Jonathan Horne hat es wieder getan! Er hat seinen 2019 errungenen EM-Titel in der Gewichtsklasse +84 Kilogramm bei den 56. Europameisterschaften im kroatischen Porec verteidigt.
Durch den 2:0-Erfolg (Waza-Ari) gegen Slobodan Mitevic. Der Serbe, den Horne selbst einen "guten Freund" nennt, hatte bereits vor zwei Jahren das Finale gegen Horne verloren.
Dass sich beide gut kennen und Respekt voreinander haben, war auch dem Kampfverlauf zu entnehmen gewesen.
Kein Kämpfer wollte in Rückstand geraten, belauern und dann die eine entscheidende Aktion zu setzen hatte offensichtlich auf der Taktik-Tafel gestanden.
Zum Abschluss des Tages herrschte im deutschen Lager noch einmal kollektiver Jubel: Soeben hatten die Kumite-Damen das Finale im Team-Wettbewerb gegen die Türkei mit 2:1 gewonnen.
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Nachdem Jana Messerschmidt für den perfekten Auftakt gesorgt und durch zwei Yukos mit 2:0 gewonnen hatte, hatte Johanna Kneer, die diesmal an Position zwei zum Einsatz gekommen war, mit dem 0:0 für eine gute Ausgangsbasis gesorgt - weil die Türkei im abschließenden Kampf einen Sieg mit mindestens drei Punkten Unterschied benötigt hätte, um Europameister zu werden.
Doch Shara Hubrich, die nicht einmal eine Stunde zuvor ihr Einzelfinale bestritten hatte, hatte ein wahres Technik-Feuerwerk entfacht und ihre Gegnerin beim 10:4-Erfolg nicht den Hauch einer Chance gelassen.
Für die DKV-Damen ist der Gewinn des EM-Titels der größte Erfolg in der jüngeren Geschichte - vor zwei Jahren hatten sie in Spanien noch die Bronzemedaille gewonnen.
Der Kampf, den Shara Hubrich gegen ihre türkische Kontrahentin Serap Arapoglu Ozcelik im Finale der Gewichtsklasse -50 Kilogramm gezeigt hatte, hatte dem von Jana Messerschmidt am Mittag geähnelt: Die beiden Finalistinnen hatten sich belauert und auf den besten Moment für eine Aktion gewartet.
Der einzige Unterschied: Diesmal musste der Pflichtentscheid her, da es nach drei Minuten 0:0 gestanden hatte. Und der fiel mit 4:1 zugunsten der Türkin aus.
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Trotz der Niederlage dürfte die Silbermedaille für Hubrich mehr als nur ein Trostpflaster sein.
Es war eine unglückliche Final-Niederlage für Jana Messerschmidt in der Gewichtsklasse -55 Kilogramm: Zu Beginn hatten sich Messerschmidt und die Russin Anna Chernysheva abwartend gegenübergestanden.
Auch im weiteren Verlauf war Vorsicht das oberste Gebot - und die beiden Video-Beweise, die von den beiden Coaches beantragt worden waren, hatten auch keinen Einfluss auf den Punktestand.
Und als ein 0:0 immer wahrscheinlicher geworden war, kam Chernysheva mit einem Ippon durch - und entschied somit den Kampf mit 3:0 zu ihren Gunsten.
Dennoch ist der Gewinn der Silbermedaille im Einzel für die 30-Jährige ein honoriger Abschluss.
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Am Abend besteht für sie und ihre drei Team-Kolleginnen im Team-Wettbewerb die erneute Chance auf Gold.
Noah Bitsch hat in der Gewichtsklasse -75 Kilogramm gegen den Montenegriner Mario Hodzic eine taktisch formidable Leistung gezeigt und sich verdient mit 3:0 die Bronzemedaille gesichert.
Bitsch war über die gesamte Kampfdauer sehr konzentriert und agierte dabei extrem clever und abwartend - um dann in den entscheidenden Momenten die Attacken zu platzieren.
Mit einem Rückwärts-Salto hat der Grieche Christos Stefanos Xenos seinen 5:1-Erfolg über Florian Haas in der Gewichtsklasse -60 Kilogramm gefeiert.
Dabei war Haas mutig und couragiert in den Kampf umd die Bronzemedaille gestartet und hatte bereits nach 13 Sekunden durch einen Yuko 1:0 in Führung gelegen.
Doch mit zunehmender Dauer konnte Xenos seine Routine und Cleverness auf die Matte bringen.
Zwar war Haas weiterhin offensiv unterwegs gewesen, doch der Grieche hatte, nachdem er mit 2:1 in Führung gegangen war, stets die Kontrolle behalten.
Ein Ippon in der finalen Phase hatte den "Deckel" dann endgültig "draufgemacht". Somit steht für Haas unterm Strich ein fünfter Platz.
In der Gewichtsklasse -61 Kilogramm hat Anna Miggou nach dem verlorenen Kampf um die Bronzemedaille im Gesamtklassement den fünften Platz belegt.
Gegen die Französin Leila Heurtault, die bereits internationale Meriten vorweisen kann, hatte es eine 1:3-Niederlage gegeben.
"Mit dem Resultat kann und wird Anna nicht zufrieden sein", bilanzierte Christian Grüner hernach.
Bis Mitte des Kampfes hatte der DKV-Sportdirektor leichte Vorteile bei Miggou gesehen, doch mit dem ersten Gegenpunkt (Yuko) habe sie den Faden ein wenig verloren.
Karate-Weltmeister Jonathan Horne hat seinen EM-Titel in der Gewichtsklasse über 84 Kilogramm erfolgreich verteidigt.
Der Vorzeigeathlet des Deutschen Karate Verbandes (DKV) setzte sich bei den Europameisterschaften im kroatischen Porec in einer Neuauflage des 2019er-Finales gegen seinen serbischen Freund Slobodan Bitevic mit 2:0 durch.
Der 32 Jahre alte Horne hatte in Kroatien gleich doppelt Grund zur Freude.
Neben EM-Gold sicherte sich der Schwergewichtler aus Kaiserslautern bereits durch den Finaleinzug gegen den Georgier Gogita Arkania (8:0) auch das Olympia-Ticket.
"Du musst immer von Dir überzeugt sein, sonst funktioniert es nicht", erklärte Familienvater Horne nach dem Halbfinalsieg selbstbewusst, "ich hätte sicher einiges besser machen können.
In der Gewichtsklasse bis 75 kg gewann Noah Bitsch (Waltershausen) die Bronzemedaille.
Bei den Frauen verpasste Jana Messerschmidt (Waltershausen) in der Klasse bis 55 kg den EM-Triumph.
Die WM-Zweite musste sich im Finale der Russin Anna Tschernyschewa 0:3 geschlagen geben.
| Kämpfer | Gewichtsklasse | Ergebnis |
|---|---|---|
| Jonathan Horne | +84 kg | Goldmedaille |
| Noah Bitsch | -75 kg | Bronzemedaille |
| Jana Messerschmidt | -55 kg | Silbermedaille |
| Anna Miggou | -61 kg | 5. Platz |
| Florian Haas | -60 kg | 5. Platz |
