Kampfsport zur Selbstverteidigung: Ein Vergleich für Frauen

Selbstverteidigung ist für Frauen wichtig. Wer heute Kampfsport ausübt, möchte oft außerdem die körperliche Fitness und das Selbstbewusstsein stärken. Mit Kampfsport können Sie sich nicht nur bei einem Angriff verteidigen, er fördert unter anderem auch die Koordination und Beweglichkeit. Deshalb ist das Erlernen einer Kampfsportart gerade für junge Mädchen oder Frauen empfehlenswert. In diesem Beitrag lernen Sie fünf geeignete Kampfsportarten kennen.

5 Kampfsportarten im Überblick

Keiner möchte angegriffen werden. Doch zu wissen, sich in so einer Situation zur Wehr setzen zu können, gibt Selbstbewusstsein. Es gilt dabei, den Gegner möglichst von sich fern zu halten. Diese fünf Kampfsportarten eignen sich:

1. Kickboxen

Der Vorteil dieser Kampfsportart ist, dass sie hauptsächlich auf Schlägen und Tritten statt auf Hebel- und Wurftechniken basiert. Das ist einfacher zu lernen und bei einem Angriff auch leichter anzuwenden. Außerdem behalten Sie vom Angreifer immer einen gewissen Abstand. Als Frau können Sie Kickboxen für die Selbstverteidigung lernen.

2. Taekwondo

Auch beim Taekwondo halten Sie den Gegner von sich fern. Durch gezielte Sprünge, Schläge und Stöße wehren Sie ihn ab. Das erfordert viel Kraft in den Beinen und eine spezielle Fußtechnik.

3. WingTsun

Diese alte chinesische Kampfkunst gilt als besonders effizient und ist für Frauen sehr geeignet. Durch Schlag- und Trittkraftübungen lernen Sie einen Angreifer abzuwehren. Dabei sollen Sie die Kraft des Gegners zu Ihrem eigenen Vorteil nutzen.

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4. Karate

Die meisten Menschen denken bei Karate an jemanden, der mit der Hand ein Brett zerschlägt. Dabei geht es bei dieser traditionellen Kampfkunst um viel mehr. Durch Geschicklichkeit und Ruhe soll ein Angreifer besiegt werden. Zur Eigensicherung dienten ursprünglich auch Karate-Techniken, da im Japan des 17. Jahrhunderts großen Bevölkerungsteilen das Tragen von Waffen untersagt war. Heutzutage steht körperliches, mentales Entwickeln der Persönlichkeit im Vordergrund.

5. Brazilian Jiu-Jitsu (BJJ)

Bei dieser Kampfsportart geht es darum, den Gegner schnellstmöglich zu Boden zu bringen und ihn durch Armhebel- und Würgegriffe außer Gefecht zu setzen. Dabei kommt es jedoch nicht auf Kraft, sondern vor allem auf Technik an. BJJ kombiniert jedoch grobmotorische und feinmotorische Techniken, was es besonders stressresistent und anpassungsfähig macht.

Weitere Kampfsportarten

Es gibt eine breite Auswahl an Kampfsportarten, zu den bekanntesten zählen Karate, Judo, Kickboxen, Boxen, MMA oder Krav Maga. Aber es gibt weitaus mehr Kampfsportarten, nicht nur aus dem asiatischen Raum.

Aikido

Die japanische Kampfkunst Aikido wurde Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelt. Sie wird als defensive Kampfkunst bezeichnet. Die Kampfsportart Aikido ist defensiv: Hauptziel ist, die Bewegunsgenergie, die in einem Angriff steckt, abzuleiten und es dem Gegner oder der Gegnerin zu erschweren, den Angriff fortzuführen. Dazu gibt es spezielle Wurf- und Haltetechniken. Auf einen Gegenangriff wird verzichtet. Die Grundidee beim Aikido ist nicht, die angreifende Person zu bezwingen, sondern sie zur Aufgabe zu bewegen. Beim Aikido gibt es weder Alters- oder Gewichtsklassen noch eine Aufteilung nach Geschlechtern. Alle trainieren miteinander.

Judo

Judo, Karate und Aikido sind die bekanntesten Kampfstile aus Japan, wobei Judo als „sanfter Weg“ bezeichnet wird. Farbige Gürtel, die der Gründer Jigoro Kano einführte, zeigen das Niveau des Schülers bei den diversen Wurftechniken. Minimaler Aufwand bei optimalem Ergebnis ist das Ziel dieses Wettkampf-Sports.

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Boxen

Anders als bei den zuvor beschriebenen Kampfsport-Stilen setzt Boxen auf einen Zweikampf fast ausschließlich mit Fäusten. Es wird im Amateur- und Profistil ausgeübt, setzt also vor allem auf Wettkämpfe. Faustkampf ist schon seit 3.000 vor Christus bei den Alten Ägyptern belegt und wurde auch bei den Griechen ausgeübt. Man unterscheidet bestimmte Gewichtsklassen. Ziel ist dank möglichst vieler Faustschläge mit gepolsterten Handschuhen den Gegner per „knockout“ außer Gefecht zu setzen.

Capoeira

Die afro-brasilianische Kampfkunst Capoeira vereint Kampf, Musik und Tanz. Capoeira entstand im 17. Jahrhundert unter den Sklaven auf den Plantagen Brasiliens als eine Art Kampftanz. Bei Capoeira kämpft man nicht gegen sein Gegenüber, sondern spielt mit ihm. Zwei Personen inszenieren in fließenden Bewegungen einen Kampf. Es gibt eine Vielzahl von Bewegungen und Bewegungskombinationen, darunter Kopfstöße, Würfe und Fußfeger, wobei Angriffe im letzten Moment gestoppt werden oder der Gegner oder die Gegnerin ausweicht.

Krav Maga

Krav Maga ist ein israelischer Kampfsport, welcher heutzutage auch für die private Selbstverteidigung genutzt wird. Krav Maga beruht vor allem auf den intuitiven menschlichen Reaktionsmustern und Reflexen. Es geht weniger um Spezialtechniken wie in der asiatischen Kampfkunst, sondern um einfache und dennoch effektive Methoden, um sich gegen Angriffe zu wehren. Als effektivste Kampfsportart zur Selbstverteidigung können wir Euch guten Gewissens das Krav Maga empfehlen. Der Begründer legte großen Wert darauf, dass es effektiv ist, schnell erlernt werden kann und dabei keine allzu hohen körperlichen Anforderungen benötigt. Ihr erlernt hier gezielt jene Techniken, die Euch im Notfall helfen können.

Kampfsport vs. Combatives

In der heutigen Zeit sind Frauen zunehmend mit spezifischen Sicherheitsherausforderungen konfrontiert. Viele sind daher auf der Suche nach einem Selbstverteidigungssystem für Frauen, das nicht nur effektive physische Abwehrtechniken bietet, sondern auch das nötige Selbstvertrauen stärkt, um in bedrohlichen Situationen standhaft zu bleiben. „Urban Defense“, unser auf Combatives basierendes Selbstschutzsystem, stellt eine solche Antwort dar.

Combatives sind fast ausschließlich auf Selbstverteidigung ausgerichtet. Es gibt keine „Kunst“ oder „Sport“ Ablenkung. Dieser schlanke Ansatz stellt sicher, dass das Training immer auf das Wesentliche konzentriert ist - reale Selbstverteidigung.

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Vorteile von Kampfsport

Kampfsport dient nicht nur der Selbstverteidigung. Er hat auch viele andere positive Effekte auf Körper und Geist.

  • Kampfsport schult die Körperbeherrschung, Beweglichkeit und Koordination.
  • Mit der Möglichkeit der Selbstverteidigung wächst auch das Selbstbewußtsein.
  • Auch dient Kampfsport dem Stress- und Agressivitätsabbau.
  • Gerade bei den traditionellen Kampfsportarten geht es um viele Regeln. So wird nebenbei die Konzentration und Disziplin gefördert.
  • Nicht zuletzt ist Kampfsport natürlich auch gut für die Figur.

Worauf sollte man bei der Wahl achten?

Die Art von Gewalt der Frauen häufiger ausgesetzt sind beinhaltet eher Festhalten, Clinch/Grappling Distanz als Striking in Schlag oder gar Tritt Distanz. Die Frage, die Du Dir stellen solltest ist :wie wird eine Frau angegriffen? Wird sie nicht überwiegend festgenhalten um sie sexuell zu belästigen, ihr die Handtasche usw. zu nehmen.

Es ist wahr was einige oftmals anmerken: Du solltest einen Kampf in einer SV Situation nicht unbedingt auf den Boden verlagern. Damit sind viele Techniken des BJJ praktisch in SV Situationen nicht relevant.

Da die SV Realität bei Frauen aber in der Regel nicht vergleichbar ist mit der von Männern, die meistens erst angepöbelt, geschubst etc. werden, sieht es bei Frauen in der Realität oft so aus, dass diese von Männern gepackt und zu Boden gedrückt werden und dass es sich meist um sexuelle Übergriffe handelt.

Für Frauen würde ich deshalb doch klar zum Grappling tendieren. Natürlich ist es in jedem Fall sinnvoll sich mit Schlag- und Tritttechniken auseinanderzusetzen und zumindest mal Ground and Pound Schläge an einem liegenden Boxsack zu üben.

Müsste ich aber wählen, würde ich aber eher zum Kickboxen raten. Der Hauptgrund dafür ist, dass die Verlagerung des Kampfs zum Boden auf der Straße in einem Kampf ohne Regeln nur das letzte Mittel sein sollte, da die Gefahr zu groß ist, dass es noch einen oder mehrere weitere Angreifer gibt, die dann leichtes Spiel haben, um auf einen einzutreten.

Kommt drauf an auf die Situation, ist es Raub und eine, oder mehrere Personen, dann eher Kickboxen.

Tipps zur Selbstverteidigung

In einer Gefahrensituation am besten den Überraschungsmoment nutzen, schlagen/treten und schnellstmöglich das weite suchen. Auch deine Reaktion wird besser und du siehst Schläge besser kommen und kannst ausweichen, was von Vorteil ist, da Kämpfe so gut wie immer im Stand beginnen.

Ziel vieler Täter ist es, das Opfer zu überraschen. Daher ist die verlässlichste Verbündete dagegen: die Achtsamkeit. So kann die lähmende und ohnmächtig machende Wirkung des Überraschungseffektes neutralisiert werden.

Gewalttäter handeln nach fast immer ähnlichen Mustern. Durch erste Annäherung versuchen sie, die Betroffene einzuschüchtern. Dabei prüfen sie, ob es zu Widerstand kommt oder versucht wird, Hilfe zu rufen. Haltung, breiter Stand und laute Stimme. Eventuell ist ein unauffällig geschossenes Foto und/oder Video eine gute Möglichkeit, um die Situation zu dokumentieren. Im Zweifelsfrei gilt: Die Polizei anrufen.

Die Wahl der richtigen Kleidung

Egal, für welche Kampfsportart du dich entscheidest, die richtige Kleidung ist ein unverzichtbarer Bestandteil deines Trainings:

  • Brazilian Jiu-Jitsu (Gi und NoGi): Für Gi-BJJ benötigst du einen strapazierfähigen Gi, während für NoGi eng anliegende Rash Guards und Shorts oder Leggings ideal sind.
  • Muay Thai und Kickboxen: Hier sind kurze, lockere Shorts typisch, kombiniert mit einem Tanktop oder Sport-BH.
  • Boxen: Für das Boxtraining sind eng anliegende Oberteile und bequeme Shorts oder Leggings ideal.
  • MMA: Hier bieten Rash Guards und flexible Leggings den besten Schutz und Komfort.