UFC Kampf Erklärung: Eine Analyse des Phänomens

Mixed Martial Arts, kurz MMA, hat sich zur Königsdisziplin des Kampfes entwickelt. Die Idee ist uralt: Welche Kampfkunst ist die Beste? Und Welcher Kämpfer ist WIRKLICH der Stärkste? Gewinnt ein Boxer gegen einen Ringer? Kung Fu gegen Karate?

Stile wurden schon immer gemischt, ob im altgriechischen Pancration (= „alle Kraft“) oder dem Brasilianischen Vale Tudo (=Alles Gilt). Und schon immer wurde im Wettkampf herausgefunden, was wirklich funktioniert - und was nicht. Diese modernste, und wissenschaftliche, Form der Kampfkunst nennen wir „MMA“ - und meinen damit primär die Entwicklung des modernen MMA seit 1993 die ersten UFC Turniere stattfanden, mit nur 2 Regeln: Kein Beissen und kein Augenstechen.

Gewonnen wurde, wenn ein Kämpfer aufgibt und einsieht, dass er nicht mehr gewinnen kann, oder wenn der Schiedsrichter bzw. Ringarzt den Kampf abbricht, um den Kämpfer zu schützen.

Die effektivste Form des unbewaffneten Zweikampfes ist, gemäss zehntausenden von Kämpfen, offensichtlich die Mixtur von Ringen, Boxen, Brazilian Jiu Jitsu und Muay Thai. Die Schläge des Boxens sind objektiv die besten der Welt. Die Tritte, Elbogen, Knie und Schläge des Muay Thai fliessen ineinander, und der Clinch ist einzigartig.

Das Ringen ist die älteste Disziplin, und der Übervater sämtlicher Kampfkünste - der bessere Ringer entscheidet, ob der Kampf im Stehen, oder am Boden geführt wird. Und Brazilian Jiu Jitsu ist der Meistes des Kampfes am Boden - mit biomechanisch perfekten Hebeln und Würgern wird der Gegner bezwungen. Wer all diese Kampfkünste beherrscht UND sie miteinander verbinden kann, der ist wahrer Meister der Kampfkunst.

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Die Trainingsmethodik in guten Gyms basiert auf der Verbindung von modernsten Erkenntnissen der Wissenschaft mit althergebrachten Methoden, die sich bewährt haben, seit dem Aufkommen der Menschheit. Oberstes Ziel in unserem Dojo ist es, dass wir alle gesund und als Freunde nach Hause gehen - nur so können wir am nächsten Training wieder teilnehmen und gemeinsam wachsen. Das Training ist darauf ausgelegt, dass ein absoluter Anfänger mitmachen, Freude haben, und Fortschritte machen kann.

Der Kampfsport «Mixed Martial Arts» ist ein Milliardengeschäft geworden.

Die Politisierung der UFC

Die UFC ist zu so etwas wie der halboffiziellen Sportart von Trumps MAGA-Bewegung geworden. Der Speaker ruft den Zuschauern zu, die zu Tausenden auf den Rängen sitzen: «Macht Lärm!»! Jubel brandet durch die Veranstaltungshalle in Des Moines im Bundesstaat Iowa.

Das Publikum ist grossmehrheitlich männlich - und jung. Viele tragen Baseballmützen und Bart, auf T-Shirts prangt das Logo der UFC, der «Ultimate Fighting Championship», die diese Kampfevents organisiert. Ausländische Kämpfer werden ausgebuht, bei amerikanischen wird «USA! USA!» gerufen.

Starthilfe erhielt Dana White von Donald Trump. Etwa um die Jahrtausendwende bot Trump dem Kampfspektakel eine grosse Bühne - in einem seiner Casino-Hotels. Zwischen Dana White und Trump entstand eine Freundschaft und eine Art Allianz.

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Und dass White während der Covid-19-Pandemie UFC-Veranstaltungen organisierte, machte ihn zu einem Helden der Trump-Anhänger. Dana White ist längst zum Wahlkampfhelfer von Donald Trump geworden.

Auch in der Wahlnacht stand White auf der Bühne, als Trump seine Siegesrede hielt. Trump seinerseits besuchte kurz nach seinem Wahlsieg einen UFC-Kampfanlass. Als ob sie selbst UFC-Kämpfer wären, liefen Trump und White Seite an Seite in den berühmten New Yorker «Madison Square Garden» ein, unter dem tosenden Applaus der UFC-Fans.

Khabib Nurmagomedov: Eine Legende des MMA

Khabib Nurmagomedov, ein Name, der in der Welt des Kampfsports eine Legende geworden ist. Der russische Mixed Martial Artist (MMA) hat eine beeindruckende Karriere hinter sich, die von unzähligen Erfolgen und einer unbesiegten Bilanz von 29 Siegen geprägt ist. Der MMA-Kämpfer ist nicht nur für seine Meisterleistungen bekannt, sondern auch für seine physische und mentale Stärke, die ihn zu einem wahren Vorbild macht.

Khabib Abdulmanapovich Nurmagomedov, geboren am 20. September 1988, ist mittlerweile ein ehemaliger professioneller Mixed Matrial Arts Kämpfer. Seine beeindruckende Karriere, die schon im Jahr 2008 begann, führte ihn in die Leichtgewichtsklasse der Ultimate Fighting Championship (UFC), wo er den Titel des Leichtgewichts-Champion von April 2018 bis März 2021 erfolgreich hielt. Dies ist die längste Regentschaft in dieser Gewichtsklasse, die je gehalten wurde.

Aufgrund seiner bemerkenswerten Leistungen wird er von vielen als einer der besten Mixed Matrial Arts Kämpfer aller Zeiten angesehen, da er seine Karriere mit einer makellosen Bilanz von 29 Siegen und keiner einzigen Niederlage beendete. Khabib hat seine Wurzeln in den Kampfsportdisziplinen Sambo, Judo und Wrestling und kann auf 2 Kampf-Sambo-Weltmeistertitel zurückblicken.

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Ursprünglich aus der russischen Republik Dagestan stammend, ist Nurmagomedov, auch „The Eagle“ genannt, nicht nur für seine sportlichen Erfolge bekannt, sondern auch für seine kulturelle Bedeutung als erster Muslim, der einen UFC-Titel gewonnen hat. Sein Spitzname hat der Sportler von der Symbolik der Republik Dagestan, die einen Adler (Eagle) darstellt. Mit mehr als 34 Millionen Followern auf Instagram ist er der am meisten gefolgte russische Sportler in den sozialen Medien.

Nach dem UFC-Kampf 254 im Oktober 2020 verkündete Khabib offiziell seinen Rückzug aus dem aktiven Kampfsport und widmete sich danach dem MMA-Training und Coaching.

Der Kampfstil des Sportlers setzt sich wie erwähnt aus einer Kombination von Sambo, Judo und Wrestling zusammen. Diese Mischung von Sportarten ist für MMA heutzutage aussergewöhnlich, denn der Oktagon wird von Muay Thai, Jiu-Jutsu und Boxen dominiert.

Khabibs Kampftechnik

Schlagkraft - die Schlagfähigkeit des Kämpfers wird oft unterschätzt, denn Khabib triumphierte in den meisten Fällen durch seine Vorlagen gegenüber seinen Gegnern. Vorlagen im MMA sind Trainingsmethoden oder Strategien, die von den Kämpfern verwendet werden, wie z. B. Ground and Pound. Er trat gegen die gefährlichsten „Gladiatoren“ in seiner Gewichtsklasse an und schaffte es jedes Mal als Sieger aus dem Oktagon zu treten. Ein bemerkenswertes Beispiel war, als er Conor McGregor mit einem rechten Haken zu Boden warf.

In der ersten Runde eines Kampfes nutzt der Sportler seine Schläge, um den Gegner zu schwächen. Sobald er spürt, dass sein Gegner an Explosivität verliert, verkleinert er die Distanz und beginnt mit dem Grappling.

Takedowns - der Erfolg des MMA-Sportlers beruht hauptsächlich auf seinen Takedowns. Im Gegensatz zu anderen Ringkampf-Stilen betont das Sambo, dem Khabib folgte, den Einsatz der Beine und des Käfigs als Angriffsform. Takedown ist eine Technik, bei der der Kämpfer den Gegner zu Boden bringt, um eine bessere Position zu erlagen. Wenn Khabib einen Takedown versucht, legt er seinen Kopf auf die Hüfte seines Gegners.

Beinkontrolle - eine charakteristische Technik von Khabib ist der sogenannte „Beinwickel“. Nachdem er seinen Gegner zu Boden gebracht hat, umschlingt er fest seine Beine. Diese Technik erzeugt einen hohen Druck auf die Knie und macht es ihm praktisch unmöglich, seinen Unterkörper für eine Flucht oder irgendeine Form von Gegenkraft gegen den Boden zu nutzen.

Um den Druck effektiv bei dem Kampf aufrecht zu halten, ist ein intensives Beintraining von grosser Bedeutung. Dies kann durch Partnerübungen oder Solotraining erreicht werden, z. B. durch das Zusammenpressen eines am Boden liegenden schweren Sackes. Diese Übung hilft dabei, die notwendige Stärke und Ausdauer in den Beinen aufzubauen und die Technik von Khabib erfolgreich anzuwenden.

„Smesh“ Ground and Pound - während seiner Zeit als Champion im Leichtgewicht erwies sich Khabibs Ground and Pound Technik als unaufhaltsam. Sobald er seine Beine um seinen Gegner geschlungen hat, begann er aktiv nach Möglichkeiten zu suchen, den Kampf zu beenden. Durch geschicktes Nutzen seiner Beinkontrolle hat er die Hände frei, um präzise Schläge auf Gesicht und Körper des Gegners zu setzen und somit dessen Verteidigungsversuch und Befreiungsbewegungen zu verhindern. Seine geübte Kombination aus Beinkontrolle und Schlägen macht ihn zu einem äusserst gefährlichen Gegner auf dem Boden, der viele seiner Konkurrenten vor Herausforderungen stellt.

Khabibs Fitnessplan

Khabibs Fitnessplan ist das Ergebnis einer gut durchdachten Trainingsstrategie. Er fokussiert sich durch einen vielseitigen Trainingsplan auf verschiedene Aspekte seines Körpers. Dies ermöglicht ihm eine bemerkenswerte Stärke, Wendigkeit und Schnelligkeit zu erreichen.

  • Kampfkunsttraining - er trainiert täglich am Nachmittag, um seine Techniken in den Kampfkünsten zu verfeinern und seine Kampffertigkeit zu optimieren.
  • Russische Sauna - einmal pro Woche nutzt er eine russische Sauna, um seinen Körper zu entspannen und Muskelverspannungen zu lösen.
  • Khabib hat eine Vorliebe für Low-Tech-Training und nimmt keine ausgefallenen Dinge in sein Trainingsprogramm auf. Er präferiert effektive Übungen, die Ergebnisse liefern.
  • Calisthenics - Körpergewichtsübungen wie Liegestütze, Klimmzüge und Kniebeugen sind äusserst effektiv, um Muskelkraft aufzubauen.
  • Schattenboxen - dies ist eine beliebte Übung im Kampfsport, die Khabib hilft, seine Techniken zu schärfen und seine Reflexe zu verbessern.

Der Sport erfordert von den Athleten eine erhebliche Oberkörperkraft, da er eine intensive Beanspruchung, der Muskel im Rumpf, Schultern, Armen, Rücken und Brustmuskulatur mit sich bringt. MMA-Kämpfer zeichnen sich oft durch ihre ausprägte Oberkörperkraft und gute Kondition aus, Khabib ist in dieser Hinsicht keine Ausnahme.

Einige Übungen, die Khabib in sein Training integriert:

  • Liegestütze mit Schulterklopfen: Beginne in der Liegestützposition mit den Händen auf dem Boden, etwa schulterbreit auseinander.
  • Superman: Lege dich auf den Bauch mit ausgestreckten Armen und Beinen. Hebe gleichzeitig deine Arme, Schulter, Brust und Beine vom Boden ab. Dabei formst du eine leichte Bogenposition mit deinem Körper. Halte diese Position für ein paar Sekunden, während du deine Muskeln im unteren Rücken und Gesässmuskeln anspannst.
  • Klatschende Liegestütze: Gehe in die Liegestützposition und mache einen Liegestütz. Bei der Ausführung berührst du mit deiner Brust fast den Boden, und dann drückst du dich intensiv mit Schwung nach oben, sodass deine Hände den Bode verlassen. Klatsche in der Luft mit den Händen, bevor du sie wieder auf den Boden setzt.
  • Hohe Planke: Diese Übung ist eine spezielle Ausführung der Planke. Beginne in einer Liegestützposition, deine Schultern sollten über den Händen sein und dein Körper in einer geraden Linie von Kopf zu den Füssen. Spanne deine Bauchmuskeln an und halte diese Position, und schon machst du die hohe Planke.
  • Fahrrad Crunches: Lege dich auf den Rücken und hebe deine Beine. Deine Schienbeine sollten parallel zu Boden sein. Platziere deine Hände hinter deinem Kopf und bewege deine Beine so, als ob du ein Fahrrad fahren würdest. Das machst du, indem du abwechselnd ein Bein ausstreckst und das andere anziehst.
  • Crunches: Lege dich auf den Rücken und beuge deine Knie, sodass deine Füsse flach auf dem Boden stehen. Platziere deine Hände hinter dem Kopf, spanne deine Bauchmuskeln an und hebe deinen Oberkörper vom Boden ab, indem du deine Schultern Richtung Knie bewegst.

Conor McGregor: Der polarisierende Star

Bereits kurz nach seiner Niederlage bei UFC 229 forderte Conor McGregor einen Rückkampf. Lange war unsicher ob der finanziell sehr erfolgreiche Ire überhaupt noch einmal einen MMA-Kampf bestreiten würde. Mit einer Niederlage wird der für sein grosses Ego bekannte, ehemalige Klempner aus Dublin nicht abtreten wollen.

Nicht zuletzt bietet auch der Ausraster Khabibs nach dem Kampf für ordentlich Zündstoff. Nachdem ein Betreuer McGregors von Khabib angegriffen wurde, gingen auch noch 2 Mitglieder aus Khabibs Team auf Conor McGregor los. Diese wurden daraufhin verhaftet, kamen später jedoch wieder frei, da McGregor auf eine Anzeige verzichtete.

Im Vorfeld des Kampfes war es immer wieder zu gegeseitigen Anfeindungen gekommen. Bereits Monate vor dem Kampf hat Conor McGregor den Team-Bus von Khabib mit einem Stuhl attackiert und eine Scheibe zertrümmert. Dafür wurde er später verhaftet.

UFC im Wandel der Zeit

Die UFC hat unter ihrem Chef Dana White nahezu ein Monopol in ihrem Markt - unter dem neuen Präsidenten Trump muss sie keine Konsequenzen fürchten.

Der Zürcher Robert Valentin ist sich bewusst, dass er nicht nur als Kämpfer, sondern auch als Spektakelmacher zur UFC geholt wurde. «Ich bin ein direkter Typ, trage mein Herz auf der Zunge», sagt er. «Ich will dem Publikum etwas bieten, wenn ich im Käfig bin.»

Yasubey Enomoto kämpft vor allem in Russland, er hat sich dort einen Namen gemacht. Wenn er in Sibirien aus dem Flugzeug steigt, wird er für Autogramme gefragt, in Zürich erkennt ihn niemand.

Die Zukunft der UFC

Die Kämpfe werden athletischer, Spezialisten wie Ringer oder Boxer gibt es nicht mehr, im Käfig treffen trainierte Allrounder aufeinander.

Die zunächst so umstrittene UFC wird zur grössten Kampfsportserie der Welt und ist auf den neuen Medien bei einem jungen männlichen Publikum präsent.

Die Liga ist global vermarktet, mit TV-Verträgen in der ganzen Welt. Gekämpft aber wird in den USA, die Athleten brauchen oft besondere Aufenthaltsbewilligungen.

Die UFC muss dank Trump auch keine Kartellklagen fürchten.

Für die einen ist das Oktagon eine Bühne, für die anderen ein Käfig - und für wiederum andere ein politisches Parkett.