MMA oder Boxen: Ein Vergleich der Kampfsportarten

In der Welt der Kampfsportarten stehen sich zwei Giganten gegenüber: Boxen und Mixed Martial Arts (MMA). Beide Disziplinen haben eine lange Tradition und eine große Fangemeinde. Doch welche ist die bessere Wahl? Dieser Artikel vergleicht beide Kampfsportarten und gibt eine Einschätzung der jeweiligen Vor- und Nachteile.

Die Ursprünge und Entwicklung

Der Boxsport ist als solcher schon sehr alt und die Anfänge liegen um 3000 vor Christus in Ägypten. In den folgenden Jahrhunderten breitete sich dieser Sport zunehmend auf der Welt aus. Die wohl bekannteste Kampfsportart neben dem Ringen ist das Boxen. Dabei schlagen zwei Personen über einen bestimmten Zeitraum aufeinander ein. Sie tragen Schutzausrüstungen wie Mundschutz, Bandagen und Boxhandschuhe. Der Boxsport hat berühmte Boxer und denkwürdige Wettkämpfe hervorgebracht.

Im Gegensatz dazu ist Mixed Martial Arts (MMA) eine relativ junge Sportart. Bei sogenannten Vale-Tudo-Kampfsportveranstaltungen Ende des 20. Jahrhunderts sollte ermittelt werden, welche Kampfsportart die beste ist. Nach zahlreichen solcher Vergleichskämpfe, meist zwischen Ringern und Boxern, entwickelte sich das „Shooto“ in Japan. Davon inspiriert wurde 1993 die Ultimate Fighting Championship (UFC) in den USA gegründet. Diese ist bis heute die größte Veranstaltungsreihe im MMA und prägte die Sportart maßgeblich.

Regeln und Techniken

Insgesamt unterscheiden sich die 4 Kampfsportarten vor allem durch die erlaubten Schlag- bzw. Tritttechniken und die verwendeten Handschuhe. Im Boxsport gehen die Angriffe immer nur von den Händen aus. Beim MMA können dagegen auch die Beine für den Angriff genutzt werden. Zudem sind auch Takedowns erlaubt. Im Mixed Martial Arts sind zumeist diejenigen erfolgreich, die sehr vielseitig ausgebildet sind.

Beim Boxen sind lediglich Schläge mit geschlossenen Fäusten erlaubt; Tritte, Kniestöße und Beißen sind hingegen komplett verboten. Die verwendeten Boxhandschuhe müssen beim Wettkampf den Normen des jeweiligen Dachverbandes entsprechen. Beim Kickboxen dürfen im Vergleich zum Boxen auch Tritte ausgeführt werden; daher auch der Name Kick (für Treten) und Boxen (für Faustschläge). Kickboxer tragen spezielle Kickbox Handschuhe, die im Vergleich zu normalen Boxhandschuhen wesentlich flexibler und auch gleichem Gewicht dünner sind. Beim Muay Thai oder auch Thaiboxen genannt ist ein Vollkontaktsportart bei der weitere Schlag- und Tritttechniken erlaubt sind. Wie auch beim Kickboxing sind die Kickbox Handschuhe deutlich flexibler und am Handrücken dünner gestaltet als beim klassischen Boxen. Darüber hinaus werden oftmals auch Schienbeinschoner, Fußbandagen und ein Bauchschutz getragen.

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Bei Mixed Martial Arts, abgekürzt MMA, handelt es sich um eine Mischform vieler unterschiedlicher Kampfsportarten. Wie auch beim Muay Thai ist auch bei Mixed Martial Arts das Clinchen erlaubt und darüber hinaus auch das Werfen und der Bodenkampf. Im Gegensatz zu den anderen Kampfsportarten sind MMA Handschuhe keine Fäustlinge, sondern sehen wie stark gepolsterte Fahrradhandschuhe aus. Während Handrücken und Handinnenseite stärker gepolstert werden, sind die Finger nicht geschützt.

Ein weiterer großer Unterschied zwischen dem Boxsport und MMA sind die Regeln. In Letzterem sind deutlich mehr Dinge erlaubt. So sind zum Beispiel Angriffe auf den Genitalbereich oder das Beißen des Gegners verboten. Im Boxsport gibt es dagegen deutlich mehr Regeln. Zum Beispiel darf nicht getreten werden und Takedows werden unterbrochen. Beides kann sogar einen Punktabzug zur Folge haben.

Die Kämpfer werden bei der UFC in zehn verschiedene Gewichtsklassen eingeteilt. Die Frauen kämpfen vom Strohgewicht bis zum Federgewicht, während die Männer vom Fliegengewicht bis zum Schwergewicht aktiv sind. Ein Kampf besteht aus drei Runden, die jeweils fünf Minuten dauern. Zwischen jeder Runde gibt es zudem eine Pause von einer Minute. Titelkämpfe werden in fünf Runden ausgetragen. Ziel ist es, seinen Gegner zum Aufgeben zu zwingen, ihn k.o. zu schlagen oder so zu in die Mangel zu nehmen, dass sich der Schiedsrichter gezwungen sieht, den Kampf abzubrechen. Ein Sieg nach Punkten ist ebenso möglich wie ein Unentschieden.

Erlaubte und verbotene Techniken im MMA

Die wichtigsten Regeln im Mixed Martial Arts (MMA) sind darauf ausgelegt, die Sicherheit der Kämpfer zu gewährleisten und faire Wettkämpfe zu ermöglichen. Hier sind die zentralen Regeln:

Erlaubte Techniken:

  • Schläge und Tritte sind sowohl im Stehen als auch am Boden gestattet.
  • Würfe und Takedowns können eingesetzt werden, um den Gegner zu Boden zu bringen.
  • Im Bodenkampf sind Hebeltechniken und Würgegriffe erlaubt, um den Gegner zur Aufgabe zu zwingen.

Verbotene Techniken:

  • Schläge auf den Hinterkopf oder Nacken
  • Augenstechen
  • Beißen
  • Ziehen an den Haaren
  • Angriffe auf die Genitalien
  • Schläge oder Tritte auf den Kopf eines am Boden liegenden Gegners
  • Finger in den Mund des Gegners stecken

Training und Vorbereitung

Beim Training der jeweiligen Sportarten bieten sich primär hochwertige Standboxsäcke, lange hängende Boxsäcke und der Boxdummy als Trainingsobjekte an. MMA erfordert eine herausragende körperliche Verfassung. Kämpfer müssen Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Flexibilität besitzen, um sowohl im Standkampf als auch im Bodenkampf bestehen zu können.

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Kontinuierliches Training, Sport- und Fitness-Übungen und eine sorgfältige Vorbereitung auf den Kampf sind unerlässlich. Dies beinhaltet Sparring, Techniktraining, Konditionstraining und das Studium von Gegnern. Um in MMA erfolgreich zu sein, müssen Kämpfer ein breites Spektrum an Techniken beherrschen. Dazu gehören Schläge und Tritte im Standkampf sowie Würfe, Hebel und Aufgabegriffe im Bodenkampf.

Hier sind 10 spezifische Übungen, die entscheidend dazu beitragen können, ein umfassendes und effektives Kampfsporttraining zu gestalten:

  1. Shadowboxing (Schattenkampf): Simuliertes Boxen ohne Partner oder Gegner, bei dem man sich vorstellt, gegen einen unsichtbaren Gegner zu kämpfen.
  2. Heavy Bag Work (Sandsacktraining): Schlagen und Treten gegen einen schweren Boxsack.
  3. Focus Mitts (Pratzentraining): Training mit einem Partner, der spezielle Schlagpolster (Mitts) hält, auf die gezielt Schläge und Tritte ausgeführt werden.
  4. Wrestling Drills: Spezifische Übungen zur Verbesserung von Takedowns, Clinch-Arbeit und Grappling mit einem Partner.
  5. Brazilian Jiu-Jitsu (BJJ) Rolling: Sparring auf dem Boden mit einem Partner, bei dem verschiedene Bodenkampf- und Submission-Techniken angewendet werden.
  6. Sparring: Übungskämpfe mit einem Partner, bei denen realistische Kampfsituationen simuliert werden.
  7. Plyometrics (Explosion): Explosive Übungen wie Box Jumps, Burpees und Medicine Ball Slams, die auf schnelle und kraftvolle Bewegungen abzielen.
  8. Strength Training (Kraft): Gewichtheben, Kettlebell-Übungen und Eigengewichtsübungen wie Liegestütze, Klimmzüge und Kniebeugen.
  9. Cardio Workouts (Ausdauer): Ausdauertraining wie Laufen, Radfahren oder Schwimmen, das die kardiovaskuläre Fitness fördert.
  10. Flexibility & Mobility Drills: Dehnübungen und Beweglichkeitsübungen wie Yoga oder dynamisches Stretching, die die Bewegungsfreiheit verbessern.

Die Rolle des Cutman

In der Welt der Kampfsportarten hat jede Funktion ihre spezifische und grundlegende Bedeutung. Unter diesen nimmt der Cutman eine einzigartige Stellung ein, die entscheidend dafür ist, die Sicherheit der Kämpfer zu wahren und den Verlauf des Kampfes zu gewährleisten. Der Cutman spielt eine essenzielle Rolle in Kampfsportarten wie MMA und Boxen. Seine Aufgabe besteht darin, sicherzustellen, dass der Athlet weiterkämpfen kann, indem er schnell Verletzungen, Schwellungen und andere Blessuren behandelt, die während des Kampfes auftreten.

Um Cutman zu werden, benötigt man eine Kombination aus technischen Fähigkeiten und Ruhe in Stresssituationen. Innerhalb weniger Sekunden müssen sie Schnittwunden, Schwellungen und Blutungen behandeln und dabei präzise Techniken anwenden. Viele Cutmen besuchen spezielle Aus- und Fortbildungskurse oder lernen im direkten Erfahrungsaustausch mit Kampfteams. Der Cutman muss Notfallsituationen schnell und effektiv meistern können.

MMA vs. Boxen: Eine Frage der Perspektive

Boxen vs MMA: Mixed Martial Arts hat sich in den Vereinigten Staaten als Rivale des Boxens zum unangefochtenen König der Kampfsportarten entwickelt und zieht das Interesse der Kampffans auf sich. Zweifellos sind Boxen und Mixed Martial Arts die beiden beliebtesten Kampfsportarten der Welt, doch es wird immer wieder darüber diskutiert, welche Disziplin besser und effektiver ist. MMA und Boxen sind fantastische Kampfsportarten, je nach deinen Zielen. Obwohl es Vor- und Nachteile hat, beides zu trainieren, führt das MMA-Training oft zu einem vielseitigeren Kämpfer, weil es sowohl Stand-up als auch Bodentraining beinhaltet. MMA hat einige der besten Kämpfer der Welt hervorgebracht, so wie das Boxen den besten Boxern den Weg geebnet hat.

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Es gibt keinen „überlegenen“ Kampfsportstil, das möchten wir klarstellen, bevor wir fortfahren. Jeder Kampfkunststil, egal über welchen du sprichst, hat sowohl Vor- als auch Nachteile. Wenn es um Boxen geht, sind Boxer überlegen. Wenn es um MMA geht, sind MMA-Kämpfer besser. Die Kampfsportart, die du am meisten praktiziert hast, ist die ideale. Aufgrund ihres einzigartigen Körperbaus und ihrer körperlichen Eigenschaften wird jede Person mehr von einer bestimmten Kampfkunsttechnik profitieren.

Die Kampfphilosophien vieler Kampfsportarten werden in Mixed Martial Arts oder MMA kombiniert. Ohne MMA-Erfahrung könnte dir das Betreten eines Achtecks zum Verhängnis werden. Um gegen einen MMA-Kämpfer anzutreten, brauchst du zumindest ein gewisses Maß an Wissen, das durch Training unterstützt wird. Wenn du keine Erfahrung mit Kampfsportarten hast, ist Boxen vielleicht der bessere Einstieg für dich. Es hat nur eine stehende Haltung und hält sich an strengere Richtlinien. Für neue Wettkämpferinnen und Wettkämpfer ist das einfach, weil sie sich leicht daran gewöhnen können. Sie müssen jedoch Körper, Kraft, Geschwindigkeit und Griffkontrolle entwickeln. Das Wichtigste ist, sich seiner Grenzen bewusst zu sein. So kannst du dich auf die Boxbewegungen konzentrieren, die dir helfen, dich in einem Kampf durchzusetzen.

Du kannst davon profitieren, MMA dem Boxen vorzuziehen, wenn du bereits Erfahrung in mehr als einer Kampfsportart hast. MMA lehrt dich, deine Schwächen zu erkennen und gibt dir Hinweise, wie du sie verbessern kannst, damit du dich zu einem vielseitigeren Kämpfer entwickeln kannst. Dadurch wirst du zu einem stärkeren Kämpfer. Wenn du dich für nur eine Kampfsportart entscheiden würdest, wie in diesem Beispiel das Boxen, hättest du dein ganzes Leben Zeit, nur eine Technik zu beherrschen. Wenn du dich jedoch für Mixed Martial Arts (MMA) entscheidest, würdest du dein ganzes Leben damit verbringen, eine Vielzahl von Techniken zu erlernen und vielleicht nie ein Experte in einer von ihnen werden.

Es kommt darauf an, wie geschickt du als Kämpferin oder Kämpfer bist und wie du deine Fähigkeiten einsetzt, um effizienter zu sein, wer sich in einem Kampf durchsetzen würde. Ein Kampfstil verbessert sich durch Wiederholung und Übung. Beide Sportarten erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Das wirft die Frage auf, welche davon effektiver ist. Die Realität ist, dass es nicht nur einen Weg gibt, diese Frage zu beantworten. Je nachdem, was du erreichen willst, kann sich eine der beiden Sportarten als nützlich erweisen. Das Training in beiden hat Vor- und Nachteile. MMA wird häufig von denjenigen gewählt, die sich zu einem vielseitigeren Kämpfer entwickeln wollen. Das liegt daran, dass Boxen konzentrierter ist, MMA aber ein ganzheitliches Training beinhaltet. Im Gegensatz dazu kannst du beim Boxen die richtigen Fuß- und Kopfbewegungen lernen. Da die meisten Konfrontationen im Stehen beginnen, erweisen sie sich in Selbstverteidigungsszenarien als nützlich.

Fang an, MMA zu lernen, wenn du Selbstverteidigung üben willst. Im Vergleich zum Boxen bietet es eine wesentlich größere Auswahl an Waffen. Aber achte auf dein Boxen, auch wenn du MMA trainierst. Ein großer Teil des MMA besteht aus Boxen. Schläge sind meistens für das Ende eines Kampfes verantwortlich, und Boxen ist die Sportart, bei der du am besten lernst, Schläge einzusetzen und zu vermeiden. Es kommt ganz darauf an, ob du der Meister deines Fachs sein willst oder ob du lieber insgesamt durchschnittlich bist, aber Spaß dabei hast.

Ganz klar MMA. Gegen mehrere Angreifer zu kämpfen ist generell schlecht aber mit MMA Kenntnissen geht es noch besser. Ein MMA Fighter knockt einen Straßenschläger genauso schnell aus wie ein Boxer, allerdings wird ein Boxer viel leichter zu Boden gebracht.

Also man kann es im Prinzip so ranken:

  1. Allkampfsysteme (MMA, Combat Sambo, Kudo, Sanda)
  2. Grapplingsysteme mit ausgeprägtem Standkampf (Ringen, Judo, Ju-Jutsu)
  3. Striking Stile und Grappling mit Boden Fokus (Muay Thai, Kickboxen, Brazilian Jiu Jitsu, Luta Livre)
  4. Sonderkategorie Boxen. Zwar unterliegt ein Boxer im direkten Vergleich fast immer gegen alle die ich bisher genannt habe, allerdings kannst du keine andere Kampftechnik so schnell anwenden und damit der Kampf gegen einen untrainierten schnell vorbei ist, können ein paar gezielte Schläge schon ausreichen.
  5. Wettkampfsysteme die sehr stark einschränken oder Vollkontaktsysteme die durch fehlenden Wettkampf keiner Qualitätskontrolle unterliegen (Karate, Teakwon Do, Krav Maga, Leichtkontakt Kickboxen, Silat, viele phillipinische Stile, einige Kung Fu Stile, traditionelles Jiu-Jitsu)
  6. Prozessorientierte Kampfkünste bei denen es ehr um die Entwicklung geht als darum tatsächliche Kampftechniken zu erlernen (Aikido, einige Kung Fu Stile, Tai Chi)

Das ist ausdrücklich KEINE Wertung was besser als das andere ist. Jede dieser Disziplinen hat ihre Daseinsberechtigung.

Verletzungsrisiko

Wie bei allen Kampfsportarten ist es essenziell, die Sicherheit im Training, in diesem Fall das MMA-Training, für Sportler zu gewährleisten. Daher empfehlen wir ausdrücklich eine geeignete Schutzausrüstung vorzuhalten bzw. einzusetzen. Zur Sicherheit gehört ebenfalls das Aufwärmprogramm sowie ein kurzes Abwärmen (Auslauf des Trainings). Um die Verletzungsgefahr während der Übungen im Kampfsporttraining (Sparring) zu reduzieren, sollten Trainer und Schüler auf Augenhöhe kommunizieren. Vor allem sollten Trainierende das Nehmer-Geber-Wechselspiel als Teamwork verstehen, damit sich jeder im Doppeltraining - Mann gegen Mann - technich verbessern kann. Zudem betonen wir die Wichtigkeit, auf den eigenen Körper zu achten und kritische Überanstrengung zu vermeiden.

Fazit

Letztendlich hängt die Wahl zwischen MMA und Boxen von den persönlichen Zielen und Vorlieben ab. Beide Sportarten bieten einzigartige Herausforderungen und Vorteile. Es ist wichtig, sich umfassend zu informieren und gegebenenfalls ein Probetraining zu absolvieren, um die richtige Entscheidung zu treffen.

Merkmal Boxen MMA
Erlaubte Techniken Schläge mit Fäusten Schläge, Tritte, Würfe, Bodenkampf
Regeln Streng, viele Einschränkungen Weniger Einschränkungen, mehr Freiheiten
Training Fokus auf Schlagtechnik, Fußarbeit Vielseitig, kombiniert verschiedene Kampfsportarten
Selbstverteidigung Effektiv im Standkampf Vielseitiger, da verschiedene Distanzen abgedeckt werden