Karate Prüfungsprogramm: Der Orangegurt (7. Kyu)

Wer Karate trainiert, legt in bestimmten Abständen Prüfungen ab. Durch langfristiges und beständiges Training werden die Karateka auf diese Prüfungen vorbereitet. Die Entscheidung darüber, wann die Zeit reif ist für eine Prüfung, wird in Abstimmung mit dem Trainer getroffen. Die Prüfungen vom weißen Gürtel (9. Kyu) bis hin zum 3. braunen Gürtel (1. Kyu) werden nach der Prüfungsordnung des DKV (Deutscher Karate Verband) durchgeführt.

An Gürtelprüfungen kann man sehr schnell die Seriosität eines Budo-Vereins oder einer Kampfkunstschule erkennen. Wer z. schon nach 3 Wochen eine Prüfung macht, kann nichts gelernt haben... Eine "geschenkte Prüfung" nimmt dem ganzen Prüfungsgeschehen die Würde. Leider werden Anfänger häufig mit solchen Scheinerfolgen geködert. Bei späteren Prüfungen sieht man dann die Defizite umso deutlicher.

Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass man niemals eine Prüfung ohne Empfehlung seines Trainers machen sollte. Kein Prüfling möchte sich, seinen Verein oder seine Trainer blamieren. Es ist schön, einen neuen Gürtel zu haben. Auf der anderen Seite weiß der Prüfling: Auf dem Weg zum Erfolg gibt es keine Abkürzung!

Verbesserungen im Training werden durch Kontinuität erreicht. Deshalb ist es für den Großteil der Mitglieder vollkommen ausreichend immer zum Training zu kommen, dann kann man auch seine Prüfung schaffen. Wer sich noch unsicher fühlt, hat die Möglichkeit, sich selbst vorzubereiten, z. B. vor oder nach einer Trainingsstunde oder in einem freien Training.

Regelmäßig fallen Shotokan-Gürtelprüfungen an, mit denen das Fortschreiten der Schüler dokumentiert werden soll. Die Trainer fördern und fordern ihre Schüler gewissenhaft und konsequent, aber auch Stärken berücksichtigt. Einige wenige sind so talentiert, dass sie nach kurzer Zeit alles verstehen und sofort umsetzen können.

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Es gibt keine spezielle Prüfungsvorbereitung. Training. Damit tut sich keiner einen Gefallen. Karate lebt von der Regelmäßigkeit.

Der Orangegurt im Detail

Der Orangegurt ist ein wichtiger Meilenstein im Karate. Mit diesem Gürtel erreicht der Karateka das Ende der Unterstufe. Orange ist die Farbe der Wärme und des Feuers. Sie ist fruchtbar.” Der Schüler hat nun schon einiges von seinem Trainer gelernt und kann vieles ertragreich umsetzen. Das bedeutet sinngemäß, dass der Karate-Schüler die Anweisungen des Instruktors oder Meisters besser umsetzen kann.

In der Prüfung zum orangen Gürtel muss ein Karateka zusätzlich die Kata “Heian Nidan” und eine erste Kombination beherrschen. Den Abschluss der Unterstufe bildet der 7.Kyu, der den Übergang zur Mittelstufe vorbereiten soll.

Prüfer und Prüfling achten vor allem auf sichere Stände, korrekte Techniken und Ausholbewegungen. Die aufrechte Haltung des Oberkörpers ist ein wichtiges Merkmal. Die Prüflinge zum 7. Kyu müssen bereits gute Ansätze von innerer und äußerer Spannung zeigen. Im Kumite ist die kontrollierte Ausführung der Techniken und die richtige Distanz beider Partner besonders zu beachten. In der Kata sind sowohl korrekte Abläufe, die beim 7. Kyu gefordert werden, als auch ein gewisses Maß an Kime (Fokussierung der Energie) zu erkennen.

Die Selbstverteidigung ist ein natürlicher Bestandteil des Karate. Das Erlernen der Kampfkunst soll den Karateka zur Selbstbehauptung und zur Selbstverteidigung befähigen.

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Grundstellungen im Kyokushin Karate

Im Karate gibt es eine Vielzahl von Grundstellungen, mit denen sich der Schüler nach und nach vertraut macht. Als erstes sind das die Stellungen, bei denen der Schwerpunkt des Körpers in der Mitte liegt.

Die ersten Stellungen im Kyokushin Karate, die gelernt werden müssen. Hier seht ihr die Stellungen von oben und die prozentuale Aufteilung des Körpergewichts.

  • Yoi Dachi
  • Fudo Dachi
  • Zenkutsu Dachi

Fausttechniken

Sämtliche Faust- und Blocktechniken werden im Zenkutsu-Dachi ausgeführt.

Der Fauststoß "Morote Tsuki" wird mit beiden nebeneinanderliegenden Armen gleichzeitig nach vorn ausgeführt. Dabei sind die Trefferflächen der Solarplexus-Bereich mit den beiden Knöchelflächen (Grafik rot markiert).

Morote Tsuki in den drei verschiedenen Höhen: Jodan (oben), Chudan (mitte) und Gedan (unten)

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  • Morote Tsuki Chudan
  • Morote Tsuki Jodan
  • Morote Tsuki Gedan

Die Prüfungsordnung des DKV

Die Prüfungsordnung ist in vier Gruppen aufgeteilt. In jeder Gruppe werden besondere Schwerpunkte in der Ausbildung gesetzt:

  1. Unterstufe 9. - 7. Kyu (weiß - orange) - In der Unterstufe erlernt der Prüfling die Grundform der einzelnen Techniken.
  2. Mittelstufe 6. - 4. Kyu (grün - violett/2. braun) - Die Grundtechniken, die jetzt häufig in Kombinationen gezeigt werden, sollen sich von der Grundform zur Feinform entwickeln. Bei der Ausführung der Kombinationen ist wichtig, dass sich die Qualität der Einzeltechnik nicht verschlechtern darf.
  3. Oberstufe 3. - 1. Kyu (braun) - Die Grundschule der Oberstufe zeichnet sich durch eine Vielzahl schwieriger Kombinationen aus.
  4. Dan-Prüfungen (Schwarzgurte) - Hier werden sowohl Einzeltechniken, Rhythmus in den Verbindungen, Standfestigkeit und nicht zuletzt Ausdauer geprüft.

In Kata und im Bunkai muss der Prüfling ein fortgeschrittenes Verständnis des Zusammenhangs von Kata und sinnvollen Anwendungen zeigen können.