Gold wird seit Jahrtausenden für die Herstellung von Schmuck genutzt. Das funkelnde Material wird unter anderem wegen seiner Seltenheit, Beständigkeit und der einzigartigen Farbe sehr geschätzt.
Was bedeuten Karat-Angaben beim Gold?
Karat (abgekürzt als „K“ oder „kt“) ist eine Maßeinheit, die den Anteil von reinem Gold in einer Goldlegierung angibt. Karat wird häufig verwendet, um den Goldgehalt in Schmuck, Münzen und anderen Goldgegenständen zu messen und zu kennzeichnen.
Die Punzierung (Stempelung) eines Schmuckstückes mit 18K, 14K oder 9K bedeutet, dass dieses einen gewichtsmässigen Goldanteil von 75% (18/24), 58.5% (14/24) oder 37.5% (9/24) aufweist.
Mit Karat wird der gewichtsmässige Anteil von reinem Gold in einer Goldlegierung bezeichnet. Die Bezeichnung 24K steht für reines Gold, 1K steht für einen Goldanteil von 1/24.
Reines Gold hat einen Reinheitsgrad von 99,9 Prozent und wird als «24 Karat» bezeichnet.
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Die Karat-Skala in der Übersicht
Anhand der Karat-Skala lässt sich Gold in unterschiedliche Grade einteilen, welche Aufschluss über den Goldanteil in einer Goldlegierung geben:
Die Karat-Skala für Gold
- 24 Karat: 99,99% Goldanteil
- 22 Karat: 91,7% Goldanteil
- 21 Karat: 87,5% Goldanteil
- 18 Karat: 75,0% Goldanteil
- 14 Karat: 58,5% Goldanteil
- 9 Karat: 37,5% Goldanteil
- 8 Karat: 33,3% Goldanteil
Für Goldbarren und Goldmünzen wird der Goldgehalt in Promille angegeben.
Goldlegierungen: Warum werden sie verwendet?
Reines Gold (Feingold) wird für die Schmuckherstellung in der Regel mit Silber und Kupfer legiert (vermischt), sodass die Härte, Festigkeit und Polierbarkeit optimiert werden können, denn Feingold ist extrem weich und somit nicht sehr stabil und alltagstauglich.
Durch Beilegierung von anderen Metallen zu Gold verändern sich dessen Eigenschaften, und seine Verarbeitbarkeit kann optimiert werden. So erzielt man beispielsweise Veränderungen der Härte (nimmt durch Beilegierung generell zu), des Schmelzpunktes, der Dichte, der Farbe und vieles mehr.
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Goldlegierungen werden durch Erhitzen von Gold und anderen Metallen gemeinsam eingeschmolzen. Damit war es möglich, glänzende und robuste Münzen, brillante Schmuckstücke sowie massive Goldbarren für Anleger herzustellen.
Mithilfe von Silber, Kupfer, Palladium, Platin, Nickel oder Zink können die Eigenschaften und das Erscheinungsbild von Gold erheblich verändert werden und somit die Qualität verbessern.
14 Karat Gold: Eigenschaften und Verwendung
585er Gold (14 Karat) besteht aus 585 Teilen reinem Gold sowie aus anderen Metallen.
Günstiger im Preis, dies ist die bevorzugte Legierung in Deutschland und den USA.
14 Karat Gold enthält 14/24 Teile (58,5 %) reines Gold.
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Gelbgold enthält 14 Karat (58,3 % Gold) oder 18 Karat (75 % Gold) Gold.
18 Karat Gold: Eigenschaften und Verwendung
Die hochwertigste und beliebteste Legierung für Goldschmuck in der Schweiz ist 18 Karat (750), die auch wir nutzen.
In unserem Goldschmiedeatelier arbeiten wir vorwiegend mit 750er bzw. 18 Karat Gelbgold, Roségold sowie Weissgold.
Eine 18 Karat (750er) Legierung besteht in der Regel aus Feingold, Silber und Kupfer.
750er Gold (18 Karat) besteht aus 750 Teilen reinem Gold sowie aus Silber- und/oder Kupferteilen. Oft wird es mit anderen Legierungen wie Zink oder Zinn kombiniert.
18-Karat-Gold besteht zu 18/24 Teilen (75,00%) aus purem Gold und wird auch 750er Gold genannt.
18 Karat Gelbgold hat durch den hohen Goldanteil (75 %) eine wunderschöne warme Gelbgoldfarbe.
Hochwertiger Schmuck wird mit diesem Feingehalt gefertigt. Die Legierung besteht bei Gelbgold aus 75% purem Gold 12.5% Silber und 12.5% Kupfer.
Der Feingehalt als Qualitätsmerkmal
Ein entscheidener Faktor, um die Qualität unterschiedlicher Goldprodukte miteinander vergleichen zu können, ist der sogenannte Feingehalt. Dieser gibt an, wie viel pures Gold in einem Goldprodukt enthalten ist. Umgangsprachlich wird der Feingehalt daher auch als Reinheit bezeichnet.
Je kleiner die Zahl des Feingehalts (750, 585 etc.), desto weniger Gold ist effektiv in der Legierung enthalten. In Deutschland gibt es zudem noch 333er Gold.
Die beigemischten Bestandteile sind wesentlich günstiger als Gold, weshalb der Preis mit sinkendem Goldgehalt tiefer wird.
Goldfarben und Legierungen
Reines Gold ist immer gelb glänzend. Goldlegierungen (bei denen man in der Alltagssprache auch einfach von Gold redet) können aber andere Farben und Farbtönungen aufweisen - je nachdem, welches bzw. welche anderen Metalle dem Gold in welchen Anteilen beilegiert werden.
Die wichtigsten Goldfarben sind gelb, rot und weiss. Man spricht dann von Gelbgold, von Rotgold und von Weissgold.
Gelbgold
Gelbgold ist eine der königlichsten und reinsten Legierungsformen. Seine gelbe Farbe reflektiert den reichhaltigen Goldgehalt und eignet sich hervorragend, um Schmuckstücke wie Ringe, Halsketten, Ohrringe oder Armbänder herzustellen.
Um den charakteristischen gelben Farbton zu erzielen, werden in der Regel Silber und Kupfer in die Legierung eingemischt.
Weissgold
Weissgold gibt es in dieser dunkelgrauen Farbe nicht in der Natur. Um der Legierung die gelbe Goldfarbe weitgehend zu entziehen, werden Edelmetalle wie z.B. Palladium, Platin oder Silber beigemischt.
Um den Gelbstich noch weiter zu minimieren, wird Weissgoldschmuck am Schluss oftmals noch mit einer Schicht Rhodium überzogen.
Roségold
Eine besonders zarte Form der Legierung ist die entzückende Rotgold - und Rosegoldlegierung. Die feminine Erscheinungsform des Goldes im rosafarbenen Mantel hat einen kennzeichnenden warmen Glanz, der durch Verschmelzung von Kupfer und Gold zustande kommt.
Bei Roségold wird etwas mehr Kupfer als Silber verwendet, sodass die Farbe etwas rötlicher wird als beispielsweise bei Gelbgold.
Vor- und Nachteile von Goldlegierungen
- Härte und Haltbarkeit: Reines Gold (24 Karat) ist sehr weich und anfällig für Kratzer und Verformungen. Durch Zugabe von anderen Metallen wie Kupfer, Silber oder Palladium wird die Härte und Haltbarkeit von Gold erhöht.
- Farbanpassung: Goldlegierungen werden hergestellt, um die natürliche goldene Farbe des reinen Goldes zu variieren. Dies ermöglicht die Schaffung von Goldschmuck in verschiedenen Farbtönen, einschließlich Gelbgold, Weißgold und Roségold, je nach den Vorlieben der Verbraucher.
- Verbesserung der Verarbeitbarkeit: Goldlegierungen können so formuliert werden, dass sie leichter bearbeitet und geformt werden können.
- Verbesserung der Eigenschaften: Bestimmte Goldlegierungen werden in der Elektronikindustrie verwendet, aufgrund ihrer hervorragenden Leitfähigkeit für Elektrizität und ihrer Korrosionsbeständigkeit. Beispielsweise werden sie in der Medizin für Implantate und medizinische Geräte verwendet, aufgrund ihrer Biokompatibilität und ihrer Fähigkeit, korrosionsbeständig zu sein.
Kann Gold anlaufen?
Reines Gold kann nicht anlaufen, da es chemisch sehr träge ist. Besonders bei Goldlegierungen mit niedrigen Goldgehalten (wie beispielsweise 9 Karat und 14 Karat) kann sich das Schmuckstück jedoch verfärben.
Das Anlaufen wird dabei durch beilegierte Metalle, wie z.B. Silber und Kupfer, verursacht. Die Folge davon sind oft schwarze Ablagerungen auf Haut oder Kleidung.
Je höher der Goldgehalt ist, desto weniger besteht die Gefahr des Anlaufens.
Gold als Wertanlage
Goldbarren und Goldmünzen bleiben ein unverzichtbares Anlageprodukt für diejenigen, die in Edelmetalle investieren möchten. Aber Gold ist nicht gleich Gold, denn in Sachen Reinheit können sich Goldprodukte voneinander unterscheiden.
Dieser Unterschied wird - unter anderem - in Karat angegeben.
Damit der Handel von Gold weitgehend steuerfrei gestaltet werden kann, ist es für Investoren entscheidend, dass ihre Werte als Anlagegold anerkannt werden.
Anforderungen an Anlagegold
Anlagegold muss in der EU bestimmte Anforderungen an den Feingehalt erfüllen. Im Falle von Goldmünzen liegt diese bei mindestens 900/1000, bei Goldbarren bei mindestens 995/1000.
Außerdem gilt in einigen europäischen Ländern ein Mindestgewicht, dass ein Goldprodukt wiegen muss, um als Anlagegold kategorisiert zu werden. Anlagegold genießt steuerliche Vorteile.
Beliebte Anlage-Goldmünzen
- Krugerrand: Die erstmals 1967 geprägte Münze hat einen Feingehalt von 22 Karat (91,67%)
- Wiener Philharmoniker: Aufgrund ihres Feingehalts von 999,9 zählt diese Münze zu den meistverkauftesten Europas.
- Maple Leaf: Die Maple Leaf-Goldmünze gehört zu den bekanntesten Prägungen weltweit und hat eine Reinheit von 999,9.
- Britischer Sovereign: Die Münze hat einen Feingehalt von etwa 22 Karat (91,67%). Auf der Vorderseite der Münze befindet sich das Profil des Souveräns von England.
Goldbarren als Wertanlage
Goldbarren sind eine weitere Möglichkeit, langfristig Vermögen durch die Investition in Edelmetalle aufzubauen oder Risiken bestehender Portfolios zu streuen.
Der Reinheitsgrad sollte mindestens 995 Tausendstel (23,9 Karat) betragen und der Barren sollte von einem bekannten Hersteller sein.
Tabelle: Vergleich von Karatangabe und Feingehalt von Gold
| Goldanteil (%) | Karat-Angabe | Feingehalts-Angabe |
|---|---|---|
| 100% | 24K | 999.9 |
| 91.6% | 22K | 916 |
| 75% | 18K | 750 |
| 58.5% | 14K | 585 |
| 37.5% | 9K | 375 |
