Taekwondo Frauen bei den Olympischen Spielen: Regeln und Wettkampf

Seit mehr als 20 Jahren finden Wettkämpfe in der koreanischen Kampfkunst Taekwondo im Rahmen der Olympischen Spiele statt. Seit 2000 (Sydney) gehört die Sportart für Männer und Frauen zum festen olympischen Programm. Taekwondo ist eine koreanische Kampfkunst, die sich aus den Silben „tae“, „kwon“ und „do“ zusammensetzt. Die ersten beiden stehen für die Fuß- und Handtechnik, die dritte Silbe heißt übersetzt in etwa „Lehre“ oder „Weg“.

Die Kampftechnik im Taekwondo ist stärker auf Schnelligkeit und Dynamik ausgelegt als andere asiatische Kampfsportarten. In einer Wettkampf-Situation treten die Kämpferinnen und Kämpfer auf einem abgegrenzten Feld gegeneinander an. Sie kämpfen über mehrere Runden. Die olympischen Regeln sehen drei Runden von jeweils zwei Minuten vor. Ziel der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist es, mit Taekwondo-Techniken den Gegner zu treffen.

Punkte werden je nach getroffener Körperstelle vergeben (Torso: zwei Punkte, Kopf: drei Punkte), Zusatzpunkte gibt es dabei für Drehpunkte. Bei unsportlichem Verhalten ist ein Punktabzug möglich. Wie bisher wird auch 2021 in acht Gewichtsklassen gekämpft, aufgeteilt auf jeweils vier bei den Männern (bis 58 (Fliegengewicht), 68 (Federgewicht), 80 (Weltergewicht) und über 80 kg (Schwergewicht)) und den Frauen (bis 49 (Fliegengewicht), 57 (Federgewicht), 67 (Weltergewicht) und über 67 kg (Schwergewicht)).

Wettkampfarten und Regeln im Detail

In der koreanischen Kampfkunst finden verschiedene regionale, nationale und internationale Wettkämpfe und Turniere statt. Außerdem regelt und prüft der Taekwondo-Weltverband (World Taekwondo Federation - WTF) alles rund um den Taekwondo Wettkampfsport.

Zur olympischen Sportart wurde der sogenannte Vollkontaktwettkampf (Kyorugi). Gekämpft wird nach strengen Regeln, der Sieger wird nach Punkten, durch KO oder durch Aufgabe des Gegners ermittelt. Die Kämpfe werden in drei Runden ausgetragen, während dieser versucht der Kämpfer Treffer zu erzielen, für die er Punkte erhält.

Lesen Sie auch: Was ist der Unterschied?

Ziel des Kampfes ist es, erlaubte Angriffe auf den Trefferflächen zu platzieren. Es gibt zwei unterschiedliche legale Angriffsregionen: Die Bereiche des Oberkörpers, die von der Schutzweste bedeckt werden; hier darf mit dem Fuß (unterhalb des Knöchels) und der Vorderseite der Faust angegriffen werden. Die zweite Angriffsfläche bildet das Gesicht einschließlich der Vorderseite des Halses. Dieser Teil darf nur mit dem Fuß angegriffen werden.

Um einen Punkt zugesprochen zu bekommen, muss der Treffer kraftvoll in den erlaubten Regionen gelandet und von mindestens zwei Punktrichtern gesehen werden.

Das Punktesystem im Wettkampfsport

Beim Kampf werden Punkte von 1-5 vergeben, die den Techniken zugewiesen werden. Erlaubt sind Faust- und Fußtechniken. Ebenso erlaubt sind Angriffsflächen wie der Rumpf (nur geschützter Bereich - Kampfweste) und der Kopf (nur der Kopfschutz bedeckte Bereich). Es wird übrigens auch 1 Strafpunkt bei unerlaubten Handlungen vergeben, z. B. Hinfallen, Grenzlinie übertreten, Kampf vermeiden oder verzögern, Faustschlag ins Gesicht. 1 Minuspunkt (Gam-jeom) für den Angreifer bei unerlaubter Handlung, der als Pluspunkt (Dukjom) für den Gegner zählt.

Die Kampfbekleidung und Ausrüstung

Die Kampfbekleidung der Wettkämpfer besteht aus einem weißen Taekwondo-Dobok (Anzug) sowie der Schutzbekleidung. Senioren, Junioren und Jugend müssen zusätzlich mit Handschützern ausgerüstet sein. Die Wettkämpfer dürfen keine andere als die oben genannte Bekleidung oder zusätzliche Sachen bei Wettkämpfen tragen (Brillen, Uhren, Schmuck usw. sind verboten).

Der Wettkampf findet auf einer 8 x 8 m großen Wettkampffläche statt. Diese Fläche umgibt eine Grenzlinie. Das Übertreten dieser Linie während des Wettkampfes, sei es auch nur mit einem Fuß oder auch unabsichtlich (in der Hitze des "Gefechts"), zieht zwangsläufig eine Verwarnung (halber Minuspunkt) nach sich. Der Kampf dauert bei Männern 3 x 3 Minuten, bei Frauen 3 x 2 Minuten und bei Kindern und Jugendlichen je nach Alter 3 x 2 oder 3 x 1,5 Minuten. Zwischen den Runden gibt es jeweils 1 Minute Pause.

Lesen Sie auch: Die Bedeutung von Taekwondo Poomsae

Für den fairen Ablauf des Kampfes ist das Kampfgericht verantwortlich. Es unterteilt sich in Jury, Kampfleiter und die Punktrichter. Die Jury ist für die gesamte Überwachung und Koordinierung des Kampfgerichts verantwortlich, hat jedoch bei der Punktvergabe keine Stimme. Den Kampf leitet auf der Fläche der Kampfleiter. Er ist für das unmittelbare Kampfgeschehen zwischen den Wettkämpfern verantwortlich. Die Punktewertung geben die um die Wettkampffläche postierten drei Punktrichter ab.

Punkte werden für Treffer auf den von der Weste bedeckten Teil des Rumpfes sowie für Treffer auf das Gesicht inkl. der Ohren vergeben. Allerdings darf man hier nur mit dem Fuß treffen. Schon der Angriff mit der Faust auf den Kopf ist verboten, ebenso wie Angriffe auf den ungeschützten Teil des Rumpfes oder den Hinterkopf. Hier kann man also ruhig sagen: "Schon der Versuch ist strafbar" und zieht Minuspunkte nach sich, von denen man insgesamt nur drei haben darf. Mehr Minuspunkte bedeuten automatisch die Disqualifikation.

Die Olympische Geschichte des Taekwondo

Die Olympische Geschichte der koreanischen Kampfkunst begann in Seoul 1988 als Demonstrations-Sportart. Die Sportart wurde in Sydney 2000 für Frauen und Männer olympisch.

Erfolgreichste Nation im Taekwondo ist erwartungsgemäß die Heimat des Sports, Südkorea.

Lesen Sie auch: Umfassender Test: Daedo Taekwondo Schuhe