Steven Seagal: Kampfsportarten, Filme und ein turbulentes Leben

Steven Seagal ist ein Action-Held der alten Schule, seine größten Erfolge feierte er in den 1980er und 90er Jahren. Früher jagte er Terroristen auf der großen Leinwand - heute dreht er vielmehr Fernsehfilme. Martial-Arts-Filme, eine ursprünglich fernöstliche Variante des Actionfilms, machen Steven Seagal zu einer Größe unter den Schauspiel-Actionhelden. Eigentlich Amerikaner, lebt Steven Seagal lange Zeit in Japan und übt sich sowohl in asiatischer Kampfkunst als auch in der Schauspielerei und Filmproduktion.

Frühe Jahre und Kampfsport

Steven Frederic Seagal ist am 10. April 1952 in Michigan, USA, geboren. Als er 5 Jahre alt war, zog seine Familie nach Fullerton (Kalifornien, USA). Schon in jungen Jahren war Seagal sehr an Musik interessiert. Seagal hat angeblich über sein Alter gelogen, um einen Job als Tellerwäscher in einem Restaurant zu bekommen. Nach dem Besuch der örtlichen High School beschloss Seagal im Alter von 17 Jahren, die USA zu verlassen.

Von 1973 bis 1988 lebte er in Japan, um Englischunterricht zu geben, erlernte dabei verschiedenste Martial-Arts-Techniken wie Aikido, Judo und Karate. Seagal wurde ein eifriger Student der Kampfkünste und bildete sich täglich weiter. Er war die erste nicht-asiatische Person, die eine Schule für Kampfkunst in Japan eröffnete. Seagal wurde nach und nach zu einer Berühmtheit und erschien in vielen Kampfsportzeitschriften.

Anfangs hatte es Seagal jedoch schwer, als Westler, der nach Japan gezogen war, um Kampfsport zu lernen. Seagal blieb 15 Jahre lang in Japan, bevor er 1984 in die USA zurückkehrte. Seagal beschloss, etwas dagegen zu unternehmen, und begann, selbst Kampfsport zu unterrichten. Zusammen mit einem älteren Schüler, Haruo Matsouka, den er aus Japan mitbrachte, eröffnete Seagal ein Aikido-Dojo in West Hollywood.

Mit seinen 1,93 m gelingt es ihm als erster Nicht-Asiate eine eigene Kampfkunst-Schule in Osaka zu führen. 1988 kehrt Steven Seagal zurück in die Staaten und eröffnet eine Akido-Schule in Los Angeles. Er selbst ist Träger des siebten Meistergrades, des Dans, im Akido.

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Der Weg nach Hollywood

Über einen seiner Kampfschüler findet Steven Seagal schließlich einen Weg in die Schauspielerei und das gleich mit einer Hauptrolle in dem Film "Nico". Einer seiner Aikido-Schüler war Michael Ovitz, einer der mächtigsten Agenten der Filmindustrie, der behauptete, jeden zum Star machen zu können. Seagal sollte der Beweis sein. Ovitz finanzierte auf eigene Faust Testaufnahmen, die Warner und Regisseur Andrew Davis („Auf der Flucht“) überzeugten, das Risiko einzugehen, einen No-Name ohne jede Leinwanderfahrung zum Hauptdarsteller in ihrem Film „Nico“ zu machen.

Seine erste Rolle übernahm Steven Seagal 1988 im Alter von 36 Jahren - zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits seinen sechsten Dan, einen sehr hohen Meistergrad der japanischen Kampfkunst. Der Action-Thriller "Nico: Above the Law" war ein Erfolg, ebenso wie "Hard to Kill", "Zum Töten freigegeben" (beide 1990) und "Out for Justice" (1991). Seagal hatte seine Nische gefunden und fühlte sich darin wohl.

Erfolge und Misserfolge

Mit "Alarmstufe: Rot" von 1992 konnte Seagal bei einem Oscar-nominierten Werk mitwirken - es gilt bis heute als sein bester Film. Schnell wurden zwei weitere Filme umgesetzt, die wieder der gleichen Formel folgten: Jedes Mal begibt sich Seagal auf einen persönlichen, mit viel Martial Arts-Action garnierten Rachefeldzug. Der durchschlagende Erfolg von Bruce Willis mit „Stirb langsam“ 1988 beeinflusste auch die Karriere von Steven Seagal, da Warner nun auf die Idee kam, das Erfolgskonzept des Konkurrenten Fox mit dem eigenen Star zu kopieren.

Mit "Auf brennendem Eis" von 1995 konnte Seagal als Regisseur nicht überzeugen. Auch wenn dieser Film bei Seagals Fans heute Kultstatus genießt, war er damals ein absoluter Reinfall, machte Verlust an den Kinokassen und wurde für sechs Goldene Himbeeren nominiert (von denen Seagal eine als schlechtester Regisseur gewann).

Nach dem Flop als Produzent konnten die Filme "Fire Down Below" (1997) und "The Patriot - Kampf ums Überleben" (1998) nicht punkten. Ab 2000 wurde es eher ruhig um Steven Seagal, sein Fokus rückte aber auf DVD- und VOD-Filme. Um seine Karriere zu retten, sprang Steven Seagal über seinen Schatten und akzeptierte mit DMX für „Exit Wounds“ sowie Morris Chestnut und Ja Rule für „Halb tot“ quasi gleichberechtige Co-Stars, die ihm neue Publikumsschichten erschließen sollten. Doch diese Einsicht kam zu spät: Steven Seagals Kino-Karriere war vorbei.

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Weitere Aktivitäten

2004 und 2005 veröffentlichte Seagal zwei Musikalben - Genres Country, Reggae und Blues. Seagal ist allen voran Kampfkünstler - er hat inzwischen den siebten Dan in Aikido. Er ist zudem Tierschützer. In Thailand kämpft er für artgerechte Haltung von Elefanten und gegen den Verkauf nach Japan. Seagal trägt den Titel Tulku, er wurde von Lama Penor Rinpoche zur Wiedergeburt eines buddhistischen Meisters ernannt. Zudem ist er Vormund und Betreuer der Tochter des zehnten Panchen Lama.

Nachdem er der ansässigen Polizei von Jefferson Parish, Louisiana, diverse Kampftechniken beibrachte, wurde er zum ehrenamtlichen Deputy Sheriff ernannt und ist seither auf Patrouille. Seinen Kampf gegen das Verbrechen kann das amerikanische Publikum seit 2009 in der Reality-Serie „Steven Seagal: Lawman“ beiwohnen und sich dabei mit dem Energy-Drink „Steven Seagal's Lightning Bolt“ bei Kräften halten, der - gemäß dem Ökoimage des überzeugten Vegetarianers - angeblich nur aus natürlichen Zutaten besteht.

Privatleben

So geradlinig Steven Seagals Rollen sein mögen, so vielfältig und zum Teil skurril ist er abseits von der Leinwand. Seine Nähe zu Russland fand Seagal 2013. Er sollte sich für die russische Waffenindustrie einsetzen und Beschränkungen der USA kippen. Von 1975 bis 1986 war er mit Miyako Fujitani verheiratet, in dieser Ehe entstanden zwei Kinder. Von 1984 bis 1987 war Seagal mit Adrienne La Russa verheiratet (die Überschneidung kommt, da die Scheidung andauerte). 1987 bis 1996 war er mit Kelly LeBrock liiert, sie haben gemeinsam drei Kinder. Mit dem ehemaligen Kindermädchen Arissa Wolf hat er ein Kind. Seit 2009 ist er mit Erdenetuya Batsukh verheiratet, sie haben ein Kind.

Neben den bereits zum Teil skurrilen Fakten um Seagals Privatleben, gibt es viele weitere Fun-Facts und Geschichten über den Action-Helden der 90er Jahre zu erzählen. 2002 wurde Seagal von der Mafia erpresst. Nach "Exit Wounds", einem für ihn finanziell erfolgreichen Film, verlangten die New Yorker Mafiosi für jeden weiteren Film, den Seagal dreht, 150.000 US-Dollar. Seagal hat eine beachtliche Schwertsammlung. Zudem ließ er sich für einen Zeitraum monatlich eine individualisierte Waffe erstellen. Der Colt M1911 ist sein Markenzeichen, diese Pistole nutzte er in vielen seiner Filme. Mit dem Messermacher Ken Onion entwickelte er zudem ein eigenes Messer, das Kershaw 1680. Gegen ihn wurden im Zuge der #metoo-Debatte Vorwürfe der sexuellen Belästigung gemacht. Die Klagen stammen aus den Jahren 1991, 1995, 2010, 2011, 2017 und 2018.

Laut The Sun wurde Segal im November 2016 die russische Staatsbürgerschaft verliehen. Zwei Jahre später gab ihm das russische Außenministerium einen Job mit dem Titel „Sonderbeauftragter für die humanitären Beziehungen zwischen Russland und den USA“.

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Vermögen

Das Vermögen von Steven Seagal wird laut vermögensmagazin.de auf rund 14 Millionen Euro geschätzt.

Bekannte Filme von Steven Seagal

Jahr Titel
1988 Nico
1990 Hard to Kill
1990 Zum Töten freigegeben
1991 Out for Justice
1992 Alarmstufe: Rot
1995 Alarmstufe: Rot 2
1996 Einsame Entscheidung