Golf Schwingen für Anfänger: Regeln und Tipps für einen natürlichen Schwung

Es gibt eine weit verbreitete Meinung über Golf: Unser Sport ist ganz schön schwierig! Finden Sie nicht auch? Diese vielen kleinen technischen Details, auf die es zu achten gilt und die, wenn nicht alles zusammenpasst, manchmal gefühlte Katastrophen anrichten können. Dazu der mentale Aspekt, der alles beeinflusst, eben auch unsere technischen Fähigkeiten. Dabei kann Golf ganz einfacher sein.

Die Grundlagen des Golfschwungs

PGA Professional und Trainingsexperte Christian Neumaier erklärt in seinem YouTube-Video, wie Sie es sich leichter machen können, wenn Sie auf einen natürlichen Schwung zurückgreifen. Neumaiers Credo: Golf ist dann kompliziert, wenn es auch die Vorstellungen sind, mit denen man aufwächst. Beispiel: das Schwingen von oben nach unten. „Viele haben noch nicht das Gefühl dafür, dass der Schläger einen Bogen um den Körper macht“, sagt Neumaier. Was er meint: eine natürliche, mitgehende Bewegung, die eine Rotation des Oberkörpers automatisch umsetzt. Neumaier zeigt in seinem Videoclip, wie diese Bewegung aussehen kann.

„Als würde man etwas wegwerfen“, erklärt er. Der Schläger wird weniger angestrengt manövriert, sondern viel mehr locker nach vorn geschwungen, der Ball in einer natürlichen Vorwärtsbewegung getroffen. Natürlich zeigt der Experte, wie die Schläge idealerweise aussehen sollten und vor allem: Er beschreibt, wie sie sich anfühlen. Selbstverständlicher, einfacher, geschmeidiger als es bei so vielen Amateuren oft der Fall ist. „Wir streichen den Ball nach vorn raus“, erzählt Neumaier, während er schwingt und seinen Schlägerkopf bewusst in Richtung des Ziels beschleunigt. Tatsächlich sehen seine Schläge fast schon streichzart aus.

Fünf Techniktipps für Golf-Neulinge

Spaß am Spiel entsteht vor allem durch kleine (und große) Erfolge. Die erreichen auch Neulinge im Golf schnell, wenn sie die folgenden fünf Techniktipps beherzigen. Wer neu mit Golf beginnt, scheitert selten am guten Willen - sondern meistens an den Grundlagen. Ein sauberer Griff, eine stabile Haltung und der richtige Treffmoment entscheiden darüber, ob der Ball fliegt oder hoppelt. Die folgenden fünf Tipps der PGA Professionals Andy Proudman und Piers Ward führen Schritt für Schritt durch die wichtigsten Basics.

1. Der richtige Griff

Bauen Sie den Griff in der Luft auf, nicht mit dem Schläger auf dem Boden. Drehen Sie die Schlagkante (Leading Edge) senkrecht nach oben, greifen Sie den Schaft mit der rechten Hand und legen Sie den Schläger in die Finger der linken Hand - vom mittleren Zeigefinger bis zur Basis des kleinen Fingers. Dann die linke Hand um den Griff rotieren: Vier Knöchel dürfen sichtbar sein, der linke Daumen liegt leicht rechts von der Griffmitte. Die rechte Hand kommt „wie beim Händeschütteln“ dazu, die Handfläche zeigt zum Ziel. Rechter Daumen auf den linken, das V zwischen Daumen und Zeigefinger zeigt zur rechten Schulter. Für Anfänger reicht der sogenannte Baseball-Griff (ohne Ineinanderhaken der Finger). Kontrollblick vor dem Schlag: Auf der linken Hand sind etwa zwei Knöchel zu sehen.

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2. Die korrekte Haltung

Stellen Sie die Füße schulterbreit auf. Halten Sie den Schläger vor sich, der Schaft parallel zum Boden, die Arme locker am Oberkörper. Lassen Sie den Schlägerkopf entspannt absinken. Mit gestreckten Beinen aus den Hüften nach vorn kippen, bis der Schläger den Boden berührt, dann die Knie nur leicht beugen. Das Gewicht ruht mittig auf den Füßen - weder auf den Zehen noch auf den Fersen.

3. Der ideale Treffmoment

Viele Anfänger glauben, sie müssten den Boden am Ball oder gar vor dem Ball treffen. Korrekt ist das Gegenteil: Der tiefste Punkt des Schwungs wird nach dem Treffmoment erreicht. Tipp: Üben Sie Probeschwünge, bei denen Sie den Rasen hinter dem Ball leicht bürsten. So trifft die Schlagfläche erst die Kugel, dann die Erde. Kennzeichen eines guten Eisenschlags: Das Divot beginnt nach dem Ball.

4. Die Bogenbahn des Schlägers

Der Ball liegt seitlich zum Körper, deshalb bewegt sich der Schläger auf einer Bogenbahn um den Körper - nicht in einer Linie. Anfänger verwechseln das manchmal. Die Zielrichtung bleibt zwar gerade, der Schlägerkopf aber arbeitet rund um den Körper.

5. Die Schlagfläche

Ein verbreiteter Irrtum: Die Schlagfläche durch den Treffmoment „zum Ziel zeigen lassen“. Hält man sie fest, öffnet sie sich, der Ball startet rechts und kurvt. Besser die Schlagfläche durch den Ball arbeiten und weiterdrehen lassen. Übung: Linke Hand normal greifen, rechte nur locker seitlich anlegen und die Schlagfläche mit der rechten Hand in kleinen Schwüngen aktiv drehen, bis die Handfläche nach dem Treffmoment vom Körper weg zeigt - nicht zum Himmel. Spielen Sie einige Bälle mit verkürztem Durchschwung und kontrollieren Sie, wohin die Schlagfläche zeigt.

Weitere Tipps für Anfänger

Für viele Anfänger ist es bereits ein Erfolgserlebnis, wenn sie den Ball überhaupt treffen. Wie geht man beim Golf am besten vor? Beginne mit dem Sand-Wedge, denn damit bringst du den Ball am einfachsten in die Luft. Ich sehe viele Anfänger, die zum Eisen 7 greifen. Mit einem Eisen 7 ist es viel schwieriger, den Ball zu treffen und in die Luft zu bekommen. Gerade als Anfänger sind Erfolge wichtig. Ein Golfschlag vom Boden ist schwieriger als ein Abschlag vom Tee. Ein voller Schwung in hoher Geschwindigkeit ist deutlich anspruchsvoller als ein halber, langsamer Schwung.

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Was ist für Anfänger ein Erfolg? Wenn 50 Prozent Deiner Bälle halbwegs gerade fliegen. Wenn Du also zehn aufgeteete Bälle mit einem Sand Wedge und einem halben, langsamem Schwung halbwegs gerade triffst, kannst Du den Schwierigkeitsgrad steigern. Das Training sollte niemals zu anspruchsvoll sein. Bei Anfängern sehe ich als häufige Fehlerursache, dass sie den Schläger mit der linken Hand greifen, während dieser direkt vor dem Körper steht. Da es sich mit beiden Händen am Schläger einfacher schwingen lässt, musst Du jetzt noch die rechte Hand ins Spiel bringen. Den rechten kleinen Finger legst Du über die linke Hand, so dass er überlappt (Overlap Griff). Wenn Du den Schläger richtig gegriffen hast, gehst Du in die Ansprechposition.

Am besten fliegt der Ball, wenn Du ihn im Sweet-Spot des Golfschlägers triffst. Stell Deinen Schläger mittig an den Ball. Wenn Du im Schwung nur mit den Armen arbeitest und keine Schulterdrehung machst, schwingst zu steil. Dein Schwung ist zu flach, wenn Deine Arme der Schulterdrehung folgen. Für den Anfang solltest Du einen ganz klaren Schwunggedanken haben. Drehe die Schultern, während Du den Schläger mit den Armen nach oben schwingst. Auch, wenn es Dich in den Fingern juckt. Lass den Driver erstmal beiseite.

Wenn Du meine Tipps befolgst, kannst Du Dich Schritt für Schritt an die etwas längeren Eisen, Hybride oder Fairwayhölzer herantasten. Bei einem Golfschwung gibt es sehr viele Faktoren die Auswirkung auf den Ballflug haben. Die häufigste Ursache für einen gescheiterten Golfschwung ist es, wenn die Schwungbahn des Schlägers von Außen nach Innen verläuft, also zum eigenen Körper hin. Stattdessen sollte der Treffmoment wie folgt aussehen: Das Gewicht sollte sich auf dem vorderen Bein befinden, der Großteil des Gewichtes sogar auf der Ferse dieses Beins. Die Fußspitze des vorderen Fußes kann dabei schon ein kleines Stück vom Boden abheben. Wichtig ist auch die Position der Hände. Sie müssen sich im Treffmoment vor dem Ball befinden und der Rücken der Hand, an der Sie den Handschuh tragen, sollte ebenfalls Richtung Ziel zeigen. Die Schultern sollten parallel zur Ziellinie sein oder eine leicht geschlossene Position im Moment des Treffens aufweisen.

In Folge des Treffmoment führt die Hüfte die Bewegung fort. Sie sollte sich weiterdrehen und die Arme und Schultern folgen der Bewegung der Hüfte. In der Endposition des Schwungs sollten dann 95% des Körpergewichtes auf dem vorderen Fuß lasten und die Fußspitze dieses Fußes sollten sich etwas nach oben gezogen haben. Die Schultern und der Kopf zeigen Richtung Ziel.

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