WWE: Die Geschichte von Eddie Guerrero und The Radicalz

Der 13. November wird wohl als tragischster Tag des laufenden Jahrzehnts in die Wrestlinggeschichte eingehen: An diesem Tag wurde einer der besten und zugleich unterhaltsamsten Superstars der Welt auf dem Höhepunkt seiner Karriere aus dem Leben gerissen: Eddie Guerrero wurde am Morgen tot im Badezimmer seines Hotelzimmers aufgefunden. Mit nur 38 Jahren erlitt er beim Zähneputzen einen tödlichen Herzinfarkt.

Das tragische hierbei: Erst vier Jahre zuvor hatte Guerrero seine schlimmste Krise gemeistert, die ihn seinen Job, seine Frau und beinahe sein Leben gekostet hätte. Guerrero hatte seine Drogen- und Alkoholsucht überwunden und sein Leben in jeglicher Hinsicht wieder in den Griff bekommen. Seine bewegende Geschichte ging mit der WWE-Reportage „Cheating Death - Stealing Life: The Eddie Guerrero Story“ um die Welt.

Die Anfänge einer Legende

Eddie Guerrero war der jüngste Sohn der mexikanischen Wrestlinglegende Gory Guerrero. Ebenso wie seine Brüder Chavo, Mando und Hector trat Eddie in die Fußstapfen des Patriarchen. Seine Voraussetzungen waren jedoch schlecht. Als er 1987 debütierte, betrachteten ihn viele Promoter als zu klein und schmächtig.

Eddie musste sich also in Mexiko, der Heimat seiner Vorfahren seine Sporen verdienen. Seine Blütezeit dort erlebte er in der AAA als Partner von „Love Machine“ Art Barr. Das „Pareja del Terror“, das mit Konnan und Louie Spiccoli das anti-mexikanische Stable „Los Gringos Locos“ bildete, mauserte sich zum am meisten gefürchteten Tandem Mexikos. Ihr Hair-vs-Mask-Match gegen Hijo del Santo und Octagon gilt als eines der besten seiner Zeit.

Auch die Promoter oberhalb des Rio Grande wurden auf Guerrero und Barr aufmerksam. Doch dazu sollte es nicht mehr kommen: Am 23. November 1994 wurde Art Barr tot in seinem Zuhause in Oregon aufgefunden. Obwohl die Umstände nie ganz geklärt wurden, gelten die Folgen von Barrs Drogenmissbrauch als wahrscheinlichste Todesursache.

Nachdem Guerrero eine Weile als Black Tiger durch Japan tourte, landete er dann schließlich als Einzelwrestler bei der ECW, wo er sich direkt bei seinem Debüt den TV Title sicherte. Guerrero und sein Dauerrivale Dean Malenko schafften in Philadelphia das bis dahin Undenkbare: Sie rissen die ECW-Fans ohne Hardcore, Blut und Chaos von den Sitzen - sondern schlicht und ergreifend mit gutem Wrestling.

Wechsel zur WCW und Drogenprobleme

Kurz darauf erhielten Guerrero und seine Weggefährten Malenko und Chris Benoit Angebote der WCW und wechselten nach einem emotionalen Abschiedsmatch zwischen Guerrero und Benoit zu der aufstrebenden Promotion. Doch Guerreros WCW-Karriere war auch der Anfang seiner Drogenprobleme, die nach einem Autounfall am Neujahrstag 1999 ihren Höhepunkt erreichten.

Guerrero brach sich drei Wirbel und erlitt einen Trümmerbruch seines Knöchels - die Ärzte hatten ihn damals schon fast abgeschrieben, nicht zu reden von seiner Karriere. Ebenso wie sein Privatleben ging auch Eddies Wrestlingkarriere den Bach herunter.

The Radicalz in der WWE

Den Tiefpunkt sahen er und seine Freunde Benoit, Malenko und Perry Saturn erreicht, als Kevin Sullivan zum Chefbooker der Promotion wurde. Die vier bildeten bei der McMahon-Company das Stable „The Radicalz“, in dem Eddie jedoch kaum zur Geltung kommen sollte: Gleich in seinem zweiten Match renkte sich Guerrero den Ellbogen aus und war wieder außer Gefecht.

Im Juni 2001 zog die WWE die Notbremse, als Eddie zu einer Show in - tragische Ironie - Minneapolis in einem untragbaren Zustand auftauchte. Die Company schickte Eddie auf einen viermonatigen Entzug. Kurz bevor er zurückkehren sollte, bekam er jedoch einen Alkoholismus-Rückfall und handelte sich so die Entlassungspapiere ein.

Das Gimmick des schlitzohrigen „Lie, Cheat & Steal“-Spezialisten, das entstand, als er mit seinem Neffen Chavo Guerrero jr. teamte, verschaffte Eddie einen ungeahnten Popularitätsschub, der ihn letztlich bis ganz nach oben führte. Letztlich lastete die Championbürde zu schwer auf Eddies Schultern. Guerrero setzte sich selbst unverhältnismäßig unter Druck und gab sich die Schuld an den schwachen SmackDown-Ratings.

Dabei waren diese vor allem eine Folge des Weggangs von Lesnar und zahlreicher Ausfälle. Die WWE nahm Guerrero den Titel deshalb recht schnell wieder ab: Beim Great American Bash verlor er gegen John Bradshaw Layfield. Guerrero war gerade wieder dabei, die Spitze zu erklimmen: An dem Tag als er völlig überraschend verstarb, sollte er gegen Batista und Randy Orton um den World Heavyweight Title antreten.

Stattdessen veranstaltete die WWE eine emotionale Tribute Show für ihren Superstar, bei der sein Freund Benoit vor laufender Kamera in Tränen ausbrach.

Einige Erfolge von Eddie Guerrero:

  • WWE Champion
  • WWE Tag Team Champion
  • WWE Intercontinental Champion
  • WWE United States Champion
  • ECW World Television Champion
  • WCW Cruiserweight Champion
  • WCW United States Champion