Wird beim Wrestling wirklich gekämpft? Fakten und Hintergründe

Wrestling ist mehr als nur ein Sport - es ist eine Mischung aus Athletik, Schauspiel und Entertainment. Viele Fans fragen sich: Wird beim Wrestling wirklich gekämpft, oder ist alles nur Show? Dieser Frage gehen wir auf den Grund und beleuchten die Fakten hinter den Kulissen.

Was ist Wrestling wirklich?

Das, was in der Kutenholzer Festhalle im Ring geboten wird, ist kein echter Kampf - ein offenes Geheimnis. Wrestling ist ein Grenzgänger zwischen Sport und Unterhaltung und somit eigenständig in der Welt des Entertainment. Stellen Sie sich vor, Sie sehen, wenn Sie Wrestling gucken wollen, eine TV-Serie, in dem es um eine Wrestlingliga und die dort auftretenden Wrestler geht.

In diesem "Entertainment-Kosmos" entwickeln sich die Charaktere der Wrestler von Woche zu Woche weiter, es gibt Differenzen untereinander, die am Ende im Ring gelöst werden. Es gibt Allianzen untereinander, verschiedenste Arten von Charakteren, die quasi alle Film-Genres bedienen etc.. Während jedoch das Ende eines Films oder einer Serienstaffel einen Abschluss darstellt (die Rollen haben ihre Geschichte erzählt --> Ende) müssen beim Wrestling die Charaktere nach Abschluss einer mehrwöchigen/mehrmonatigen Handlung weiterhin sinnbringend eingesetzt werden.

Hier kommen die Titelgürtel ins Spiel, alle Wrestler befinden sich quasi in einer Rangliste (wie beim Boxen), Ziel aller ist es über kurz oder lang, sich einen Titel zu holen. Und diese Rangliste verändert sich stetig. Das ist der Reiz der Handlungen, denn Charaktere wachsen, verändern sich, kämpfen für ihre Ziele über Jahre.

Die größten Wrestling-Promotions

Die größte Wrestling-Promotion in Deutschland ist Westside Xtreme Wrestling (wXw). Die wXw hat mit dem 16 Carat Gold Turnier in Oberhausen kürzlich eines der größten Wrestlingturniere in Europa absolviert.

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Die wXw ist im Vergleich zum Marktführer dennoch recht klein. Das US-amerikanische World Wrestling Entertainment (WWE) hat zum Beispiel erst unlängst in den USA Fernsehverträge über zwei Milliarden Dollar unterzeichnet und steht unangefochten an der Spitze der Wrestlingwelt.

Promotions abseits der WWE werden oft als Independent-Szene (Indies) bezeichnet. WWE-Shows sind stark von Soap-Opera-Elementen geprägt, auch viele andere Promotions haben ihren eigenen Stil.

In den mexikanischen Ligen wie CMLL oder AAA steht eine schnelle Kampfart mit vielen Flugmanövern im Vordergrund, genannt Lucha Libre. In Japan zeichnet sich New Japan Pro Wrestling durch harte Schläge aus, bekannt als Strong Style.

Bekannte Wrestlingstars

Undertaker, Hulk Hogan, Steve Austin oder John Cena gehören zu den bekanntesten Wrestlingstars der Welt. Sie werden von den Fans geliebt, aber früher gab es so manche Wrestler, die regelrecht verehrt wurden.

Bruno Sammartino hielt fast acht Jahre lang den höchsten Preis der WWE, den WWE-Championship - und als er ihn verlor, gab es im Madison Square Garden beinahe Krawalle. In Mexiko wird die Wrestling-Legende El Santo wie ein Volksheld verehrt, über ihn gibt es Filme und Comics wie einen Superhelden.

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Superstar Dwayne Johnson, aktuell bestbezahlter Schauspieler der Welt und bekannt aus den Fast and the Furious Filmen, begann seine Karriere im Ring der WWE. Als The Rock galt und gilt er als einer der größten Stars in der Promotion.

Wie funktioniert ein Wrestlingkampf?

Dass ein Wrestlingmatch kein richtiger Kampf ist, ist ein offenes Geheimnis. Der Sieger steht im Vorwege fest, beide Wrestler kämpfen nach einem vorher mehr oder weniger festgelegten Drehbuch. Der Veranstalter eines Kampfes entscheidet, wer den Kampf gewinnt, während die Wrestler vorab oder im Ring das Geschehen bestimmen.

Die Illusion, dass Wrestling echt ist, wird im Englischen „Kayfabe“ genannt und wurde Jahrzehnte lang von den Akteuren mit allen nötigen Mitteln gewahrt.

Ein klassischer Wrestlingkampf wird im Normalfall durch Aufgabe oder Pin (Schultern des Gegners drei Sekunde auf der Matte) gewonnen. Daneben gibt es eine Vielzahl anderer Arten von Matches.

Neben den bekannteren Kampfarten wie Käfig- oder Leiterkampf gibt es auch Matches, die von absurd bis wahnsinnig reichen. „Bra and Panties“-Matches, in dem die Frau gewonnen hat, die ihre Gegnerin als erste bis auf die Unterwäsche auszog, gehören inzwischen der Vergangenheit an.

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Am anderen Ende des Brutalitätsspektrums sind die sogenannten Hardcorematches. Dabei kommen häufig Waffen wie Stühle und Tische zum Einsatz, die Kämpfe sind stark von Brutalität geprägt. In den zum Teil noch härteren Deathmatches kommen dabei sogar brennender Stacheldraht, Leuchtstoffröhren oder Zementblöcke zum Einsatz.

Die Gefahren beim Wrestling

Trotzdem ist Wrestling bei weitem nicht ungefährlich. Die Landung nach einem Sprung vom obersten Ringseil tut weh, Drehbuch hin oder her. Handkantenschläge auf die Brust tun weh und klingen beeindruckend, sind aber weitestgehend gefahrlos.

Dennoch riskieren Wrestler bei jedem Auftritt ihre Gesundheit, obwohl sie im Ring alles tun, um einander zu schützen. Wird einer auf den Ringboden befördert, erhält der vom Gegner meist einen Klaps oder Ähnliches als Signal, die Muskulatur anzuspannen.

Das soll Verletzungen vorbeugen, ist aber trotzdem immer noch mit großem Risiko verbunden. Geht im Ring etwas schief, wirft der Ringrichter beide Arme als „X“ in die Höhe, das Zeichen, dass sich jemand ernsthaft verletzt hat.

Die wXw und ihre Stars

Als eine der größten Promotion in Europa hat die wXw großen Anteil am Karriereweg einiger der aktuell gefragtesten Wrestler. Die WWE-Stars Seth Rollins (früher Tyler Black), Daniel Bryan (Bryan Danielson) oder Aleister Black (Tommy End) hielten den höchsten Preis der wXw, die wXw-Championship.

Auch die Deutschen Stars Alexander Wolfe (Axel Tischer) und Marcel Barthel (Axel Dieter Jr.) haben ihre ersten großen Karriereschritte bei der wXw gemacht.

Fazit

Wrestling ist eine einzigartige Form der Unterhaltung, die Sport, Theater und Akrobatik vereint. Obwohl die Kämpfe inszeniert sind, erfordert es von den Athleten ein hohes Maß an Können, Disziplin und Risikobereitschaft.