Uckermärkische Bühnen Schwedt: Ein vielfältiges Kulturangebot

Die Uckermärkischen Bühnen Schwedt (ubs) sind ein herausragender Kulturstandort im Nordosten Brandenburgs. Mit ihrem umfangreichen Veranstaltungsangebot aus Theater, Unterhaltung und Veranstaltungsservice erreichen sie jährlich rund 120.000 Zuschauer und Gäste.

Die ubs, Eigenbetrieb der Stadt Schwedt/Oder, sind ein Einspartentheater (Schauspiel) mit erweitertem Gastspielbetrieb. Sie werden vom Land Brandenburg, der Stadt Schwedt/Oder und dem Landkreis Uckermark gefördert.

Veranstaltungshighlights der Uckermärkischen Bühnen Schwedt

Die Uckermärkischen Bühnen Schwedt bieten ein breites Spektrum an Veranstaltungen, von Theateraufführungen über Konzerte bis hin zu Comedy- und Kabarettabenden. Hier eine Auswahl kommender Highlights:

  • Norbert Nagel & Friends - Lieblingslieder: Am 5. Oktober präsentiert der renommierte Multiinstrumentalist und Komponist Norbert Nagel gemeinsam mit dem Monkfish Jazztrio des Brandenburgischen Staatsorchesters Frankfurt seine musikalischen Herzensstücke.
  • Sarah Lesch: Poesie & Widerstand Tour 2025: Am 9. Oktober präsentiert Sarah Lesch ihre lyrischen und feinsinnigen Songs, die zugleich kompromisslos in ihrer Botschaft sind.
  • Fantasy: Wunderland Tour: Auch 2025 sind FREDI und MARTIN wieder auf Tour. Das Top-Duo des deutschen Schlagers geht 2025 auf “Wunderland”-Tour - passend zum neuen Album.
  • Heino: Made in Germany Solo-Tour 2025: Erleben Sie Deutschlands musikalische Legende HEINO auf großer Konzert-Hit-Tournee!
  • Marianne Rosenberg: Bunter Planet: Die legendäre Pop- und Schlagerikone Marianne Rosenberg kündigt nach dem großen Erfolg ihres neuen Albums „Bunter Planet“ mit Freude und Spannung erwartete gleichnamigen Club-Tour für Herbst 2025 an.
  • Dirk Zöllner & Manuel Schmid: Die schönsten Balladen aus dem Land vor unserer Zeit: 37 Jahre nach dem Fall der Mauer präsentieren Dirk Zöllner (Die Zöllner) und Manuel Schmid (Stern-Combo Meissen) die schönsten Balladen aus dem Land vor unserer Zeit.
  • Frank Schöbel & Band: Frank Schöbel gilt als erfolgreichster Sänger der DDR. Mit Hits wie „Wie ein Stern“ feierte er internationale Erfolge und erhielt den Amiga Platin Award als meistverkaufter Künstler der DDR.
  • Odertal-Festspiele BOUNCE: Bon Jovi Tributeband: Seit dem Jahr 2001 ist BOUNCE erfolgreich auf unzähligen Bühnen in Deutschland und dem angrenzenden Ausland unterwegs.
  • Schiller - Sommerklang - Open Air 2026: Bitte merken Sie sich den Termin bereits vor. Weitere Inhalte und Hintergrundinformationen werden in Kürze ergänzt.

Theateraufführungen und Kabarett

Neben den musikalischen Highlights bietet die ubs auch ein abwechslungsreiches Programm im Bereich Theater und Kabarett:

  • CLUB LAS PIRANJAS: Eine Komödie nach dem gleichnamigen Film von Hape Kerkeling und Doris Heinze.
  • Die Quadratur des Greises oder Ein Herd und eine Krone Friedrich II. - der Große! - und der Müller von Sanssouci: Politisches Kabarett unmittelbar am Rande des Zeitgeists, sarkastisch, aber stets mit liebenswürdiger Attitüde und umweht von königlichem Charme.
  • Auf alles (k)eine Antwort: Kabarett Schwedter Stechäpfel, Bürgerbühne Schwedt e. V.
  • Scherben: Frei nach Heinrich von Kleists Der zerbrochne Krug. Klassenzimmerstück für Menschen ab 15 Jahren.
  • Spur der Steine: Schauspiel mit Musik von Ulrich Plenzdorf von Erik Neutsch.
  • Every Heart is Built Around a Memory: Jugendstück von Markolf Naujoks. Game Theatre zum komplexen Themenkreis mentale Gesundheit, Realität und Erinnerung.
  • Osan Yaran: Aus Prinzip!: Das brandneue Programm von Osan Yaran.
  • Wladimir Kaminer - Das geheime Leben der Deutschen: Es ist erstaunlich, welch geheime Welt ans Licht kommt, wenn man sich den Deutschen mit so liebevoller Geduld und freundlicher Neugier nähert, wie Wladimir Kaminer es tut.

Die Uckermärkischen Bühnen Schwedt sind ein lebendiger Ort der Kultur und Begegnung, der für jeden Geschmack etwas zu bieten hat. Besuchen Sie die ubs und erleben Sie unvergessliche Momente!

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Karat Jubiläumstour 2025

Am 15. März 2025, 19:30 Uhr laden Gitarrist Bernd Römer, Schlagzeuger Heiko Jung, Keyboarder Martin Becker, Bassgitarrist Daniel Bätge und Sänger Claudius Dreilich zu einem ganz besonderen Jubiläum: 50 Jahre KARAT werden gefeiert. Neben einer umfangreichen, über das komplette Jahr andauernden Geburtstagstournee wird es ein Album mit neuen Liedern sowie ein neues Karat-Buch, das alle fünf Dekaden umfasst, geben.

Die Rockmusik aus dem Osten Deutschlands hat eine sehr große Anzahl Künstler und Lieder zu bieten, die fester Bestandteil des gesamtdeutschen Kulturerbes waren, sind und bleiben werden. KARAT waren bei ihrer Gründung im Jahr 1975 keine pickligen Teenager mehr, die ihre ersten wackeligen Schritte auf der Bühne unternahmen. Sie hatten ihre Meriten in bekannten Rockbands, vor allem Panta Rhei und Horst-Krüger-Band bereits gesammelt. Swillms, aus dessen Feder die großen KARAT-Hits stammen, kamen zusammen um die Nummer eins zu werden.

Das Besondere dabei: die Erfolge endeten nicht an der ehemaligen Zonengrenze. Zweifelsohne Balsam für die ostdeutschen Musikfans: Denen war immer schmerzlich bewusst, dass das meiste, was sie auf dem heimischen Markt live oder von legal erworbener Konserve konsumierten, eine Art Ersatz für die Großen der Rock-Pop-Welt hinter der Mauer war. KARAT gaben das erste Mal das Gefühl, auch zu Hause oder in der eigenen Stadthalle etwas zu hören, das mehr war als popmusikalischer Mocca-Fix, also Ersatzprodukt.

Schon 1979 wurde das zweite KARAT-Album (im Osten: Über sieben Brücken) in der BRD unter dem Titel Albatros herausgebracht - die schlauen Vermarkter hatten den König der Welt zusätzlich drauf gepackt. Es verkaufte knapp unter Goldstatus. Den knackten KARAT dann im Gefolge von Der blaue Planet, eins der erfolgreichsten Alben der Ostrock-Geschichte, dass auch im Westen fast ein ganzes Jahr lang ununterbrochen in den Charts lag.

KARAT waren nicht nur wegen ihrer Musik allein ungeheuer wichtig, sondern weil diese Musik eine gesamtdeutsche Sache war, die aus dem Osten kam. Es scheint müßig, weil hinreichend bekannt, im Zuge von 45 Jahren KARAT auf die großen Klassiker wie Schwanenkönig, Gewitterregen, Magisches Licht, Jede Stunde, Mich zwingt keiner auf die Knie sowie Blumen aus Eis (und nicht zuletzt auf die bereits genannten) zu verweisen. Auf die vielen KARAT-Coverversionen von Gregor Meyle, Heinz Rudolf Kunze, Peter Maffay, Helene Fischer, Chris de Burgh, Jan Josef Liefers und Max Raabe, um nur einige zu nennen.

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Auf die ausverkaufte Waldbühne ganz ohne DDR-Publikum, auf den Umstand, als erste und einzige Band des Ostens bei „Wetten dass...“ gewesen zu sein. Denn so wichtig diese Stationen in der KARAT-Laufbahn sind, es ist nur ein Teil der Geschichte. Bernd Römer (git), Michael Schwandt (dr), Christian Liebig (b), Martin Becker (keyb) und Claudius Dreilich (voc) haben nie aufgehört, kreativ zu sein. Es war nie ihr Ding, sich auf den erreichten Lorbeeren auszuruhen. Stets überzeugen sie live - rockig, sinfonisch, balladesk, in Kollaborationen mit Orchestern oder befreundeten Musikern sowie unplugged.

Dass KARAT nach wie vor ausverkaufte Tourneen spielen, hat auch und vor allem mit der Personalie des Frontmannes zu tun. Damit, dass Tragik und Triumph oft nicht nur eng beieinander liegen, sondern sich zum Teil auch regelrecht bedingen können: Der tragische Krebstod von Herbert Dreilich, der viel mehr als nur der Sänger dieser Band war, sondern ihr Gesicht und ihre Seele verkörperte, schien im Jahr 2004 das Ende von KARAT zu markieren. Aber am Ende ermöglichte er der Band - mit seinem Sohn Claudius als neuem Frontmann - wie der berühmte Phönix aus der Asche zu steigen.

Spur der Steine: Premiere im Großen Saal

Am 4. Oktober 2025, um 19:30 Uhr erlebt die Inszenierung „Spur der Steine“ als erste große Produktion der neuen Spielzeit ihre Premiere im Großen Saal. In der Regie von ubs-Intendant André Nicke kommt die Inszenierung als Schauspiel mit Musik auf die Bühne, die auch von der langjährig verbotenen Filmfassung inspiriert ist.

Der Roman „Spur der Steine“ von Erik Neutsch kam 1964 heraus und war eines der meistgelesen Bücher der DDR. Die Verfilmung von Frank Beyer mit Manfred Krug und Eberhard Esche in den Hauptrollen hingegen wurde ein Jahr später verboten und blieb es auch. 23 Jahre lang aus den Kinos der DDR verbannt, wurde der Film erst im November 1989 wieder öffentlich gezeigt. Einer Theaterfassung von Heiner Müller mit dem Titel Der Bau nach Motiven des Romans erging es nicht anders, auch sie wurde von den öffentlichen Bühnen verbannt.

Die Uckermärkischen Bühnen Schwedt zeigen „Spur der Steine“ als packende Uraufführung. Wofür lohnt es sich zu träumen? Dieser zeitlosen Frage geht Regisseur André Nicke und sein Team mit dieser Inszenierung nach. Erzählt wird eine packende Geschichte über Liebe und Träume, über Ideale, die auf die Wirklichkeit prallen, über Aufbruchstimmung und Resignation, begleitet wie schon bei der „Legende von Paul und Paula“ von viel live gespielter DDR-Musik, u. a.

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Im Rahmen einer Matinee am Sonntag, dem 21. September, ab 11:00 Uhr geben die Theatermacher erste Einblicke in die Inszenierung. André Nicke stellt die Inszenierung vor, die Hauptdarsteller Fabian Ranglack, Andreas Philemon Schlegel und Antonia Schwingel bringen erste musikalische Kostproben zu Gehör. Die Moderation übernimmt Schauspieldirektor Tilo Esche. Eröffnet wird außerdem eine begleitende Ausstellung, die die Stückhandlung in einen Zusammenhang zur jüngeren Geschichte der Stadt Schwedt/Oder und des denkmalgeschützten Kulturhausbaues stellt, dessen Sanierung nun unmittelbar bevorsteht. Ein Vormittag, der musikalisch, unterhaltsam und anekdotenreich neugierig macht auf die erste große Premiere der neuen Spielzeit.

Am Samstag, dem 27. September, 14:00 Uhr sind bei einer öffentlichen Probe erste Inszenierungseindrücke zu erleben, im Anschluss hält Dr. Wolfgang Jansen einen Vortrag zur Geschichte des Schwedter Theaters. Roman und Film entstanden Mitte der 1960er Jahre. Die Dreharbeiten fanden auch in den Industriegebieten von Leuna und Schwedt statt.

Roman und Film fallen in eine Zeit, in der die DDR-Führung versuchte, mittels des Konzepts des „Bitterfelder Weges“ die Diskrepanz zwischen Kunst und der arbeitenden Bevölkerung zu überbrücken. Auch das Prenzlauer Dorftheater, Ursprung des späteren Schwedter Stadttheaters, entstand auf der Grundlage dieses kulturpolitischen Programms. Den Weg vom Prenzlauer Dorftheater bis zum Schwedter Theater beschreibt der renommierte Theaterwissenschaftler Dr.