Paddy Pimblett gilt als einer der vielversprechendsten MMA-Kämpfer seiner Generation. Mit 17 Jahren stand er zum ersten Mal im Käfig, bald darauf gewann er seine ersten Meisterschaften. Inzwischen erkannte auch Dana White die Strahlkraft von Paddy und somit steht er seit 2021 in der UFC unter Vertrag und begeistert Kampfsport-Fans mit spannenden Fights in Las Vegas.
Frühe Karriere und Aufstieg
Im Sommer 2009 sah der damals 14-jährige Paddy Pimblett im Fernsehen ein Ereignis, das sein Leben prägen würde. In Las Vegas traten die MMA-Kämpfer Diego Sanchez und Clay Guida gegeneinander an. Bis heute gilt der Kampf als einer der besten MMA-Fights aller Zeiten. Das sah auch Pimblett so und beschloss, Mixed Martial Arts zu trainieren. Dafür meldete er sich bei der in seiner Heimatstadt Liverpool ansässigen Kampfsportschule Next Generation MMA an.
Im Oktober 2012 absolvierte Pimblett für die lokale MMA-Organisation Olympian MMA Championships (OMMAC) seinen ersten Profikampf. Nach technischem K.o. in der ersten Runde besiegte er dabei Nathan Thompson. Im Dezember 2012 und im Juni 2013 bestritt er zwei weitere Fights für OOMAC, bis er zu Cage Warriors wechselte.
Den ersten Rückschlag seiner noch jungen Karriere erlebte Pimblett im Oktober 2013, als er nach nur 35 Sekunden gegen Cameron Else aufgeben musste. Im Anschluss startete er allerdings eine Siegesserie: Bis April 2017 gewann er neun Kämpfe in Folge - darunter den Titelkampf um die FCC Featherweight Championship im März 2015 gegen Kevin Petshi. Den Titel verlor er aber im April 2017 gegen Nad Narimani wieder.
Der Sprung in die UFC
Nachdem Pimblett jahrelang bei Cage Warriors unter Vertrag stand, wagte er im Jahr 2021 den Sprung in die USA. Er unterschrieb bei Ultimate Fighting Championship (UFC) und erhielt dadurch die Chance, dank höherer Kampfprämien und größerer Bekanntheit sein Vermögen zu vermehren. Für den Verband debütierte er im September 2021 in Las Vegas, wo er Luigi Vendramini k.o. schlug. Bis Dezember 2022 gewann er drei weitere Fights bei Veranstaltungen der UFC.
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Einnahmen und Sponsoring
Einen Teil seiner Einnahmen erhält Paddy Pimblett in Form von Gagen für seine MMA-Kämpfe. So kassierte er für die Fights gegen Luigi Vendramini im September 2021 und gegen Rodrigo Vargas im März 2022 jeweils rund 70.000 Euro. Für den Fight gegen Jordan Leavitt im Juli 2022 waren es sogar mehr als 300.000 Euro. Zudem wird Pimblett von verschiedenen Firmen finanziell unterstützt. 2021 wurde er Testimonial und Content Creator des New Yorker Medienunternehmens Barstool Sports, der Deal erhöhte sein Vermögen um rund 900.000 Euro. Seit Ende 2019 betreibt Pimblett einen YouTube-Kanal, mit dem er ebenfalls Geld verdient. Die mehr als 900.000 Abonnenten unterhält er in den Videos mit Vlogs und Q&As.
Pimbletts Stil und Persönlichkeit
Der britische MMA-Kämpfer Paddy „The Baddy“ Pimblett hat die Herzen der UFC-Fans im Sturm erobert. Viele Fans bewegte Pimbletts Premiere mehr als der eigentliche Hauptkampf um den vakanten Halbschwergewichts-Titel zwischen Jan Błachowicz und Magomed Ankalaev, der Unentschieden endete.
Pimblett begann, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, zusätzlich auch durch das emotionale Interview, das er im Juli nach seinem Kampf gegen Jordan Leavitt gab - den er einem Freund widmete, der kurz zuvor Suizid aufgrund psychischer Probleme begangen hatte.
Auch McGregor und Wrestling-Star MJF bringen Pimblett ins Gespräch. Das Phänomen Pimblett begann den britischen und amerikanischen Boulevard zu beschäftigen, zusätzlich ins Gespräch brachte ihn eine Social-Media-Fehde mit Wrestling-Champion MJF: Das Aushängeschild des WWE-Konkurrenten AEW - in Las Vegas auch vor Ort - beschimpfte Pimblett als „billige Conor-McGregor-Kopie“ - worauf sich der echte McGregor einschaltete und konterte: „Auch eine billige McGregor-Kopie ist Millionen wert.“
Einige Beobachter merkten an, dass sein Sieg gegen Gordon nicht ganz so überzeugend ausfiel wie die vorigen, viele Kampfbeobachter sahen in dem auf Augenhöhe geführten Schlagabtausch eher Pimbletts Gegner als den Sieger.
Die UFC hat einen neuen großen Star. Paddy "The Baddy" Pimblett verkörpert alles, was sich der Sport wünscht: Die Fähigkeit, einen Fight mit allem, was nötig ist, anzuheizen und die sportliche Qualität, um Worten auch Taten folgen zu lassen. Dazu wirkt der 27-Jährige geerdet und nutzt die große Bühne für Themen, die gesellschaftlich oft ignoriert werden.
Im Vorfeld des Kampfes mit Jordan Leavitt bei UFC London hatte der Liverpooler Pimblett nichts ausgelassen, um seinen Gegner zu provozieren. Die Fans feierten ihren Lokalhelden für diese Kindergartenaktion, die aber zeigt, dass Pimblett genau weiß, was beim Publikum ankommt.
In der zweiten Runde hatte "The Baddy" dann aber eine Lösung auf den US-Amerikaner, der immer wieder in den Clinch ging. Nach einem Kniestoß gegen Leavitts Kopf, sackte dieser zu Boden. Das Manöver ermöglichte es Pimblett, seinen Gegner zu umklammern und zu einem Aufgabegriff anzusetzen. Leavitt konnte den engen Rear-Naked-Choke nur ein paar Sekunden lang abwehren, bevor er per Abklopfen aufgab.
Das Publikum feiert die Aktion und den Sieg frenetisch, die blonden Beatles-Perücken fliegen durch die Luft - Bierduschen inklusive. Auch Pimblett genießt den Moment - und wird im Interview im Oktagon anschließend emotional.
Danach erzählt er von einem weiteren Schicksalsschlag, einer seiner Freunde habe sich vor ein paar Tagen das Leben genommen. "Es gibt ein Stigma in dieser Welt, dass Männer nicht reden können. Hör zu, wenn du ein Mann bist und eine Last auf deinen Schultern trägst und du denkst, dass der einzige Weg, das Problem zu lösen, darin besteht, dich umzubringen, dann sprich mit jemandem", so Pimblett.
In der Medienrunde nach dem Kampf gibt Pimblett ein ähnliches Bild ab. Erst verdrückt er gierig zwei Döner in knapp sieben Minuten und greift anschließend das emotionale Thema nochmal auf.
Der Kämpfer mit dem blonden Beatles-Haarschnitt ist sich seiner Popularität bewusst und der Hype um ihn reißt nicht ab.
Teil seines Erfolgs ist wohl auch sein markantes Aussehen.
Gehalt und Sponsoring
Sein Sieg beim ersten UFC London brachte dem Engländer nämlich ’nur‘ 24.000 Dollar, wie er danach verriet. Die Summe gehört damit nicht zum oberen Ende der UFC. Pimblett selbst sagte gegenüber Barstool Sports: „Die Summe steigt mit jedem Fight, aber man ist eben unter Vertrag. Einen großen Teil davon liefert, neben den zahlreichen Titelkämpfen und Boni, aber Sponsoring.
Kontroversen
Den größten Beef hat Pimblett derzeit mit dem deutsch-georgischen UFC-Kämpfer Ilia Topuria. Dieser wiederum beleidigte den Engländer, weshalb Pimblett ihm Homophobie vorwarf.
Zukunftsaussichten
Die britischen Fans werden wohl künftig auf Pimblett-Heimspiele verzichten müssen. Zu groß ist die Anziehungskraft und der Fansupport für den 27-Jährigen geworden. "Das wird für ein paar Jahre mein letzter Kampf in Großbritannien sein, bis wir im Anfield Stadion antreten. Danach werde ich auf Pay-per-Views kämpfen", orakelte Pimblett bereits vor dem Kampf.
Wenn er einmal "McGregor-Money" verdienen werde, soll kein Kind in Liverpool Hunger leiden, so Pimblett im März. Er werde mit dem Geld die Lebensmitteltafeln in seiner Heimatstadt unterstützen.
