Mascha Ballhaus, geboren am 27. Juli 2000 in Hamburg, hat sich seit 2023 als junge Judo-Kämpferin in der erweiterten Weltklasse ihrer Gewichtsklasse bis 52 kg etabliert.
Anfänge in Hamburg und erste internationale Erfolge
Ihre Judokarriere begann Mascha Ballhaus, ebenso wie ihre Zwillingsschwester Seija, 2004 im schleswig-holsteinischen Glinde, nahe der Grenze zu Hamburg gelegen.
Zum Judo kam sie, weil ihre Eltern ihr etwas anderes bieten wollten als das übliche Kinderturnen.
Daneben nahm sie auch einige Reitstunden, "aber Judo war eindeutig cooler", so Ballhaus.
Beim TSV Glinde, bei dem Swenja Krosien ihre erste Trainerin war, trainierte auch die spätere Olympiasilbermedaillengewinnerin Miriam Butkereit.
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"Wir sind aus demselben Ort gekommen.
Frühe Erfolge und Wechsel nach Hamburg
Schon dort wurde ihr Judotraining recht schnell leistungsorientierter.
Im ersten U14-Jahr wurde sie Norddeutsche Meisterin und 2015 Deutsche Meisterin in der U18.
„Da war es dann schon sehr leistungssportlich geprägt und ich kam in die Nationalmannschaft.“
Da jedoch ihre Trainerin beruflich bedingt aufhören musste, ging sie 2016 nach Hamburg zu TH Eilbeck und trainierte unter Slavko Tekic.
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Nach dem Abitur wechselte sie 2019 zum Bundestützpunkt nach München-Großhadern.
„Dort trainierte ich bei Lorenz Trautmann, der damals auch unser Bundestrainer war.
2021 kam dann Erika Miranda als Trainerin nach München, bei der ich bis jetzt trainiere.“
Vorbild Miriam Butkereit
An ihrem ersten Verein TSV Glinde hat sie auch aus anderen Gründen beste Erinnerungen.
„Miriam Butkereit hat ebenfalls im TSV Glinde trainiert und wir sind aus demselben Ort gekommen.
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Sie war immer mein Vorbild.
Miriam ist sechs Jahre älter und war quasi der Star im Verein.
Sie hat mich immer behandelt wie eine kleine Schwester und war ein Vorbild, zu dem ich hochgeschaut habe“, beschreibt sie eine besondere Beziehung.
Nun starten beide gemeinsam bei den Olympischen Spielen in Paris.
Erfolge im Erwachsenenbereich
Mit ihrem Vize-EM-Titel in der U23 im Jahr 2021 war sie dann im Frauenbereich angekommen.
Die Olympiaqualifikation erreichte sie mit Bronze bei der EM 2023 und nun bei der WM im Mai in Abu Dhabi.
Dazwischen erkämpfte sie auf der IJF-Tour mehrere Medaillen, unter anderem in Taschkent 2023 den Grand Slam-Sieg.
Sie steht nunmehr auf den 8. Platz der Weltrangliste und hat damit eine sichere Olympiaqualifikation.
Ein weiteres Highlight war ihr erster Grand-Slam-Sieg 2023 in Taschkent.
Bei den anschließenden Olympischen Spielen in Paris verpasste sie allerdings den Halbfinaleinzug und blieb ohne die erhoffte Medaille.
Motivation und Ziele
Judo war nicht nur in ihrer Kindheit cooler als andere Sportarten.
„Judo bedeutet einfach alles für mich.
Für sie war einst der U18-Europameistertitel ein ganz wichtiger Meilenstein.
„Ich wusste, wenn ich immer fleißig trainiere und mich anstrenge, dann kann ich meine Ziele erreichen.“
Die WM-Bronzemedaille in diesem Jahr war für sie ebenfalls ein besonderer Glücksmoment.
„Da hatte ich das Gefühl, ich bin da oben bei den Erwachsenen angekommen.“
Dabei geholfen hat ihr sicher ihre Stärke, dass sie sehr zielstrebig ist.
„Wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, gebe ich alles dafür, um das auch zu erreichen.
Ich gehe sehr kritisch mit mir um und versuche ständig, mich zu entwickeln.“
Aber sie ist dabei auch oft zu hart zu sich selbst und macht sich fertig, obwohl sie ihr Bestes gegeben hat.
„Ich glaube, meine kritische Art kann mir helfen, aber mir auch manchmal im Weg stehen“, bedenkt sie beide Seiten der Medaille.
Berufliche und private Interessen
Mascha Ballhaus ist bei der Bundeswehr und studiert Ernährungswissenschaften.
„Da ich im Judo immer den Bezug zum Abnehmen habe, könnte ich mir sehr gut vorstellen, mit diesem Studium dann mit Sportlern in dem Bereich zu arbeiten.“
Dabei möchte sie gern bestimmte Sportarten oder Verbände unterstützen oder auch an einem OSP als Beraterin arbeiten.
Zunächst steht aber erst mal eine intensive letzte Vorbereitungsphase auf Olympia an.
Die wenige Freizeit, die ihr bleibt, nutzt sie gern für andere sportliche Aktivitäten und sie kocht sehr gern.
„Ich verbringe aber auch einfach manchmal gerne Zeit zuhause zum Beispiel mit meinem Freund auf dem Sofa und schaue mir einen Film an.
Da wir sehr viel unterwegs sind, genieße ich solche Momente.“
Zukunftspläne
Nach Olympia wird sie sich etwas Zeit nehmen, um ihren Körper wieder zu regenerieren und Dinge zu machen, auf die sie in den letzten zwei Jahren verzichtet hat.
„Urlaub, Familie und Zeit mit Freunden“, sagt sie spontan.
Nun freut sie sich aber erst einmal auf die Atmosphäre in Paris und auf das Olympische Dorf.
„Ich möchte mein Bestes geben und von Kampf zu Kampf schauen.
Steckbrief Mascha Ballhaus
- Geboren am: 27.07.2000
- Größe: 1,63 m
- Beruf: Sportsoldatin bei der Bundeswehr/ Studium Ernährungswissenschaften
- Graduierung: 2. Dan
- Aktiv seit: 2004
- 1. Trainer: Swenja Krosien
- 1. Verein: TSV Glinde
- Aktueller Verein: TH Eilbeck
Erfolge
- WM-Dritte 2024
- EM-Dritte 2023
- Olympiasiebte 2024
- Siegerin Grand Slam Taschkent 2023
