Boxen vs. Kickboxen: Ein umfassender Vergleich

Möchten Sie an Kampfsporttraining teilnehmen und haben sich für zwei scheinbar sehr ähnliche Bereiche entschieden - Boxen und Kickboxen? Dann sollten Sie die Unterschiede zwischen diesen Kampfsportarten genauer verstehen. Für viele, die gerade erst anfangen, Kampfsport zu üben, stellt sich die Frage, inwiefern sich Kickboxen vom Boxen unterscheidet. Auf den ersten Blick ist der Unterschied fast unsichtbar.

Ursprünge und Geschichte

Der erste grundlegende und wichtige Unterschied ist der Herkunfts- und Geschichten. Kickboxen ist relativ neu aufgetaucht - in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts in Nordamerika. Die Anfänge des Boxens können bis zu den altertümlichen Olympischen Spielen in Griechenland im Jahre 688 vor Christus zurückverfolgt werden. Das regelbasierte Boxen, so wie wir es heute kennen, ging aus regelmäßig stattfindenden Preiskämpfen in England im 18. Jahrhundert hervor.

Kickboxen entstand in den USA zu Beginn der 1970iger Jahre und ist eine Zusammenstellung von Techniken unterschiedlicher Kampfsportarten wie Karate, Tae-Kwon-Do und Boxen, um Wettkämpfe unter einheitlichen Regeln und mit Schutzausrüstung zur Verletzungsminimierung zu veranstalten.

Stile und Techniken

Jede dieser Sportarten hat ihre eigenen spezifischen Stile. Beide Kampfkünste verwenden im Aussehen einen Arbeitsstil mit Armen und Beinen. Die Hauptunterschiede sind jedoch genau dies. Beim Kickboxen werden hauptsächlich lange und kurze Distanz zum Schlagen genutzt. Darüber hinaus sind die Unterschiede zwischen Thai-Boxen und Kickboxen auch an Kampftechnik auffällig. Beim Kickboxen sind es nur Hände und Füße. Beim Boxen kämpfen die Gegner nur mit den Fäusten. Erlaubt sind die Grundschläge Jab, Cross, Punch sowie seitwärts und aufwärts gezogene Haken.

Kickboxen setzt sich aus den Faustschlägen des modernen Boxens und Fußtritten von asiatischen Kampfsportarten wie Taekwondo oder Karate zusammen. Knie- und Ellenbogestöße sowie die Ausführung von Techniken im Clinch gegen den Gegner sind jedoch nicht erlaubt. Lowkicks sind im Kickboxen nur in einigen Verbänden erlaubt.

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Boxtechniken wie Jab, Cross und Seitwärtshaken gehören nicht nur beim Boxen, sondern auch beim Kickboxen zu den Grundlagen, die als erstes gelernt werden. Hier gibt es eine Einführung und anschauliche Darstellung aller Boxtechniken.

Kickboxen: Verschiedene Stile

Kickboxen als Kampfsportart hat verschiedene Stile, die durch unterschiedliche Regelwerke definiert werden. Beachten Sie, dass sich die Gesamteffektivität des Systems zwischen den folgenden Stilen nicht wesentlich unterscheidet:

  • K-1: Diese Regeln erlauben es den Athleten, mit Tritten und Schlägen sowie mit Knien im Clinch (zeitlich begrenzt) zuzuschlagen.
  • Holländischer Stil: Der Schwerpunkt liegt auf fortgeschrittenen westlichen Boxkombinationen, Fußarbeit und schnellen und präzisen Low Kicks.
  • Amerikanisches Kickboxen (Full Contact Kickboxing): Der Schwerpunkt liegt auf Schlägen und einer Mischung aus diesen und hohen Tritten. Es beinhaltet keine Low Kicks.

Training und körperliche Anforderungen

Kickboxen und Boxen wirken gut, machen fit und selbstbewusst. Thaiboxing und Kickboxing sowie viele Kampfsport- Arten verfolgen in der Regel ähnliche Ansätze. Dank des Trainings können Sie Ihren Körper in guter Form halten, den Zustand des Zentralnervensystems positiv beeinflussen und auch die Flexibilität und Kraft verbessern. Darüber hinaus wirkt sich diese Praxis nicht nur positiv auf den Körper aus. Regelmäßiges Training im Kick-Thai-Boxen trägt auch zur Entwicklung gemeinsamer moralischer Regeln bei, die im Leben immer nützlich sein werden.

Dabei ist zu bedenken, dass das Kickboxtraining für den Körper sehr anstrengend ist. Kickboxkurse sind kardio-intensiv, und das trainieren von Hunderten von Tritten und Schlägen sowie alle anderen kardio-intensiven Übungen verbrennen eine Menge Kalorien. Eine Studie hat gezeigt, dass man pro Trainingsstunde bis zu 900 Kalorien verbrennen kann, was sehr viel ist.

Kickboxen ist eine Mischung aus aeroben und anaeroben Übungen, die jeden einzelnen Muskel in Ihrem Körper aktivieren. Die meisten Kickboxtechniken erfordern ein hohes Maß an Flexibilität und Kernkraft, um richtig ausgeführt werden zu können. Das ist der Hauptgrund, warum sich die Schüler vor und nach jeder Stunde dehnen und verschiedene Übungen für die Rumpfmuskulatur machen.

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Selbstverteidigung

Kickboxen wird von Millionen von Menschen auf der ganzen Welt praktiziert und ist eine der beliebtesten Kampfsportarten. Es erfüllt die Anforderungen von nahezu jeder Altersgruppe und von Menschen mit unterschiedlichen Zielen. Es ist eine großartige Option, um Gewicht verlieren, die Muskelkraft verbessern oder wenn man vielleicht später zum MMA wechseln möchten. Ja, Kickboxen eignet sich hervorragend zur Selbstverteidigung, da es sowohl den Geist als auch den Körper für intensive Kämpfe trainiert. Ganz gleich, ob es sich um einen Kampf in einer Bar aus nächster Nähe handelt oder ob man sich im Freien verteidigen muss, Kickboxen deckt alle Bereiche ab.

Das Konzept und die Methoden des Trainings entsprechen der Art von Kämpfen, die man auf der Straße antreffen kann. Nach etwa 6 Monaten Training beginnen die meisten Schüler mit dem Sparring. Dabei handelt es sich um eine Trainingsmethode, bei der das Ziel darin besteht, einen echten Kampf zu simulieren, wobei der Schwerpunkt darauf liegt, zu lernen, wie man die Techniken auch im wirklichen Leben anwendet. Dies hilft den Schülern, ein gutes Timing, gute Reaktionen und ein Gefühl für die Distanz zu entwickeln.

Wie bereits erwähnt, ist Kickboxen eines der praktischsten Systeme zur Selbstverteidigung. Das gesamte Konzept und die Lehrmethoden sind auf den realen Kampf ausgerichtet. Es ist eindimensional, da es sich nur auf die Kombination von Tritten und Schlägen konzentriert. Keine schmutzigen Taktiken - das ist ein großer Nachteil, wenn es um Selbstverteidigung geht, denn Sie lernen nicht, wie Sie sich verteidigen oder schmutzige Tricks anwenden können.

Kickboxen vs. Boxen: Was ist besser für Sie?

In der Theorie ist Kickboxen ein vielseitigeres System und eignet sich daher besser für den Straßenkampf als Boxen. Trotz seiner Einschränkungen in Bezug auf Waffen ist Boxen jedoch sehr praktisch in Selbstverteidigungsszenarien. Kickboxen hat einen Vorteil, wenn der Kampf im offenen Raum stattfindet, wo man den Angreifer mit weitreichenden Tritten zerstören kann. Boxen ist eine bessere Option, wenn der Kampf auf kurze Distanz und in einem geschlossenen Raum stattfindet.

Wenn Sie gute Boxfähigkeiten entwickeln wollen, sollten Sie sich für den niederländischen Stil entscheiden. Es ist ein sehr technischer Stil, der den Schwerpunkt auf fortgeschrittene Boxkombinationen und tödliche Low Kicks legt. Sie werden lernen, wie man Schläge, Winkel und Kopfbewegungen einsetzt, um Öffnungen zu schaffen und Schaden anzurichten.

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Boxen vs. MMA (Mixed Martial Arts)

Mixed Martial Arts hat sich in den Vereinigten Staaten als Rivale des Boxens zum unangefochtenen König der Kampfsportarten entwickelt und zieht das Interesse der Kampffans auf sich. Zweifellos sind Boxen und Mixed Martial Arts die beiden beliebtesten Kampfsportarten der Welt, doch es wird immer wieder darüber diskutiert, welche Disziplin besser und effektiver ist. MMA und Boxen sind fantastische Kampfsportarten, je nach deinen Zielen.

Vorteile des Boxens im MMA

  • Bessere Verteidigung: Im Vergleich zu MMA-Kämpfern können Boxer viel besser ausweichen, blocken, parieren und mit den Schlägen rollen. Die Boxer verfügen daher über eine viel bessere Schlagtechnik.
  • Bessere Handgeschwindigkeit: Die Muskeln von Boxern sind viel mehr an die Schläge gewöhnt; daher sind ihre Schläge viel schneller.
  • Bessere Beinarbeit: Die beste Beinarbeit aller Kampfsportarten findet man beim Boxen.
  • Besserer Jab: Der Jab ist der wichtigste Schlag im Boxen. Wenn ein Boxer gegen einen MMA-Kämpfer antritt, wird das seine Hauptwaffe sein.

Nachteile des Boxens im MMA

  • Leg Kicks: Weil die Boxhaltung leicht seitlich ist, ist es schwierig für den Boxer, die Beinkicks zu kontern.
  • Takedowns und Submissions: Für einen MMA-Kämpfer ist der Takwdown die beste Waffe gegen einen Boxer.

Muay Thai vs. Kickboxen

Wenn du in Deutschland mit Kampfsport anfängst, hast du sicher schon von Muay Thai und Kickboxen gehört. Oft werden die Begriffe durcheinander gebracht, aber im Allgemeinen wird in Deutschland hauptsächlich Kickboxen trainiert. Doch was ist der Unterschied zwischen Muay Thai und K1 Kickboxen? Muay Thai stammt aus Thailand und ist bekannt als "die Kunst der acht Gliedmaßen". Das bedeutet, dass du mit acht verschiedenen Körperteilen kämpfst: deinen Fäusten, Ellbogen, Knien und Schienbeinen. Im Muay Thai ist der Clinch ein sehr wichtiger Bestandteil. Muay Thai ist in der Regel etwas langsamer und taktischer.

K1 Kickboxen ist eine Stilrichtung, die in den Niederlanden entwickelt wurde. Sie basiert auf einer Kombination aus Muay Thai und westlichen Boxtechniken. Es wird kaum geclincht, und das Tempo ist viel höher als beim Muay Thai.

Unterschiede zwischen Muay Thai und Kickboxen

Merkmal Muay Thai Kickboxen (K-1)
Herkunft Thailand Niederlande
Körperteile Fäuste, Ellbogen, Knie, Schienbeine Fäuste und Füße
Clinch Wichtiger Bestandteil Kaum vorhanden
Tempo Langsam und taktisch Hoch

Fazit

In der Welt der Kampfsportarten gibt es eine Vielzahl von Disziplinen, die jeweils ihre eigenen einzigartigen Techniken, Regeln und Vorteile bieten. Unter diesen Disziplinen stehen Kickboxen und Boxen als zwei der beliebtesten Optionen. Das Verständnis der Unterschiede zwischen diesen Kampfsportarten ermöglicht es Praktizierenden und Enthusiasten, die unterschiedlichen Herausforderungen und Philosophien jeder einzelnen zu würdigen.