Helmut Thatz: Werdegang im Karate

Dieser Artikel beleuchtet den Karate-Werdegang von Helmut Thatz, seine Interessen und Einflüsse. Zudem werden Empfehlungen für weiterführende Literatur gegeben, die sowohl die geistigen Hintergründe als auch die Geschichte des Karate beleuchten.

Einflüsse und Lektüreempfehlungen

Ein oft genanntes Werk ist "Karate-do - Mein Weg" von Gichin Funakoshi. Es handelt sich um eine Kurzbiografie Funakoshis, die lose Anekdoten aus seinem Leben erzählt. Für deutsche Autoren im Bereich Karate führt kein Weg an Werner Lind vorbei. Sein Buch "Klassisches Karate-Do" vermittelt einen guten Einblick in geschichtliche Hintergründe und Grundlagen, auch wenn es als theoretisch und anstrengend empfunden werden kann.

Die Albrecht Pflüger Reihe wird ebenfalls empfohlen. Für die Geschichte des Karate ist das Buch "Kempo" von Alexander Dolin eine gute Wahl, da es nicht nur über Karate informiert. Ein interessantes Buch über Karate im Allgemeinen ist Roland Habersetzers "Karate für Meister". Wer sich für Bunkai interessiert, sollte Dr. Yang Jwing-Mings "Advanced Yang Style Tai Chi, Vol 2" in Betracht ziehen.

Weitere erwähnenswerte Bücher sind:

  • SKI Kata-Bücher von Kanazawa
  • Karate-Perfekt-Reihe von Nakayama
  • "Advanced Karate" von Oyama
  • "Richtig Karate I" und "Richtig Karate II"
  • "Kampftechniken"
  • "Karate Grundlagen"
  • "Okinawa-Karate"

Die Bedeutung von "OSS"

Der Begriff "OSS" wird oft im Zusammenhang mit Karate erwähnt. Das erste Schriftzeichen "osu" bedeutet wörtlich stoßen oder drücken und bestimmt die ganze Aussprache des Wortes. Es drückt Respekt, Sympathie und Vertrauen aus. Im Alltag kann es jedoch auch "Spieler", "Schauspieler" oder "Idiot" bedeuten. Der Gebrauch von "OSS" ist in Japan nicht so verbreitet wie in anderen Ländern, insbesondere in Amerika, wo es oft bei Verleihungen und Ehrungen verwendet wird, unabhängig von der Sportart.

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Im Kyokushin Karate ist "Oss" ein Universalwort, das fast die einzige legitime Konversation im Umgang mit dem Lehrer während des Trainings darstellt. Einige Freunde haben im Honbu Dojo in Tokyo trainiert und dort wird eigentlich fast nur noch mit Oss kommuniziert.

Kata und Bunkai

Interessant ist die Aussage, dass in den Kata "Zwischenbewegungen" enthalten sind, die keine direkte Kampfanwendung haben, sondern eher wie Kampfstellungen (Kamae) zu verstehen sind. Dies gibt dem Bunkai eine neue Dimension. Man könnte dann z.B. die Gedan Barai in Heian Shodan als Gedan Kamae deuten, eine zur damaligen Zeit recht gebräuchliche Kampfhaltung.

Wenn man beispielsweise die letzten beiden Bewegungen der Kata JION betrachtet, so kann man diese natürlich als Ergreifen eines Armes, Heranziehen des Gegners und als Schlag gegen seinen Oberkörper interpretieren. Eine andere Möglichkeit wäre, einen Wurf daraus zu machen. Aber es kann auch als eine Variante der Qigong-Bewegung "Den Bogen spannen" interpretiert werden.

Selbstverteidigung und rechtliche Aspekte

Wenn jemand in eine Notwehrsituation gerät, so ist dies mit Sicherheit keine alltägliche Situation. In dieser Ausnahmesituation kann es dann passieren, dass die Verteidigung über das zur Abwehr des Angriffes erforderliche Maß hinaus geht und die Verhältnismäßigkeit der Mittel zwischen Angriff und Verteidigung nicht mehr gegeben ist.

Aus diesem Grund wurde eine Gesetzesnorm geschaffen, die dann eingreift, wenn der Angegriffene die Tat nicht vorsätzlich oder fahrlässig begangen hat, sondern aus Verwirrung, Furcht oder Schrecken gehandelt hat. Der Richter hat hier bei geistig gesunden Erwachsenen in eigener Sachkunde, also aufgrund seiner Erfahrung und seines Wissenstandes zu entscheiden. Nicht jedes Angstgefühl ist Furcht im Sinne des § 33 StGB. Durch das Angstgefühl muss die Fähigkeit, das Geschehen richtig zu verarbeiten, erheblich reduziert sein.

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Da jede Notwehrhandlung als reine Abwehr des Angriffs ausgelegt ist, kann sich die Verteidigung logischerweise nur gegen den Angreifer selbst, nicht jedoch gegen eine andere Person richten.

Im Aikido gibt es im Gegensatz zu anderen Budokünsten keine speziellen „Transportgriffe“, um einen Angreifer „abzuführen“. Da jedem Aikidoka jedoch verschiedene Verhebelungen und deren Wirkungen bekannt sind, ist es für einen Fortgeschrittenen kein Problem, den Gegner beim Abtransport so gut unter Kontrolle zu halten, dass dieser nicht flüchten kann.

Zusammenfassung

Dieser Artikel bietet einen Einblick in den Karate-Werdegang von Helmut Thatz und gibt Empfehlungen für weiterführende Literatur. Er beleuchtet die geistigen Hintergründe des Karate, die Bedeutung von Begriffen wie "OSS" und die rechtlichen Aspekte der Selbstverteidigung.

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