Viele Menschen interessieren sich für Kampfsportarten und stehen vor der Frage, ob sie mit Boxen oder Kickboxen beginnen sollen. Beide Disziplinen bieten einzigartige Vorteile und Herausforderungen. Dieser Artikel soll dir helfen, die richtige Wahl für dich zu treffen.
Die Unterschiede zwischen Boxen, Kickboxen und Muay Thai
Während man beim Boxen nur Faustschläge einsetzen darf, sind beim Kickboxen und Muay Thai auch Fußtritte möglich. Der Unterschied zwischen Kickboxen und Muay Thai ist dagegen nicht so leicht zu erkennen. Die beiden Kampfsportarten werden oft miteinander gleichgesetzt.
- Boxen: Beim Boxen kämpfen die Gegner nur mit den Fäusten. Erlaubt sind die Grundschläge Jab, Cross, Punch sowie seitwärts und aufwärts gezogene Haken.
- Kickboxen: Kickboxen setzt sich aus den Faustschlägen des modernen Boxens und Fußtritten von asiatischen Kampfsportarten wie Taekwondo oder Karate zusammen. Knie- und Ellenbogestöße sowie die Ausführung von Techniken im Clinch gegen den Gegner sind jedoch nicht erlaubt. Lowkicks sind im Kickboxen nur in einigen Verbänden erlaubt.
- Muay Thai: Im Muay Thai sind alle Techniken des Kickboxens, Ellenbogen- und Kniestöße sowie das Weiterkämpfen im Clinch regelkonform. Hebel- und Wurftechniken dürfen im Clinch ausgeführt werden. Im Thaiboxen darf eine gegnerische Beintechnik gefangen und sofort mit einem Konter beantwortet werden.
Zusammenfassend kann man sagen, daß im Kickboxen alles regelkonform ist, was im Boxen erlaubt ist. Muay Thai enthält alle Techniken des Kickboxens, des Boxens und noch Techniken darüber hinaus.
Historischer Hintergrund
Die Anfänge des Boxens können bis zu den altertümlichen Olympischen Spielen in Griechenland im Jahre 688 vor Christus zurückverfolgt werden. Das regelbasierte Boxen, so wie wir es heute kennen, ging aus regelmäßig stattfindenen Preiskämpfen in England im 18. Kickboxen entstand in den USA zu Beginn der 1970iger Jahre und ist eine Zusammenstellung von Techniken unterschiedlicher Kampfsportarten wie Karate, Tae-Kwon-Do und Boxen, um Wettkämpfe unter einheitlichen Regeln und mit Schutzausrüstung zur Verletzungsminimierung zu veranstalten. Die Wurzeln von Muay Thai können über 1000 Jahre in Thailand und dem benachbarten Burma zurückverfolgt werden. Die Entstehung von Thaiboxen geht bis in 9. Jahrhundert zurück. Gingen bei den kriegerischen Auseinandersetzungen Waffen wie Schwerter und Lanzen verloren, konnten die Soldaten durch effektiven Kampftechniken mit Händen und Füßen auch Waffe weiterkämpfen. Aus diesem waffenlosen Kampfsystem entstand das Thaiboxen.
Warum mit Kampfsport beginnen?
"Kampfsport ist nur was für junge Menschen!" Diese Aussage ist völliger Quatsch. Denn das Alter spielt bei Sport nie eine Rolle. Ausdauer, Selbstvertrauen und Umgang mit der Angst sind nur 3 Beispiele, warum du mit Kampfsport anfangen solltest?
Lesen Sie auch: Was ist der Unterschied?
- Verbesserte Fitness: Signifikant beim Kampfsporttraining sind die intensiven Intervalleinheiten, d.h. Das hat zur Folge, daß deine Herzfrequenz ziemlich nach oben geht und der Puls in den Pausen wieder sinkt. In einem Kampfsporttraining verbrennst du i.d.R. Durch die Kampfsporttechniken werden die Muskeln miteinander vernetzt trainiert und es entsteht dadurch eine solide Stabilität deines Haltungsapparates. Durch das intensive Training fallen dir deshalb auch Alltagsbewegungen, wie z.B. Treppensteigen, viel leichter, weil dein Puls längst nicht mehr so steigt wie ohne Training. Auch Fitnessboxen lässt dich fitter werden.
- Selbstvertrauen: Durch Kampfsport bekommst du enormes Selbstvertrauen. Warum? Du erfährst, welche Fähigkeiten in dir stecken und fängst an, an dich zu glauben. Dadurch steigert sich dann dein Selbstvertrauen. Du weißt, was in dir steckt! Automatisch wird sich dies dann auch auf andere Lebensbereiche übertragen und du wirst anfangen, dir dann plötzlich mehr zuzutrauen. Was auch positiv ist: Du lernst, dich richtig einzuschätzen und gewinnst dadurch ein gesundes Selbstvertrauen. Somit hast du gute Chancen, dich reell einzuschätzen und läufst nicht Gefahr, dich zu überschätzen.
- Soziale Kontakte: Die Trainingsgemeinschaft in den Kampfsportschulen ist im Normalfall sehr gut. Die Schläge, Tritte und Hebel werden kontrolliert angewendet, jeder hilft jedem und die Stärkeren trainieren mit den Schwächeren. Das respektvolle harte Körpertraining schweißt zudem auch ziemlich zusammen, denn man schenkt sich gegenseitig großes Vertrauen. Nicht zu verachten ist das große Netzwerk, das sich beim Kampfsporttraining bildet.
- Umgang mit Angst: Oftmals sind Menschen von Ängsten geplagt. Menschen, die Kampfsport wettkampfmäßig betreiben, kommen oft an den Punkt, dass sie ihre Angst überwinden müssen, gegen z.B. stärkere Gegner anzutreten. All dies wird aber sehr oft mit Unsicherheit verwechselt. Unsicherheiten sind mentaler Natur. Deshalb spielt mentale Stärke beim Wettkampfsport eine sehr große Rolle. Ein guter Trainer kann dich in diesem Bereich enorm nach vorne bringen. Erfahrene Wettkämpfer haben eine enorme mentale Stärke.
Wie man mit Kampfsport beginnt
Kampfsport kannst du nur bedingt alleine trainieren, so zum Beispiel Schattenboxen. Kampfsport zählt zu den Erfahrungssportarten, d.h. du musst dies körperlich erfahren bzw. spüren. Wenn du aber schon eine Weile in einem Verein oder in einer Schule Kampfsport trainierst, kannst du bestimmte Abläufe oder Techniken aber problemlos allein trainieren, wie z.B. beim Karate die Katas oder beim Boxen das Sandsacktraining.
- Vorgespräch: Wenn du im Verein oder in einer Kampfsportschule trainieren möchtest, ist es sinnvoll, sich vorher dort bei einem Verantwortlichen anzumelden und mit diesem ein Vorgespräch über deine Ziele zu führen. Es macht aus Sinn, auf evtl. Anschließend kannst du dir dann überlegen, ob die Kampfsportart für dich die Richtige ist oder ob du evtl.
- Bereitschaft: Diese Frage taucht sehr oft bei Menschen auf, die mit Kampfsport beginnen möchten. Wenn du mit Kampfsport anfangen möchtest, dann solltest du jedoch die Bereitschaft mitbringen, fitter werden zu wollen. Und auch die Bereitschaft, dafür reichlich Schweiß aufzubringen. Expertentipp: Es ist zu empfehlen, dass du selbst lieber eine kurze Pause einlegst, wenn du nicht mehr kannst, anstatt über dein körperliches Limit zu gehen.
Das Alter spielt keine Rolle
Es gibt Menschen, die erst mit über 50 Jahren mit Kampfsport anfangen. Das Alter spielt eigentlich nur eine Rolle, wenn es darum geht, Kampfsport wettkampfmäßig zu betreiben. Es kommt natürlich auf die Kampfsportart an. Neben den Kampfsportarten gibt es auch die Kampfkünste wie z.B. Aikido oder Tai Chi.
- Kinder: Für Kampfsportler, die leistungsmäßig Wettkampf betreiben, zahlt es sich auf jeden Fall aus, schon als Kind mit Kampfsport zu beginnen. Wenn Kinder z.B.
- 20 Jahre: Wenn du ca. 20 Jahre alt bist, kannst du locker mit Kampfsport anfangen. Wenn du Wettkampf betreiben möchtest, ist es von Vorteil, wenn du schon vorher viel Sport gemacht hast und bereit bist, viel zu trainieren.
- 30 Jahre: Wusstest du, dass du ab dem 30. Hier ist Kampfsport geradezu perfekt. Für den Wettkampfsport bist du auch nicht zu alt, denn es gibt mittlerweile bei vielen Kampfsportarten Veteranenklassen 30 Jahre plus.
- Mittleres Alter: Gerade im mittleren Alter ist Kampfsport ideal, um dich von innen heraus zu stärken.
- 50 Jahre und älter: Es gibt viele Menschen, die noch mit 50 Jahren oder älter mit Kampfsport anfangen. Oftmals erkennen Menschen die älter sind, dass sie viel mehr Power haben, als sie ursprünglich gedacht haben. Das gibt dir unheimlich viel Kraft und überträgt sich auch auf deinen Lebensstil.
Die richtige Kampfsportart wählen
Die Kampfsportart ist für Anfänger egal. Wichtig ist vielmehr die Trainingsumgebung, also die Schule, die Trainer und die Menschen, die dort trainieren. Kampfsportarten haben unterschiedliche Schwerpunkte. Z.B. Es gibt Kampfsportarten, in denen es z.B. Deshalb ist es am besten, mal in dich zu gehen und zu zu schauen, was du meinst, was dir wohl am ehesten liegt. Wenn du z.B. Es gibt auch Kampfsportarten wie z.B. Im erweiterten Sinne zählen Selbstverteidigungssysteme wie z.B. Krav Maga oder Ju Jutsu auch zu Kampfsportarten hinzu, weil sie auch Kampfsportelemente beinhalten. Jedoch gibt es bei der reinen Selbstverteidigung wie z.B.
Ausrüstung
Wenn du mit Kampfsport beginnst, benötigst du für die Probetrainings zunächst kein Equipment. Es gibt Kampfsportarten mit „GI“, dem sog. Anzug. Beim Boxen musst du dir hingegen Boxhandschuhe kaufen. Welches Equipment du genau benötigst, kann dir dann dein Trainer vor Ort genau sagen.
Du bist nie zu alt
Zu alt Du bist immer nur so alt, wie du dich fühlst. Für Kampfsport bist du nie zu alt. Gerade wenn du dich „zu dick“ empfindest, solltest du Kampfsport ausüben. Beim Kampfsport wird in Gewichtsklassen unterteilt. Du findest immer jemanden, mit dem du trainieren kannst. Durch regelmäßiges Training baust du Muskeln auf und somit wirst du automatisch kräftiger und muskulöser werden. Das Schöne ist, jeder kann mit der Konstitution „arbeiten“ die man hat. Vorkenntnisse sind überhaupt nicht erforderlich. Alles, was du benötigst, bekommst du als Anfänger im Training vermittelt. In den ein oder anderen Vereinen und Schulen gibt es spezielle Anfängerklassen, die man besuchen sollte. Am besten ist, du fragst direkt in der Schule nach, in der du trainieren möchtest. Dort bekommst du alles erklärt. Beim Thema Beiträge gibt es einige Unterschiede. Wenn es einen Verein in deiner Nähe gibt, dann sind die Beiträge etwas günstiger als in einer professionellen Kampfsportschule.
Lesen Sie auch: Nahkampf Boxen einfach erklärt
Kickboxen für Frauen
Viele Frauen scheuen sich, Kickboxen auszuprobieren, weil sie denken, da gibt es auf die Nase", weiß Hanna Hansen, ehemalige Weltmeisterin im Kickboxen. Dabei ist der Sport überhaupt nicht so aggressiv, wie er klingt. "Beim Training wird nicht gekämpft, niemand muss in den Ring." Stattdessen bekommst du hier das volle Fitness-Programm: Neben Kraft werden vor allem Ausdauer, Koordination und auch die Flexibilität geschult (vor so einem Tritt auf Kopfhöhe musst du nämlich erstmal gedehnt sein). Kickbox-Taining schafft definierte Muskeln und eine knackige Mitte. Das macht es zu einem knallharten Workout, das mächtig Kalorien verbrennt und den Kopf fordert, egal ob du richtig kämpfst oder nicht. Angst vor aufgeplusterten Muskelbergen musst du aber nicht haben, beim Kickboxen werden die Muskeln definiert und nicht aufgepumpt."Es macht einfach süchtig, das Auspowern, der Stressabbau und das tolle Gefühl nach dem Training sind unvergleichlich", schwärmt Hansen. Wahrscheinlich liegt deshalb der Frauenanteil in ihrem Studio bei über 70 Prozent.
Kickboxen: Der Trainingsablauf
Du warst noch nie beim Kickboxtraining? Kein Problem, wir sagen dir, was dich in deiner ersten Stunde erwartet:
- Warm-Up: Los geht's mit dem Aufwärmen, damit die Muskeln und der Kreislauf in Schwung kommen. Das passiert meist mit Schattenboxen oder Seilspringen.
- Technik: Nach dem Aufwärmen kann die Technik trainiert werden. Techniktraining wird gemeinsam mit einer Partnerin ausgeführt. Keine Angst: Schlagposter schützen euch!
- Kondition: Kickboxen ist ein Full-Body-Workout! Klar, dass da auch die Kondition trainiert wird. Beim Training am Boxsack oder in Intervallen kommt das Herz-Kreislaufsystem richtig auf Touren.
- Stretching / Cool-Down: Zum Ende der Stunde gibt es ein leichtes Cool-Down mit Stretching-Einheiten, um den Körper langsam herunterzufahren und ihn vor Verletzungen zu schützen.
Kickboxen: So viele Kalorien verbrennst du beim Workout
Dieses anstrengende und fordernde Ganzkörpertraining machen wir natürlich nicht (nur) zum Spaß, sondern auch um unseren Körper fit zu machen. Wie gut, dass sich der ganze Schweiß lohnt. Eine Zahl, die sich durchaus sehen lässt! Ganz zu schweigen von den vielen Endorphinen, die das Power-Workout auslöst, was dich dann so richtig happy macht.
Kickboxen ist gut zur Selbstverteidigung
Ja, Kickboxen eignet sich hervorragend zur Selbstverteidigung, da es sowohl den Geist als auch den Körper für intensive Kämpfe trainiert. Ganz gleich, ob es sich um einen Kampf in einer Bar aus nächster Nähe handelt oder ob man sich im Freien verteidigen muss, Kickboxen deckt alle Bereiche ab. Kickboxen ist eine Mischung aus Karate und den Vollkontaktregeln des Muay Thai. Daher lernen Sie, wie man verschiedene Tritte mit viel Kraft ausführt und wie man diese mit Boxkombinationen des westlichen Boxens kombiniert. Jede Technik oder Bewegung ist so konzipiert, dass sie in einem echten Kampf gegen eine Person funktioniert, die echten Widerstand leistet und versucht, sich zu wehren und Sie zu verletzen.
Kickboxen vs. Boxen
In der Theorie ist Kickboxen ein vielseitigeres System und eignet sich daher besser für den Straßenkampf als Boxen. Trotz seiner Einschränkungen in Bezug auf Waffen ist Boxen jedoch sehr praktisch in Selbstverteidigungsszenarien. Kickboxen hat einen Vorteil, wenn der Kampf im offenen Raum stattfindet, wo man den Angreifer mit weitreichenden Tritten zerstören kann. Boxen ist eine bessere Option, wenn der Kampf auf kurze Distanz und in einem geschlossenen Raum stattfindet. Kickboxen ist einfach besser, weil das Training mehr auf den echten Kampf ausgerichtet ist.
Lesen Sie auch: Detaillierte Definition: Nahkampf Boxen
Kickboxen oder Thai-Boxen- mit was soll ich anfangen?
Möchten Sie an Kampfsporttraining teilnehmen und haben sich für zwei scheinbar sehr ähnliche Bereiche entschieden - Thai-Boxen (Muay Thai) und Kickboxen? Dann sollten Sie die Unterschiede zwischen diesen Kampfsportarten genauer verstehen. Für viele, die gerade erst anfangen, Kampfsport zu üben, stellt sich die Frage, inwiefern sich Kickboxen von Thai-Boxen unterscheidet. Auf den ersten Blick ist der Unterschied fast unsichtbar. Der erste grundlegende und wichtige Unterschied ist der Herkunfts- und Geschichten. Kickboxen ist relativ neu aufgetaucht - in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts in Nordamerika, während die Geschichte des Thai-Boxens mehrere tausend Jahre zurückreicht und in Thailand ihren Ursprung hat.
| Merkmal | Boxen | Kickboxen | Muay Thai |
|---|---|---|---|
| Erlaubte Techniken | Faustschläge | Faustschläge, Fußtritte | Faustschläge, Fußtritte, Knie- und Ellenbogenschläge, Clinch |
| Ursprung | Antikes Griechenland, England | USA | Thailand |
| Selbstverteidigung | Effektiv auf kurze Distanz | Vielseitiger, effektiv auf verschiedene Distanzen | Sehr effektiv, da umfassendes Repertoire an Techniken |
