendet.

Als Merkel 2005 Bundeskanzlerin wurde, passte sie nicht so recht ins konservative Weltbild. Im Osten aufgewachsen, kinderlos und dann auch noch eine Frau - Merkel blieb vielen zunächst einmal suspekt. Auch weil sie das Profil der CDU nach links verschob.

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Viele nahmen 2015 den Aufruf "Wir schaffen das" ernst, engagierten sich für Flüchtlinge. Dann änderte sich der Kurs. Beim Thema Flüchtlinge wird hitzig debattiert. Sie wollte alles grundlegend anders machen - damit alles grundlegend besser wird in Deutschland.

Die Kritiker von Angela Merkel finden übereinstimmend, sie müsse ihren Kurs ändern. Doch was genau das heißen soll, sagen sie nicht.

Trotz vieler Fehler, die die CDU-Parteivorsitzende Angela Merkel gemacht hat, die Demontage ihrer Person über ihre Weiblichkeit wirft ein schlechtes Image auf den Umgang der Politiker mit den Kolleginnen. Die Zahlen sprechen für sich. Noch immer sind wenige Frauen in den Spitzenämtern der Politik. In der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag sind unter 245 Abgeordneten gerade mal 45 Frauen zu finden.

Die Judo-Strategie

Hans-Ulrich Rülke: "Ich glaube auch nach wie vor, man kann von ihr lernen. Da sind auch sicherlich Techniken dabei, Judo-Griffe, die durchaus faszinierend sind. Es ist jetzt nicht so, dass ich mit Schaum vor dem Mund vor Frau Merkel davon laufe.

Wie im Judo nimmt Angela Merkel den Schwung eines Angriffs auf, und lässt ihn, ohne viel Energie aufzuwenden, ins Leere laufen. Bei der CDU empört das so manchen - nicht jedoch Angela Merkel. Sie macht sich noch nicht einmal die Mühe, zurück zu schlagen, als sie ein paar Tage später bei einem Interview mit der Zeitschrift Brigitte darauf angesprochen wird.

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"Ja, eigentlich habe ich Martin Schulz immer anders erlebt und wahrscheinlich ist Wahlkampf doch auch ganz schön anstrengend.

Kritik lässt Merkel an sich abperlen, sie reagiert betont gelassen, gibt vor, immer schon einen Schritt weiter zu sein.

Das TV-Duell und die Inszenierung der Macht

Für das TV-Duell wurde auf dem Studiogelände in Berlin-Adlershof monatelang geplant und insgesamt fünf Wochen gebaut.

Merkel präsentierte sich bislang in allen Auftritten ähnlich - sogar optisch: Schwarzer Blazer, darunter ein weißes Oberteil mit Rundhalsausschnitt. Die einzige Variable - wie bei den Männern die Krawatte - war ihre Halskette.

Dennoch bietet die Kanzlerin im Wahlkampf nach wie vor wenig Fläche für eine kontroverse Diskussion.

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Merkel ist in der Stellung der Stärkeren. Die Umfragewerte sind gut für die Union, die Streitigkeiten zwischen CDU und CSU zumindest für den Wahlkampf beigelegt und auch vom Schulz-Hype des Frühjahrs ist nichts mehr zu spüren.

In diesem Kontext ist es interessant zu sehen, wie andere Staatsführer ähnliche Strategien anwenden. So setzt beispielsweise Wladimir Putin auf Schmeichelei, Täuschung und Judo-Strategien, um seine Ziele zu erreichen.