Die Deutsche Meisterschaft im Kickboxen der WAKO Deutschland ist ein bedeutendes Ereignis, das jährlich ausgetragen wird. Die Sportlerinnen und Sportler müssen sich im Vorfeld in ihren eigenen Landesverbänden bei den Landesmeisterschaften qualifizieren, wobei sich nur die vier erstplatzierten Athleten jeder Gewichtsklasse eine Teilnahme an der DM sichern können.
Die Deutsche Meisterschaft 2024 in Hamburg
Die Deutsche Meisterschaft 2024 im Kickboxen der WAKO Deutschland wurde am ersten Juniwochenende in Hamburg ausgetragen. Insgesamt gab es im Kampf um die Titel 662 Anmeldungen von 117 Teams. Der Sportclub Rhein-Nahe e.V. war mit fünf Anmeldungen vertreten.
Erfolgreiche Teilnehmer des SC Rhein-Nahe e.V.
Theresa Pekrul aus Münster-Sarmsheim startete morgens in der Klasse Junioren bis 55 kg im Leichtkontakt und Pointfight. Sie gewann alle Vorkämpfe durch technische Überlegenheit und zog souverän ins Finale ein. Die Finalkämpfe waren auf den Nachmittag gelegt worden.
Der jüngste mitgereiste Kämpfer des SC, Constantin Zwiegela aus Waldalgesheim, startete in der Klasse Older Cadets im Leichtkontakt über 69 kg. Bei seinem ersten DM-Start gelang ihm der Sieg im Auftaktkampf gegen Luca Feil vom Budo Sport Nord e.V. Mit vollem Selbstvertrauen ging es in den nächsten Kampf gegen einen starken Salahudin Grbovic von der Kampfkunstschule Lopez, dem er leider unterlag, sich somit den respektablen 3. Platz bei der DM gesichert hatte.
Luca Romano aus Bad Dürkheim, Rheinland-Pfalz-Meister im Leichtkontakt, kämpfte in eben jener Disziplin und im Pointfight bei den Junioren, jeweils in der Gewichtsklasse bis 69 kg. Für Luca war es auch die erste DM auf einem Turnier der WAKO Deutschland. Im ersten Kampf in der Disziplin Leichtkontakt gab sein Gegner Rene Fuchs von der Kampfkunstschule Lopez nach einer Runde auf. Danach ging es gegen Raed Salame von Tan Gun Sports e.V. auf die Matte. Beide Kämpfer gaben konditionell ihr Bestes über die volle Distanz. Luca hatte gute Chancen den Kampf für sich zu entscheiden, verpasste aber auf Grund eines späten Minuspunkts schlussendlich den Einzug ins Finale. Nahtlos stand im Anschluss für ihn der Wettbewerb im Pointfight an. Noch sichtlich verausgabt durch den intensiven Kampf davor, trat er gegen Eric Hanke vom Kickbox Team Eberswalde an, setzte sich trotz des konditionellen Kraftakts jedoch mit 9:6 durch und durfte um den Meister-Titel fighten.
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Luca kämpfte im Finale fast zeitgleich mit Theresa auf einer anderen Matte und musste wegen der zeitlichen Überschneidung dankenswerter Weise von Mesut Celik vom Budo Sport Nord e.V. betreut werden. Seinem Gegner Quentin Marx wurde unter anderem wegen seiner Erfolge bereits der Titel „Sportler des Jahres“ verliehen. Theresa startete mit dem Fight und beherrschte ihre Gegnerin von Anfang an. Sie erarbeitete sich einen nicht mehr einzuholenden Vorsprung und bewegte sich in der dritten Runde nur noch locker und in ausreichender Distanz, um den Kampf kraftsparend für das noch anstehende Finale im Pointfight über die restliche Zeit der letzten Runde zu bringen. Dabei knickte sie plötzlich um. Verletzungsbedingt musste der Kampf abgebrochen und Theresa zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden. Damit war leider auch der Finalkampf im Pointfight hinfällig, den Gegnerin Sila Kiray vom Boxclub Lübeck damit kampflos für sich entschieden hatte.
Großer Respekt gebührt Caner Demir vom SC der über das komplette Turnier als Kampfrichter im Einsatz war.
Trainer Dirk Pekrul war mit der Leistung der Kämpferin und Kämpfer trotzdem hoch zufrieden: „Bezüglich unserer Vorzeigekämpferin Theresa besteht nun die Hoffnung, dass sich die Verletzung nicht als allzu schlimm erweist und dass sie schnellstmöglich wieder für den SC auf Medaillenjagd gehen kann. Doch auch so ist der Ausgang der DM eine wichtige Lektion für Theresa. Niederlagen und Verletzungen gehören zum Sport dazu. Und den richtigen Umgang mit diesen Rückschlägen zu erlernen, kann die Zielstrebigkeit im Leben erhöhen und den Durchhaltewillen - nicht nur im Sportalltag - stärken“, so der Trainer abschließend.
Ergebnisse des SC Rhein-Nahe e.V.
- Luca Romano, Pointfight Junioren -69 kg: 1. Platz
- Luca Romano, Leichtkontakt Junioren -69 kg: 3. Platz
- Theresa Pekrul, Pointfight Juniorinnen -55 kg: 2. Platz
- Theresa Pekrul, Leichtkontakt Juniorinnen -55 kg: 2. Platz
- Constantin Zwiegela, Pointfight Older Cadets +69 kg: 3. Platz
Deutsche Meisterschaft im Kickboxen der WAKO (2023)
Am 10. und 11. Juni 2023 wurden in Lübeck in der Hansehalle die diesjährigen Deutschen Meisterschaften im Kickboxen der WAKO (Mitglied im DOSB) ausgetragen. SC Gut Heil Neumünster e.V. entsandte vom Martial Arts Kickbox-Team vier Kämpfer, die sich vorher auf den Landesmeisterschaften oder beim Landeskader- und Sichtungslehrgang qualifiziert hatten. Am Samstag kämpften die Kinder, Jugendlichen sowie Junioren.
Erfolge des SC Gut Heil Neumünster e.V.
Als erster Starter ging Fabian Schuck im Semikontakt (Pointfighting) an den Start. Fabian hatte sich für die Gewichtklasse -63 KG im Juniorenbereich qualifiziert und konnte durch einige sehr starke Techniken auf sich aufmerksam machen und erhielt die Bronzemedaille. Sein Vereinskamerad Paul Stockfleth kämpfte in der Kinderklasse bis 42 KG und musste sich in der Vorrunde einem extrem guten Kämpfer aus Reinland-Pfalz geschlagen geben, der im Verlaufe des Turniers auch die Deutsche Meisterschaft gewann. Dennoch freute sich Paul über seine guten Leistungen, da er als einziger Kämpfer gegen den späteren Deutschen Meister nicht punktelos blieb und auf dem fünften Platz landete.
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Am darauffolgenden Tag kämpfte Annabell Krawczyk im Schwergewicht der Damen im Semikontakt und musste sich im Halbfinale einer Nationalmannschaftskämpferin geschlagen geben, die bereits für die Weltmeisterschaft qualifiziert ist.
Hall of Fame des Kickboxens
In der „Hall of Fame" werden all diejenigen Sportler und Funktionäre aufgenommen, die durch ihre Taten und Leistungen den Kickboxsport nach vorne gebracht haben. Ohne diese Persönlichkeiten würde es den Sport Kickboxen in dieser Form nicht geben.
Bedeutende Persönlichkeiten des Kickboxens
- Georg F. Brückner: Gründer der Sportart Kickboxen und Vater des Kickboxsports. Er organisierte die ersten Veranstaltungen und reiste durch ganz Europa, um das Kickboxen zu etablieren.
- Dr. Ludger Dietze: Ein Mann der ersten Stunde, der 1983 Weltmeister im Semikontakt wurde und später als Bundestrainer und Vizepräsident der WAKO tätig war.
- Ferdinand Mack: Viermal Europameister und viermal Weltmeister der Amateure, später Bundestrainer im Vollkontakt-Kickboxen.
- Peter Zaar: Bundestrainer im Leichtkontakt Kickboxen seit 1990, Autor eines wegweisenden Standardwerks zum modernen Kickboxen und Präsident der WAKO Deutschland.
- Werner Sossna: Engagiert als Trainer und Funktionär für den Bayrischen Landesverband und die WAKO Deutschland.
- Peter Harbrecht: Dreifacher Deutscher Meister, dreifacher Europameister und einmaliger Weltmeister, bekannt für seinen kompromisslosen und technisch brillanten Kampfstil.
- Peter Kruckenhauser: Erfolgreich im Semikontakt und Leichtkontakt, Gründer der Firma Budoland.
- Andreas: Einzel- und Mannschaftsweltmeister im Semikontakt Kickboxen, Bundestrainer und Betreiber eines Fitnessstudios.
- Birgid Sasse: Dreifache WAKO Weltmeisterin und dreifache Tae Kwon Do Weltmeisterin, Deutschlands erfolgreichste Leichtkontakt Kickboxerin und Taekwondo Kämpferin.
- Gustav Baaden: Einer der ersten Weltkampfrichter im Kickboxen und Gründer der WAKO NRW.
- Rüdiger Hermann: Ehemaliges Mitglied der Nationalmannschaft im Leichtkontakt-Kickboxen und Jugend-Landestrainer von NRW.
- Michael Kuhr: Zehnmaliger Deutscher Meister im Full-Contact Kick-Boxen und Vize-Weltmeister.
- Peter Blankenburg: Mitgründer und langjähriger Geschäftsführer der WAKO Germany sowie Präsident der WAKO Berlin.
- Klemens Willner: Bekannt für seine mentale Stärke und seinen Erfolg im Kampfsport.
Die Entwicklung des Kickboxens in Deutschland
Über 35.000 Sportlerinnen und Sportler in über 400 Vereinen sind der Beleg, dass sich das Kickboxen in den letzten Jahren als Breitensport durch die WAKO Deutschland etabliert hat. Gemeinsam wollen wir diese Breite pflegen und die Nachwuchsarbeit, die Kinder- und Jugendarbeit sowie die Diversität weiter fördern und ausbauen. Dabei freuen wir uns über jeden neuen Kickboxer und jede neue Kickboxerin in der WAKO-Familie. Mit der Begeisterung und dem Engagement der gesamten WAKO Familie in Deutschland, sind diese Ziele zu erreichen.
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