UFC 305: Ein Rückblick auf die spektakuläre Kampfnacht in Perth

Die Kampfsportfans erlebten bei UFC 305 im australischen Perth eine wahre Titelschlacht. Im Mittelpunkt stand der Kampf zwischen dem amtierenden Champion Dricus Du Plessis und dem ehemaligen Titelträger Israel Adesanya. Doch auch andere Kämpfe sorgten für Aufsehen.

Der Titelkampf im Mittelgewicht: Du Plessis gegen Adesanya

Der aus Südafrika stammende Champion Dricus Du Plessis (21 Siege, 2 Niederlagen) setzte seinen Gürtel im Mittelgewicht gegen den ehemaligen Titelträger Israel Adesanya (24-3) aufs Spiel. Im Vorfeld stritten beide Kontrahenten noch, wer der echte Afrikaner sei, da der Neuseeländer Adesanya nigerianische Wurzeln hat und auch unter der nigerianischen Flagge einläuft. Der Kampf sollte deutlich hochklassiger und spannender werden als die Fehde um die Herkunft der beiden Protagonisten.

Adesanya fand in Runde eins gleich zu seinem guten Gefühl für die Distanz. Viele Legkicks und Schlagkombinationen des Champions gingen zunächst ins Leere. Der Neuseeländer dagegen landete Kicks und Schläge zum Körper. Die stürmischen Vorstöße von Du Plessis wurden aber gegen Rundenende besser, aus den Drei- und Vierschlagkombinationen landete am Ende meistens doch eine Hand im Ziel.

Die zweite Runde startete wild: Du Plessis packte Adesanya während eines Kickversuchs und rang ihn zu Boden. Er setzte zweimal zum Würgegriff an, zweimal wandte sich der Ex-Champ geschickt heraus und verlagerte den Kampf wieder in den Stand. Du Plessis blieb seiner Linie aber treu und presste Adesanya an den Käfigzaun. Er kontrollierte das Geschehen, ohne jedoch echten Schaden zu verursachen. Das Ringen kostete Du Plessis aber ordentlich Energie. Entsprechend langsam wirkte der Südafrikaner in Runde drei.

"Izzy" Adesanya war von seinen Bewegungen deutlich flexibler und fand bessere Winkel für Schlagkombinationen. Auch Uppercuts durch die Deckung und Schläge zum Körper setzten Du Plessis zu, der aber mit wilden Schwingern gefährlich blieb. Vor allem, was die Schlagfrequenz anging, konnte er nicht mit Adesanya mithalten. Alles sah danach aus, als könnte der Neuseeländer seinen Titel zurückerobern.

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Ein fataler Fehler leitete dann die Entscheidung in einem spannenden Kampf ein. Ein kraftvoller linker Haken Du Plessis' schüttelte "Izzy" durch. Als der 35-Jährige in den Rückwärtsgang schaltete, drehte er seinem Gegner leicht den Rücken zu, während Du Plessis nachsetzte. Die zwei kräftigen Haken des Südafrikaners sah er daher nicht kommen und ging zu Boden. Hier eroberte der Champion den Rücken und setzte zum Würgegriff an - der Adesanya letztlich zur Aufgabe zwang.

Beide Kontrahenten umarmten sich nach dem Kampf, tauschten noch ein paar Worte aus und zollten einander Respekt. Er habe das Duell nie auf die Ebene der Herkunft schieben wollen, so Du Plessis nach dem Fight. "Afrika hat an diesem Abend ohnehin gewonnen. Aber es war eine Ehre für mich, gegen diesen Mann im Octagon antreten zu dürfen. Ich will nicht noch einmal von ihm getreten werden. Izzy, wenn du dich dazu entscheidest, heute deine Karriere zu beenden - Danke!" Adesanya sagte anschließend, dass er weitermachen wollen und "nirgendwo hingehen" werde.

Kai Kara-France sichert sich Titelchance

Der zweite Hauptkampf des Abends sollte sein Ende deutlich schneller finden. Kai Kara-France (24-11) hatte bereits seine Chance auf den Interimstitel im Fliegengewicht, Steve Erceg (12-2) forderte zuletzt sogar Champion Alex Pantoja heraus - und unterlag knapp nach Punkten. Das Duell des Neuseeländers und des Australiers sollte daher für einen der beiden Fighter ein neuer Anlauf auf die Titelchance werden.

Mehrere Minuten tasteten sich beide Käfigkämpfer ab, ehe Kara-France seinen Rhythmus fand und seine Spitznamen "Don't Blink" ("Nicht blinzeln") alle Ehre machte. Die Kombination aus Finte-Eins-Zwei setzte er mehrfach im Kampf an, beim vierten Versuch war die Deckung Ercegs unten und Kara-France traf genau ans Kinn. Der Australier ging zu Boden, konnte sich aber fix wieder aufrichten. An den Käfig gedrängt landete der Neuseeländer jedoch eine saubere rechte Gerade, die Erceg erneut zu Boden schickte. Der Ringrichter griff ein, der Kampf war entschieden. "Das war der Statement-Sieg, den ich mir gewünscht hatte", sagte Kara-France nach dem Fight. Nun wolle er um den Titel kämpfen.

Hooker klettert in die Top-5

Sowohl Mateusz Gamrot (24-2, 1 NC) als auch Dan Hooker (23-12) wollten sich mit einem Sieg in Stellung für einen Titelkampf im Leichtgewicht bringen. Für den Australier Hooker wäre es der vierte Sieg in Serie. Auf Taktieren verzichteten beide Fighter und vor allem der Pole setzte erst einmal auf Striking. Damit überraschte er Hooker und verpasste ihm einige starke Haken, die mehrere Cuts bei seinem Kontrahenten öffneten. Hooker hatte in dieser Runde auch einige gute Schlagkombinationen, doch Gamrot schaltete rechtzeitig in den Rückwärtsgang oder hielt die Deckung oben.

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Das gelang ihm in Runde zwei allerdings nicht mehr so gut. Hier war Hooker aktiver. Er schüttelte seinen Gegner mit mehreren Schwingern kräftig durch, streute Bodykicks ein und brachte den Polen damit in Bedrängnis. Gamrot versuchte dann, den Kampf auf den Boden zu verlagern, klammerte sich an die Beine des Australiers. Das konnte ihn zwar vor schwerem Schaden bewahren, dürfte ihn aber die Runde nach Punkten gekostet haben.

In der dritten Runde ging Gamrots Plan besser auf. Hier stimmte die Balance zwischen Striking und Takedowns. Der Polen hatte Hooker zwischenzeitlich am Boden, landete aber auch saubere Treffer. Sein Gegner traf zwar, aber in der Frequenz etwas weniger. Nach drei Runden hatten die Punktrichter ein schweres Urteil zu fällen und entschieden sich etwas überraschend für Dan Hooker. "Du gehst rein in den Kampf und am Ende hebst du siegreich die Hand. Nur das zählt", so Hooker im Interview nach dem Kampf. "Ich will einen Titel-Eliminator, den BMF-Titel und Conor McGregor. Ich will alles", grölte er anschließend ins Mirkofon.

Weitere Kämpfe bei UFC 305

Neben den bereits genannten Kämpfen gab es noch weitere spannende Duelle bei UFC 305:

  • Tom Nolan vs. Alex Reyes: Nolan ging als klarer Favorit in den Kampf und konnte seiner Rolle gerecht werden.
  • Stewart Nicoll gegen Jesus Santos Aguilar: Auch hier setzte sich der Favorit Nicoll durch.

UFC Termine 2025 - Ein Ausblick

Auch im Jahr 2025 dürfen sich MMA-Fans auf zahlreiche UFC-Events freuen. Hier eine kleine Vorschau:

Datum Event Ort Hauptkampf
27. September 2025 UFC Fight Night 260 - Carlos Ulberg vs. Dominick Reyes
4. Oktober 2025 UFC 320 Las Vegas (USA) Magomed Ankalaev vs. Alex Pereira
11. Oktober 2025 UFC Fight Night 261 Rio de Janeiro Charles Oliveira vs. Rafael Fiziev

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