In der Welt der Kampfsportarten gibt es eine Vielzahl von Disziplinen, die jeweils ihre eigenen einzigartigen Techniken, Regeln und Vorteile bieten. Unter diesen Disziplinen stehen Kickboxen und Boxen als zwei der beliebtesten Optionen.
Was ist der Unterschied?
Es gibt sicherlich Überschneidungen in den "Boxtechniken". Aber man würde wahrscheinlich auch Gemeinsamkeiten in anderen Kampfsportarten finden. Um was geht es dir bei dieser Frage?
Grundsätzlich kein Unterschied, allerdings werden im Kickboxen auch Backhands (Handrückenschläge z.T.
Viele Kickboxer kämpfen in der Boxstellung, da sie boxen bevorzugen. Dann ist die Stellung schon identisch.
Beim Kickboxen handelt es sich um eine Erweiterung des Boxens. So darf man beim Kickboxen, wie das der Name bereits vermuten lässt, auch mit den Füßen arbeiten und sodann Tritte platzieren. Schläge unter der Gürtellinie sind aber verboten, wobei Tritte auf Wade und Oberschenkel erlaubt sind.
Lesen Sie auch: Selbstverteidigung: Vergleich von Boxen und Kickboxen
Beim Boxen kämpfen die Gegner nur mit den Fäusten. Erlaubt sind die Grundschläge Jab, Cross, Punch sowie seitwärts und aufwärts gezogene Haken.
Boxtechniken wie Jab, Cross und Seitwärtshaken gehören nicht nur beim Boxen, sondern auch beim Kickboxen und Thaiboxen zu den Grundlagen, die als erstes gelernt werden.
Historischer Hintergrund
Die Anfänge des Boxens können bis zu den altertümlichen Olympischen Spielen in Griechenland im Jahre 688 vor Christus zurückverfolgt werden. Das regelbasierte Boxen, so wie wir es heute kennen, ging aus regelmäßig stattfindenen Preiskämpfen in England im 18. Jahrhundert hervor.
Kickboxen entstand in den USA zu Beginn der 1970iger Jahre und ist eine Zusammenstellung von Techniken unterschiedlicher Kampfsportarten wie Karate, Tae-Kwon-Do und Boxen, um Wettkämpfe unter einheitlichen Regeln und mit Schutzausrüstung zur Verletzungsminimierung zu veranstalten.
Die verschiedenen Kickbox-Disziplinen
Unter dem modernen Kickboxen fasst man mehrere Disziplinen zusammen. Das Semikontakt Kickboxen auch Pointfighting genannt, Leichtkontakt Kickboxen und das Vollkontakt Kickboxen.
Lesen Sie auch: Boxen oder Kickboxen lernen?
Kickboxen als Fitnesstraining
Kickboxen ist nicht nur ein reiner Wettkampfsport, es kann auch als Fitnesstraining betrieben werden.
Kickboxen ist eine sehr dynamische, wettkampforientierte Kampfsportart, bei der Fitness, Beweglichkeit, Schnelligkeit und Reaktionsvermögen gleichermaßen wichtig sind.
Durch die große Vielfalt der körperlichen Anforderungen (Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer und Beweglichkeit) ist Kickboxen im Vergleich mit vielen anderen Sportarten eine hervorragende Möglichkeit seinen Körper fit und gesund zu halten.
Neben den körperlichen Fähigkeiten werden auch charakterliche Eigenschaften, wie z. B. Mut, Willenskraft, Selbstvertrauen, Disziplin und Fairness trainiert.
Die ursprünglich in Amerika entstandene Fitness- und Kampfsportart “Kick-Boxen” ist im Laufe der Zeit zum Trendsport in Deutschland geworden.
Lesen Sie auch: Boxen oder Kickboxen?
Es ist eine Sportart, die den gesamten Körper trainiert. Von der Gymnastik bis zur Atmung und Konzentration.
Beim Training werden viele Kalorien verbraucht und Stress effektiv abgebaut.
Regeln und Techniken
Während man beim Boxen nur Faustschläge einsetzen darf, sind beim Kickboxen und Muay Thai auch Fußtritte möglich.
Kickboxen setzt sich aus den Faustschlägen des modernen Boxens und Fußtritten von asiatischen Kampfsportarten wie Taekwondo oder Karate zusammen.
Knie- und Ellenbogestöße sowie die Ausführung von Techniken im Clinch gegen den Gegner sind jedoch nicht erlaubt.
Lowkicks sind im Kickboxen nur in einigen Verbänden erlaubt.
In den einzelnen Schulen und Sportverbänden ist unterschiedlich geregelt, ob der Gegner gehalten werden darf oder welche Trefferflächen beim Gegenüber erlaubt sind.
Tiefschläge sind immer tabu, jedoch sind in manchen Verbänden Tritte (Kicks) auf die Oberschenkel (Lowkicks) erlaubt.
Verbandsabhängig unterschiedlich geregelt ist auch die Verwendung von Handdrehschlägen und Fußfegern (Techniken, mit denen der Gegners aus dem Gleichgewicht gebracht wird).
Allen Verbänden gemeinsam ist das Verbot des Schlagens auf den Rücken und auf Gegner, die am Boden liegen, sowie das Werfen des Konkurrenten.
Im Wettkampf spielen Taktik, Kondition, saubere Technik, Übersicht, gutes Distanzgefühl, Timing, Härte, Lockerheit, Reflexe, Koordination und gute Psyche die entscheidende Rolle, was natürlich im Training gefördert wird.
Kickboxen vs. Muay Thai
Der Unterschied zwischen Kickboxen und Muay Thai ist dagegen nicht so leicht zu erkennen. Die beiden Kampfsportarten werden oft miteinander gleichgesetzt.
Im Muay Thai sind alle Techniken des Kickboxens, Ellenbogen- und Kniestöße sowie das Weiterkämpfen im Clinch regelkonform. Hebel- und Wurftechniken dürfen im Clinch ausgeführt werden.
Im Thaiboxen darf eine gegnerische Beintechnik gefangen und sofort mit einem Konter beantwortet werden.
Zusammenfassend kann man sagen, daß im Kickboxen alles regelkonform ist, was im Boxen erlaubt ist. Muay Thai enthält alle Techniken des Kickboxens, des Boxens und noch Techniken darüber hinaus, wie z.B.
Die Wurzeln von Muay Thai können über 1000 Jahre in Thailand und dem benachbarten Burma zurückverfolgen.
Das Kampfsystem wurde ursprünglich zur Kriegsführung ersonnen, zu einer Zeit, als Kriege noch mit Hieb- und Stichwaffen geführt wurden.
Die Entstehung von Thaiboxen geht bis in 9. Jahrhundert zurück. Gingen bei den kriegerischen Auseinandersetzungen Waffen wie Schwerter und Lanzen verloren, konnten die Soldaten durch effektiven Kampftechniken mit Händen und Füßen auch Waffe weiterkämpfen.
Aus diesem waffenlosen Kampfsystem entstand das Thaiboxen.
Kickboxen vs. MMA
Boxen vs MMA: Mixed Martial Arts hat sich in den Vereinigten Staaten als Rivale des Boxens zum unangefochtenen König der Kampfsportarten entwickelt und zieht das Interesse der Kampffans auf sich.
Natürlich sind nicht alle Kampfsportarten bei einem MMA Kampf im Ring von Vorteil.
Die historischen Kampfsportarten Muay Thai und Brazilian Jiu-Jitsu sind die Kampfsportarten, die in Mixed Martial Arts (MMA) ganz wichtig sind.
Beim MMA sind nicht alle Kampfsportarten gleich gut; einige sind im Käfigkampf effektiver als andere.
Boxen ist immer noch eine sehr nützliche Fähigkeit, die im MMA eingesetzt werden kann, auch wenn das Training in einem MMA-Gym sinnvoller ist, wenn du davon träumst, ein MMA-Kämpfer zu werden.
Tabelle: Vergleich zwischen Boxen, Kickboxen, Muay Thai und MMA
| Kampfsportart | Erlaubte Techniken | Besondere Merkmale |
|---|---|---|
| Boxen | Faustschläge oberhalb der Gürtellinie | Fokus auf Schlagtechnik, Beinarbeit und Verteidigung |
| Kickboxen | Faustschläge und Tritte oberhalb der Gürtellinie (teilweise Lowkicks erlaubt) | Kombination aus Boxen und Tritttechniken aus verschiedenen Kampfsportarten |
| Muay Thai | Faustschläge, Tritte, Knie- und Ellenbogenschläge, Clinch | Vollkontaktsportart mit breitem Spektrum an Techniken |
| MMA | Faustschläge, Tritte, Knie- und Ellenbogenschläge, Clinch, Bodenkampf, Würfe, Hebel | Kombination aus verschiedenen Kampfsportarten mit wenigen Einschränkungen |
