Taekwondo Gürtel System: Ein umfassender Leitfaden

Taekwondo ist mehr als nur eine Kampfkunst; es ist eine vielseitige Bewegungsform, die Körper und Geist gleichermaßen fördert. Wie bei vielen asiatischen Kampfkünsten symbolisiert auch hier die Gürtelfarbe den Fortschritt und Leistungsstand des Schülers.

Was ist Taekwondo?

Taekwondo ist eine waffenlose Form der Selbstverteidigung, ähnlich Judo, Kung Fu und Karate. Es bietet eine Verflechtung von mentaler und körperlicher Schulung. Unabhängig von Alter und Kondition kann jeder Mensch seinen jetzigen Gesundheitszustand verbessern. Der komplette Bewegungsapparat wird trainiert und auch Konzentration, Willenskraft und Disziplin gefördert.

Das Wort „Taekwondo“ selbst ist eine Kombination aus drei koreanischen Begriffen: „Tae“ bedeutet Fuß, „Kwon“ bedeutet Faust und „Do“ bedeutet Weg. Daher bedeutet Taekwondo „der Weg des Fußes und der Faust“.

Taekwondo Geschichte

Die Wurzeln des Taekwondo reichen bis nach Korea vor über 2.000 Jahren zurück. Die Geschichte ist durchdrungen von Geschichten über Krieger, Königreiche und philosophische Lehren.

Im Jahr 630 n. Chr. gründete das Königreich Silla die Organisation Hwa Rang, bestehend aus Adeligen und hochrangigen Persönlichkeiten. Ziel dieser Gruppe war es, die drei Königreiche Koreas zu vereinen. Dafür trainierten die Ritter nicht nur ihren Körper, sondern auch ihren Geist durch die Kampfkunst. Laut dem koreanischen Geschichtsdokument Samguk-Yusa bildeten die Kampftechniken der Hwa Rang die Grundlage des heutigen Taekwondo.

Lesen Sie auch: Überblick über das Taekwondo Gürtel System

Während der japanischen Besatzung Koreas von 1909 bis 1945 wurde die Ausübung aller koreanischen Kampfkünste verboten. Nach der Befreiung Koreas versuchten die größten Kampfsportschulen, die verschiedenen Stile zu vereinigen. 1955 einigte man sich schließlich auf den Namen Taekwondo.

1968 wurde Taekwondo als Sektion im Deutschen Judo Bund (DJB) aufgenommen, und noch im selben Jahr fand die erste offizielle Deutsche Taekwondo-Meisterschaft statt - zunächst ausschließlich für Männer. 1973 wurde die erste Weltmeisterschaft der Herren im Kukkiwon, dem Taekwondo-Zentrum der World Taekwondo Federation (WTF), ausgetragen. Frauen wurden erstmals 1979 bei Weltmeisterschaften zugelassen.

Das Taekwondo Gürtel System

Im Mittelpunkt der Taekwondo-Kunst steht das Gürtelsystem. Dieses System dient als sichtbare Darstellung des Fortschritts und der Kompetenz eines Praktizierenden in der Kunst.

Der Einstieg beginnt mit dem 10. Kup, dem weißen Gürtel, der den Anfang des Lernprozesses markiert. Nach etwa vier Monaten steht die Prüfung zum 9. Kup an. Die Zählweise beginnt hier von vorne: mit dem 1. Dan, gefolgt vom 2. Dan usw.

Wie bei vielen asiatischen Kampfkünsten symbolisiert auch hier die Gürtelfarbe den Fortschritt und Leistungsstand des Schülers.

Lesen Sie auch: Streaming-Dienst der WWE im Detail

Das Gürtelsystem beginnt mit dem weißen Gürtel, der einen Samen unter dem Schnee symbolisiert, der mit Beginn des Frühlings zum Keimen bereit ist. Der schwarze Gürtel, das ultimative Symbol für Leistungsfähigkeit, steht für Reife und den Beginn einer neuen Reise. Es ist der Höhepunkt jahrelanger harter Arbeit und Hingabe.

Hier ist eine Übersicht der typischen Gürtelfarben im Taekwondo und was sie repräsentieren:

  • Weiß: Anfang, Unschuld, Potenzial
  • Gelb: Die Erde, aus der die Pflanze sprießt
  • Grün: Das Wachstum der Pflanze
  • Blau: Der Himmel, dem die Pflanze entgegenwächst
  • Rot: Die Sonne, die der Pflanze Kraft gibt
  • Schwarz: Reife, Meisterschaft, Weisheit

Die Reise durch die Gürtelgrade

Die erste Gürtelprüfung erfolgt meist aus Neugier und spielerischer Motivation. Bei den Anfängergraden konzentriert sich die Prüfung auf grundlegende Stellungen sowie einfache Fuß- und Handtechniken. Bei den Partnerübungen kommt es darauf an, die erlernten Techniken präzise und kontrolliert anzuwenden. Mit jedem höheren Gürtelgrad steigen die Anforderungen an die Komplexität der Übungen.

Diese Partnerübungen führen einerseits zum kontrollierten Freikampf und andererseits zur Selbstverteidigung. Auf dem Weg zum Freikampf werden Techniken schrittweise perfektioniert. Übungen mit beweglichen Zielen, wie Pratzen (Schlagkissen), spielen dabei eine wichtige Rolle.

Die Poomsae, eine der zentralen Säulen des Taekwondo, ist eine festgelegte Abfolge von Techniken, die einen Kampf gegen imaginäre Gegner simuliert. Je höher der Gürtelgrad, desto anspruchsvoller werden die Abläufe. Poomsae enthalten oft symbolische Botschaften.

Lesen Sie auch: Wie viele Runden Kickboxen?

Von der ersten Stunde an lernen Schüler, dass Kraft allein nicht ausreicht. Köpfchen, Technik und Disziplin sind der Schlüssel zum Erfolg. Damit ist Taekwondo auch ein ideales Selbstverteidigungssystem, besonders für Frauen.

Während der Freikampf besonders für junge, dynamische Sportlerinnen und Sportler geeignet ist, kann die Poomsae bis ins hohe Alter praktiziert werden. Ältere Sportler beeindrucken oft durch die Eleganz und Präzision ihrer Bewegungen, die mit zunehmender Reife noch ausgeprägter werden.

Bei Taekwondo-Prüfungen werden Geschlecht, körperliche Konstitution und Alter stets berücksichtigt. Das führt manchmal zu Missverständnissen, insbesondere bei jüngeren Schülern. Eine scheinbar gleiche Leistung kann unterschiedlich bewertet werden: Während ein älterer Schüler für sein Können gelobt wird, könnte ein jüngerer Schüler mit denselben Ergebnissen an der Prüfung scheitern.

Der Weg zum Meistergrad

Der Übergang vom Schüler zum Meister ist ein bedeutender Einschnitt im „Taekwondo-Leben“ - ein Schritt, der sowohl mental als auch körperlich eine große Herausforderung darstellt. Der Weg zum Schwarzgurt ist lang und anspruchsvoll, und etwa die Hälfte aller Prüflinge benötigt einen zweiten Anlauf, um diesen Meilenstein zu erreichen.

Bei einer Kup-(Schüler-)Prüfung werden Schwächen oft durch Stärken ausgeglichen. Ganz anders sieht es bei der Dan-(Meister-)Prüfung aus. Hier muss der angehende Schwarzgurt in jedem Prüfungsfach ein gewisses Mindestmaß an Können nachweisen.

Von allen Meisterprüfungen gilt die Prüfung zum dritten Dan als die anspruchsvollste. Nach etwa zehn Jahren intensiven Trainings ist dies die letzte reine Leistungsprüfung. Hier muss der Prüfling alle Techniken nicht nur präzise und kraftvoll beherrschen, sondern auch situativ korrekt anwenden.

Besonders in der Selbstverteidigung gegen mehrere Gegner - mit und ohne Waffen - wird das Können auf die Probe gestellt. Dabei muss der Prüfling auch die rechtlichen Vorgaben des Selbstverteidigungsparagraphen einhalten, denn ein Verstoß führt unweigerlich zum Nichtbestehen.

Nach dem dritten Dan verlagert sich der Fokus von der persönlichen Leistungsfähigkeit hin zur Vermittlung des Taekwondo. Die Lehrer- und Großmeistergrade erfordern nicht nur technisches Können, sondern auch pädagogische Fähigkeiten.

Taekwondo: Mehr als nur Selbstverteidigung

Obwohl Taekwondo in erster Linie eine Kampfkunst zur Selbstverteidigung ist, bietet er auch eine Vielzahl körperlicher und geistiger Vorteile. Das Üben kann die Kraft, Flexibilität, Koordination, das Gleichgewicht und die allgemeine Fitness verbessern.

Taekwondo erfordert, genau wie andere Kampfsportarten, ein hohes Maß an Disziplin und Engagement. Es erfordert nicht nur körperliche Leistungsfähigkeit, sondern auch mentale Stärke und spirituelle Tiefe.

Im TRUST Tiger- und TRUST Kids-Unterricht geben die Kinder ihr Bestes, jede Bewegung und jede Aufgabe mit jedem Versuch ein Stück besser zu meistern - das ist für uns der Kern von „Disziplin“.

Taekwondo Ausrüstung

Für das tägliche Taekwondo Training benötigen Sie einen Gi (Anzug). Es gibt verschiedene Modelle für Kinder, Einsteiger, Fortgeschrittene und Meister. Viele Anbieter bieten auch Bestickungsservices an, um das Logo des Dojos auf den Anzug sticken zu lassen.

Neben dem Anzug sind auch Gürtel in verschiedenen Farben erhältlich, die den Fortschritt des Schülers widerspiegeln. Es gibt auch spezielle Gürtel für Meistergrade.

Hier sind einige Beispiele für Taekwondo-Ausrüstung:

  • Basic Edition Gi für Kinder und Einsteiger
  • Dan-Anzug oder Meister-Dobok traditional für Dan Träger, Meister und Sensei
  • Taekwondo ITF und Taekwondo WTF Anzüge, die alle internationalen Richtlinien abdecken
  • Budo-Gürtel aus Baumwolle für verschiedene Kampfsport-Disziplinen