Karate Dojo Regeln

Im Karate-Dojo gibt es eine Reihe von Regeln und Verhaltensweisen, die für ein respektvolles und effektives Training unerlässlich sind. Diese Regeln umfassen verschiedene Aspekte, von moralischen Prinzipien bis hin zu praktischen Verhaltensweisen während des Trainings.

Wichtige Regelwerke

Dazu gehören die Dojo-Kun, die Shoto-Niju-Kun und die Dojo-Etikette.

Dojo-Kun

Der Begriff Kyoukun steht für "moralische Prinzipien". Die Dojo-Kun enthalten fünf Leitsätze, die als Dojo-Regeln beziehungsweise Verhaltensregeln gelten und deren Ursprung weiter in die Vergangenheit reichen:

  1. Hüte Dich vor ungestümem Übermut.

Shoto-Niju-Kun

Die Sätze aus der Shoto-Niju-Kun geben 20 Regeln wieder, die Gichin Funakoshi aufgestellt hat, um die Grundprinzipien und das Wesen des Shotokan-Karate zu verdeutlichen:

  1. Karate üben heißt, ein Leben lang arbeiten.
  2. Denke immer nach und versuche dich ständig an Neuem.

"Das höchste Ziel im Karate-Do ist nicht der Sieg oder die Niederlage, sondern die Perfektion des menschlichen Charakters" - Gichin Funakoshi

Lesen Sie auch: Mehr über Karate

Dojo-Etikette

Je nach Stilrichtung und Dojo werden nachfolgende Verhaltensformen praktiziert. Es gibt grundlegende Regeln, die für alle Stile gelten. Zusätzlich hat jeder Stil seine eigene Etikette, die meistens auch in anderen Schulen gelten.

  1. Beim Eintreten/ Verlassen verharre man kurz an der Tür und grüße indem man sich verbeugt.
  2. Beim Betreten des Dojo verhält man sich ruhig und bereitet sich physisch und psychisch auf das Training vor. Man kommt dadurch auch selbst zu einem inneren Frieden.
  3. Prinzipiell sollte man auch aus Rücksicht auf die anderen Trainingsteilnehmer pünktlich sein.
  4. Ein sauberer Anzug, ein schlichtes, farblich abgestimmtes T-Shirt und ein der Graduierung entsprechender Gürtel sind in den traditionellen Stilen nötig.
  5. Jeglicher Schmuck muss vor Beginn des Trainings oder Wettkampfes abgelegt werden.
  6. Finger- und Fußnägel sind kurz zu halten, ebenfalls um Verletzungen vorzubeugen. Finger und Füße sind sauber zu halten oder ggf. vor dem Training zu waschen.

Allgemeine Verhaltensregeln im Dojo

Für uns Karateka ist das Dojo:

  1. eine Stätte der inneren Sammlung und der Ruhe, ein Ort der Konzentration und der Höflichkeit. Lautes aufdringliches Verhalten und Gebaren oder gar Lärmen lehnen wir daher ab.
  2. Beim Betreten oder Verlassen unseres Dojos grüßen wir mit einer leichten Verbeugung. Dieser Gruß gilt zunächst dem Dojo, der Übungsstätte und dem Karate-Do, aber auch unserem Sensei (Lehrer) und unserer Übungsgruppe.
  3. Klatschen oder Pfeifen sind in einem Dojo völlig fehl am Platze! Unsere Zustimmung drücken wir lieber durch aufmunternden Zuspruch „OSS“ sowie besonderen Einsatz und Anstrengung aus.
  4. Vermeide es wenn möglich, verspätet zum Karate-Training zu kommen!
  5. Das Verlassen des Unterrichts gilt als unhöflich. Ist es dennoch einmal unumgänglich, so zeige deinem Sensei die Absicht durch eine leichte Verbeugung an und warte auf seine Bestätigung.
  6. Unterbrich den Unterricht nicht durch Fragen oder gar durch vermeintlich kluge Einwände. Die meisten Fragen lassen sich durch eigenes Nachdenken selbst beantworten.
  7. Versuche immer, durch dein Verhalten und eine Mitarbeit zu einem reibungslosen Unterrichtsverlauf beizutragen. Sei immer aufmerksam, schnell und konzentriert.
  8. Sei wachsam! Ob es um die Aufstellung der Übungsgruppe geht oder die Ausführung einer neuen Partnerübung: Sei so wachsam und vermeide dadurch Fehler. Jedes Kommando verlangt deine volle Konzentration.
  9. Sei ernsthaft! Wenn du die Sache nur von der lustigen Seite her nehmen willst, so suche dir bitte schnell eine andere Sportart aus.
  10. Sei höflich! Zeige deinem Übungspartner, dass du ihn achtest. Streng dich an, ein fairer und guter Partner zu sein. Trainiere aber auch nicht überheblich oder gar herablassend mit ihm.
  11. Sei stark! Zeige nie ein Zeichen von Schwäche. Lass dir nicht anmerken, wenn du müde und erschöpft bist.
  12. Sei beherrscht! Zeige in allen Situationen Selbstdisziplin und wahre die Beherrschung. Lerne deine Emotionen zu unterdrücken.
  13. Sei gründlich! Strebe nach dem höchsten Ziel, der Perfektion. Selbst wenn du sie nie erreichen wirst, alleine der Weg („DO“) zählt.
  14. Sei sauber! Bei dieser Kampfsportart kommen Menschen miteinander körperlich in Kontakt. Daher müssen gewisse hygienische Grundbedingungen erfüllt und beachtet werden. Schneide Finger- und Fußnägel kurz und halte sie sauber. Achte auf die Sauberkeit deines Karate-Gi. Alkoholgenuss vor dem Karateunterricht ist verboten!
  15. Sei beständig! Du hast dich entschlossen, Karate zu lernen. Nun besuche regelmäßig deinen Unterricht.

Weitere wichtige Punkte

  • I. Ordnung im Dojo: Im Dojo halten die Karateka stets Ordnung und Disziplin. Den Weisungen des Ausbilders (Sensei) ist Folge zu leisten. Sollte der Sensei, bzw. seine vorher bestimmte Vertretung (Sempai), nicht anwesend sein, übernimmt der graduierungshöchste Schüler das Training. Der Karate-Gi sollte gepflegt, sauber und ordentlich sein. Das Dojo muss jederzeit sauber und aufgeräumt sein.
  • II. Generelles Miteinander: Ein wertschätzender Umgang miteinander ist Grundvoraussetzung für die Teilnahme an unserer Gemeinschaft. Er ist geprägt von Geduld, Respekt und Rücksichtnahme und ist von jedem Karateka anzustreben. Niemand darf einem anderen Karateka unnötige Schmerzen zufügen, ihn kränken oder ihn mutlos machen (z.B. durch Auslachen).
  • III. Verhalten vor, während und nach dem Training: Schmuck, Uhren und Haarspangen sind vor dem Training abzulegen bzw. abzukleben, um Verletzungen zu vermeiden. Um die Trainingsabläufe nicht zu stören, ist das Dojo während des Trainings nur nach Rücksprache zu verlassen. Gleiches gilt für das Betreten des Dojos während des Trainings. Trifft ein Karateka ausnahmsweise verspätet ein, so holt er die Lockerungsübungen ggf. unauffällig nach ohne die anderen zu stören. Alle Träger höherer Grade sind verpflichtet, den Lernenden behilflich zu sein und sie geduldig und freundlich zu fördern. Es liegt im Interesse des Karateka, regelmäßig am Unterricht teil zunehmen.
  • IV. Anwendung des Karates: Die Karateka sind verpflichtet, ihre Kenntnisse außerhalb des Dojos nur in äußerster Not anzuwenden.

Alle Regeln gelten über das Training im Dojo hinaus. Vergiss nie: Karate beginnt mit Respekt und endet mit Respekt. - Gichin Funakoshi

Lesen Sie auch: Rapserdflöhe bekämpfen mit Karate Zeon

Lesen Sie auch: Die Lehre im Karate Dojo