Voraussetzungen für die Anmeldung zum MMA-Kampf: Ein umfassender Leitfaden

Angesichts der Popularität der Mixed Martial Arts, insbesondere der UFC, wollen viele in diesen Sport einsteigen und ihn professionell betreiben. Dieser Artikel beleuchtet die Voraussetzungen und Rahmenbedingungen für die Anmeldung zu MMA-Kämpfen.

Der Weg zum MMA-Profi

Viele junge Menschen, die mit Kampfsportarten wie Kickboxen oder Muay Thai beginnen, träumen davon, ein MMA-Profi zu werden und in der UFC zu kämpfen. Doch der Weg dorthin ist lang und steinig.

Zunächst ist es wichtig zu verstehen, dass MMA keine herkömmliche Kampfsportart ist. Im MMA geht es primär um den Sieg, weniger um Sportlichkeit. Nicht jeder ist für eine Kampfsportkarriere geeignet. Es reicht nicht aus, nur die Zähne zusammenzubeißen. Wenn die körperlichen Voraussetzungen nicht stimmen, kann man noch so hart sein.

Um in Deutschland in der MMA-Szene aufzufallen, muss man zu den Besten gehören. Es ist ein langer und sehr harter Weg, den man beschreiten muss. Der Kampfgeist ist das Ticket zum Ruhm in der Kampfsportwelt.

Voraussetzungen für die Teilnahme an MMA-Veranstaltungen

Die Anmeldungsvorgaben für MMA-Kämpfer sind für alle Veranstaltungen bindend. Matchmaker müssen besonders auf den sportlichen Hintergrund der Kämpfer achten. Jeder Sportler muss seine MMA-Wettkampftauglichkeit durch eine ärztliche Untersuchung nachweisen, die nicht älter als ein Jahr sein darf.

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Ohne einen Arzt/Sanitäter an der Wettkampffläche dürfen keine Kämpfe durchgeführt werden! Vor jedem Kampf muss der Kämpfer zusätzlich auf seine Kampftauglichkeit untersucht werden. Stellt der Arzt fest, dass der Kämpfer durch Krankheit, Doping oder aus anderen Gründen nicht kampftauglich ist, wird der betreffende Kämpfer sofort vom Kampf ausgeschlossen. Der betroffene Kämpfer hat alle für diese Kampfpaarung anfallenden Kosten zu tragen und seine eventuell ausgelobte Kampfgage verfällt.

Der Arzt ist auch berechtigt, nach einem Kampf eine Dopingkontrolle durchzuführen. Sollte sich der betreffende Kämpfer weigern, wird ihm - im Falle eines Sieges - der Sieg wieder ab erkannt.

Regelwerk und Verantwortlichkeiten

Die Kämpfe werden von den jeweiligen Gremien reglementiert und geleitet. Es zählt zu den Aufgaben der Kämpfer, der Betreuer und des Kampfgerichtes auf die Gesundheit der Kampfteilnehmer zu achten. Die Sportler haben so zu kämpfen, dass sie die eigene Gesundheit und die des Gegners nicht unnötig gefährden. Sollte es eine Gefährdung der Gesundheit während eines Kampfverlaufes geben, dann sind alle Genannten verpflichtet, diesbezüglich einzuschreiten.

Es ist jedem Veranstalter einer MMA Veranstaltung gestattet, unter Beachtung der „Legion Fighting Championships Rules”, das Regelwerk noch spezieller / angepasster für Anfänger zu definieren.

Wiegen und Gewichtsklassen

Die Kämpfer werden zu einem vom Veranstalter festgelegten Zeitpunkt gewogen. Der HKR und sein Team haben dafür zu sorgen, dass immer beide Gegner zur gleichen Zeit gewogen werden. Der HKR ist für die Erstellung eines Wiegeprotokolls verantwortlich. Sollte einer der Kämpfer Übergewicht haben, so wird ihm eine Frist von ca. 2 Stunden eingeräumt, um das geforderte Gewicht auf die Waage zu bringen.

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Gewichtsklassen:

  • LFC Kids Class: 10 - 14 Jahre
  • LFC Young Guns: 15 -18 Jahre/ Erwachsene
  • Erwachsene aller Klassen / Pro Class: ab 18 Jahre

Kampfablauf und Regeln

Offizielle MMA-Kämpfe in der Erwachsenenklasse gehen maximal über drei Runden, wobei jede Runde nicht länger als fünf Minuten dauert, mit einer Pause von einer Minute zwischen den beiden Runden. Während den MMA - und Junior/ Kids Wettkämpfen dürfen sich maximal 2 Personen, pro Kämpfer in der Ecke des Kämpfers befinden. Jede Person die ihren Kämpfer beim Kampf betreuen möchte muss bei der Regelbesprechung anwesend sein!

Die Trainer und Sekundanten die ihren Kämpfer betreuen, haben Sportkleidung und Turnschuhe zu tragen. In der Kampfzeit, haben die betreuenden Personen auf zwei Stühlen zu sitzen und dürfen während des Kampfes diese nicht verlassen. Der Trainer ist berechtigt, einen Kampf abzubrechen. Dies macht er dem Ringrichter deutlich, indem er ein Handtuch in den Ring wirft. Diese Regel schließt aber nicht aus, dass der Kämpfer selbst aufgeben kann.

Ein anwesender Trainer oder ein Kämpfer hat die Möglichkeit, Protest gegen ein Urteil einzulegen. Protest ist immer in schriftlicher Form beim Veranstalter einzureichen. Bevor die Bearbeitung beginnt, muss die Protestgebühr von 200,- Euro auf dem Veranstalterkonto gutgeschrieben worden sein.

Betreten während eines Kampfes Trainer und/oder Sekundanten die Kampffläche, wird der Kampf abgebrochen und der Gegner erhält den Sieg als TKO zuerkannt! Der Kampf ist erst zu Ende, wenn der HKR das Ergebnis verkündet, oder die Kampffläche für die Pausenbetreuung freigegeben wurde.

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Benehmen sich Trainer und/oder Sekundanten in irgend einer Form unsportlich, wird diese Mannschaft ermahnt oder verwarnt. Die Wertung dieser Ermahnung / Verwarnung fließt in die Kampfbewertung mit ein. Der HKR kann auch den Kampf sofort abbrechen.

Das Kampfgericht

Das Kampfgericht (KG) besteht aus einem oder mehreren Hauptkampfrichter (HKR) drei Kampfrichter (KR) und einem Arzt , dieser wird unabhängig von der Wettkampffläche „Ring Arzt” (RA) genannt. Der HKR steht im Ring und wertet nicht, die KR punkten nach den KG Vorgaben. Nur in Ausnahmefällen kann auch ein sogenanntes „kleines Kampfgericht” einen Kampf leiten, dann wertet der HKR mit und wird von zwei KR unterstützt.

Der HKR ist der Teamchef und für die Arbeitsaufteilung verantwortlich, zwei KR während des Kampfes für das Protokoll und als Zeitnehmer zu ständig. Die Kampfrichter, im besonderen der HKR überwachen die Einhaltung der Vorschriften und Regeln. Der HKR ermahnt, verwarnt oder disqualifiziert einen oder beide Kämpfer, je nach Schwere des Verstoßes gegen die geltende MMA Regeln. Das KG hat unparteiisch und nach besten Wissen und Gewissen Aufgrund der vorgeschriebenen Wertungsrichtlinien, die Leistungen der Kämpfer zu beurteilen. Sie haben am Ende des Kampfes das komplette Ergebnis im Protokoll zu vermerken.

Die KG Kleidung besteht grundsätzlich aus einem schwarzen kurzärmligem Hemd oder T- Shirt, schwarzer Hose und schwarzen Sportschuhen. Die KR haben selbst dafür zu sorgen das ihre Kleidung immer sauber und anständig aussieht. Weiterhin hat der HKR beim Wettkampf Gummi Handschuhe zu tragen. Dabei gilt: ein Kampf ein paar Handschuhe. Der HKR darf keine Gegenstände tragen, welche den Kämpfer verletzen könnten. Das tragen von Ringen, Halsketten und Uhren während des Kampfes ist verboten.

Kampfabbruch und Disqualifikation

Ein „Referee Stoppage”, in welcher der Ringrichter den Kampf abbricht, weil einer der Kämpfer nicht mehr in der Lage ist sich „intelligent zu verteidigen”. Ebenso wenn der Trainer für seinen Schützling das Handtuch wirft, weil er eine Situation sieht die dem HKR entgangen ist und eine Gefahr für den Kämpfer darstellt. Nachdem es nach Ablauf der regulären Kampfzeit keinen Sieger gibt, liegt die Entscheidung bei den Kampfrichtern.

Weitere Gründe für einen Kampfabbruch sind: Disqualifikation oder wenn der Gegner nach dem Wiegen nicht antritt.

Verhaltensregeln vor, während und nach dem Kampf

Bevor ein Kampf stattfindet hat es eine Regelbesprechung gegeben, in der das jeweilige Regelwerk durchgesprochen wird! Der Arzt, der Veranstalter, das komplette Kampfgericht und alle Kämpfer sowie alle Betreuer bzw. Der HKR organisiert die Kontrolle: der Bandagen, der Handschuhe, der Schutzausrüstung und das Auftragen der Vaselie direkt vor dem Kampf.

Auf ein Zeichen des Hauptkampfrichters (HKR) betreten beide Sportler die Kampffläche. Der HKR fragt beide Kämpfer ob sie fertig/bereit zum Kampf sind. Es ist möglich dass er nochmals auf einzelne Regeln des Kampfes hinweißt. Beide Kämpfer grüßen, auf ein Signal des HKR, (in ihrer ihrem Stil entsprechenden Weise) ihren Gegner!

Kommandos im Kampf:

  • “kämpft” (“fight”) eröffnet den Kampf!
  • “Pause” (“break”) unterbricht den Kampf
  • “STOP” (“Stop” / “Stop the Fight”) heißt alle Handlungen sofort beenden!
  • Das Kommando “STOP - Position merken” (“freeze”) dient dazu den Kampf zu stoppen, wenn die Kämpfer, im Bodenkampf aus dem Ring fallen könnten.

Der HKR kann den Bodenkampf bei Inaktivität der Kämpfer jederzeit abbrechen. Ein Kämpfer darf in der Pause zwischen den Runden nur noch von seinen 2 Sekundaten betreut werden.

Nach Kampf Ende treten sich die Kämpfer wieder gegenüber. Beide Sportler geben sich die Hände. Der Hauptkampfrichter (HKR) und der Ringarzt sind die Einzigen, die befugt sind den Ring/die Kampffläche jederzeit während des Kampfes zu betreten. Der HKR ist der einzige Schiedsrichter eines Kampfes. Nur der HKR und der Ringarzt dürfen einen Kampf abbrechen. Das Werfen des Handtuches auf die Kampffläche durch einen Sekundanten für den eigenen Kämpfer ist ebenfalls regelkonform.

Bewertung der MMA-Techniken

Jeder Kampf wird grundsätzlich von drei Kampfrichtern (KR) bewertet und gepunktet. Die Kampfrichter bewerten MMA - Techniken nach effektiven Schlägen, effektiven Bodenkampf, Kontrolle des Kampfareals, effektive Aggressivität und Verteidigung. Die Bewertungen findet in der oben genannten Reihenfolge statt.

Effektive Schläge werden gewertet, indem die Gesamtzahl der erlaubten schweren Treffer, die durch einen Athleten ausgeführt werden und beim Gegner landen, ermittelt wird.

Unter effektivem Bodenkampf versteht man erfolgreiche Wurftechniken und Konter gegen Würfe. Es kontrolliert der Athlet das Kampfareal, der das Tempo und den Ort des Kampfes bestimmt. Effektive Aggressivität bedeutet eine Vorwärtsbewegung und das Landen eines erlaubten Schlages.

Erlaubte Techniken je nach Altersklasse:

Techniken Kids Class (10-13 Jahre) Young Guns (14-17 Jahre) Adult Class (ab 18 Jahre) Pro Class (ab 18 Jahre)
Schläge zum Kopf (Stand) Ja Ja Ja Ja
Ellbogen zum Kopf (Stand) Nein Nein Nein Ja
Schläge zum Kopf (Boden) Nein Ja Ja Ja
Ellbogen zum Kopf (Boden) Nein Nein Nein Nein

Fouls und Konsequenzen

Nach drei „normalen” Fouls oder einem „ groben” Foul, wird der Athlet disqualifiziert. Die Wertigkeit zwischen einem „normalem” und einem „groben” Foul obliegt dem HKR. Ein Foul im Affekt bzw ohne erkennbare Absicht wird als „normales Foul” behandelt. Ein Foul das zu verhindern gewesen wäre und/oder das mit Absicht begangen wurde, wird als „grobes Foul” behandelt.

Ein Foul führt zu Abzug eines Punktes durch den HKR vom Punktestand des foulenden Athleten. Die Kampfrichter notieren für jede Runde die durch den HKR abgezogenen Punkte. Nur ein HKR kann ein Foul erklären. Erklärt der HKR kein Foul, so dürfen die Kampfrichter nicht eigenmächtig diese Entscheidungen treffen.

Wenn ein Foul begangen wird, so unterbricht der HKR den Kampf und prüft den Zustand des gefoulten Athleten und seine Sicherheit. Der HKR signalisiert anschließend optisch den Abzug des Punktes vom Punktestand des foulenden Athleten.

Beispiele für Fouls:

  • Kopfstöße
  • Anspucken
  • Tiefschläge
  • Augenkratzen
  • Haare ziehen
  • Beißen / Kratzen / Kneifen
  • Festhalten des Schlüsselbeines
  • Unsportliche Vorgehensweise / Beleidigungen

Medizinische Untersuchungen und Wettkampftauglichkeit

Sämtliche Athleten müssen für die Zulassung zu MMA - Kämpfen alle medizinischen Untersuchungen und Tests durchführen lassen, die vom Veranstalter oder der vom Veranstalter bestimmten betreuenden Organisation verlangt werden. Jeder Sportler muss mindestens einmal im Jahr seine Wettkampftauglichkeit durch eine ärztliche Untersuchung schriftlich nachweisen. Diesen Nachweis hat er am Wettkampftag ungefragt beim Wiegen den zuständigen Kampfrichtern vorzuzeigen.

Vor jedem Kampf muss der Kämpfer durch einen Arzt auf seine aktuelle Kampftauglichkeit untersucht werden. Stellt der Arzt fest, dass der Kämpfer durch Krankheit, Doping oder aus anderen Gründen nicht kampftauglich ist, wird der betreffende Kämpfer vom Kampf ausgeschlossen.

Eine eigene Kampfkunstschule gründen

Wer nicht nur kämpfen, sondern auch sein Wissen weitergeben möchte, kann eine eigene Kampfkunstschule gründen. Hier sind einige Mythen, die dich davon abhalten könnten:

  • Du brauchst mehrere schwarze Gürtel und >10 Jahre Erfahrung, bevor du gründest
  • Du musst ein top Kämpfer / Kampfsportler sein, um eine eigene Schule gründen zu können
  • Eine Kampfkunstschule lohnt sich nicht mehr, gerade seit Corona ist es schwer, mit einer Kampfsportschule Geld zu verdienen
  • Eine Kampfkunstschule kann man nicht nebenberuflich aufbauen, wenn dann ganz oder gar nicht
  • Eine Kampfkunstschule zu gründen ist jahrelange harte Arbeit und macht wenig Spaß

Leitfaden: Eine eigene Kampfsportschule gründen

  1. Wähle deinen Kampfkunst-Stil
  2. Beginne Schritt für Schritt mit dem Unterrichten
  3. Sei mehr als nur Kampfsportler, sei Lernender, Lehrer, Inspirierer & Businessman
  4. Wähle deine Unternehmensform / deine Rechtsform
  5. Rechtliche Risiken ausschließen
  6. Diversifikation und Krisen-Resilienz
  7. Gründe aus den richtigen Gründen
  8. Menschen begeistern, Neukunden gewinnen

Entgegen der landläufigen Meinung musst du kein Profi Kämpfer sein und keine jahrzehntelange Erfahrung haben, um eine gute Kampfkunstschule zu gründen. Bedenke jedoch, dass du dich dennoch gut mit dem System auskennen musst, das du unterrichten willst.

Wenn du deine eigene Karateschule / dein eigenes Kung Fu Zentrum / dein MMA Gym gründen möchtest, dann musst du es schaffen, einen eigenen Persönlichkeitsstil zu entwickeln, einen eigenen Unterrichtsstil, den die Menschen ansprechend finden, zu dem sie sich hingezogen fühlen und der dich (zumindest ein klein wenig) einzigartig macht. Du musst bereit sein, dich selbst zu hinterfragen, dich weiterzubilden und viel mehr zu sein, als “nur” ein Kampfsportler.

Ein Verein ist die perfekte Unternehmensform für eine Kampfsportschule, völlig unabhängig ob Karate, Kung Fu, Aikido oder MMA. Sie bietet einfach so unglaublich viele Vorteile, das es eigentlich schon ein No-Brainer ist, sich für diese Geschäftsform zu entscheiden. Die einzig wirkliche Herausforderung dabei ist es, die komplexen Anforderungen an die Vereinssatzung rechtssicher umzusetzen.