375 Gold Karat Umrechnung: Alles, was Sie wissen müssen

Echter Schmuck, teure Uhren oder Bullionmünzen und -barren gelten allgemein als Sachwerte zur Absicherung des privaten Vermögens. Insbesondere Edelmetallprodukte aus Gold, Silber, Platin oder Palladium geniessen seit Jahrhunderten den Ruf als wertbeständige Güter. Sie dienen als Inflationsschutz, lassen sich vererben oder unterstützen den Ruhestand. Welchen Wert die Stücke tatsächlich besitzen, darüber gibt die Kennzeichnung Aufschluss, denn je nach Art weisen Edelmetalle verschiedene Punzierungen und Stempel auf.

Von entscheidender Bedeutung bei der Anschaffung von Edelmetallen jeder Art ist ihre Echtheit. Dabei ist es selbst für erfahrene Käufer oder Sammler gar nicht so leicht, Echtes von Falschem zu unterscheiden. Aufwendig erstellte Fälschungen sind heutzutage oft täuschend real gefertigt und halten sogar ersten Prüfungen stand. Das betrifft gleichermassen Schmuckstücke oder Luxusuhren, wie Goldmünzen oder Silberbarren.

Kennzeichnungen auf Edelmetallen

Münzen aus Gold und Weissmetallen, die als Wertanlage oder Sammlerstücke gehandelt werden, weisen neben ihren individuellen Motiven ebenfalls geprägte Kennzeichnungen in der Oberfläche auf. Dadurch sind sie eindeutig zuzuordnen. Das betrifft in erster Linie den Feingehalt des zugrunde liegenden Metalls, der drei- oder vierstellig in Tausendstel angegeben wird. Bei vielen gängigen Goldmünzen wie Australian Känguru, Maple Leaf oder Wiener Philharmoniker beträgt der Feingehalt inzwischen 999,9/1000, was reinem Gold entspricht. Darüber hinaus sind Edelmetallmünzen in der Regel mit der Einheit in Unzen oder Gramm sowie mit einem Nennwert in der Landeswährung des Ausgabestaats gekennzeichnet.

Zusätzlich können Münzen einen Produkt- oder Seriennamen aufweisen, die Initialen der Motivgestalter für jede Seite sowie ein Münzzeichen, das auf die Prägestätte hinweist. Edelmetallmünzen, die in limitierten Auflagen verausgabt werden, verfügen häufig über ein Echtheitszertifikat mit fortlaufender Nummer, das der Verpackung beiliegt.

Die Angaben auf geprägten oder gegossenen Edelmetallbarren weichen von der Münzgestaltung ab. Bis auf wenige Ausnahmen sind die rechteckigen Stücke ohne Motiv ausgeführt. Stattdessen weisen sie eine Reihe verschiedener Stempel und Punzierungen auf, die auf Güte und Herstellung hinweisen. Das Logo des Herstellers ist dabei zentral angeordnet und wird je nach Produkt mit einem Länderzusatz kombiniert. Es folgt die Gewichtsangabe in Unzen oder Gramm und das verwendete Metall sowie der Feingehalt. Anhand der Seriennummer kann die Herkunft eines Goldbarrens oder Silberbarrens jederzeit zurückverfolgt werden.

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Echte Schmuckstücke oder Armbanduhren aus Gold, Silber oder Platin sind ebenfalls gekennzeichnet. Da hier jedoch eine elegante Optik im Vordergrund steht, befinden sich die Punzierungen an eher dezenter, nicht sofort erkennbarer Stelle. Armreifen oder Ringe tragen meist auf der Innenseite das Logo und den Stempel des dreistelligen Feingehalts. Bei Ketten und Armbändern ist die Information über die Materialgüte häufig auf einem flachen Verbindungsglied im Bereich des Verschlusses zu finden. Uhren sind in der Regel auf der Gehäuseunterseite gekennzeichnet.

Seit einigen Jahren ist auch bei Schmuck die Angabe der Legierung in Tausenderteilen gebräuchlich.

Beispiele für Legierungen:

  • Legierung mit einem Goldanteil von 33,3 % (vergold.)
  • Legierung mit einem Goldanteil von 37,5 % (vergold.)
  • Legierung mit einem Goldanteil von 41,7 % (vergold.)
  • Legierung mit einem Goldanteil von 83,3 % (hochw.)
  • Legierung mit einem Goldanteil von 87,5 % (hochw.)
  • Legierung mit einem Platinanteil von 75 % (hochw.)
  • Legierung mit einem Platinanteil von 95 % (hochw.)

Edelmetallkontrolle in der Schweiz

Die in der Schweiz hergestellten oder importierten Produkte aus Edelmetallen werden regelmässigen Kontrollen durch anerkannte Prüfer unterzogen. Dabei werden die Stücke insbesondere auf ihre Echtheit kontrolliert, um einen unlauteren Wettbewerb zu unterbinden und Konsumenten vor Fälschungen zu schützen. Überdies wird geprüft, ob die angegebenen Feingehalte der Realität entsprechen. Dazu werden Muster der Münzen, Barren oder Schmuckstücke gewogen, geröntgt, in einem Abtrennverfahren kupelliert oder müssen einen Säuretest bestehen.

Fälschungen und wie man sie erkennt

Die Produktion von Fälschungen oder nachgeahmten Produkten ist heutzutage fast so aufwendig wie die Herstellung der Originale. Barren, Münzen, Uhren oder Schmuckstücke ähneln den Originalprodukten häufig bis ins Detail. Fatal ist, dass sie sogar ein nahezu identisches Gewicht aufweisen und dank hauchdünner Echtgold- oder Echtsilberauflagen eine täuschend echte Haptik und Optik besitzen. Unter der glänzenden Oberfläche befinden sich jedoch meist minderwertige Materialien wie Kupfer und Nickel oder sogar das Übergangsmaterial Wolfram, das ähnliche Gewichtsmerkmale wie Gold aufweist.

Die Fälschungen halten sich, auch was den Verkaufspreis betrifft, an die Originale. Angeboten werden sie häufig zu Preisen, die sich nur geringfügig unter den offiziellen Endkundenpreisen bewegen. Entlarven lassen sich die Fakes allenfalls durch die Verkaufsmethoden. Denn angeboten werden sie meist auf Autobahnparkplätzen, bei geheimen Treffen oder generell abseits von Ladengeschäften.

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Experten raten dringend von solchen Käufen ab. Denn die Ware besitzt praktisch keinen Wert und lässt sich nicht mehr verkaufen. Mehr noch, Besitzer machen sich strafbar, wenn sie versuchen, Fälschungen zu veräussern. Stattdessen sollten Sie Ihre Edelmetalle grundsätzlich nur im Edelmetallfachhandel oder bei Juwelieren und Goldschmieden kaufen.

Verkauf von Edelmetallen

Um Ihre Edelmetalle zu verkaufen, empfehlen wir Ihnen, auf den Feingehaltsstempel bzw. die Punzierung zu achten. Diese besteht meistens aus drei Ziffern und gibt den Anteil des höchstwertigen Edelmetalls in einer Legierung an. Beispiel: Steht auf Ihrem Goldring "585", so sind 585 von 1000 Teilen im Ring aus reinem Gold. Bei den restlichen Teilen handelt es sich um andere Legierungsanteile. Ist Ihr Schmuckstück schon etwas älter oder aus dem Ausland, könnte die Punze auch mit Karat wie zum Beispiel 8 k betitelt sein. Der höchste Feingehalt 999 beträgt 24 k. Bei Umrechnung würde 8 k also einen Feingehalt von 333 bedeuten.

Wo befindet sich die Feingehaltsangabe auf dem Schmuckstück?

  • Bei Ringen: auf der Innenseite
  • Bei Ketten: am Verschlussteil
  • Bei Besteck/ Dekorationselementen: auf der Unterseite

Umrechnung von Karat in Feingehalt

Zum besseren Verständnis lässt sich die Feinheit von Edelmetallen auch in Karat umrechnen. Das kennen viele aus der Schmuckverarbeitung, bei welcher die Goldlegierung in 24er-Teilen vom Gewicht angegeben ist.

Der höchste Feingehalt 999 beträgt 24 Karat. Bei einer Umrechnung würde 8 Karat also einen Feingehalt von 333 bedeuten.Hier ist eine Tabelle zur Umrechnung von Karat in Feingehalt:

Karat (k) Feingehalt (Tausendstel)
8k 333
14k 585
18k 750
24k 999

Anlagegold und Mehrwertsteuer

Goldbarren oder Goldmünzen von hoher Feinheit eignen sich zur Vermögensbildung, zur Kapitalsicherung oder zu Diversifikation in Zusammenhang mit anderen Anlageprodukten wie Aktien oder Fonds. Bei Goldbarren handelt es sich grundsätzlich um Anlagegold, wenn der Feingehalt mindestens 995 Tausendstel beträgt. Die Definition von Münzen als Investment ist etwas komplexer. So müssen Goldmünzen eine Mindestreinheit von 900/1000 besitzen. Zudem müssen sie gesetzliches Zahlungsmittel in ihrem Ausgabeland (gewesen) sein - zu erkennen häufig am aufgeprägten Nennwert.

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Klassische Bullion-Goldmünzen wie Krügerrand, Maple Leaf, Wiener Philharmoniker oder Vreneli und Helvetia zählen damit zum Anlagegold.

Das Besondere an definiertem Anlagegold ist, dass Sie es im Handel mehrwertsteuerfrei einkaufen können, während auf Schmuckwaren und ältere historische Goldmünzen die volle MWST zu entrichten ist. Bei Anlagesilber verhält es sich so, dass beim Kauf oder Verkauf von Silbermünzen oder Silberbarren unabhängig vom Feingehalt grundsätzlich die gesetzliche Mehrwertsteuer erhoben wird. Auch Produkte aus Platin oder Palladium fallen unter diese Regelung. Dabei variiert der Mehrwertsteuersatz von Land zu Land.

LBMA-Zertifizierung

Hersteller, die heutzutage ihre Edelmetallbarren oder -münzen in den Handel bringen möchten, benötigen idealerweise aber nicht zwingend eine Zertifizierung. Sie dient in erster Linie dazu, Vertrauen für Anleger hinsichtlich der Rohstoffherkunft, der Reinheit und der Echtheit zu schaffen. Der grösste ausserbörsliche Handelsplatz ist die London Bullion Market Association (LBMA). Wer hier sein Gold oder Silber verkaufen möchte, muss sich einem aufwendigen Prüfverfahren unterziehen und erhält schliesslich das LBMA-Zertifikat. Die Hersteller werden auf der Good Delivery List eingetragen, die ständig aktualisiert wird.

Die produzierten Gold- oder Silberbarren müssen dem sogenannten Good Delivery Standard entsprechen. Dieser definiert Spezifikationen wie Gewicht, Feinheit und Abmessungen. Überdies sind Markierungen zur eindeutigen Identifizierung erforderlich.