Treten Tesla-Chef Elon Musk und Meta-Gründer Mark Zuckerberg tatsächlich gegeneinander an in einem Zweikampf Mann gegen Mann? Zumindest öffentlich haben sich die beiden amerikanischen Ausnahmeunternehmer entsprechend geäußert und gegenseitig aufgestachelt.
Ob Musk und Zuckerberg das tatsächlich ernst meinen, darüber zerbricht sich das professionelle wie nichtprofessionelle publizistische amerikanische Internet gerade den Kopf.
Was wie ein Witz klingt, hat natürlich eine nachvollziehbare Erklärung - zumindest aus Perspektive der kindischsten Milliardäre dieses Planeten. „I’m up for a cage match if he is lol“, schrieb er.
Zu Deutsch: Ich bin bereit für einen Käfigkampf, wenn er es ist lol. Ob ernst gemeint oder nicht, Zuckerberg reagierte mit einer unmissverständlichen Ansage: „Schick mir die Location“.
Fans der Mixed-Martial-Art-Kampfszene, kurz MMA, werden es wissen - die Reaktion ist eine Anspielung auf den russischen MMA-Kämpfer Khabib Nurmagomedov, der mit diesem Satz einst seinem Langzeit-Rivalen Conor McGregor drohen wollte.
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Dem US-Medium „The Verge“ soll eine Meta-Sprecherin übrigens gesagt haben, dass Zuckerberg es vollkommen ernst meine. Gemeint ist das „UFC Apex“, eine Art Zentrum und Veranstaltungsstätte der MMA-Szene.
Des Weiteren verriet Musk eine seiner Stärken: „Ich habe diesen tollen Move, den ich ‚das Walross’ nenne, dabei liege ich einfach auf meinem Gegner und mache nichts.“
Außerdem erinnerte er die Welt daran, dass er die sogenannte „Murph Challenge“ in weniger als 40 Minuten geschafft habe.
Es handelt sich dabei um eine Art Work-out, das eine Meile Rennen, 100 Klimmzüge, 200 Liegestütze, 300 Kniebeugen und eine weitere Meile Rennen beinhaltet.
Ebenfalls auf Musks Habenkonto: die Unterstürzung durch den ehemaligen Kickboxprofi und angeklagten Schwurbler Andrew Tate. Der verkündete nämlich, dass er Musk den Rücken frei halten wolle, weil er auch noch eine offene Rechnung mit Zuckerberg habe, nachdem er auf allen Meta-Plattformen gesperrt wurde.
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Zugegeben, das Ganze klingt ein bisschen vorsintflutlich, wütende Stammesoberhäupter wollen sich um Ansprüche auf Territorien prügeln. Unterhaltsam ist es trotzdem.
Das dachte sich offenbar auch die italienische Regierung und mischte sich kurzerhand ein. Laut dem US-Gossip-Portal „TMZ“ soll der italienische Kultusminister Gennaro Sangiuliano bereits vor einigen Tagen mit Zuckerberg Kontakt aufgenommen haben, um ihm ausgerechnet das römische Kolosseum als Austragungsort für den Kampf anzubieten.
Das wäre tatsächlich keine schlechte Idee und eine interessante Wendung der Geschichte. Wenn es nicht so albern wäre.
Die Vorbereitungen und das Training
Während Zuckerberg Kampfsport-Erfahrung hat, er beherrscht Jiu-Jitsu, beschränken sich die Künste von Musk eher auf Straßenkampf-Niveau. Musk braucht also Training und bekam sofort nach der Kampfankündigung Hilfsangebote.
Wie das von UFC-Legende Georges St-Pierre (42). Der Kanadier postete bei Instagram ein Foto, dass offenbar nach einer Trainingseinheit entstanden ist.
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Es zeigt St-Pierre mit Musk, Jiu-Jitsu-Coach John Danaher (56) und dem berühmten Informatiker und Podcaster Lex Fridman (39).
„Tolle Trainingseinheit mit drei Männern, die ich wirklich bewundere“, schrieb St-Pierre. „Der kombinierte IQ auf diesem Foto beträgt 1000. Ich bin nicht eingeschlossen.“ Musk reagierte kurz darauf auf die Veröffentlichung des Fotos.
Musk antwortete: „Okay, lass es uns tun.“
Neben dem Training mit St-Pierre und Danaher hat Musk auch eine separate „improvisierte Trainingseinheit“ mit Fridman absolviert, wie der Podcaster in einem Tweet vom 27. Juni schrieb.
Das Kampfsporttraining von Musk dürfte sich als nützlich erweisen, da Zuckerberg bereits Medaillen für Jiu-Jitsu-Wettkämpfe gewonnen hat.
Die finanzielle Dimension
Sollte es tatsächlich zu einem Cage-Fight kommen, könnte dieser "Milliarden einspielen", glaubt von der UFC. Wie der Kampfsportveranstalter am 22. Juni 2023 im Interview mit "TMZ" sagt, habe er "fast anderthalb Stunden am Telefon" mit den beiden bekanntesten Tech-Milliardären der Welt verbracht und dabei herausgefunden, dass sie es vollkommen ernst meinen.
"Sie sagten beide: 'Ja, wir werden es tun.' Sie wollen es beide machen", erinnert sich White.
White geht davon aus, dass der Kampf Musk vs. Zuckerberg diese Zahl bei Weitem übertreffen würde.
Dana White: "Jeder würde den Kampf sehen wollen."
Die Summe, die ein Kampf zwischen Elon Musk und Mark Zuckerberg einspielen würde, könnte in die Milliardenhöhe gehen - und White weiß das: "Das wäre der größte Kampf in der Geschichte der Welt, größer als alles, was je gemacht wurde. Er würde alle Pay-per-View-Rekorde brechen. Diese Jungs würden Hunderte von Millionen Dollar für wohltätige Zwecke einnehmen. Man muss kein Boxfan sein, um an diesem Kampf interessiert zu sein. Jeder würde ihn sehen wollen."
Der Ursprung der Herausforderung
Die Idee zum Kampf Musk vs. Er antwortete in einer Instagram-Story mit der von Khabib Nurmagomedov inspirierten Nachricht "send me location".
Alles begann damit, dass Musk am 20. Am 21. Juni reagierte Zuckerberg auf Musks Herausforderung und schrieb drei Worte in eine Instagram-Story: „Send Me Location“.
Zweifel und Ungewissheit
Doch den großen Worten folgte kein konkreter Termin. Das Fass zum Überlaufen brachte Musks Vorschlag einer Trainingsrunde in Zuckerbergs Haus in Palo Alto.
"Ich denke, wir können uns alle einig sein, dass Elon es nicht ernst meint", schrieb Zuckerberg daraufhin am Sonntag beim Online-Dienst Threads.
Tesla-Chef Musk schrieb unterdessen am Freitag, er benötige eine Operation wegen eines Problems mit dem rechten Schulterblatt, von der er sich einige Monate erholen müsse.
Zugleich behauptete er, der Kampf solle vor historischer Kulisse in Italien stattfinden. Er habe mit der italienischen Regierungschefin Giorgia Meloni und Kulturminister Gennaro Sangiuliano gesprochen und diese hätten einen "epischen Ort" zugesagt.
Mit ein bisschen Glück bekommen wir demnächst etwas Lustiges zu sehen - wenn wir Pech haben, war die Ankündigung schon der Fight selbst.
In der vergangenen Woche herausgefordert zum endgültigen, die Sache nach Jahren quälend schwelender Rivalität nun klärenden Duell hat Elon Musk (51, 1,87 m, ca. 85 kg) den Hänfling Mark Zuckerberg (39, 1,71 m, 70 kg).
Zuckerberg und Musk mögen einander nicht besonders, dafür gibt es Gründe. Kulturen prallen aufeinander, die sich im Silicon Valley seit je unfreundlich begegnen: hier die Algorithmiker, die mit Fluffigem wie Social Media reich werden, dort die Ingenieure, die Dinge mit Fähigkeiten und Nutzen entwerfen.
Während er dauernd vor der künstlichen Intelligenz warnt, findet der andere sie klasse, weil sie die Leute aufregt und zum Plappern animiert. Musk will im Grunde Ruhe.
Es verwundert nicht, dass der Jüngere bei den Buchmachern weit vorn liegt. Zuckerberg verausgabt sich in diversen Disziplinen und beherrscht unter anderem brasilianisches Jiu-Jitsu, was eine Art Judo für kleine Menschen ist.
Elon Musk gibt zu, dass sein einziges Training darin besteht, ab und zu seine Kinder hochzuheben. Er kündigte an, im Ernstfall "das Walross" zu machen, will sagen, sich auf den Gegner zu legen und liegen zu bleiben.
"Send me location", Zuckerberg. Keine KI hätte das schneidiger formuliert.
Kommunikativ hat der Herausgeforderte bereits gewonnen, und in der Reality kann Musk nur noch als fette lahme Ente auflaufen. Das war dann auch schon der Höhepunkt. Es ist die Frage, ob es noch lustiger werden kann.
