Die Wahl der richtigen Ausrüstung und die Kenntnis der Kennzeichnungen sind im Kampfsport von entscheidender Bedeutung. Sie dienen nicht nur dem Schutz der Athleten, sondern auch der Identifizierung des Könnens und des Fortschritts innerhalb einer Disziplin. Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Aspekte der Ausrüstung und Kennzeichnung im Kampfsport, insbesondere im Taekwondo und Karate.
Der Taekwondo Gürtel: Mehr als nur eine Farbe
Der Taekwondo Gürtel ist ein farbliches Graduierungssystem, das auch aus dem japanischen Judo bekannt ist. Je nach Könnensgrad erhält man eine andere Gürtelfarbe, beginnend von Weiß als Anfänger bis hin zu Schwarz dem Meistergrad. Aber steckt noch mehr dahinter? Oder ist der Gürtel einfach nur ein einfaches Accessoire, um sein Können zu zeigen?
Ursprung der Gürtel-Graduierungen
Die erste Einteilung in Leistungsgrade fand im Jahr 1883 durch den Begründer des Judo, Kano Jigoro, statt. Er unterteilte zudem das erste Mal seine Schüler in “Graduierte” und “Nicht-Graduierte” ein. Im Jahr 1887 wurden durch Kano Jigoro sogar die ersten farbigen Gürtel (Weiß, Braun und Schwarz) zur Kennzeichnung der Rangfolge bei seinen Schülern eingeführt. Nach seinem Tod im Jahr 1938 hat sich überdies das farbige Graduierungssystem in Europa bewährt. Dadurch wird auch die Rangfolge bestimmt, zuerst stellen sich die Ranghöchsten in einer Reihe auf und daraufhin gesellen sich die Rangniedrigsten.
Anzahl und Farben im Taekwondo
Im Taekwondo wurden damals die 4 Farben der koreanischen Flagge (Weiß, Blau, Rot und Schwarz) für die Gürtelgrade verwendet. Später kamen noch die Farben Gelb, Grün und Braun hinzu. Deutschland verwendet außerdem ganze 11 Gürtelfarben +1 zweifarbigen Gürtel für die Poomträger, die aus den Farben Weiß, Gelb, Grün, Blau, Rot und Schwarz bestehen.
Die Gürtelfarben im Taekwondo sind wie folgt:
- 10. Weiß
- 9. Weiß-Gelb
- 8. Gelb
- 7. Gelb-Grün
- 6. Grün
- 5. Grün-Blau
- 4. Blau
- 3. Blau-Rot
- 2. Rot
- 1. Rot-Schwarz
- 1. bis 9. Dan - Schwarz
- 1. bis 4. Poom - rot-schwarz längsgestreift
Bei den Poomträgern handelt es sich um Kinder, die noch zu jung (unter 16 Jahre) sind, um ihren 1. Dan zu machen. Diese werden erst in Poomklassen von 1-4 eingeteilt und später, wenn sie das 16. Lebensjahr erreicht haben, wird ihr Poom-Grad in einen Dan-Grad umgewandelt.
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Die Bedeutung der Farben im Detail
Allen Gürtelfarben wurde übrigens eine unterschiedliche Bedeutung zugesprochen, vom Weiß- bis zum Schwarzgurt.
- Schwarz - hier werden alle Farben in sich vereint, der Schüler wurde zum Meister und gibt sein Wissen an die Nächsten weiter.
Die Prüfungsanforderungen für den nächsten Gürtel
Möchtest du den nächsten Gürtelgrad erreichen, ist dafür eine Prüfung abzulegen. Diese beinhaltet je nach Können unterschiedliche Techniken, welche sich mit jedem Grad sie zu meistern in der Schwierigkeit steigern. Bevor du geprüft werden kannst, benötigst du eine bestimmte Anzahl an geleisteten Trainingseinheiten, Freikampfübungen, Selbstverteidigungstechniken und Formen. Hast du diese Voraussetzungen erfüllt und hast die vorgeschriebene Wartezeit überstanden, bist du zur nächsten Gürtelprüfung zugelassen.
Taekwondo Gürtel reinigen - die richtige Pflege
Deine Taekwondo Kleidung solltest du nach dem Training niemals in deiner Sporttasche belassen, sondern direkt offen trocknen lassen. Da sich sonst ungewünschte Bakterien vermehren können und diese verursachen einen muffigen Geruch. Der Gürtel sollte zudem nicht häufig gewaschen werden, weil dieser nicht im direkten Kontakt mit dem Körper oder Schweiß gerät. Falls es doch mal notwendig sein sollte, beachte die Waschhinweise der Herstellerangaben. In der Regel kannst du den Gürtel bei 30-40 Grad waschen. Direkt nach dem Waschgang empfiehlt es sich, den Gürtel glatt zu ziehen und am besten gerade nach unten aufzuhängen.
Das Geheimnis hinter dem Knoten
Ist der Gürtel nur ein Zeichen der Graduierung? Oder hat er noch eine weitere wichtige Funktion? Der Gürtel wird ca. 2 cm unter dem Nabel etwas kräftig gebunden. Genau an diesem Ort ist das untere Dan Tian (Zinober-Feld), dort sitzt das Zentrum des Qi (Chi), deiner Lebensenergie.
Sitzt der Gürtel hierzu an der richtigen Stelle und mit genügend Kraft gebunden, aktiviert sich dein Qi. Dies ermöglicht dir zudem ein blitzartiges anspannen deines Körpers, um Techniken gezielt zu verstärken oder Angriffe deines Gegners besser abzuwehren.
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Schutzausrüstung im Kampfsport
Neben der Kleidung und den Gürteln spielt auch die Schutzausrüstung eine wesentliche Rolle im Kampfsport. Sie dient dazu, Verletzungen vorzubeugen und die Sicherheit der Athleten zu gewährleisten.
Karate
Es ist natürlich naheliegend, dass für das Karate Training der Karate Gi, also der Anzug bestehend aus Jacke, Hose und Gürtel, eine wichtige Voraussetzung ist. Es gibt aber noch eine Reihe von anderem Karate Zubehör, das spätestens für Fortgeschrittene Sportler wichtig wird. Für euer erstes Schnuppertraining benötigt ihr noch keine Ausrüstung, Sporthose und T-Shirt reichen aus. Die Wahl des benötigten Zubehörs hängt hauptsächlich von Eurer Wahl ab, welchen Weg Ihr einschlagen möchtet.
- Karate Schienbeinschützer dienen des Schutzes vor Treffern mit dem Schienbein, weil dieser Knochen extrem widerstandsfähig ist.
- Ein Karate Zahnschutz ist nicht in allen Regelwerken als Pflicht verankert, macht aber durchaus Sinn.
Taekwondo
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- Unverzichtbar für das Training kraftvoller Schlagtechniken sind verschiedene Varianten von Schlagpolstern. Es gibt sie für eine Hand, für den ganzen Oberkörper, zum freien Aufhängen oder zur Wandmontage.
Normen für Schutzausrüstung
In der Norm sind zusätzlich zu DIN EN 13277-1 Anforderungen und Prüfverfahren für Brustschützer für Frauen festgelegt, die bei unbewaffneten Kampfsportarten, wie Taekwondo, Karate, Kick-Boxen und ähnlichen Disziplinen, benutzt werden. Des Weiteren sind Anforderungen an Ergonomie, Größenangabe, Kombinationen mit anderen Schutzausrüstungen, Befestigung, Schutzzone und Stoßdämpfung festgelegt. Die Norm enthält Prüfverfahren zur Befestigung, Schutzzone und Stoßdämpfung. Die Prüfung der Stoßdämpfung erfolgt durch Ermittlung des Kraftabbaus und der Verformung.
Folgende Teile dieser Normenreihe wurden bereits veröffentlicht:
- DIN EN 13277-1:2001-01 über allgemeine Anforderungen und Prüfverfahren
- DIN EN 13277-2:2001-01 über zusätzliche Anforderungen und Prüfverfahren für Spannschützer, Schienbeinschützer und Unterarmschützer
- DIN EN 13277-3:2001-01 über zusätzliche Anforderungen und Prüfverfahren für den Oberkörperschutz
- DIN EN 13277-4:2002:03 über zusätzliche Anforderungen und Prüfverfahren für Kopfschützer
- DIN EN 13277-5:2002-04 über zusätzliche Anforderungen und Prüfverfahren für den Genital- und Unterleibsschutz.
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