Wie viele Dan gibt es im Taekwondo?

Das Graduierungssystem im Taekwondo besteht aus insgesamt 20 Stufen. Die zehn Schülergrade tragen die Bezeichnung Kup und werden absteigend (vom 10. bis 1. Kup) gezählt. Wie in vielen anderen Kampfkünsten werden auch die Lehrgrade im Taekwondo unter dem Namen Dan geführt.

Die farbigen Gurte der Schüler geben einen Überblick über die zu erwartenden Fähigkeiten des einzelnen Schülers. Dies erleichtert auf Lehrgängen und im Training die Partnerzuweisung. Des Weiteren dienen die Gurtfarben als Motivation für den Schüler, fleissig zu bleiben um die nächste Stufe zu erreichen. Der begehrte Schwarzgurt lässt sich schließlich nur durch kontinuierliches Training über einen langen Zeitraum erreichen.

Die Bedeutung der Gürtelfarben

Wie in anderen (asiatischen) Kampfsportarten gibt es auch im Taekwondo ebenfalls unterschiedliche Gürtelfarben. Die verschiedenen Gürtelfarben geben den Ausbildungsstand des Taekwondoin an: Anfänger 10. - 6. Kup, Fortgeschrittene 4.-1. Kup, Meisterschüler 1.-3. Dan, 2 Lehrergrade - 4. Dan für Meister und 5. Dan für Großmeister, sowie 4 Gürtel für Großmeister 6.-9.

Hier ist eine Übersicht der Gürtelfarben und ihrer Bedeutung:

  • Weißgurt (10. Kup): Er wird beim Eintritt in die Schule verliehen, der Lehrer gibt dem neuen Schüler damit einen "Vertrauensvorschuss".
  • Gelbgurt (8. Kup): Der gelbe Gürtel steht für fruchtbaren Erdboden, auf dem Wissen und Können gedeihen sollen.
  • Grüngurt (6. Kup): Der grüne Gurt steht für den Sproß, die dem bestellten Boden entspringt und Richtung Sonne zur Pflanze heranwächst.
  • Blaugurt (4. Kup): Der blaue Gürtel steht für den Himmel und somit sinnbildlich für eine Grenze. Der Schüler muss nun zeigen, dass er in der Lage ist, Höheres anzustreben und auch zu erreichen.
  • Rotgurt (2. Kup): Der rote Gürtel repräsentiert die Sonne, von der schon eine große Kraft ausgeht, dient dem Schüler aber auch als Signal.
  • Schwarzgurt (ab 1. Dan): Schwarz ist die Farbe der Meister und im Training diesen vorbehalten.

Schwarz als Symbol für das Weltall vereinigt alle anderen Farben in sich und ist somit die stärkste von allen. Schwarz symbolisiert die Autorität, das Wissen und die Erfahrung der Meistergrade.

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Die Dan-Grade im Detail

Bei den Meistergraden fängt es mit dem 1. Dan an, dann geht es aufwärts bis zum 10. Wie man der Tabelle entnehmen kann, gibt es insgesamt 10 Schüler- und 10 Meistergrade. Die Zahl 10 steht im koreanischen für die Vollendung. Um den 1. (ab 1.Dan Taekwondo) ist die Farbe der Meister und nur diesen vorbehalten.

Die Schwarzgurtstufen zählt man dann wieder regulär, also aufsteigend von 1-5. Mit der Prüfung zum Schwarzgurt eröffnet sich schließlich ein langer Weg zu wahrer Meisterschaft.

Die Meistergrade

Die Träger des 1. bis 4. Schwarzgurte mit 1. bis 3. DAN gelten als Meisterschüler. Sie sollen Schritt für Schritt auch an die Kunst des Lehrens herangeführt werden. Im Training übernehmen sie Aufgaben und stehen Anfänger für Fragen zur Verfügung.

Mit dem 4. DAN ist Experte der Kampfkunst und in der Lage, alle Gurtfarben auszubilden und zu fördern. Aktive, die sich im Taekwon-Do durch großes Engagement und lange, beharrliche Arbeit verdient gemacht haben (Richtwert: mindestens 15 Jahre), können zum IV. DAN geprüft werden.

Mit dem 5. DAN ist die Ausbildung im traditionellen Taekwon-Do vollständig durchlaufen. Alle technischen und geistigen Fähigkeiten des Taekwon-Do sind beim Träger dieser Stufe umfänglich vorhanden. Charakterlich soll er als Vorbild im Sinne der Kampfkunst gelten.

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Träger des 5. DAN und höher werden mit dem Titel Sabum-Nim bezeichnet. Dieser Begriff lässt sich am ehesten als "Vorbildlicher Lehrer" übersetzen. Hierzulande wird für diese Stufe auch die Bezeichnung "Meister" oder gar "Großmeister" verwendet.

Der Titel eines 5. DAN lautet Sabeom (사범), das man am besten mit "Lehrmeister" oder "vorbildlicher Lehrer" übersetzen kann.

Es existieren jedoch noch DAN Graduierung über den V. Diese setzen keine technische Steigerung mehr im klassischen Sinne voraus und haben eher den Charakter einer Verleihungszeremonie. Eine formelle Prüfung findet jedoch trotzdem statt.

Das Erlangen dieser Graduierungen setzt neben einer angemessener Wartezeit und repräsentativer Leistung aber ein besonderes Engagement im Taekwon-Do voraus. Dazu gehören insbesondere überregionale oder internationale Lehrtätigkeit oder sonstige besondere Verdienste um die Verbreitung der Taekwon-Do Kampfkunst.

Die Voraussetzungen für höhere Dan-Grade

Zwischen den folgenden 10 Dan-Graduierungen bestehen genau festgelegte Wartezeiten. Diese Vorbereitungszeiten verlängern sich von Dan zu Dan immer um ein Jahr. Beispielsweise kann man frühestens ein Jahr nach der ersten Dan-Prüfung die zweite Dan-Prüfung ablegen. Vom zweiten zum dritten Dan beträgt die Vorbereitungszeit zwei Jahre, vom sechsten zum siebten Dan beträgt sie satte sechs Jahre. Durch diese langen Vorbereitungszeiten gibt es höhere Dan Graduierungen nur in einer bestimmten Altersstufe.

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Der 10. Dan

Der hier höchst erreichbare Grad ist der 10. Dan, von dem es weltweit nur eine Handvoll Träger gibt. Die Zahl 10 steht für die Vollendung, daher ist der 10. Dan die höchste Graduierung, die man beim Taekwondo erreichen kann.

Nur der WTF Präsident in Korea darf als einziger den 10. Dan tragen. Da aber kein Mensch perfekt oder vollkommen ist, lehnen manche diese Ehre ab. Warum sollte man der Einzige auf der Welt mit dem 10. Dan sein? Andere Sportler sind auch hervorragende Taekwondoin und es gibt im Leben immer jemanden, der noch besser ist. Dieses vorbildliche Verhalten ist voll und ganz im Sinne der Taekwondo Tugenden.

Hier ist eine Tabelle, die die verschiedenen Dan-Grade und ihre Bezeichnungen zusammenfasst:

Dan-Grad Bezeichnung
1. - 3. Dan Meisterschüler
4. Dan Meister
5. Dan Großmeister, Sabeom
7. - 9. Dan Großmeister
10. Dan Höchste Graduierung (WTF Präsident)