Markus Hipp MMA Kämpfe: Ein Kampfsportveteran im Ring und vor der Tür

Markus Hipp ist ein Kampfsportveteran mit über 21 Jahren Erfahrung. Neben seiner Tätigkeit als Türsteher ist Markus Hipp nämlich professioneller MMA-Fighter. MMA steht für „Mixed Martial Arts“ - ein Vollkontakt-Sport, bei dem in Käfigen gekämpft wird. „Ich arbeite hier in Deutschland mit mehreren Coaches zusammen, trainiere bis zu fünf Mal pro Woche, und zu MMA-Wettkämpfen fliege ich dann in die USA. Türsteher ist mein Job, aber Sport - das ist meine Leidenschaft.“

Für einen Türsteher ist Markus Hipp ungewöhnlich gekleidet: In schlichtem schwarzen Hemd mit Krawatte steht er vor dem Eingang der Feuerbacher Großraumdiskothek Penthouse. „Türsteher - das ist kein Job für Selbstdarsteller“, sagt Hipp. Es gehe darum, den Gästen einen guten und sicheren Abend zu ermöglichen. Man müsse ihnen mit Respekt entgegentreten, findet der 35-Jährige. „Arrogante Türsteher sind fehl am Platz!“

Vor der Glasschiebetür beim Penthouse steht Hipp erst seit zwei Monaten. „Mir gefällt es, im Penthouse zu arbeiten, vor allem das Team ist gut.“ Und als Türsteher sei es wichtig, ein gutes Team zu haben. An diesem Abend sind drei Türsteher im Team: Während Hipp und sein Kollege am Eingang stehen, dreht der Dritte eine Runde durch den Club und sieht nach, ob alles in Ordnung ist. Auch die Mitarbeiter in der Diskothek können die Türsteher alarmieren: „Hinter jeder Bar gibt es einen Notfall-Knopf. Den können unsere Mitarbeiter drücken, und die Türsteher kommen sofort“, sagt Sonja Botterhuis, die Geschäftsführerin des Penthouse. Das System mit den Walkie-Talkies sei in einer so großen Diskothek unverzichtbar.

Markus Hipp ist ein Zwei-Meter-Mann, er ist breit gebaut und kann böse schauen. Das schüchtert ein. Wirklich handgreiflich müsse er da nur sehr selten werden, erklärt Hipp. „Hier im Penthouse ist es meistens friedlich. Wir gehen auf die Leute zu und erklären ihnen, was Sache ist - Gewalt setzen wir so gut wie nie ein.“ Es gebe kaum Gäste, die sich trauten, ihn anzugreifen. „Aber wenn - dann sollte man sich natürlich schon verteidigen können.“

Hipp hat Erfahrung. Seit 16 Jahren steht er vor Rockschuppen und Elektro-Clubs, vor großen und vor kleinen Türen. „Klar macht man am Anfang Fehler. Aber man lernt auch schnell, auf was es ankommt: Du musst konzentriert bleiben, und du darfst dich nicht provozieren lassen.“ Mit 19 habe er angefangen, als Türsteher zu arbeiten - in einem Club in Reutlingen. „Am Anfang war ich nervös. Die meisten Typen, die ich kontrolliert habe, waren älter als ich. Mit der Zeit aber wird man gelassener.“

Lesen Sie auch: Markus Voigts Karriere im Detail

Ein paar junge Frauen mit hohen Absätzen schlendern über den Steg, der zum Eingang führt, und reihen sich in die Schlange vor der Tür ein. Während sein Kollege die Plätze auf der Gästeliste kontrolliert, beobachtet Markus Hipp die Frauen und Männer in der Schlange. Den meisten bedeutet er mit einem Nicken, dass sie rein dürfen. Einige spricht er persönlich an. „Wenn ich einen Gast frage, wie viel er getrunken hat - dann geht es nur darum, wie er reagiert.“ Die Frage sei ein Trick, um einzuschätzen, ob Gäste unterschwellig aggressiv seien. „Psychologie“, sagt Markus Hipp und lacht. „Ob jemand zu betrunken ist, das sehe ich schon von zehn Metern Entfernung. Aber wie er tickt, das weiß ich natürlich erst, wenn wir ein paar Worte gewechselt habe.“

Tagsüber trainieren und nachts an der Tür stehen - wo bleibt da der Schlaf? Ein paar Stunden reichten ihm, sagt Hipp. „Ich habe mich daran gewöhnt, so wie man sich an alles gewöhnt: an Kälte, an Hitze und an schlechtes Essen.

Jetzt erst recht, dachten sich die Veranstalter der Superior Fighting Championship nach der kurzfristig abgesagten Dezember-Veranstaltung. Bei ihrer „MMA Fight Night“, die am 5. März 2011 in der Hessenhalle in Gießen stattfand, sollte auch Markus Hipp kämpfen. Hipp kämpfte gegen den holländischen „M-1 Challenge“-Veteranen Niels van Noord. Hipp kämpfte bereits dreimal in England, unter anderem gegen den Wolfslair-Bodenkampftrainer Mario Neto sowie den späteren UFC-Kämpfer Karlos Vemola. Auch seine Schüler vom Team Arashi aus Reutlingen, Artur Waiz und Simon Eberlein, haben schon in Großbritannien Erfahrung gesammelt.

Das Programm im Überblick:

Superior FC: MMA Fight Night, 5. März 2011, Hessenhalle in Gießen:

Lesen Sie auch: Detaillierte Biografie von Markus Perez

  • Cengiz Dana vs. TBA
  • Johannes Eckert vs. Andrej Ruder
  • Sebastian Baron vs. Raymond Jarman
  • Markus Hipp vs. Niels van Noord
  • Fatih Balci vs. Steve Mensing
  • Yoel Romero Palacio vs. Nikita Petrovs
  • Artur Waiz vs. Kakha Joktaberidze
  • Andreas Kraniotakes vs. Igor Swonkin
  • Farbod Fadami vs. Andreas Birgels
  • Thorsten Kronz vs. Arunas Vilius
  • David Feldkamp vs. Bobby Iliev
  • Simon Eberlein vs.

Bislang bekannt war die Beteiligung von Sebastian Baron, Raymond Jarman, Andreas Kraniotakes, Igor Swonkin, Farbod Fadami und Andreas Birgels. Anfang der Woche kamen noch Cengiz Dana, Fatih Balci und Steve Mensing hinzu. Auch über die Verpflichtung des absoluten Weltklasseringers Yoel Romero Palacio wurde bereits berichtet. Petrovs bringt seinen Teamkollegen Arunas Vilius mit nach Deutschland. Der KSW-Veteran stellt sich dem Stuttgarter Kickboxer Thorsten Kronz. Kronz kehrte im November nach längerer Verletzungspause ins aktive Geschehen zurück, unterlag jedoch Andreas Kraniotakes bei der Mix Fight Gala XI durch Aufgabe.

Das zahlenmäßig stärkste Team stellt an diesem Abend der Combat Club Cologne. Neben Cengiz Dana, dessen Gegner noch nicht bekannt ist, Fatih Balci und Farbod Fadami werden auch Johannes Eckert und der ungeschlagene David Feldkamp in den Ring steigen.

Lesen Sie auch: Einblick in Markus Bocks Karriere