Wie viel Gramm sind 1 Karat? Eine umfassende Erklärung

Das Karat ist eine Gewichtseinheit, die meist für Edelsteine verwendet wird. Im Unterschied zur Feinunze (Troy Ounce), die im angelsächsischen Raum für Edelmetalle verwendet wird, nutzt man das Karat zur Bestimmung des Gewichts von Edelsteinen.

Definition und Ursprung des Karats

Ursprünglich entsprach ein Karat dem Gewicht eines getrockneten Samenkorns des Johannisbrotbaums. Später wurde es als das Gewicht von drei Gersten- oder vier Weizenkörnern festgelegt. Die hörnchenförmigen Früchte des Johannisbrotbaums (Ceratornia siliqua) gaben so der römischen Gewichtseinheit Siliquia ihren Namen. Eine Siliquia entsprach in etwa 189 bis 192 Milligramm - also annähernd dem Gewicht unserer heutigen Maßeinheit von einem Karat.

Die Überlieferung besagt, dass der Grund für die Nutzung der Johannisbrotbaum-Kerne darin liegt, dass diese immer annähernd dasselbe Gewicht haben. Wissenschaftler wiesen jedoch nach, dass die Gewichtsschwankungen des Siquilias denen jeder anderen Samenart in nichts nachstehen. Eine überraschende Entdeckung machten die Forscher jedoch: Zwar schwankt das Gewicht, Probanden konnten diese Schwankungen aber in über 70% der Fälle am Aussehen der Samen erkennen. Dies deutet darauf hin, dass unsere Vorfahren im alten Rom und in Griechenland die Kerne des Johannisbrotbaumes auswählten, da so eine geringe Fehlerquote bei Gewichtabweichungen garantiert werden konnte. Das menschliche Auge sorgte dafür, dass nur in etwa gleichschwere Samen zur Messung ausgewählt wurden.

Im Mittelalter bestimmten Menschen anhand von anderen Getreidekörnern, was als "ein Karat" galt. Die Gewichtseinheit Karat wurde erst 1875 auf das standardisierte Maß von 0,2 g festgelegt.

Karat im metrischen System

Heute gehört das Karat zum metrischen System und leitet sich vom Kilogramm ab. Das Karat ist in nationalen Einheitensystemen und Normen entsprechend seiner Umrechnung in Kilogramm definiert. In der EU ist es eine gesetzliche Einheit, gehört jedoch nicht zum internationalen Einheitensystem (SI).

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Das Gramm gehört ebenfalls zum metrischen System und leitet sich vom Kilogramm ab. In Ländern mit metrischem System ist das Gramm eine alltägliche Einheit. Das Gramm ist entsprechend seiner Umrechnung in Kilogramm in nationalen Normen und Einheitensystemen definiert.

Umrechnung: Karat in Gramm

1 Karat entspricht 0,2 Gramm bzw. 0,0002 Kilogramm. Um also das Gewicht eines Edelsteins von Karat in Gramm umzurechnen, multiplizieren Sie einfach die Anzahl der Karat mit 0,2.

Das sogenannte metrische Karat wird mit ct abgekürzt. Umgerechnet sind 1ct genau 0,2 Gramm. Die Maßeinheit des metrischen Karats trägt in Deutschland die Abkürzung Kt (in Österreich und der Schweiz ist ct üblich).

Statt in Karat erfolgt die Angabe auch häufig in Punkten: 100 Punkte entsprechen dabei einem Karat. Ein Halbkaräter hat also eine Punktzahl von 50. Dann spricht man auch von einem 50 Punkter oder bei einem Viertelkaräter z.B. von einem 25 Punkter. Diese Punkte-Angabe wird vor allem genutzt, wenn es sich um einen Edelstein-Masse unter 0,2 g handelt.

Die 4 Cs: Bewertung von Edelsteinen

Den wahren Wert z.B. eines Diamanten misst der Fachmann anhand der 4cs (Englisch: carat, color, clarity und cut). Der Karat-Gehalt ist von diesen vieren der einzige unsichtbare, da er durch das Gewicht des Edelsteins bestimmt wird.

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  • Carat (Karat): Gewicht des Edelsteins
  • Color (Farbe): Die Farbe kann von weiß bis gelblich eingestuft werden und erhöht den Wert eines Diamanten je heller sie ist. Eine Ausnahme sind Steine, welche in allen Regenbogenfarben schimmern. Diese sogenannten "fancy colored diamonds" erhalten ihre Farbgebung aber auch durch den besonderen Schliff (cut).
  • Clarity (Reinheit): Die Reinheit beschreibt die Sichtbarkeit vorkommender Einschlüsse im Edelstein.
  • Cut (Schliff): Die Eigenschaft des Schliffgrads bestimmt die Brillanz eines Steins. Je höher also hier die Qualität, umso strahlender funkelt z.B.

Zwar herrscht nicht direkt eine Beziehung zwischen Größe und Wert eines Steins, aber durchaus zwischen dessen Gewicht und seinem Wert. Die Preissteigerung erfolgt allerdings nicht gleichmäßig mit steigender Karat-Zahl, sondern es ergeben sich exponentielle Sprünge. Beispielsweise zwischen einem 0,95 Karäter und einem Einkaräter. Diese Preisentwicklung begründet sich durch die Seltenheit großer Diamanten. Je größer die Karatzahl, umso sprunghafter steigt der Preis, zwischen einem Stein mit drei und vier Karat liegt ein weitaus höherer Preisunterschied als zwischen zwei Steinen mit ein und zwei Karat.

Die Wirkung eines wertvollen Diamanten ergibt sich aus mehreren Faktoren: dem Karat-Gewicht und seiner augenscheinlichen Größe. Das menschliche Auge tendiert jedoch dazu, diesen zweiten Faktor zu verzerren.

  1. Edelsteine können unterschiedlich tief sein. Je tiefer ein Stein ist, umso kleiner wirkt er oft. Dagegen sehen flachere Steine größer aus.
  2. Wie bereits oben beschrieben, bestimmt der Schliff die Brillanz. Diese kann auch über die wirkliche Größe des Steines hinwegtäuschen, da mehr Licht auf das Auge zurückfällt.
  3. Als Tafel bezeichnet man den sichtbaren Bereich des Edelsteins bei Draufsicht.

Karat bei Goldlegierungen

Das metrische Karat ist eine Gewichtseinheit zur Bestimmung von Edelsteinen (1 Kt = 0,2 g), wohingegen die Karat-Angabe bei Goldlegierungen den Feingehalt von Schmuckstücken definiert. Um den Gewichtsanteil reinen Goldes an der Gesamtmasse einer Legierung anzugeben, verwendet man ebenfalls den Begriff "Karat". Goldlegierungen werden hauptsächlich mit Kupfer und Silber hergestellt.

Der Feingehalt in Karat wird in x/24-Teilen angegeben. Einkarätiges Gold entspricht also einem 1/24 Gewichtsanteil Gold (= 4,167%). Eine hundertprozentige Reinheit (24/24) ist quasi ausgeschlossen, da mögliche Verunreinigungen nie ganz zu eliminieren sind. Statt der Bezeichnung "Karat" kann man die Reinheit von Goldlegierungen auch in 1/1000 Teilen angeben.

Auch die Geschichte des Karat-Begriffs für Goldlegierungen geht auf die griechischen und römischen Vorbilder der Johannisbrotbaum-Samen zurück. In Deutschland gab es früher das Karat als kleines Gegengewicht, mit dem man die Feinheitsbestimmung des Goldes vornahm. Dieses Gewicht entsprach dem 24.Teil einer Mark, 1 Karat wiederum teilte sich in 12 Grän als Untereinheiten auf.

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Auch heute noch wiegt man Schmuckstücke aus Gold, um ihren Karat-Wert zu ermitteln und damit eine Aussage über deren Feingehalt zu treffen. Nicht überall ist Gold gleich Gold. Unterschiedliche Länder definieren den Mindest-Reinheitsgrad, den ein Schmuckstück haben muss, um als Gold verkauft zu werden, verschieden. In Deutschland gilt für Goldlegierungen eine Mindestgrenze der Reinheit von 8 Karat. Das entspricht einer 333er Feinheit. Diese Werte sind nicht nur auf staatliche Festlegungen zurückzuführen, sondern auch auf kulturelle Vorlieben.

So schätzt man auf dem amerikanischen Kontinent besonders Legierungen mit einem 585% Goldanteil, im Nahen Osten erfreuen sich Schmuckstücke ab Feingehalten von 20 bis 22kt großer Beliebtheit. Im Südasiatischen Kulturkreis legt man auf sehr hochprozentige Goldanteile wert und so begegnet man z.B. häufig thailändischem oder chinesischem Schmuck aus Feingold. In Deutschland gibt es für jeden Geschmack die passende Legierung.

Wie erkennt man den Feingehalt von Goldlegierungen in Karat?

Anhand der auf Barren und Münzen angegebenen Promillezahlen lässt sich der reine Goldgehalt in Karat bestimmen. Grundlage ist immer die Regel, dass 24 Karat fast exakt 100 Prozent Feingehalt entsprechen. Der Feingehalt wird faktisch mit 99,9 Prozent angegeben, da es praktisch ausgeschlossen ist, kleinste Verunreinigungen vollständig zu eliminieren.

Ein Beispiel: Die Zahl „333“ bedeutet „333 von 1.000“, der Goldgehalt beträgt damit 33,3 Prozent. Und 33,3 Prozent von 24 (Karat) ergeben 7,992. Dies entspricht - aufgrund der „99,9-Prozent-Regel“ - 8 Karat.

Karattabelle für Gold

Hier ist eine Tabelle zur Umrechnung von Karat in Promille und Prozent:

Karat Promille Prozent
6 Karat 250 25,0%
8 Karat 333 33,3%
9 Karat 375 37,5%
10 Karat 416 41,6%
12 Karat 500 50,0%
14 Karat 585 58,5%
18 Karat 750 75,0%
20 Karat 833 83,3%
21 Karat 875 87,5%
21,6 Karat 900 90,0%
22 Karat 916 91,6%
23 Karat 950 95,0%
23,2 Karat 965 96,5%
23,6 Karat 986 98,6%
24 Karat 999 99,9%

Kunstobjekte, Schmuck, Uhren und andere Wertgegenstände, die aus Gold hergestellt sind, werden in den meisten Fällen mit einer Prägung versehen. Dieser Stempel - auch “Rapunze” genannt, hilft den genauen Wert des Gegenstands zu ermitteln. Üblich ist neben der Abkürzung “kt” auch die internationale Prägung “C”.

Um einen Diamant oder andere Edelsteine heute zu messen, nutzt man eine spezielle Karat-Waage. Diese wird vor der Messung auf ihre Genauigkeit getestet, so dass keine größeren Abweichungen vorkommen können (normal ist eine Genauigkeit von ca. 0,01 bis 0,001 Karat). Neben der Vermeidung von Erschütterungen muss beim Wiegen auch darauf geachtet werden, dass Wärmequellen oder Luftzüge das Messergebnis nicht verfälschen. Schließlich wird die erzielte Karatzahl nicht gerundet, außer es handelt sich um die dritte 9 hinter dem Komma (z.B.